Gnnis Reviews

Category: Tonträger (page 3 of 28)

DOWN BY THE KÖTTELBECKE – SO LANGE ES GEHT Mini-LP/-CD

(www.downbythekoettelbecke.de)

Die erste HASS-LP ist Kult. Über das was danach kam, kann man geteilter Meinung sein, mir gefällt’s nicht sonderlich. Was nun wiederum nach HASS kommt, ist die Band mit dem seltsamen Namen DOWN BY THE KÖTTELBECKE, die zu drei Vierteln aus ex-HASS-Mitgliedern inkl. Peter Blümer an Gitarre und Gesang besteht, lediglich der Schlagwerker ist ein „frischer“ Mann. Deren aktuelle Mini-CD habe ich jetzt vorliegen, die sich musikalisch zwischen punkigen und rockigen Klängen bewegt. Wie sagt der Infowisch? „Melodiöser und komplexer. Weniger Pogo, aber dafür mit mehr Gitarrensolo.“ Komplex ist hier zwar nix, die letzte Zeile kann ich aber bestätigen. Aber was zur Hölle sind das bitte für Texte? Geht gleich los mit „Ich bin von Gott gesegnet“ in der lokalpatriotischen Ruhrpotthymne „Pottsau“. Im Song „Nicht auf mein Schiff“ wird von der Sintflut und der Arche Noah gesungen, auf die man zwar den Papst, nicht aber Nazis mitnehmen würde. In „So lange es geht“ heißt es „Ich lese das Buch, das uns den Weg beschreibt“. In diesem Kontext erscheinen auch die Fischgräten und zahlreichen Kruzifixe im Booklet etwas befremdlich. Hat man im Hause HASS plötzlich die „Erleuchtung“ erlangt? Mit solch religiösem Quatsch wäre die Band vielleicht auf dem nächsten Festival irgendwelcher „Jesus Freaks“-Trottel gut aufgehoben, nicht aber bei Crazy United. Davon mal abgesehen ist die Mucke teilweise zum Einschlafen lahmarschig und textlich auch abseits christlicher Rhetorik ziemlich ungeil. Die Songs gibt es übrigens auch als 12“-Mini-LP, während die CD mit der „extended version“ (oho!) des Songs „Silver Surfer“ aber einen Bonus-Track enthält. Was dieser Blödsinn soll, frage ich mich aber erst gar nicht mehr. Sieben Songs in 23 Minuten. 5. Günni

USE TO ABUSE – GRATIS-CD

(www.usetoabuse.com) / (www.punk.de)

14-Song-Best-Of-CD im Pappschuber der bayrischen Punk’n’Roller, die auf 5.000 Exemplare limitiert wurde und gratis Bestellungen bei www.punk.de beiliegt. Die Songs stammen von vier Veröffentlichungen seit 2001 und kommen gut rüber. Englischsprachige Songs, mal melodischer, mal dreckiger, mal punkiger, mal rockiger, abwechslungsreich und mit Wiedererkennungswert, zudem knackig produziert. Beim abschließenden Intrumental „Bahia Mexicana“ erklingen gar folkloristische Töne. Gefällt mir. Kommt allerdings ohne jegliche weitere Info, Booklet o.ä., aber einem geschenkten Gaul guckt man bekanntlich nicht in den Arsch, weshalb ich mich auch einer Schulnoten-Bewertung enthalte. 14 Songs in 34 Minuten. Günni

UNGUNST – ENTARTETE MUSIK CD

(www.ungunst.com)

