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Category: Konzertberichte (page 33 of 35)

05.02.2010, Trabrennbahn, Hamburg: IN VINO VERITAS + CUTTING EASTSIDE CREW + STULLE & DAVID

Ich war Freitag an der Bahrenfelder Trabrennbahn bei IN VINO VERITAS + CUTTING EASTSIDE CREW + STULLE & DAVID

Eigentlich sollten auch noch DOGS ON SAIL spielen, mussten aber auch dieses Trabrennbahn-Konzert leider absagen, weil Flo erkrankt war. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Absage war es nicht mehr möglich, für Ersatz zu sorgen, weshalb der Eintrittspreis gesenkt wurde.

Um das Ende des St.-Pauli-Spiels abzuwarten, wurde erst relativ spät begonnen, was zur Folge hatte, dass ein guter Teil des Publikums bereits einen beachtlichen Alkoholpegel aufwies. Stulle (Dogs On Sail) und David (Grølbüdels) machten den Anfang mit einem Akkustik-Set, alberten herum, coverten u.a. „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ von den Kassierern und irgendwat von Joint Venture, was begeistert vom Publikum aufgenommen wurde („Joint Venture ist Skinhead Rock’n’Roll!“). Es folgten die, wie ich sie gerne nenne, Spinal Tap des Oi!-Punk In Vino Veritas, die ein tolles Party-Set ablieferten, vor guter Laune sprühten und mit Pogo und Gegröle bedacht wurden. Sehr schöner Auftritt! Endgültig den Rest gab mir dann die Cutting Eastside Crew, eine neuere Rostocker HC-Band mit Leuten der Meck-Pommer-HC-Institution Crushing Caspars, deren Sound, wie übrigens bei allen Interpreten heute abend, live super druckvoll und nahezu perfekt abgemischt rüberkam und mich zum exzessiven Tanzbeinschwingen zwang.

War mal wieder ein toller Abend mit sympathischen Bands und ebensolchem Publikum, eine komplett stressfreie alkoholgeschwängerte Party.

15.12.2009, Markthalle, Hamburg: ABIGAIL WILLIAMS + DESTRUCTION + ARCH ENEMY

als ich ausnahmsweise mal mitbekam, dass meine alten thrash-götter von destruction in hamburg spielen sollten, fiel die entscheidung nicht schwer und ich holte mir ein ticket für die teure kommerzhalle. war mein erstes metal-konzert nach einer gefühlten ewigkeit. außerdem haben noch TRIOSPHERE gespielt, und zwar pünktlich um 19:30 uhr (!), so dass ich die komplett verpasst hab. bei ABIGAIL WILLIAMS erwartete ich ähnlich wie bei ARCH ENEMY ein weibliches wesen am mikro, wurde aber enttäuscht: ein hässlicher lockenkopf kreischte irgendwas zu total künstlich klingender, möchtegern-pompöser mucke mit synthetischem drumsound und nervigem keyboard-gedudel, dass ich mich fast auf einem techno-konzert wähnte. die halle war trotzdem schon ganz gut gefüllt und das irgendwie seltsame publikum (alle stocknüchtern und den eindruck einer „szene“, in der man sich irgendwie untereinander kennt, hat’s auch nicht unbedingt vermittelt) schaute interessiert zu.

nach einer kurzen umbauphase dann DESTRUCTION, die erste „hauptband“ des abends, wenn auch leider nicht der headliner. die zockten ein souveränes oldschool-thrash-set durch, das mich wahrlich begeisterte. die songauswahl hat gepasst, vermisst habe ich lediglich „unconscious ruins“, „release from agony“ und „dissatisfied existence“, songs also vom „release from agony“-album. aber egal, das war schon ein sehr geiles set. auch die neue version von „the damned“ von den plasmatics gefiel mir diesmal ausgesprochen gut, während ich beim live-album noch nicht so recht wusste, wie ich diese schnelle version finden solle… schmier wanderte stets zwischen den drei aufgestellten gesangsmikros hin und her und füllte so die bühne gut aus. leider fand ich den sound insgesamt breiig, mal mehr, mal weniger, an den akzentuierten riff-sound der alben kam der live-sound nicht ran. aber egal, meiner freundin, die sonst überhaupt keinen metal hört und hier zum ersten mal mit destruction konfrontiert wurde, fand’s richtig gut! kann also nicht so schlimm gewesen sein. die stimmung im publikum war ebenfalls gut und ’nen kleinen moshpit (oder jedenfalls sowas ähnliches) gab’s auch. hier ist mir aber aufgefallen, dass es in metaller-kreisen nicht angesagt zu sein scheint, die texte oder zumindest die refrains lauthals mitzugrölen. das hat mich dann doch etwas irritiert. vielleicht waren aber tatsächlich alle zu nüchtern dafür, schließlich war’s ja mitten in der woche. dafür waren aber stets reichlich pommesgabeln in der luft.

