Gnnis Reviews

Date: 10. Juli 2018

30.06.2018, Gängeviertel, Hamburg: Vier Jahre Beyond Borders mit DÖDELHAIE + SPEICHELBROISS + ABSTURTZ + LOSER YOUTH + ENDSTATION CHAOS

Anlässlich ihres mittlerweile vierjährigen Bestehens gab die umtriebige Beyond-Borders-Konzertgruppe sich und allen, die Bock darauf hatten, eine Riesenparty in der Fabrique des Gängeviertels, als Headliner hatte sie sich die Duisburger DÖDELHAIE zu ihrem unfassbarerweise erst zweiten (!) Gig in Hamburg geangelt. Ich weiß nicht mehr, welches mein erstes Beyond-Borders-Konzert war. Wenn bereits OUT OF STEP + FIRM HAND + FAST SHIT damals von ihnen organisiert wurde, war es das, erstmals das Logo auf dem Flyer gesehen habe ich aber bei LADEHEMMUNG + ABSTURTZ + THANHEISER. Seitdem habe ich eine Vielzahl ihrer Veranstaltungen besucht und mit BOLANOW BRAWL auch selbst 2x für sie die Bühne besudelt. Beyond Borders bereichern seither die Hamburger Konzertlandschaft um Punk-, Oi!- und Hardcore-Veranstaltungen und schrecken auch vor Ausflügen in genrefremde Gefilde nicht zurück. Bei alldem haben sie stets gute Arbeit geleistet und so natürlich auch an diesem Abend, der ziemlich pünktlich mit den Erzgebirglern ENDSTATION CHAOS begann. Statt Banner aufzuhängen wurden diesmal übrigens erstmals die Bandlogos an die Wand hinterm Drumkit projiziert – Punk Rock meets Hightech! Die Sachsen spielten deutschsprachigen Punkrock mit radikalem gesellschafts-, sozial- und politkritischem Anspruch, der z.B. in „Volk halt’s Maul“ Ausdruck fand. Anfänglich war das Gitarrengeschrammel eher fürs Hintergrundrauschen zuständig, dafür die Bassläufe sehr dominant und melodiegebend, wie’s bei Oldschool-HC-Punk ja häufig Usus war. Das kam schon mal ganz gut. Im weiteren Verlauf übernahm die Gitarre jedoch immer mehr Lead-Parts, monoton klang’s dadurch nie. Der raue Gesang des Frontmanns und gute, kräftige Chöre machten unmissverständlich klar, dass Flüchtlinge willkommen sind, Bullen, Nationalisten und ähnliche unliebsame Zeitgenossen hingegen weniger und mit einem tatsächlich verdammt geilen Song gegen Nazis bewies man, dass es sich auch in ästhetischer Hinsicht lohnt, dieses Feld weiterhin künstlerisch-musikalisch zu beackern. Einige Gesangsparts übernahm der Bassist, der Drummer integrierte immer mal wieder coole Breaks in sein Spiel und der Gitarrist wurde irgendwann flügge und tingelte durchs Publikum. Gelungener Gig einer Band mit sympathischem Auftreten. Schmunzeln musste ich angesichts des Texts, den die am Merchstand positionierte LED-Leuchtbox verriet: „Endstation Merch-Chaos“. Ich kann’s mir bildlich vorstellen: „Äh, keine Ahnung, was die Platte kosten soll. Und das T-Shirt in L? Müsste ich gucken… Welches wolltest du noch mal? Ja, die Aufnäher müssten hier auch noch irgendwo sein, ich kram‘ mal in den Kisten… Wie viel hattest du mir gegeben? Finde das Wechselgeld gerade nicht…“

