disillusioned motherfuckers + projekt pulvertoastmann @rondenbarg, hamburg, 13.04.2013Nachdem wir mit DISILLUSIONED MOTHERFUCKERS im Oktober des vergangenen Jahres unseren allerersten Gig in der Kneipe des Wagenplatzes Rondenbarg absolvieren durften, bekamen wir jetzt die Gelegenheit, zu zeigen, wie wir uns in der Zwischenzeit entwickelt haben; Anlass war eine Geburtstagsparty zweier Bewohner, Einlass war kostenlos, aber das Publikum wurde um ’ne kleine Spende für die Bands gebeten. Die Pulvertoasties, ehemalige MeckPommer, mittlerweile allesamt in Hamburg ansässig, waren mit von der Partie, halfen uns beim Aufbau des Equipments und erwiesen sich als überaus umgängliche und nette Zeitgenossen. Haus-und-Hof-Mischer Norman besorgte einmal mehr den Sound, René kredenzte Bockwurst mit Brot. Die gemütliche und gut beheizte Kneipe füllte sich zusehends mit Gästen und manch einer kam extra vorbei, um sich uns erstmalig anzuschauen. Bis es losgehen sollte, verging natürlich wieder manch Stunde, Gitarrero Kai und ich standen irgendwann die meiste Zeit an der provisorischen Bühne und hielten Klönschnacks mit den Gästen. Als es dann langsam einmal losgehen sollte und der Soundcheck anstand, war aber plötzlich keine Spur von Drummer Chrischan, der fortan aufwändig gesucht wurde. Irgendwann war aber auch er glücklicherweise wieder aufgetaucht und nach einer kurzen Soundeinpegelung ging’s mit unserem Intro aus der Konserve los, das nahtlos in „Tales of Terror“ überging. Wir spielten unseren kompletten Set bestehend aus zehn Songs und das Publikum ging gut mit, vereinzelt wurde das Tanzbein geschwungen und die den meisten noch unbekannten Texte mitzugrölen versucht. Auch die Pulvertoasties unterstützten uns tatkräftig und waren in der ersten Reihe anzutreffen. So machte das richtig Laune, wenn es auch nicht ganz pannenfrei ablief: „Victim of Socialisation“ wurde wieder in einer berüchtigten Grützwurst-Version dargeboten und gegen Ende besiegelte Grobian Kais Saitenriss das Schicksal des Songs endgültig. Die Zwangspause nutzte das diesmal sehr mitteilungsfreudige Publikum für manch mehr oder weniger relevante Durchsage und Holli von HAMBURGER ABSCHAUM bewies Entertainer-Qualitäten, als er mit schlechten Witzen die unfreiwillige Halbzeit überbrückte. Am Ende wurde „Elbdisharmonie“ noch einmal gefordert und dann hieß es „Bühne frei für PROJEKT PULVERTOASTMANN“, die mit einem Ersatzschlagzeuger aufwarten mussten. Gleich der erste Song klang dann auch überraschend und seltsam verhaltend, doch bereits beim zweiten stimmte alles und Shouter Snorre & Co. ließen einen deutschsprachigen Hardcore-Punk-Knaller nach dem anderen von der Leine, wovon sich für mich besonders „A.C.A.B.“ und „Freiheit“ (aufgrund des Refrains vermute ich mal, dass das Stück so heißt) hervortaten. Hochmotiviert sprang Snorre durchs Publikum und forderte energisch zu Bewegung auf, nicht ohne Erfolg. Zwischendrin lobte er diese Versammlung an bunten, schrägen Gestalten für ihre gesellschaftskritische Haltung etc., um sich im nächsten Moment wieder voll zu verausgaben. Das geht natürlich auf die Kondition, doch die Jungs hielten wacker bis zum Schluss durch und gingen ebenfalls nicht ohne Zugabe. Bezeichnenderweise riss auch ihnen zwischendurch eine Saite – ob die Kneipenluft die Saiten porös machte? Klasse Auftritt einer Band, die 110% gegeben hat und Lust macht auf mehr, z.B. aus der Konserve. ’ne schöne Plattenaufnahme darf da gerne kurzfristig kommen und ich freue mich schon auf den nächsten Gig mit PROJEKT PULVERTOASTMANN! Die anschließende Party fiel erwartungsgemäß feucht-fröhlich aus, ich traf sogar einen alten Kumpel nach längerer Zeit wieder und zusammen mit meiner Süßen, einem sofort ins Herz geschlossenen Kerl, der erschreckend viele ’80er-Metal-Texte auswendig kennt und manch anderem Freak wurde schwadroniert, gesungen und gelacht bis in die frühen Morgenstunden, bis mich meine Lady sicher zu sich nach Hause bugsierte. Danke für die Einladung, für Speis und Trank, für den geilen Sound und die äußerst gelungene Party an alle, die dazu beigetragen haben!