Die hessische UNGUNST gibt es nun auch schon 15 Jahre und legt mit „Entartete Musik“ ihr neues Album vor. Die Band spielt Hardcore-Punk mit deutschen Texten, sägender Gitarre und aggressivem Gesang. Dass sie mittlerweile auch nicht mehr die Jüngsten sind, merkt man den durchdachten, auf den Punkt gebrachten Texten deutlich an, die auf unpeinliche Weise sowohl von System- und Gesellschaftskritik als auch von Persönlichem handeln (ja, ich weiß, diese Inhaltsangabe trifft auf x Punkplatten zu…). Heraus stechen insbesondere mein Lieblingssong der Scheibe, „Fred“, über einen verstorbenen Freund, der in wenigen, wohlgewählten Worten den Moment des Abschieds beschreibt, „Fast schon ein Sauflied“, das sich unaufdringlich, aber kritisch mit Alkoholkonsum auseinandersetzt („Verdrängen von Gefühlen und der Persönlichkeit, um allen zu gefallen im Club der Oberflächlichkeit“) und „Papierkrieg“ mit seinen gesprochenen Strophen, die mich positiv an …BUT ALIVE erinnern. Lediglich „Das Messer im Rücken“ fällt da mit seiner sperrigen Betroffenheitslyrik etwas ab („Bomben auf Menschen abzuwerfen ist nicht kriminell, sondern dagegen zu protestieren“). Die Musik dazu ist geradlinig und aufs Nötigste reduziert, variiert aber hier und da im Tempo. Ein Gespür für Melodien haben UNGUNST nicht unbedingt, wodurch manch leicht melodischer Gesangsansatz etwas schief klingt. Ist also nicht so 100%ig Meins, aber auch weit vom „Deutschpunk“-Sumpf entfernt. Die Scheibe ist eine Eigenproduktion, aber anständig abgemischt und der Gesang gut verständlich. Trotzdem kann man alle Texte im Booklet nachlesen. Zwölf Songs + Intro in 36 Minuten. 3. Günni

DIE DÖDELSÄCKE – CRASHTEST ’89 CD

(www.punk.de) / (www.doedelsaecke.de)

DIE DÖDELSÄCKE aus dem Ruhrpott melden sich nach dem vor vier Jahren veröffentlichten, durchaus gelungenen „Herrengedeck“ mit ihrem dritten Album zurück, dessen gewohnte Mischung aus deutschsprachigem Punkrock mit Folkeinflüssen sich deutlich zugunsten des schottischen Folkanteils verschoben hat. Stärker als zuvor frönt die achtköpfige Band hier Instrumenten wie Dudelsack, Mandoline und Blechflöte und fährt damit ziemlich gut. Neben dem Intro basieren drei weitere Stücke auf traditionellem Liedgut. Trotzdem ist aus dieser Melange kein uninspirierter REAL-MCKENZIES-Abklatsch oder sowas geworden, denn dafür sind die DÖDELSÄCKE erfreulicherweise zu eigenständig. Passend zur lebensfrohen Musik dreht es sich textlich viel ums feuchtfröhliche Feiern und anderes Spaßiges, eindeutig im Vordergrund steht hier aber die musikalische Untermalung, die viel Spaß macht und zudem etwas besser als der Vorgänger produziert wurde. Dem traurigerweise verstorbenen ehemaligen Dudelsackspieler Niko MacMohr wurde der letzte Song gewidmet, natürlich auch auf typisch lebensbejahende Weise. Mit ihrem Konzept dürften DIE DÖDELSÄCKE in Deutschland einzigartig sein, weshalb ich allen Highlandern rate, hier mal hereinzuhören. Würde die Band auch sehr gern mal live sehen, wäre bestimmt ’ne klasse Party! Das Booklet wurde schön gestaltet und enthält die Songtexte. 14 Songs + Intro in 42 Minuten. 2-. Günni

ZORNICH – ZORNIGE ALTE MÄNNER CD

(www.zornich.info)

ZORNICH stammen aus Hannover und Umgebung und haben jetzt ihre erste eigene Platte am Start. Das ist ziemlich räudiger Punkrock der ungehobelten Sorte mit Kloaken-Antigesang, der sich in ziemlich simplen deutschen und englischen Texten übers Leben auskotzt und den FC St. Pauli abfeiert. Die Bandmitglieder sind tatsächlich nicht mehr des jüngsten Semesters, wollen’s aber anscheinend noch mal wissen und hauen ganz gut auf die Kacke. Nicht schlecht sind sie, wenn der Humor der Band durchklingt, vieles klingt mir aber noch zu bemüht. Mein Favorit ist der Song „Dein Leben“, „Ungerecht“ und „Stammtischprophet“ sind ganz witzig… alles andere ist meines Erachtens aber verzichtbar, insbesondere die englischen Songs. Das Booklet allerdings ist mit Texten, Fotos und zahlreichen „Hellbunny“-Zeichnungen sehr schön geworden, leider aber auch etwas rechtschreibfehlerbehaftet. Letzteres dürfte die Zielgruppe der Band aber vermutlich ohnehin nicht interessieren. 13 Songs in 36 Minuten. 3-4. Günni

VENERA – LEAN BACK IN ANGER CD

(www.concretejunglerecords.com) / (www.myspace.com/venerapunk.se)

Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass es sich bei VENERA anscheinend um eine weitere Band handelt, die ich in der Vergangenheit vollkommen zu Unrecht mit Ignoranz gestraft habe. Das neue Album der schwedischen Band um SATANIC-SURFERS-Drummer Rodrigo ist pfeilschneller melodischer Punkrock mit ganz starker HC-Kante, hat mit gefälligem, beliebigem Lala-Melodicore aber nicht viel zu tun. In teilweise arg kurzen, englischsprachigen Songs geht’s richtig gut zur Sache mit trotz der Beschränkung auf die Spielzeit ausgeklügeltem Songwriting mit abwechslungsreichen Arrangements, genialem Schlagzeugspiel und ganz viel Power. Zu letzterem trägt die astreine Produktion ihren entscheidenden Teil bei. Gefällt mir richtig gut! Die Texte liegen mir in meiner bookletlosen Vorabversion leider nicht vor, aber Songtitel wie „Wake Up! Smell The Napalm!“, „Meanwhile in Zimbabwe“ und „Government Subsidized Ghetto“ vermitteln einen Eindruck davon, wohin die Reise geht. Ein hyperaktives Album voller Spielfreude und kleiner, feiner Melodien, das sofort zündet und auch die Aggressivität nicht vernachlässigt – ganz im Gegenteil! Bei „Heads They Win, Tails You Lose“ wird übrigens aus „Skulls“ von den MISFITS zitiert. 16 Songs in nur knapp 30 Minuten, die wirken, wie ein vorbeibrettender D-Zug mit verrückten Schweden an Bord. Tipp! 2. Günni

MISSBRAUCH – VORHANG AUF CD

(www.aggressivepunkproduktionen.com) / (www.myspace.com/missbrauch)

Das fünfte Album der Weißwurst-Punks knüpft quasi beim letzten Album „Strafbar“ an und bietet flotten Punkrock mit Hardcore-Einflüssen und deutschem Gesang samt rollendem „r“, der engagierte, gesellschafts- und systemkritische Texte vorträgt, ab und an begleitet von einem Saxophon (obwohl, gab’s das vorher überhaupt auch schon?). In kurzen Songs wird die übliche Themenpalette, diesmal erweitert um das leidige „Grauzonen“-Thema und ein Liebeslied an Irland, serviert und abgefrühstückt, wobei manch Text mir diesmal ein wenig emotionaler als auf dem meines Erachtens zu biederen Vorgänger erscheint. Ein paar Melodien bleiben auch wohlig im Ohr. So richtig was gegen dieses Album sagen kann man eigentlich nicht, will ich auch gar nicht, aber mir persönlich ist das irgendwie zu überraschungsarm – das hat man alles schon woanders so oder so ähnlich gehört und dort mitunter auch aggressiver, rotziger oder wat weiß ich. Mir läuft die Platte zu glatt durch und klingt auch irgendwie ein wenig dünn. Sorry… Als ehrlicher „Deutschpunk“ aber sicherlich nicht verkehrt. Zur Aufmachung kann ich nix sagen, da mir nur eine Vorab-Version mit kopiertem Cover vorliegt. 14 Songs in 35 Minuten. 3-. Günni

DÖDELHAIE – HAI ALARM!! CD

(www.doedelhaie.de) / (www.impact-records.com)