Was genau die LOSER YOUTH nun eigentlich verloren hat, ist nach wie vor unklar, jedenfalls sicher nicht an Lungenvolumen und dem Gespür dafür, wie man die Meute in Bewegung versetzt: Der Riesenstrauß bunter Herzchen-Luftballons, mutmaßlich alle von den Bandmitgliedern nach strengem D.I.Y.-Kodex selbstaufgeblasen, sorgte für viele Schmetter- und Kick-Moves im Publikum, während das Trio seine kurzen HC-Punk-Kracher in deutscher Sprache von der Bühne schleuderte und zwischendurch mit lakonischen Ansagen garnierte. Wie auch bei BRUTALE GRUPPE 5000, LOSER-YOUTH-Thommys anderer Baustelle, gefällt mir der Humor der Band sehr, wobei die Songtexte hier auf einem wesentlich realitätsnäheren Fundament fußen als im Falle der paranoiden BG5000-Laserpunks und keinem derart festgezurrten Konzept folgen. Der Humor generiert sich neben dem Habitus der Band vielmehr aus dem Faible, bestimmte Sachverhalte in textlich unheimlich gekürzte, prägnante Form zu bringen, auf einfache Formeln zu reduzieren, gern angereichert mit Übertreibungen und Gepöbel – also das Gegenteil von verkopftem Wischiwaschi-Punk – und ist unterschwelliger Natur, dabei längst nicht bei jedem Song vorhanden: Eine Vielzahl beschreibt auch einfach Phänomene, Entwicklungen und Missstände, zu denen es tatsächlich keiner weiteren Worte bedarf. Wo andere Bands mit 2,5- bis 3-minütigen Songs die Aufmerksamkeitsspanne ihres reizüberfluteten Publikums auf eine harte Probe stellen würden, ist bei der LOSER YOUTH oft nach dem ersten Refrain schon wieder Schluss, weshalb man innerhalb eines regulären Gigs ca. 77 Songs unterkriegen würde. Da man so viele gar nicht hat, gehen die Gigs halt nicht so lang. In seinen besten Momenten erinnert das Ganze sogar ein bisschen an die DEAD KENNEDYS zu „In God We Trust, Inc.“-Zeiten. Auch unabhängig von den Ballons geriet der Mob in Bewegung; der Typ, der sich stattdessen regungslos vor die Bühne gesetzt hatte, übergab sich dort allerdings – wenngleich er dies sicher nicht als Statement zur Band missverstanden wissen will. Bester Song: „Punk und Polizei 2“, die inoffizielle Fortsetzung eines der beschissensten D-Punk-Schlagers. Ich mag die Idee, an bekannte Songtitel einfach eine 2 anzuhängen, deshalb demnächst von DISILLUSIONED MOTHERFUCKERS: „Blitzkrieg Bop 2“.

Bei ABSTURTZ hat wurde die Besetzung auf Quartettgröße erweitert und auch die Instrumentenzuordnungen wurden neu ausgewürfelt: Der Neuzugang bei den Dithmarschern sitzt an den Trommeln (und spielt technisch verdammt lässig und erstaunlich versiert aus dem Handgelenk), Hannes übernahm dafür den Bass, der bisherige Bassist die nun zweite Gitarre. Damit lässt sich noch mehr Krach und Druck erzeugen, bisher stand Sänger und Gitarrist Heiner mit seiner Klampfe ja allein auf weiter Flur – was ihn nicht abhielt, diverse Soli zu gniedeln und sich die Seele aus dem Leib zu bölken. In Sachen Intensität stand dieser ABSTURTZ-Gig den vorausgegangenen also in nichts nach, eher im Gegenteil: Durch die neue Konstellation wird Heiner etwas entlastet, wodurch er sich noch mehr aufs Wesentliche konzentrieren kann. Aus Solidarität bestellte ich mir ein Dithmarscher (statt des von mir im Gängeviertel ansonsten bevorzugten Premiums) und zog mir den großartigen, stürmischen Sound der Band mit seinen durch die Gitarren-Leads dezenten Metal-Anleihen und den Fäusteballtexten rein und sang die hymnischen Refrains mit. Die Meute drehte nun endgültig durch und feierte, was die Kondition hergab. Gegen Ende waren ABSTURTZ überrascht, noch zehn Minuten Spielzeit zu haben (lag’s an den kurzen LOSER-YOUTH-Songs?) und schöpften sofort noch mal aus dem Vollen. Die Ansage „Jetzt mal was Schnelles zum Abgehen!“ ließ mich schmunzeln – als sei das Zeug davor balladesk gewesen. Vor einem neuen Song über Flüchtlinge weihte man das Publikum in technische Details ein: „Chrischan und ich müssen jetzt auf G runterstimmen!“ Der Kid-Punk-Klassiker aus den ABSTURTZ-Anfangstagen „Es ist schön, ein Punk zu sein“ wurde mit lautem „Sha la la la la!“ erwidert und rundete den Gig perfekt ab. Auf dass die Dithmarscher-Hamburger Freundschaft uns noch viele solcher Konzerte – und bald mal ‘ne neue Platte – bescheren möge!