nach destruction war ich erst mal befriedigt, schaute mir aber trotzdem den grund an, weshalb der großteil des publikums erschienen war: ARCH ENEMY aus schweden. zurzeit schwer angesagter „melodic death metal“ mit weiblichem gesang, der aufgrund des äußeren erscheinungsbildes der dame und ihrer bühnenaction auch gut was fürs auge bietet – und bisher völlig an mir vorbeilief weil wegen zu neu… was ich zu sehen und hören bekam war aber sehr souverän und professionell, trotzdem aber spürbar mit herzblut vorgetragen und objektiv betrachtet nicht schlecht. die sängerin verstand es prächtig, mit dem publikum verbal (übrigens auf deutsch) und nonverbal zu kommunizieren und der funke sprang zumindest insofern auch auf mich über, dass ich das geschehen interessiert verfolgte und glaube ich verstand, was so viele an dieser band finden – der laden war zu diesem zeitpunkt nämlich voll.

positiv aufgefallen ist mir noch, dass schmier von DESTRUCTION nicht einen auf star machte, sondern sich nach seinem gig unters publikum mischte und als ansprechpartner, für fotos etc. parat stand.

ein schöner, interessanter abend. „BESTIAL INVASION!“ pommesgabel

12.12.2009, Willa, Vedel: COFFEIN + NO TIME LEFT + SCHLIMME AUGEN WURST + DOGS ON SAIL + LAST LINE OF DEFENSE + OUT OF STEP

coffein waren ein würdiger opener, interessanter punk/hc-mix aus der nähe von kiel. anschließend no time left aus hannover, räudiger straßen-hc, der für gute stimmung sorgte. schlimme augen wurst hatten natürlich ein heimspiel und was ich sah, war gewohnt gut. ca. die hälfte des sets hab ich aber verpasst, weil ich mich mit paddy von out of step festgequatscht hatte, der wusste nämlich einiges von deren d.i.y.-europa-tour zu berichten. es folgten dogs on sail, wie immer großartig, nur leider viel zu kurz und keine zugabe. ging aber schon ok so, schließlich wollten noch zwei weitere bands ihr set pünktlich zur letzten bahn nach hamburg duchgespielt haben. last line of defense, die quasi schon zur ausstattung der villa gehören, waren dann auch die beste band des abends für mich. mittlerweile hatte ich sie schon länger nicht mehr gesehen und ließ mir bereitwillig geilsten oldschool-skinhead-hc um die ohren hauen, inkl. 4-skins-cover „evil“. absoluter knaller! von out of step, die ich erstmalig im neuen line-up sah, habe ich leider, leider nur den anfang mitbekommen, weil die letzte bahn rief und vorher noch wegzehrung beschafft werden wollte. sänger paddy gab aber wieder alles und lieferte eine perfekte hc-show ab. sollte man wirklich mal gesehen haben, ganz klare empfehlung. die fahrt auf den kiez gestaltete sich dann auch als eine einzige party und als im skorbut dann irgendwann die lichter ausgingen, neigte sich ein großartiger konzertabend in der sympathischen villa zuende, der sechs sehenswerte bands für lächerliche 5,- € eintritt bot und nicht zuletzt dank des gemischten, aber durchweg sympathischen publikums, dem man angemerkt hat, dass es richtig bock auf diese veranstaltung hatte, von der ersten bis zur letzten minute spaß gemacht hat. ich hab viele bekannte gesichter wiedergetroffen, die ich schon längere zeit nicht mehr gesehen hatte und soviele gespräche geführt wie selten an so einem abend.

ich glaub, das war ein würdiger abschluss für die konzert-saison 2009. keine ahnung, was da noch großartig kommen sollte, was den „punk/hc bowl“ (oder so) in der villa toppen könnte. respekt und danke nach wedel. suburban punk is alive and kicking!

