Gnnis Reviews

Category: Tonträger C (page 1 of 2)

CHEFDENKER – RÖMISCH VIER LP/CD

(www.chefdenker.de) / Trillerfisch Records

Die Kölner CHEFDENKER um ex-KNOCHENFABRIK-Frontmann Claus Lüer holen zum vierten Großangriff aus und entdecken wie gewohnt kleine Geschichten im allgegenwärtigen Wahnsinn des Alltags, die sie in sarkastische bis zynische Texte zu oftmals getragenen, kurzen Punkrockmelodien verpacken. Ob es nun um die Krux des öffentlichen Nahverkehrs („Taxi fahren!“), fragwürdige Fußballexperten („Günther Netzer“), Harndrang im Autobahnstau („Hitlers Autobahn“), die Kopfbedeckungen von MELT-Teilnehmern („Festivalbesucher“), BEACH-BOYS-Konzerte („Polonäse Hüftprothese“), das sog. Wirtschaftswunder („Der Optimismus der 50er Jahre“), zahnärztliche Betrachtungsweisen von Radio-Terror („Das Kartell“) geht oder darum, warum Hartz IV letztlich doch die bessere Alternative ist („Schlau in die Krise…“, „Agentur für Arschvoll“) – die Texte sind wieder einmal das, was die Platte ausmacht, die Musik dient nur zur Darreichung selbiger und gefällt mir immer am besten, wenn es etwas flotter zur Sache geht. Das Hitpotential kann ich nach meinen erst wenigen Durchgängen noch nicht abschließend beurteilen, aber was man an den CHEFDENKERN hat, weiß heutzutage ohnehin jeder und wird deshalb auch hier zugreifen – zurecht. Bei der Cover- und Booklet-Gestaltung treffen übrigens Reminiszenzen an die gute alte, heutzutage fast in Vergessenheit geratene Eingabeschnittstelle bei der Heimcomputernutung, der DOS-Prompt, auf modernste Technologie wie QR-Codes – mit CHEFDENKER in die Zukunft! Wenn das nichts ist? 19 Songs in 39 Minuten. 2. Günni

CERVELLI STANKI – 15 YEARS… OLD TUNES, NEW BLOOD CD

Violax Rec. / (www.myspace.com/cervellistanki)

Warum habe ich von dieser italienischen Band noch nie etwas gehört? Jetzt liegt mir eine Best-Of inkl. einiger neuer Songs vor – und die ist richtig geil! Schneller, druckvoller, treibender Punkrock/Streetpunk mit genialem Alarmgesang, fetten Chören und der richtigen Haltung ggü. Bullen, Faschisten und dem ganzen Gesocks. Aufpeitschender Pogo-Sound vom Feinsten. Mit seinem Clockwork-Orange-Cover erinnert mich das Ganze fast an eine italienische ADICTS-Variante auf Speed, zumindest musikalisch. Tipp! Enthält mit „Frana“ eine Coverversion von ERODE. Im Booklet wurden die italienischen Texte ins Englische übersetzt, allerdings nicht immer ganz fehlerfrei. 15 Songs in 33 Minuten. 2. Günni

THE CRAKEELS – S/T CD-R

(www.myspace.com/thecrakeels)

Drei Songs enthaltende Demo-CD einer jungen Kieler/Hamburger Band, die sich kraftvollem, melodischem Streetpunk in englischer Sprache verschrieben hat. Die Aufnahmen sind zwar etwas lo-fi, aber der Opener „Fame“ knallt besonders durch seinen Refrain mit kräftigem Chor gut rein. Auch die anderen beiden Songs bieten prollige Chöre, rotzigen, rauen Gesang und Melodien, die hängen bleiben. Meines Erachtens ist die Band reif für ’ne zünftige EP-Veröffentlichung. Bleibt zu hoffen, dass ein fähiges Label aufmerksam wird. Drei Songs in acht Minuten. 2. Günni

CALAMITIEZ – URBAN LEGENDS CD

(www.crazyloverecords.de) (www.myspace.com/calamitiez)