Aus den Oberpfälzern von SPEICHELBROISS habe ich mir hingegen nie viel gemacht. In den 2000ern waren sie eine von unendlich vielen Bands auf dem unsäglichen „Nix Gut“-Label  und spielten so’n typisches Deutschpunk-Ding mit metallischer Klampfe, dem’s mir am gewissen Etwas fehlte. Allerdings gehört meines Erachtens in jede Stadt eine Punkband, so auch nach Weiden; und ich habe Respekt davor, wie lange es die Band schon gibt – wenn ich mich nicht täusche, steht bald das 25-jährige Jubiläum ins Haus. Die Erfahrung merkte man ihnen dann auch an, das Live-Zusammenspiel klappte sehr „tight“, wie man so schön sagt. Die etwas höhere Stimmlage des rotzigen Hauptgesangs ist Geschmackssache, die Gangshouts saßen aber auf den Punkt. Das wird vermutlich eine Art Best-Of-Set durch alle vier Alben gewesen sein, mit dem man sich das Hamburger Publikum erspielte und zum Tanzen brachte. Bisweilen fühlte ich mich auch an jüngere Combos erinnert, die sich voll und ganz dem „Deutschpunk-Konzept“ verschrieben haben, was auch immer das genau sein mag. Live jedenfalls waren SPEICHELBROISS an diesem Abend völlig ok, wenn auch nicht so mitreißend wie ABSTURTZ.

Nun aber: Gute zwei Jahre nach ihrem HH-Debüt im Menschenzoo konnten es diverse verkehrstechnische Widrigkeiten im Verbund mit dunklen Mächten nicht verhindern, dass der schlimmste Schrecken seit dem Weißen Hai seine Schwanzflosse im Gängeviertel erblicken ließ, um einen zerstörerischen Sharknado zu entfachen. Das Set dürfte weitestgehend dasselbe wie damals gewesen sein, sprich: Das eingedeutschte russische Traditional „Heute Nacht“ eröffnete ein Spaßbad mit weiteren Kulthits wie „Weiter gehn“, „Radieschen auf Frischkäse“, dem Monty Python’schen „Holzfällerlied“, der Anti-Bullen-Hymne „Gerechtigkeit“, dem ebenfalls auf Deutsch adaptierten ANGELIC-UPSTARTS-Cover „Solidarity“, „Die letzte Schlacht“ von TON STEINE SCHERBEN und „Memmen“, einst bekannt als „Memory“ aus dem „Cats“-Musical, gesungen von Gastchanteuse Eva. Eingebettet wurde das Programm in ein Punk-Kabarett vom Gitarristen und dauergrinsenden Laberkopp Andy Kulosa, der sich die abstrusesten Geschichten um die Songs herum einfallen ließ – und damit auch wieder diesen einen Typen provozierte, der von Konzert zu Konzert durch die ganze Republik zieht, um bei jeder länger als 15-sekündigen Ansage „Halt’s Maul und spiel!“ zu brüllen. Gehört einfach dazu! Der Humor läuft mir ebenso gut rein wie der Sound mit seinen ebenfalls nicht immer ganz unmetallischen zwei Gitarren inkl. vielen eingängigen Leads. Die Stimmung erreichte erwartungsgemäß ihren Höhepunkt, ich war mittlerweile volltrunken und euphorisiert und ward lauthals die Songtexte skandierend vor der Bühne gesehen. Das war alles großes Punk-Entertainment, eben der Haifisch im Karpfenteich. Schade nur, dass wieder so viele Hits ausgespart wurden. So gab es wieder fast nichts vom unterbewerteten „Mitternacht“-Album mit seiner herrlich düsteren Atmosphäre, immer noch kein „Spiegelbild“, von „Feinde“ ganz zu schweigen. Mit diesem Set könnte man die DÖDELHAIE fast für eine Coverband halten. Da die Herren nun aber regelmäßig in Hamburg spielen werden, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass man auch mal wieder tiefer im eigenen Fundus fischen wird. Zwischendurch betrat der für diesen Abend auserkorene Konzertgruppensprecher die Bühne, um anlässlich des Jubiläums eine wohlformulierte Ansprache zu halten, die neben dem Spaß an den Gigs den Aspekt der gegenseitigen Vernetzung hervorhob – den ich nur bestätigen kann. Neben ABSTURTZ waren die Haie übrigens die mindestens zweite Band, bei der ein Brüderpaar auf der Bühne weilte: Andys Bruder Hardy an den Kesseln war gerade jugendliche 50 Lenze geworden. Glückwunsch noch mal an dieser Stelle und hoffentlich bis bald!