17.11.2009, Color Line Arena, Hamburg: CANCER BATS + SILVERSTEIN + BILLY TALENT

eine bravo/mtv-band wie billy talent in der hamburger ultrakommerzhalle – das musste ich mir einfach mal geben. zuviele größere bands, die ich sehr schätze und deren alben sich regelmäßig auf meinem plattenteller drehen, habe ich ich nicht live sehen können. entweder, weil sie sich bereits aufgelöst hatten, als ich sie für mich entdeckt habe, oder weil ich bisher jede gelegenheit aufgrund höherer eintrittspreise o.ä. habe verstreichen lassen. als billy talent vor sieben jahren im molotow spielten, kannte ich sie noch gar nicht und nach der tour zum zweiten album habe ich mich geärgert, nicht auf eines der konzerte gegangen zu sein. also biss ich jetzt in den sauren apfel, kaufte für ca. 35,- € ein ticket und wohnte dem hamburger konzert der tour zum dritten album in der color line arena bei. dort war ich noch nie zuvor, ging aber vom schlimmsten aus – und meine erwartungen wurden bestätigt. das publikum bestand zu einem nicht unerheblichen anteil aus bravo-kids in begleitung ihrer eltern oder großeltern und teenie-pickelfressen allenthalben. in der arena selbst dann überteuerte fressstände, wohin man blickte. das meiste davon hoffnungslos überteuerter schlangenfraß, den man den verkäufern eigentlich um die ohren hauen sollte. bierpreise wie im puff (0,5l 3,90 € + 2,- € becherpfand) und kein einziger indoor-raucherbereich bei absolutem rauchverbot.

pünktlich um 20:00 uhr begann dann die erste vorgruppe „cancer bats“ und wir nahmen auf unseren uns zugewiesenen sitzplätzen platz, irgendwo hinten rechts. mein erstes konzert, das ich auf einem sitzplatz in einer übrigens verdammt engen sitzreihe verbrachte… vor mir frauen mittleren alters, die mit bescheuerten knicklichtern rumwedelten, hinter mir teenies der emo-generation. die „cancer bats“, wie auch die anderen beiden bands aus kanda, spielten modernen, harten metal mit hardcore-anleihen und waren dem großteil des publikums zu hart. einige zeigten sich überrascht ob der gebrüllten ansagen des sängers, die meisten langweilten sich aber einfach. kein wunder, waren von den meisten positionen der sitzplätze aus die musiker lediglich als minifigürchen auszumachen, da nur die hauptband per kamera auf die videoflächen projiziert wurde. somit war das ganze vollkommen unpersönlich und nicht sonderlich aufregend. die zweite band „silverstein“ kam hingegen weitaus besser an, viele schienen die band zu kennen. der erste song hat mich positiv überrascht, klang fast wie ein guter, hymnischer horror-punk-song. danach flachte die band aber sehr ab, emo-gejaule mit eingestreutem rumgerülpse. das gerülpse gefiel mir, der rest nicht. nun hatte ich es aber überstanden – beide vorbands spielten keine zugaben und endlich sollten „billy talent“ loslegen. die band betrat die bühne, sämtliche sitzplatzinhaber erhoben und meine bei den vorbands eingeschlafene (!) freundin wurde schlagartig hellwach. eröffnet wurde mit zwei oder drei hits von den ersten beiden alben und endlich wurden die bilder auf die beiden video-monitore übertragen. kameraleute und regie machten ihre sache gut und fingen die stimmung auf der bühne ein. der sänger war agil und verlieh, wie von mir gehofft, den richtigen songs im vergleich zu den studio-versionen noch mehr aggression. der gitarrist sah fast die gesamte zeit über derbe angestrengt aus und schwitzte und tropfte wie die sau. klasse darbietung auf der bühne und der sound war auch ok (gesang manchmal etwas blechern). in die songauswahl wurden natürlich einige schwächere songs des zwiespältigen aktuellen albums aufgenommen, aber ein „turn your back“ beispielsweise entpuppte sich als absolute live-granate. mein persönlicher höhepunkt war aber „this is how it goes“, einer meiner lieblingssongs. vermisst habe ich lediglich „voices of violence“, aber ich ging ohnehin nicht davon aus, dass dieser vermutlich straighteste, punkrockigste song der band es ins set geschafft hätte. nach drei zugaben war dann schluss.

