Gnnis Reviews

Category: Tonträger S (page 1 of 5)

THE STATTMATRATZEN – EGOSHOOTER LP/CD

(www.statt-matratzen.de) / (www.aggressivepunkproduktionen.de)

Der Name dieser ausschließlich aus Mädels bestehenden Berliner Punkrockband geistert nun auch schon etwas länger durch die Szene, gemäß meiner Recherchen gab es 2008 wohl schon eine EP und dies hier müsste nun das Debüt-Album sein. Ziemlich schnörkellos und geradeaus, dabei aber spielerisch versiert, vor allem aber erfrischend frech, selbstbewusst und spürbar mit Herz bei der Sache. Die Sängerin trägt die wohltuend klischeearmen, guten deutschen Texte rotzig und klar verständlich vor und wird begleitet von rockigem, treibendem Pogo-Sound, der mir immer dann am besten gefällt, wenn er über feine Melodien verfügt, die den Songs einen recht hohen Wiedererkennungswert und Ohrwurmcharakter verleihen. Die Damen wissen, was sie wollen, nehmen es sich und lassen den Zuhörer daran teilhaben. Um mal einen hinkenden Vergleich zu bemühen, würde ich die THE STATTMATRATZEN als das fehlende Bindeglied zwischen den PARASITEN und SUPABOND bezeichnen, aber nur, um euch in etwa einen Anhaltspunkt mitzugeben. Auch die Produktion fiel wohltuend unpompös aus, ohne dabei in Lo-fi-Gefilde abzugleiten. Sprich: klasse Sound, klasse Attitüde, sympathischer Gesamteindruck – eine kleine Perle im Wust der Veröffentlichungen. Ich gratuliere! Zur Aufmachung kann ich noch nichts sagen, da mir nur eine Vorab-Version vorliegt; die Platte soll erst Ende Januar 2011 in den Handel kommen. Die LP-Version wird einen Bonus-Song enthalten, sehr löblich und praktiziertes „Save the vinyl“. 15 bzw. 16 Songs in knackigen 39 Minuten (bzw. eben paar mehr). 2. Günni

DER SCHREIHALS – …UND TROTZDEM IST ES MUSIK! CD

(www.derschreihals.de)

Tilo Schnabel, ex-Punkrock-Musiker bei DIE DICKEN MÄDELS und Sänger von KOMMANDO STULLE, gebürtiger Sachse und jetzt Schwabe, versucht sich als Liedermacher, sprich: Akustikklampfe und Gesang. So richtig gut Gitarre spielen kann er dabei eher weniger und Singen schon mal gar nicht, aber wenn seine bemüht humoristischen Songs über Michael Ballack, Hartz IV, Ossis usw. wenigstens lustig wären, wäre das vielleicht gar nicht so schlimm. Sind sie nur leider nicht und so geriet das Hören der CD dieser Musikrichtung, mit der ich ohnehin so meine Probleme habe, zur Qual. Auf dem Cover sieht der Herr Schreihals mit seinem Megaphon übrigens aus wie ein Dorfdisco-Anheizer oder –DJ, doch diese Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Sorry, Tilo, mit dir kann man bestimmt echt gut einen Saufen gehen oder so, aber das Liedermachen überlasse dann vielleicht doch besser anderen. Wo ist eigentlich ein Franz Josef Degenhardt, wenn man ihn mal braucht? Die CD kommt nur mit Covereinleger ohne Booklet. 18 Lieder in 47 Minuten. Ohne Wertung… Günni

SMALL TOWN RIOT – SUICIDAL LIFESTYLE CD

(www.true-rebel-records.com) / (www.myspace.com/smalltownriothamburg)