DJ-Sets hielten die Gäste im Anschluss noch in der Fabrique und ich glaube, eine Weile (auf die berühmten „Absacker“…) hing ich dort auch noch herum, bis wir uns ein Taxi zum Treibeis nahmen und uns dort den Rest gaben. Dass ich mich am nächsten Vormittag beim Brötchenholen noch immer betrunken fühlte, war so nicht geplant, wurde dem Anlass aber gerecht. Beyond Borders haben dick aufgefahren, es wurde eine absolut würdige Jubiläumsparty mit perfekter Stimmung, fettem P.A.-Sound, leckerem Bier und vielen fitten Gästen. Auch ich gratuliere an dieser Stelle noch mal, sage danke und drohe auch im fünften Jahr des Bestehens meine Partizipation an diversen grenzüberschreitenden Veranstaltungen an. Prost, auf euch!

Der Kollege vom SCHRAIBFELA-Video-Fanzine war übrigens auch wieder zugegen:

Dietmar Wischmeyer – Dietmar Wischmeyers Logbuch. Eine Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten

Als der niedersächsische Radiosender FFN noch nicht endgültig zum gesichtslosen Dudelfunk verkommen war (in den ‘80ern und frühen ‘90ern hörte ich sogar keinen Sender so gern wie diesen), leistete er sich ein allsonntägliches komödiantisches, kabarettistisches Humorprogramm, das kultgewordene Frühstyxradio, in dem spätere TV-Größen wie Oliver Kalkofe oder Oliver Welke sich ihre Sporen verdienten. Zum festen Kreis gehörte auch Dietmar Wischmeyer, auch bekannt als „Der kleine Tierfreund“ oder eben Führer des „Logbuchs einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten“. Der Ullstein-Verlag war es, der 1997 seine Sammlung polemischer Glossen in Buchform unters bekloppte und bescheuerte Volk brachte, 59 Stück auf rund 130 Seiten. Trocken, sarkastisch und böse metzelt er sich scharfzüngig und pointiert durch eine verspießte Gesellschaft, die zahlreiche längst als normal erachtete Absonderlichkeiten, nervige Schikanen und dummdreiste Auswüchse gebar, und knöpft sich insbesondere diejenigen vor, die diese befeuern und bedienen oder sich als ihre Nutznießer erweisen: die tumbe breite Masse ebenso wie vorsätzliche Volksverblöder, elitäre Klüngel und privilegierte Minderheiten. Oder genauer: Anwohner, Karnevalfeiernde, Kinder, Beamte, Gaffer, Lindenstraße-Glotzer, „Funsportler“, Rentner, Kellner, Jäger, Bauarbeiter, … Dabei geht er ohne Rücksicht auf Verluste oder Kollateralschäden vor und fächert seine beobachtete Alltagserfahrungen suggerierenden „Logbuch-Einträge“ derart breit, dass beinahe alles und jeder sein Fett wegbekommt. Wischmeyer prangert an und schärft den Blick dafür, was man uns antut, was die Menschen sich selbst antun und wie diejenigen, die da nicht mitmachen wollen, darunter leiden müssen. Dabei findet er durchaus originelle Themen und überrascht mit seinem Blickwinkel auf diese, suhlt sich aber auch gern in Klischees, wenn er Altbekanntes und bereits zuhauf Persifliertes aufgreift. Dass bei all dem auch Phänomene ausgewählt werden, die doch