Etliche Jahre sind seit dem letzten DÖDELHAIE-Album “Schätzchen, ich habe das Land befreit” ins Land gezogen, aber endlich ist, pünktlich zum 25-jährigen (!) Bandjubiläum, das sechste Album da. Ich sage bewusst „endlich“, da ich die Band sehr schätze – aller sicherlich berechtigten Kritik zum Trotz, denn Sound, Texte und Auftreten der Band um den anscheinend immer gut gelaunten Sänger, Bassisten und Berufspunk Andy Kulosa sind nicht jedermanns Ding. Manchen sind die Duisburger zu pathetisch, klischeehaft, metallisch, albern oder „pseudo“, man stört sich am Gesang Andys oder an was auch immer. Ich persönlich mag aber sowohl das (in der Vergangenheit aber wesentlich stärker als auf diesem Album) metallisch angehauchte Spiel der zwei Gitarristen und die kämpferischen, pathetischen Texte als auch den typischen DÖDELHAIE-Humor und werde von „Hai Alarm!!“ nicht enttäuscht, im Gegenteil: es gefällt mir besser als der Vorgänger. Direkt der Eröffnungssong „Gedanken am Fluss“ knallt mir gleich einen prima eigenständigen, nachdenklichen Text an den Kopf („Willst du wirklich alles wissen? Willst du wirklich alles verstehen?“), der sich fast schon auf „Spiegelbild“-Niveau befindet, einem der größten Hits der Band. „Ändern können sich die anderen“ ist ein (im positiven Sinne, falls das geht) arrogant-ignoranter Mutmacher und kann gleichzeitig als eine Art Einstimmung und Rechtfertigung für das nun folgende Klischeebrett „Hätten wir euch heut’ erwartet, hätten wir Mollis da“ zu einer Sesamstraßen-Melodie betrachtet werden. Als würde man 16-jährig einen Song für einen „Schlachtrufe BRD“-Sampler schreiben, singt man naiv in der einen Zeile von Punks, in der nächsten schon vom schwarzen Block und davon, Nazis und Bullen mit Molotow-Cocktails zu begegnen. Hieran werden sich die Geister scheiden, denn ob die DÖDELHAIE sich tatsächlich an radikalen, gewalttätigen Auseinandersetzungen auf der Straße beteiligen, wie sie es in ihren Texten immer wieder thematisieren, sei mal dahingestellt. Die Kritik an so etwas kann ich gut nachvollziehen, muss aber auch konstatieren, dass der Song inkl. Keyboard-Intro und Offbeat so verdammt viel Spaß macht, dass ich darauf geflissentlich scheiße und lieber die muntere Melodei mitpfeife, die sich stundenlang im Ohr festsetzt. Der nächste Song „Golf-Hooligans“ ist schon vom Sunny-Bastards-Fußballsampler bekannt und wieder ein schönes Beispiel für den Bandhumor, der meinem nicht ganz unähnlich ist. „Die letzte Grenze“ ist eine Art Folk-/Punk-Crossover mit düsterem, kämpferischem Text und „Ein gutes Buch“, nunja – dass ich noch erleben darf, dass eine „Deutschpunk“-Band Werbung für Bücher macht… haha. Beides keine schlechten Songs. Etwas peinlich, dass der direkt danach einsetzende Hörspiel-Prolog zu „Ponyhof vs. Pferdebraterei 0:1“ als „Epilog“ in der Songliste steht, aber der Song ist schwarzer Humor vom feinsten und ein verdammter Hit! Erneut ihr Händchen für Coverversionen beweisen die Haie bei „Memmen“, das im Original „Memory“ heißt und aus dem tuntigen „Cats“-Musical entflohen ist. Das Intro wird von Eva gesungen, die auch schon beim Ponyhof-Song mit von der Partie war, und der Text trieft vor Pathos und Klischee, ist aber offensichtlich nicht ganz ernst gemeint und wird, wie so oft, mit einem Augenzwinkern vorgetragen. „Die Knute der Gerechtigkeit“, ein etwas selbstgerechter Song, der mit selbiger droht, ist der schnellste der Platte. „Der Kommandant“ ist Revolutionsromantik nach kubanischem Vorbild und bei „Haie im Siegerkranz“ feiert man mit einer genialen, hymnischen Melodie sich und Punkrock im Allgemeinen. Für den Rausschmeißer „Schwimm los, wenn du ein Haifisch bist“ bediente man sich wieder eines beliebten Gassenhauers, „Go West“ von den VILLA PEOPLE. Unterm Strich ist „Hai Alarm!!“ ein überraschend ausfallfreies Album mit einigen Hits geworden, das verdammt frisch klingt und über alle DÖDELHAIE-typischen Zutaten verfügt. Wer also mit den älteren Werken der Band etwas anfangen konnte, wird auch diese schwer unterhaltsame Platte mögen! Zusätzliche Unterstützung gab’s übrigens von Uwe und Micha, beide ex-DAILY TERROR. Das passend bebilderte Booklet bietet alle Texte und die limitierte Erstauflage kommt im schicken Pappschuber mit Aufkleber und einem Gutschein für ein kostenloses (!) Bandshirt. Eine auf nur 300 Exemplare limitierte Picture-Vinyl-Version gibt es auch, dieser liegt als Bonus eine CD-Version bei. Klasse! Liebe DÖDELHAIE, nun kommt doch bitte auch endlich einmal nach Hamburg, um die Platte zu promoten… 12 Songs + Intro + Hörspiel in 46 Minuten. 2. Günni

WORTMORD – WORTGEBURT CD

(www.sunnybastards.de) / (www.myspace.com/wortmord)