Nach dem großartigen “Selftitled”-Album von vor zwei Jahren legen SMALL TOWN RIOT aus Hamburg und Umgebung ihren dritten, nach einem Zitat von ICE-T (!) betitelten Longplayer nach. Die Songs erscheinen nach dem ersten Hören etwas weniger abwechslungsreich, dafür poppiger als auf dem Vorgänger, sie gehen SOFORT ins Ohr und setzen sich dort fest. Selten eine so dermaßen eingängige und dabei trotzdem nicht glatt polierte Punkplatte gehört. Bei näherer Auseinandersetzung mit den lesenswerten, diesmal ausschließlich englischen Texten wird allerdings schnell deutlich, dass die teils fröhlichen Melodien der Untermalung von fatalistischen, verzweifelten, nachdenklichen Inhalten dienen, die der eigenen Orientierungslosigkeit, Unzufriedenheit und Widersprüchlichkeit selbstkritisch Ausdruck verleihen. Also quasi „gute Mine zum bösen Spiel“, wenn man so will. Mit „Bad Taste In Our Big Mouth“ hat es dann auch ein ziemlich hardcorelastiger Song auf die Platte geschafft, inkl. einem klasse Refrain. Ab diesem Punkt wird das Album wütender und angepisster bzw. auch musikalisch „ernster“ und härter. Ein ganz großes Plus der Band ist immer noch der Wechselgesang zwischen Gitarrist Norman und Drummer Timo, die sich nach wie vor ganz hervorragend ergänzen. Man beherrscht melodischen Gesang ebenso wie die Kelle Dreck und Aggression. Einer der größten Ohrwürmer dürfte „Cry Out“ sein, ein melancholisch angehauchter Song mit Hitgarantie. Beim ruhigen „Meaning Of Life“ kann Norman mal so richtig zeigen, was für ein überaus fähiger Sänger er ist, denn der steht hier im Vordergrund. „Falling Apart“ wiederum ist eine rasante Melodic-HC-Nummer geworden, die mich an den Sound von den SATANIC SURFERS oder VENERA erinnert. Bassist Rock’n’Rolf, der noch auf „Selftitled“ den Viersaiter bediente, wurde übrigens kurz nach Veröffentlichung jenes Albums durch Heiko Billy ersetzt, so dass die Band auch in dieser Besetzung längst ein eingespieltes Team ist. SMALL TOWN RIOT haben es mit „Suicidal Lifestyle“ erneut geschafft, ein Album mit verdammt hoher Hitdichte und ohne einen einzigen Ausfall zu veröffentlichen, so dass ich gar nicht anders kann, als die Höchstnote zu zücken. Zu bemängeln ist lediglich die kurze Spielzeit, zumal ich weiß, dass man noch einige Hits auf Vorrat hat, die darauf brennen, endlich veröffentlicht zu werden. Im schicken Booklet gibt’s alle Texte und viele Fotos und das Cover ist auch wieder ein echter Hingucker geworden. Schönes Ding, Jungs! 13 Songs in 39 Minuten. 1. Günni

SUPABOND – NARBEN CD

(www.plastic-bomb.de) / (www.myspace.com/supabond)

SUPABOND haben sich ja zurecht einen guten Namen erspielt und dieses Album wird mit Sicherheit dazu beitragen, dass dieser wie selbstverständlich fallen wird, wenn es um wütenden, engagierten, deutschsprachigen Punkrock geht. Diese Platte ist ein echter Kracher geworden. 15 kurze Songs lang geht’s in bester TOXOPLASMA-Manier ab wie die Lutzi, getragen von der hervorragenden Sängerin. Die Texte sind eher persönlicher Natur, klischeefrei und eigenständig. Gefällt mir echt gut und es freut mich, dass heutzutage doch noch solche Platten rauskommen und Bands diesen Sound spielen, ohne längst Vergangenes zu kopieren oder in beschränkten Allgemeinplätzen zu verharren. Authentisch, kraftstrotzend und voller Energie – Respekt! Allzu viele Worte will ich auch gar nicht weiter verlieren, hört euch diesen Wirbelsturm einfach selbst an – ihr werdet es nicht bereuen. Einzig die NOTDURFT-Coverversion von „Süße Heimat“ gefällt mir im Original besser. Die Texte sind im Booklet nachzulesen und das Hörvergnügen dauert 34 kurzweilige Minuten. 2. Günni

DIE SHENKS – ENDLICH ACHTZEHN – JETZT EIN GLÄSCHEN SEKT CD

(www.platzda-produktion.de) / (www.dieshenks.de)