eigentlich gar nicht nerven, gehört vermutlich zum Konzept, soll ich mich doch beim Lesegenuss wahrscheinlich auch selbst hin und wieder ertappt fühlen. Wischmeyers Freude am Umgang mit und Formen von Sprache ist allgegenwärtig, selten wurden Hass und Verachtung derart geschliffen formuliert, ohne auf Reiz- und Schimpfwörter zu verzichten – manch Formulierung wirkt indes dennoch etwas umständlich erzwungen und sein Stil droht sich etwas abzunutzen, liest man zu viele Kapitel unmittelbar nacheinander. Um sicherzugehen, auch wirklich und überall anzuecken, pfeift er zudem auf jegliche politische Korrektheit. So sind Schwarze für ihn recht penetrant nach wie vor Neger und widmet sich konsequenterweise auch ein Kapitel der „Political Correctness“, für die, da muss ich ihm widersprechen es eben doch einen deutschen Begriff gibt – s.o. Als besonders bemerkenswert erachte ich jedoch dessen Inhalt, wenn er sich sprachliche Neuschöpfungen und erzwungene Modifikationen verknöpft und ganz richtig feststellt: „In Lübeck schon brannte das Asylbewerberheim sicherlich genauso gut, wie es das Asylantenheim getan hätte.“ Und widersprechen kann ihm auch niemand, der die gesellschaftliche und politische Entwicklung der letzten Jahre mitbekommen hat, wenn er jenes Kapitel mit dem Ratschlag schließt: „Drum seid lustig und seid froh, ihr Hottentotten, Kaffern und Kanaken, und gebt Obacht, wenn sie euch die neuen schönen Namen geben, denn dann geht’s euch ganz gewiß recht bald an den Kragen.“ Weder er noch ich positionieren sich damit ernsthaft gegen nicht- oder zumindest weniger diskriminierende Sprache, sondern gegen eine politische Korrektheit, die mittels Euphemismen und schönem Schein dieselbe Menschenverachtung verschleiert, die ohne sie auch für die Bekloppten und Bescheuerten leichter auszumachen wäre. Entrückte pseudophilosophische Kommentare seines Alter Egos Kassowarth von Sondermühlen sowie einige Illustrationen in Form von Fotos runden Wischmeyers erstes Logbuch ab, das mittlerweile immer wieder neu aufgelegt wurde und gleich mehrere Fortsetzungen fand. Für die Bekloppten und Bescheuerten ist das nichts. Für isoliert lebende Freunde von Sprache und Satire ist’s ein vergnügliches Beispiel für den Versuch, bissige Polemik bis an die Grenze zum Zynismus auszureizen. Für diejenigen, die ständig mit den Bekloppten und Bescheuerten konfrontiert werden, handelt es sich hingegen um irgendetwas zwischen Ventil zur Frust- und Wutabfuhr und einer witzigen, hämischen Form des Sich-verstanden-Wähnens fernab jeglicher Verständnispädagogik: Wie einer dieser laut polternden Kumpel, die man nicht ständig um sich haben möchte, mit denen man aber einfach ab und zu mal einen trinken gehen und den Trümmertango tanzen muss. In einem Punkt muss ich Wischmeyer aber korrigieren: Glasflaschen gehörten noch nie in den gelben Sack!

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