letztendlich habe ich den besuch des konzerts kein bisschen bereut, wenigstens einmal muss man sowas mal mitgemacht haben. die 35,- € eintritt, fairerweise inkl. freier hvv-nutzung und shuttle-service zum veranstaltungsort, fand ich jetzt auch weniger wild, so manches exzessive punk-konzert mit anschließendem kiez-besuch kam mich da teurer zu stehen. trotzdem war das natürlich alles 0% punkrock.

aber dafür kann ich jetzt ein häkchen hinter „billy-talent-konzert besuchen“ machen.

23.10.2009, Trabrennbahn, Hamburg: HIGHSCHOOL NIGHTMARE + 5X0,04L + KLEINSTADTAUFSTAND (SMALL TOWN RIOT) + ABSTURTZ + KNOCHENFABRIK

war ’ne hammer party. auch dieses mal wieder spitzenmäßiger sound in der klasse location. highschool nightmare eröffneten den reigen und waren wie immer großartig, 5×0,04l spielten rumpeligen hc-punk mit vielen eingedeutschten exploited-covern (so z.b. einer ca. viertelstündigen version von „suff und punkrock“ alias „sex & violence“), small town riot brachten von einer zugabe mal abgesehen diesmal anlässlich des abends nur deutschsprachige songs, darunter coversongs von otto waalkes, brieftauben, toten hosen und ein ärzte-medley und brachten die hütte zum kochen, absturtz überzeugten ebenfalls vollends und knochenfabrik war dann natürlich der höhepunkt. ein denkwürdiger abend.

28.08.2009, Consortium, Hamburg: HIGHSCHOOL NIGHTMARE

freitag highschool nightmare + irgend’ne rockabilly-combo im consortium in hamburg-harburg.

der eintritt in diesem mir vollkommen unbekannten laden war frei und die bierpreise fair. dafür ging’s aber überpünktlich los, so dass ich den anfang von highschool nightmare in dieser kneipe, die wohl öfter mal bands auftreten lässt und das auch zukünftig verstärkt vorhat, verpasste. glücklicherweise aber nur die ersten beiden songs, wovon einer für die zu-spät-gekommenen später als zugabe noch mal gespielt wurde. aufgrund irgendwelcher lärmschutzbedingungen war man dort übrigens sehr penibel und lief beim soundcheck tatsächlich mit ’nem dezibel-messgerät rum, riet dem drummer, doch bitte seine becken abzukleben (!), hing stattdessen als kompromiss eine decke vor die eine seite des schlagzeugs und ließ die band um jeden dezibel feilschen – was zum running gag des abends wurde.

der highschool-nightmare-gig war natürlich klasse, wenn auch bei den letzten songs die lautstärke des gesangs zu weit runtergedreht wurde. aber die neuen songs können einfach alles und das vinyl der neuen platte ist übrigens nun auch endlich da!

die nun folgende rockabilly-band, deren namen ich leider vergessen habe, coverte sich durch die musikgeschichte und hatte durchaus fähige musiker am start, die z.b. auch mit ’nem fetten kontrabass umkönnen. optisch hätte ich aber was anderes als z.b. zöpfe erwartet, aber was soll’s – geht ja um die mucke. und zu der konnte man gut das eine oder andere pilsken runterspülen. so endete dann auch ein lauer sommerabend in einem sympathischen laden mit sehr gemischtem publikum, der, wie sich hinterher herausstellen sollte, die bands auch sehr fair behandelt hat – diese mussten nämlich mitnichten kostenlos spielen. scheint also eine gute adresse dort südlich der elbe zu sein.

stargast des abends war übrigens maschine von den puhdys. ok, zumindest jemand, der ihm bis aufs ei glich.