Auf dem Bandfoto dominieren graumeliertes bis nicht vorhandenes Haupthaar (ok, ehrlich gesagt nur bei 2/5), es handelt sich also augenscheinlich um eine Altherrencombo, die es noch mal wissen will. Dementsprechend entspannt wird der melodische Punkrock in deutscher Sprache vorgetragen, der durchaus etwas Hymnisches hat, mir persönlich aber zu sehr mit angezogener Handbremse unterwegs ist. Nee, jetzt mal Butter bei die Fische: Das ist vollkommen austauschbares Lala-Gedöns, die Stimme des Sängers ist scheiße und die Texte ebenso. Vermutlich ein Hobby-Projekt, das besser nie die Garage des fast abbezahlten Eigenheims verlassen hätte. Können auf lokalen Stadtfesten auftreten, wo die bierbäuchigen Mittvierziger-Kumpels an der Festzeltgarnitur zustimmend nicken und zuprosten, aber mehr auch nicht. Trotzdem möchte ich der Band ein gewisses Gespür für gefällige Melodien attestieren, die angereichert mit Tempo, Wut und so etwas wie Attitüde vielleicht mal zu richtigen Punk-Nummern reifen könnten, sofern man das überhaupt will. Zur Aufmachung kann ich nicht viel sagen, da mir nur eine Vorab-Version im Pappschuber vorliegt. Zum Glück nur fünf Songs in zwölf Minuten. 5. Günni

SCHARMÜTZEL – FORWARD INTO WAR CD

(www.bandworm.de) / (www.scharmuetzel.info)

Die Baden-Württembergische Skinhead-Combo SCHARMÜTZEL treibt ja nun schon seit einiger Zeit wieder ihr Unwesen und mit ihrem neuen Werk „Forward Into War“ landet auch endlich mal ein Longplayer der Band bei mir. Der kommt im verdammt schicken Digipak mit 24-seitigem Booklet mit allen Texten und zahlreichen Illustrationen. Wie anscheinend im Hause SCHARMÜTZEL üblich wird sowohl auf deutsch als auch englisch gesungen und zudem viel Wert auf Abwechslung gelegt. Hier folgt ein metallischer, aggressiver Oi!-Song auf stampfendes Midtempo, ein punkigeres Stück auf ein balladeskes und sogar Folk-Einflüsse (z.B. mit der Schottenhymne „Flower of Scotland“) finden sich auf dem Album ein. Man legte Wert auf eine zeitgemäße Produktion, bei der zwar der Bass gut aus den Boxen bollert, das Schlagzeug aber für meinen Geschmack gerne etwas knalliger abgemischt hätte werden können. Textlich gibt man sich klassenkämpferisch (ich habe nicht mitzählen können, wie oft der Begriff „Working Class“ bemüht wurde) und sozialistisch, allerdings ohne in linke Klischees zu verfallen. Außerdem wird die eigene Szene (nicht nur positiv) besungen und auch persönliche Anklänge finden sich. In „The Invisible“ werden Verschwörungstheorien („WTC was an inside job“) wiedergekäut, was ich in dieser Form dann doch etwas befremdlich finde. Schlecht ist die Platte nicht, mir mit seinen 18 Songs (+ In-/Outro) in satten 59 Minuten Laufzeit aber zu lang. Das Weglassen einiger schwächerer oder thematisch sehr ähnlicher Songs hätte das Album gut straffen und ihm zu einem insgesamt besseren, homogenen Eindruck verhelfen können. Auf Balladen wie „Love Is Dead“ komme ich überhaupt nicht klar, aber die Schnulze „To Die For“ mit ihrem galoppierenden Rhythmus ist klasse und das folkige „Tribute To The Working Class“ ebenfalls großartig. So einen Sound hört man von einer deutschen Oi!-Band nicht alle Tage. Mein Anspieltipp aber lautet: „Having A Laugh“. 3. Günni

DIE SKEPTIKER – FRESSEN UND MORAL CD

(www.rozbomb.de) / (www.dieskeptiker.de)