Die CALAMITIEZ kommen aus Spanien, spielen flotten, punkigen Psychobilly mit englischen Texten, sehen aus wie aus der Addams Family und haben gerade ihr zweites Album veröffentlicht, das mir nun vorliegt und meinen Gehörgängen schmeichelt. Das Album macht genauso viel Spaß, wie es das Comic-Cover suggeriert und läuft mir gut rein. Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass zwei der vier Bandmitglieder weiblichen Geschlechts sind. Der Gesangs verbleibt allerdings bei Sänger David, der weder röchelt á la DAG noch wie ein Elvis-Imitator klingt und seine Sache ganz gut macht – ebenso wie der Rest der Band, die auch höheres Tempo gehen kann, ohne breiig zu klingen oder in Geschrammel zu verfallen. Textlich fährt man natürlich passend zum Outfit die Horrorschiene, wie im Booklet nachzulesen ist, das zusätzlich mit Fotos und vier „urbanen Legenden“ zum Nachlesen aufwartet. Ein Stück wurde übrigens in Landessprache eingesungen und der RAMONES’sche „Pet Semetary“ musste mal wieder für eine Coverversion herhalten. Ob die Produktion ganz bewusst eher Lo-fi gehalten wurde, weiß ich nicht, wirkt sich jedenfalls nicht störend auf mein Hörvergnügen aus. Solide Punkabilly-Platte zwar ohne Überraschungen oder Aha-Effekt, die aber einfach Spaß macht. 13 Songs in 46 Minuten, Anspieltipp: Eigentlich alles. 2-. Günni

CIURMA SKINS – S/T CD

(www.ciurmaskins.altervista.org) / (www.coneheadrecords.de)

Von Sardinien (autonome Insel Italiens) stammt diese 2005 aus den Überresten der Band ANTIRUGGINE hervorgegangene Skinhead-Combo, die sich der Oi!-Mucke in italienischer Sprache verschrieben hat. Das kann sich echt hören lassen; gute, härtere Oi!-Scheibe mit kräftigem, bösem Gesang, reichlich Chören und netten Melodien. Die Texte sind nicht nur in Landessprache abgedruckt; ihnen wurden englische Übersetzungen zur Seite gestellt, denen ich Themen wie Medienkritik, Klassenbewusstsein, Selbstjustiz, Selbstbewusstsein, Szenespezifisches etc. entnehmen kann. In dieser Hinsicht nichts Überraschendes, aber auch keine schlimmen Aussetzer. Gutes Debüt! Aber irgendwie ist das Cover verdammt unscharf geworden!? Lasst da beim nächsten mal jemanden ran, der sich mit sowas auskennt. 😉 Schade, dass der Gig in Hamburg ausfiel. Zehn Songs in 30 Minuten, Anspieltipp: eigentlich alles. 2-. Günni

THE CLERKS FEAT. WASABI SUTO – ANTENNE OFFBEAT CD

(www.wolverine-records.de)

Drittes Album dieser rheinländischen Neo-Ska-/Ska-Punk-Combo, bei fünf Stücken mit Unterstützung von WASABA SUTO. Für mich persönlich das erste Mal, dass ich einen Tonträger der Ladenhüter auf die Ohren kriege. Der rasante Opener „Steh auf“ ist ein kleiner Hit und schafft es tatsächlich, mich zu verzücken – was danach folgt, ist allerdings wieder typischer, deutscher Pop-Neo-Ska-/-Reggae-Einheitsbrei, der mich eher nervt denn mich zum tanzen bewegt. Entweder zu langweilig, zu poppig, zu lahm, zu schnell, zu schwülstig, zu… ach, ich weiß auch nicht. Es ist einfach verdammt schwer, mir solche Mucke schmackhaft zu machen. Aber wer einen Song wie „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC so grauenhaft entstellt, hat bei mir von vornherein schlechte Karten. Neben zwölf Studiosongs gibt’s zwei Live-Stücke, eine Dub-Nummer, ein Musikvideo und einen versteckten Bonustrack, in dem die Zielgruppe einen Song mitsingt, hehe. Letztendlich einfach nicht mein Ding – aber wer auf Bands wie SONDASCHULE und Co. schwört, wird diese Platte vermutlich mögen. Kommt inkl. farbigem Booklet zum Ausklappen mit Fotos. Über eine Stunde Spielzeit! Anspieltipp: „Steh auf“. 4. Günni