Peppi alias „Grave Violator“, ex-Gitarrist der deutschen Thrash-Metal-Legende SODOM, der die Kult-Mini-LP „In The Sign Of The Evil“ miteingespielt hat, meldet sich im aktiven Musikbusiness mit seiner neuen Band WORTMORD zurück, wo er ebenfalls in die sechs Saiten greift. Musikalisch klingt das weniger nach Oldschool-Thrash, sondern geht mit seinen tiefgestimmten Gitarren, der bollernden Doublebassdrum und dem brüllenden Sänger mehr in die Richtung von modernerem Zeug wie SOULFLY oder auch metallischeren BAFFDECKS-Stücken. Das Besondere an WORTMORD sind die deutschsprachigen Texte, die es im Metal-Bereich ja nach wie vor nicht allzu häufig gibt. Geschrieben von Peppi, handeln sie von persönlichen Abgründen, von Schwierigkeiten, im Leben Fuß zu fassen und klarzukommen, von Alkoholsucht, inneren Dämonen, gescheiterten Existenzen und von Lug, Betrug und Selbstzensur. Dabei verwendet er für die mitunter relativ langen Texte eine recht radikale, einfache Sprache, die trotzdem mitunter ins Poetische geht. Das hat durchaus Charme, auf peinlichen Pathos wurde weitestgehend verzichtet. Bei „Die Feile im Mund“ erhält Sänger Uli Unterstützung von KREATOR-Mille und bei „Bloody Corpse“ darf SODOM-Kopf Tom Angelripper ran. „Bloody Corpse“? Richtig, ein uralter SODOM-Song, der ursprünglich auf der ersten Platte hätte landen sollen, wurde von WORTMORD neu aufgenommen und stellt mit seinen Oldschool-Thrash-Riffs mein persönliches Highlight der Scheibe darf. Zwar ist die ganze Platte ein ganz schönes Brett, in seiner Ausrichtung mir aber etwas zu modern und monoton. Wer aber mit o.g. Bands etwas anfangen kann und keinen 1980er-Ruhrpott-Thrash-Sound erwartet, sollte WORTMORD auf jeden Fall eine Chance geben, denn aufgewärmter Scheißdreck von ein paar alten Männern ist das hier ganz sicher nicht. Warum man „Bloody Corpse“ aber gleich 2x auf die Platte packte, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Booklet gibt’s poserfreie Fotos und Texte und die CD steckt in einem netten Digipak. Zwölf bzw. 13 Songs in 50 Minuten. Ohne Wertung. Günni

NEW DEVICE – TAKIN’ OVER CD

(www.poweragerecords.com) / (www.myspace.com/newdevice)

Die 2007 gegründeten Londoner NEW DEVICE wollen hoch hinaus – im Infowisch zum Debütalbum ist direkt von Stadionrock und großen Bühnen die Rede und immerhin haben sie auch schon für Bands wie BON JOVI und EUROPE eröffnet. Ja, ihr lest richtig – mit ihrem hochkommerziellen, glatt polierten Hardrock passen NEW DEVICE zu diesem Online-Fanzine wie Ottfried Fischer in einen Kleinwagen, nämlich GAR NICHT. Keine Ahnung, warum wir plötzlich mit so etwas beehrt werden. Hat man uns auf dem Weg in die Rockarenen dieser Welt so nötig? Haha. Bei aller Kalkulation erscheint die Platte jedenfalls recht abwechslungsreich, als wolle man ein möglichst breites (bzw. breitgefächertes, wir sind hier schließlich nicht bei den DIMPLE MINDS) Publikum ansprechen. Ein paar Songs rocken ganz ordentlich drauf los und würden anders produziert bzw. in einem anderen Kontext vielleicht tatsächlich die GUNS N’ ROSES- oder GLUECICOPTERS BABIES-Fraktion ansprechen. Auch ein paar passable Metalriffs haben sich unter das Gejaule des Sängers gemogelt. Andere Songs hingegen sind auf Radiotauglichkeit getrimmte Schmachtfetzen, die unglaublich klinisch klingen. Außerdem wird die Stimme des Sängers bei manch hohen Tönen ganz schön dünn. Fazit: Crazy-United-inkompatibler Kommerzrock, der auf mehreren Hochzeiten zu tanzen versucht und einen Spagat zwischen dem Stadion-Hardrock der 1980er und moderner klingenden Produktionen versucht. Professionell und langweilig. Die CD kommt im Pappschuber mit alternativem Cover, das Booklet enthält die Texte und ein Bandfoto. Zwölf Songs in 46 Minuten. Ohne Wertung. Günni

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