Die Ostberliner SKEPTIKER haben nach ihrer Reunion im letzten Jahr und dem neu eingespielten Best-Of „DaDa in Berlin“ ein neues Studioalbum auf die Menschheit losgelassen… und ausgerechnet ich, der ich nun wirklich nicht zu den Fans der Combo gehöre, wurde mit der schwierigen Aufgabe betraut, etwas darüber zu schreiben. Tja, noch immer geht mir Eugens Gesang schwer auf die Eier, dieses pathetische Gejodele, das in so mancher Metal-Band oder auch in der Oper besser aufgehoben wäre. Unterlegt mit typischem Midtempo-Punk-Sound, der hier und da zwar ’ne nette Melodie aus dem Ärmel schüttelt, über weite Strecken aber auch langweilig mit angezogener Handbremse agiert. Die Texte natürlich wie üblich sozial- und gesellschaftskritisch und auch mal eher persönlicher Natur. Auch auf dieser Platte sagt mir diese Mischung leider überhaupt nicht zu und wenn ich mir dann auch noch das aufdringliche Infoblatt durchlese, in dem die Rede von „Bollwerk des deutschen Straßenpunks“, „Punk-Legende“, „Anarcho-Poet Eugen“ und „Meilensteinen des deutschen Pogo-Rock“ die Rede ist, frage ich mich ernsthaft, in welchem Paralleluniversum sich DIE SKEPTIKER eigentlich aufhalten und durch welchen Riss im Raum-/Zeit-Kontinuum diese Platte in meinem CD-Player gelandet ist. Aber langjährige Fans der Band werden auch „Fressen und Moral“ vermutlich mögen. Ich hingegen bin froh, dass ich diese Rezension jetzt hinter mir habe. Zur Aufmachung kann ich nämlich nichts weiter sagen, da mir nur eine Vorab-CD im Pappschuber vorliegt. 13 Songs (einer davon „versteckt“) in 35 Minuten, einer davon mit Violinenbegleitung von CITY-Joro und einer mit Gunnar von DRITTE WAHL im Chor. Ich kneif mir mal ’ne explizite Bewertung… Günni

STOMPER 98 – IT’S CLASS PRIDE & IT’S ROCK’N OI! CD

(www.stomper98.de) / (www.sunnybastards.de) / (www.contra-net.com) / (www.dssrecords.de)

Sunny Bastards freuen sich, STOMPER 98 mit ihrem kommenden Album “4 The Die Hards” auf ihrem Label begrüßen zu können und werfen vor lauter Freude in Zusammenarbeit mit anderen Labels diese auf 2000 Exemplare limitierte, vier Songs von bereits erhältlichen STOMPER-Scheiben und zwei brandneue, darunter eine Neuaufnahme von „Stadiogeflüster“, enthaltende Promo-Scheibe im Pappschuber gratis unters Volk – ähnlich also wie zuletzt bei den TOWERBLOCKS. Das Cover ist angelehnt an die Kultscheibe „The Good, The Bad and The 4-Skins“ und man mag von der Band halten, was man will – die Mucke kann einiges! Eigenständiger, überzeugender, melodischer Oi!-Punk mit Saxophon und druckvollem, aber nicht übertrieben aggressivem, deutschsprachigem Gesang. Sicherlich geeignet, um den Einen oder Anderen auf die Band aufmerksam zu machen, der sie bislang eher mied oder schlicht keine Begegnungsmomente mit ihr hatte. Sechs Songs in 24 Minuten. Ohne Wertung. Günni

S.I.K. – HÄLTST DU STILL?! CD

(www.nix-gut.de) / (www.sik.punkinvasion.de)