CRAZY ROCKET SURFERS – THE MOON CD

(Crazy Love / Cargo Distribution)

Punk-a-billy mit fettem, slappendem Kontrabass. Seltsamerweise trägt auf den Bandfotos niemand Tolle oder Flat!? Egal, der Sound der 14 englischsprachigen, eingängigen Songs macht jedenfalls Laune, zumindest, wenn man das Gaspedal etwas durchdrückt. Ist anscheinend bereits das zweite Album dieser deutschen Combo. Einige geile Melodien, allerdings flacht mir der Sound dann und wann zu sehr ins Seichte ab und holpert etwas, die Produktion tut ihr Übriges… Hätte gern alles etwas ungezügelter und stürmischer ausfallen dürfen. Was bleibt, ist ein durchschnittliches Album einer Band mit Potential, der die schnelleren Songs einfach besser zu Gesicht stehen. Ach ja, bei “Orgasmic Pitstop” wird sogar geskankt. Leider muss auch dieses Crazy-Love-Records-Album ohne vernünftiges Booklet auskommen und das kitschig gezeichnete Cover würde zumindest mir nicht vel Lust auf den Kauf machen. Aber geht ja um die Mucke. 😉 37 Minuten, Anspieltipp: “Rock Hard Or Die”. 3-. Günni

COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS – I CUT OUT HER HEART CD

(www.impact-records.de) / (www.bloodfarmers.com)

Was soll das denn nun schon wieder sein? Country-R’n’R-Horror-Texas-Chainsaw-Massacre-Punkrock? So sieht’s aus! Leider habe ich kaum Hintergrundinformationen zu dieser Combo, allerdings scheint es sich um ein Projekt von Musikern verschiedener Ami-Bands zu handeln, die sich dafür dieses Südstaaten-Image aneigneten. Die Texte reichen von zynisch bis makaber und spielen mit diversen Horror- und Country-Klischees und schwarzem Humor. Habe ich in dieser Form noch nie gehört, hat aber was. Wer offen für Neues, Abgedrehtes ist, sollte diese Scheibe mal antesten. Natürlich ist auch die Aufmachung des Albums im Horror- und 50ies-Stil gehalten und kann sich sehen lassen. Besonders das Cover bestehend aus fünf mumifizierten Leichen sieht klasse aus und erinnert mich an meine Lieblingsfilme. Da hatten ein paar Freaks überm Teich anscheinend ganz schön Spaß inne Backen, der sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch auf den einen oder anderen Hörer übertragen wird. 13 Songs in 43 Minuten. Anspieltipp: „How The West Was Won“. Ohne Wertung. Günni

THE CHELSEA SMILES – THIRTY SIX HOURS LATER CD

(www.peoplelikeyou.com)

Breitbeiniger Punk’n’Roll mit großen Hardrock-Einflüssen. Wenn ich das Promo-Kleingedruckte richtig gedeutet habe, kommt die Band aus New York. Viel Solo-Gedudel, schleppende statt schnelle Tracks… insgesamt also mehr Luftgitarre und Birne schütteln als Pogowahn. Nicht so meine Mucke, handwerklich aber bestimmt nicht schlecht. Zu Texten und Aufmachung kann ich nichts sagen, da ich nur ’ne Promo-CD im Pappschuber zur Hand habe. Zwölf Songs in 33 Minuten, ohne Wertung. Günni

CRACKJAW – GIANTS FROM THE STEREO CD

(www.gordeonmusic.de) / (http://crackjaw.com)

Indie-Rock aus Detroit, Debütalbum. Musikalisch ein Crossover aus Pop-Punk/-Rock, „Nu Metal“ und moshigem Hardcore. Ab und an mal bischn Gebrüll dazwischen, ansonsten poppiger, weinerlicher Gesang. Passt gut in die nächste „Alternative“-Disco, mir schlafen bei sowas aber die Füße ein und ich bekomme Kopfschmerzen. Elf Songs in 34 Minuten. 5. Günni

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