29.08.2009: MØGENKLADDER-TOUR

am samstag dann früh hoch und raus, denn erstmalig wollte ich an der møgenkladder-tour teilnehmen, die einmal jährlich auf ’nem über die elbe tuckerndem schiff stattfindet. ist halt etwas teurer, aber muss man eigentlich mal mitgemacht haben. um 12:30 uhr war einlass an den landungsbrücken und es ging auf die ms „max brauer“. insgesamt sollte der spaß bis um 19:00 uhr gehen und satte sechs zum pogo aufspielen, so dass sich der preis von 29,- € durchaus relativiert. der altersdurchschnitt auf dem schiff war recht hoch und, nein, das lag nicht nur an meiner anwesenheit. ein frisch gezapftes bier kostete 1,80 €, auch das war fair. den anfang machten les roeveren, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte, mit einer sex-pistols-coverversion. damit kann man natürlich nicht viel falsch machen. leider ließen die anschließend zumindest für meinen geschmack stark nach, weshalb ich mich wieder aufs oberdeck verzog. der fahrtwind tat sehr gut, das wetter erwies sich aber als sehr wechselhaft und so ergossen sich irgendwann so viele schauer, dass der bierstand an der frischen luft abgebaut wurde. zu projekt kotelett ging’s dann wieder nach unten, die ein sehr unterhaltsames set hinlegten und gut ankamen. spätestens jetzt fiel mir auf, wie GUT der sound in diesem raum mit der niedrigen decke war – spitzenmäßig! die nächste band schenkte ich mir. es folgten highschool nightmare, die meines erachtens ihren bisher besten gig hinlegten – perfekter sound, absolut geil! total euphorisiert tanzte ich mir die seele aus dem leib. die letzte band, die ich mir ansah, war dann strongbow aus dresden, die melodischen, hymnischen streetpunk zum besten gab, der zum mitfeiern und -singen einlud, obwohl ich keinen einzigen song kannte. der raum unter deck war mittlerweile aber sowas von aufgeheizt, dass ich das gefühl hatte, der schweiß würde von der niedrigen decke tropfen und so dermaßen am schwitzen war, dass meine augenbrauen vollends versagten und mir der schweiß rinnsal-artig in die augen lief, bis ich nun wirklich gar nichts mehr sehen konnte. pünktlich um 19:00 uhr legte der kutter dann auch wieder an und es ging mit ordentlich schlagseite auf den kiez, wo noch bis um mitternacht weitergefeiert wurde.

fazit: hammerparty, perfekter sound, mal ’ne etwas andere lokalität. nur die bands c.y.d. und gutbucket habe ich ignoriert, weil ich es so lange am stück einfach nicht im aufgeheizten unterdeck ausgehalten habe. der zeitplan war auch sehr eng, die bands folgten quasi schlag auf schlag. hat sich gelohnt!

stargast des abends war übrigens wolfgang petry.

14.08.2009. Trabrennbahn, Hamburg: HANSE JOCKAZ + START A RIOT + IN VINO VERITAS + DAVID & STULLE

ich war freitag bei hanse jockaz, start a riot, in vino veritas und david + stulle in einem laden an der trabrennbahn in hamburg-bahrenfeld. normalerweise finden dort jazz-konzerte statt und dementsprechend gemütlich ist es dort. ich würd sagen, dass so ca. 250 leute reinpassen. an den seiten des saals gibt’s kuschelige, dunkle sofaecken, wo man sich auch gut zum pennen oder knutschen/fummeln hin zurückziehen kann. vor der bühne lagen zeitweilig teppiche, die wurden aber irgendwann weggeräumt. an der bar, an der es getränke zu normalen preisen gab, kann man sich sogar ’nen zettel machen lassen und erst am schluss bezahlen – bei einem punkkonzert! spitzenladen also – nur würde auch jemand kommen? niemand hatte vorher was von dieser lokalität gehört und die bands sind auch nicht wirklich bekannt. am ende war der veranstalter aber voll zufrieden, denn es kamen tatsächlich knapp 100 zahlende gäste. experiment also geglückt!