Leck mich am Arsch, das ist DIE Überraschung dieser Woche! S.I.K. aus Amoklaufhausen alias Winnenden galten für mich bis dato als Inbegriff des grenzwertigen „Deutschpunk“-Klischees und der ganzen Nix-Gut-Mischpoke und sind mir musikalisch lediglich von irgendwelchen Samplern mit schlecht produzierten, seltsamen Songs in Erinnerung. Seit einigen Jahren war es recht still um die Band – und diese Zeit hat man anscheinend genutzt, um in positiver Hinsicht zu reifen. Ging ich ohne große Erwartungen an diesen Tonträger heran, so hat mich der Opener gleich mal sämtliche Vorbehalte über Bord werfen lassen: Das ist klasse dreckiger, deutschsprachiger Punkrock mit tatsächlich guten, kritischen Texten und einem Sänger mit einem absolut passenden rauen, angepissten Organ. Genau richtig abgemischt, um einen druckvollen, aber nicht überproduzierten Sound zu bekommen. Die ersten paar Songs sind allesamt kleine Hits und besonders „Komasäufer“, der sich kritisch mit übermäßigem Alkohol- und Drogenmissbrauch und der daraus resultierenden Gleichgültigkeit sogar ggü. dem eigenen Umfeld auseinandersetzt, hat es mir angetan. Das ist Lyrik, die mir wirklich nahe geht. Der Song „Irrenhaus“ macht die Naivität und Ignoranz so manchen Mitmenschens wenigstens etwas erträglicher, in „Ich bin nicht Deutschland“ wird der „Du bist Deutschland“-Kampagne in einem heftigen Rundumschlag vehement der Mittelfinger entgegengestreckt, in „Die Frage bleibt: WARUM?“ wird der Winnender Amoklauf verarbeitet und mit „Fahne im Wind“ hat man sich den besten OI-MELZ-Song für eine Coverversion ausgesucht. Etwas ab fällt da „Hope & Glory“, ein deutschsprachiges Cover von „Solidarity“ (ANGELIC UPSTARTS), für das der Text hier und da etwas zu sperrig geraten ist. „Kein Gott, kein Staat“ ist dann der einzige Totalausfall: „Kein Gott, kein Staat, lieber was zu saufen / schon am morgen blau und super drauf sein / kein Gott, kein Staat, lieber was zu ficken / es gibt nicht Schöneres als hammergeile Titten.“ Dieser Stumpfsinn ist ein Fremdkörper zwischen all den anderen, mitunter überraschend reflektierten Songs, die aber zu keinem Zeitpunkt studentisch oder belehrend wirken – im Gegenteil. Allerdings stört mich etwas der eine oder anderen (Un)Reim aufs gleiche Wort, das kommt aber nicht allzu oft vor. Im Gegensatz zu den ganzen Plattencovern heutzutage sieht das gezeichnete Motiv übrigens verdammt gut aus und es lässt sich sogar zu einem Miniposter ausklappen. Auf der Rückseite stehen dann die Texte, auf Nix-Gut-Werbung wurde dafür diesmal komplett verzichtet. Allerdings hätte man ruhig mal einen Lektor drüberlesen lassen sollen, denn gleich mehrfach „Plastersteine“ lesen zu müssen, tut in den Augen weh. Alles in allem aber ein überraschend gutes Album. Respekt! 15 Songs in 41 Minuten. 2-. Günni

SYSTEMFEHLA – MEDIENEVENT CD

(www.nix-gut.de) / (www.systemfehla.de)

„Im Westen nichts Neues“ nennt sich ein Song dieser Band aus Hannover, und das gleiche möchte ich ihr attestieren: Bemühter, für das Label so typischer „Deutschpunk“, der am Hörer vorbeirauscht, ohne dass großartig was hängen bliebe oder wirklich Spaß machen würde. Der Sänger nervt mit seiner dünnen, klaren Gymnasiastenstimme extrem und die gesellschaftskritischen Texte pendeln zwischen gar nicht mal schlecht („Empathie“, „Freie Menschen“) und doof („Deutschpunk“, „Punkerbande“, wobei letzterer eine Abwandlung der Affenbande mit der gestohlenen Kokosnuss ist – hier wurde allerdings Sternburger Bier geklaut…). Mit „Greif nach den Sternen“ gibt’s ein eingedeutschtes Cover von SOCIAL DISTORIONs „Reach For The Sky“, welches dann auch prompt zusammen mit „Freie Menschen“, bei dem Gunnar von DRITTE WAHL als Gastsänger fungiert, den besten Song dieses Albums darstellt. Wally von TOXOPLASMA und Micro von den ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN dürfen dann auch noch mal mitträllern, retten die Platte aber auch nicht mehr. Das Booklet enthält Fotos und sämtliche Texte. 19 Songs + Intro in 58 Minuten. 4. Günni

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