zunächst betraten stulle (dogs on sail) und david (grølbüdels, ex-small town riot) die bühne mit einem akustik-set, jeder menge albernheiten und hohem trash-faktor.

anschließend folgten die hanse jockaz. was mich beim schnellen reinhören auf der myspace-seite nicht so überzeugte, ging live völlig klar. druckvoller, rockiger sound mit metal- und hc-kante mit durchdachten deutschen, pathetischen texten (ok, bisweilen vielleicht etwas dick aufgetragen) von musikern, die’s wirklich drauf haben. positive überraschung!

„start a riot“ waren dann das richtige für alle pogo-chaos-punk-fans und prügelten ein wütendes set durch. kam alles sehr authentisch rüber, wenn auch mancher song einfach zu lang war und man die zwei gitarren sicherlich noch besser aufeinander abstimmen kann. spaß gemacht hat’s trotzdem!

„in vino veritas“ beendeten den abend dann mit einem kurzen, aber verdammt spaßigen set. die kürze ist den jüngsten besetzungswechseln geschuldet, der neue gitarrist ist erst seit kurzem dabei. harter, scheppender asi-oi!-punk über kannibalen armin meiwes, das skorbut auf dem kiez und die mädchen hinterm tresen dort und hamburger biermarken, der mit einer vehemenz herausgebrüllt wird, als ginge es um leben und tod. herrlich! wurde dementsprechend gut abgefeiert von einem mittlerweile (zumindest teilweise) halbnacktem und sternhagelvollem publikum.

fazit: verdammt geile party!

fotos gibt’s hier: http://viewmorepics.myspace.com/index.cf…albumId=1088378

08.08.2009, Knust, Hamburg: HIGHSCHOOL NIGHTMARE + THE VARANES

das ganze war ein soli-konzert zugunsten des von bullen überfallenden jolly rogers, das leider ziemlich schlecht besucht war. ich hab auch erst einen tag vorher davon erfahren und die konkurrenz war dank des rondenbarg-festes stark. soli hin oder her, mit 8,- € eintritt fand ich’s auch überteuert – insbesondere, wenn diese auch dann noch verlangt werden, wenn jemand erst während des gigs der letzten band erscheint. von den unverschämten getränkepreisen im knust mal ganz zu schweigen. eigentlich sollte noch irgendwer spielen, fiel aber aus. dafür hat beavy von den varanes den abend eröffnet, indem er als alleinunterhalter ein paar songs von cash, presley und strummer zum besten gab. es folgten highschool nightmare, die ein super set spielten. das neue songmaterial ist live genauso stark wie aus der konserve. the varanes wussten anschließend auch zu überzeugen und spielten auf meinen wunsch hin sogar „travelling heart“ – klasse!

ein zumindest musikalisch über jeden zweifel erhabener abend.

19.06.2009, Café Knallhart, Hamburg: DOGS ON SAIL + TEDS ‚N‘ GROG

am freitag DOGS ON SAIL und TEDS ‚N‘ GROG (oder so) im café knallhart in hamburg.

war gar nicht so einfach, den laden auf dem riesigen uni-gelände (elite-deutsch: „campus“) zu finden; letztendlich hat’s aber doch geklappt und ich alter prolet hab tatsächlich mal wieder ’ne uni von innen gesehen. hatte ’ne ganz eigene atmosphäre da und das publikum war gering, aber handverlesen, will sagen: eigentlich die richtigen leute. die dogs begannen mit ihrem sehr schönen unplugged-set und eröffneten damit den abend. es folgten „teds ’n‘ grog“ – zwei liedermacher (ein zottel, ein iro). mit eigenen songs und coverversionen (z.b. „abend in der stadt“) bewegten die sich zwischen politischem anspruch, protest und witz. mal echt gut, mal etwas neben der spur und irgendwie ein bisschen panne oder auch nicht, dabei aber immer unterhaltsam. ich hatte jedenfalls meinen spaß. der höhepunkt des abends war dann das anschließende plugged-set der dogs on sail. ein überaus gelungener abend! übrigens: eintritt war frei und bier spottbillig.

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