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Category: Tonträger Z

ZORNICH – ZORNIGE ALTE MÄNNER CD

(www.zornich.info)

ZORNICH stammen aus Hannover und Umgebung und haben jetzt ihre erste eigene Platte am Start. Das ist ziemlich räudiger Punkrock der ungehobelten Sorte mit Kloaken-Antigesang, der sich in ziemlich simplen deutschen und englischen Texten übers Leben auskotzt und den FC St. Pauli abfeiert. Die Bandmitglieder sind tatsächlich nicht mehr des jüngsten Semesters, wollen’s aber anscheinend noch mal wissen und hauen ganz gut auf die Kacke. Nicht schlecht sind sie, wenn der Humor der Band durchklingt, vieles klingt mir aber noch zu bemüht. Mein Favorit ist der Song „Dein Leben“, „Ungerecht“ und „Stammtischprophet“ sind ganz witzig… alles andere ist meines Erachtens aber verzichtbar, insbesondere die englischen Songs. Das Booklet allerdings ist mit Texten, Fotos und zahlreichen „Hellbunny“-Zeichnungen sehr schön geworden, leider aber auch etwas rechtschreibfehlerbehaftet. Letzteres dürfte die Zielgruppe der Band aber vermutlich ohnehin nicht interessieren. 13 Songs in 36 Minuten. 3-4. Günni

ZWANGSRÄUMUNG – RUNDUMSCHLAG Demo-CD

(www.myspace.com/zwangsraeumung)

Die gepresste (!) Demo-CD der jungen Band aus Gotha hat mich leider „nackt“ und ohne jegliche Infos erreicht. Zu hören bekam ich aber elf, soweit ich es heraushören konnte, klischeebehaftete, deutschsprachige Stücke, die mal in Richtung HC- und mal mehr in die Streetpunk-Ecke gehen und von einem ganz gut krächzenden Sänger begleitet werden. Es geht um Anarchie, Punks & Skins united und das ganze Zeug und zumindest Teile der Band zählen wohl zur Casualties-Shirt tragenden Irofraktion. Ich denke, damit weiß jeder, wo ZWANGSRÄUMUNG grob einzuordnen sind. Die Aufnahme geht für ein Demo ok und wenn die Jungs etwas mehr Eigenständigkeit entwickeln, wird man sicherlich noch mal von ihnen hören. 35 Minuten Spielzeit. 3. Günni

ZERFALL – 25 JAHRE BLAUEN MÖWEN CD

(www.pukemusic.de) / (www.myspace.com/zerfallostberlin)

Derber Ostzonen-Prügelpogopunk mit ebenso derbem, kehligem Grölgesang und aufs Wesentliche reduzierten Texten: „Komm wir knacken einen Shop / Komm wir brechen ein / Stellen alles auf den Kopf / Hau’n den Bullen die Fresse ein!“ („Shop“). Die Songs wurden zwischen 1983 und 1985 noch zu DDR-Zeiten in Ost-Berlin geschrieben und nun erstmals vernünftig eingespielt. Wat soll ich sagen? Ich find das höchst charmant und wohltuend primitiv. Schwer authentisches Zeug in überzeugenden Versionen eingezimmert, inkl. Cover-Version des heutzutage politisch schwer unkorrekten VOLKSFRONT-Kultsongs „Besatzer raus“, seinerzeit auf dem „Keine Experimente II“-Sampler erschienen. Mit Intro sind das insgesamt aber nur acht Songs, weshalb die CD mit 15 Live-Tracks, aufgenommen 1984, angereichert wurde. Klar, dass diese Aufnahmen nicht mit professionellen Live-Alben zu vergleichen sind. Da rappelt’s in der Kiste und scheppert’s im Karton… Alles in allem eine weitere interessante Veröffentlichung historisch wertvollen DDR-Materials. Das Booklet enthält Songtexte, Hintergrundinfos und viele Fotos. Am 24.10.2009 ist übrigens Record-Release-Party zusammen mit KNOCHENFABRIK und RASTA KNAST in Berlin! 23 Songs in 48 Minuten. Ohne Wertung. Günni

THE ZERO POINT – SHAMELESS SELFPROMOTION CD

(www.impact-records.com) / (www.thezeropoint.8k.com)

Bei THE ZERO POINT handelt es sich um eine reformierte Punkband der ersten Stunde aus Dänemark, die zu früheren Schaffenszeiten nicht unbedingt inflationär Tonträger auf den Markt geworfen hat – handelt es sich hierbei doch um ihr Debüt-Album! Und das kann ich zwar mangels Kenntnis nicht mit dem alten Zeug vergleichen, aber es kann sich mit seinem proletarischen, lebensbejahenden, von sich und seiner Sache voll überzeugtem Streetpunk durchaus hören lassen. Textlich feiert man seinen Lifestyle und seine Attitüde, spendet allen Widrigkeiten zum Trotz neuen Mut und beweist mit einem Song wie „Shitfaced In A Spitfire“, der von einem sturzbetrunkenen Kampfpiloten handelt, Humor. Die Produktion geht ebenfalls klar, ebenso wie die Coverversion von „Chinese Rocks“, wobei der Titel langsam aber sicher nun wirklich etwas ausgelutscht ist. Ideale Mucke für die Punkrockkneipe! Etwas schade finde ich aber, dass es keinen Song in Landessprache zu hören gibt. Das Booklet kommt mit allen Texten und einigen Fotos und das Cover bietet die Rückansicht einer hübschen Punkette, die für mind. die Hälfte der Bandmitglieder aber etwas zu jung sein dürfte, haha. Allerdings hätte man ruhig mal einen Lektor über die Texte lesen lassen können, um den einen oder anderen Rechtschreibfehler zu vermeiden. Runde Sache, die Spaß macht und dem Hörer genau das bietet, was er erwartet. Deutlich überm Nullpunkt! Elf Songs in 38 Minuten. 2-3. Günni

ZOX – THE WAIT CD

(www.sideonedummy.de) / (www.zoxband.com)

Wiederveröffentlichung in neuer Aufmachung (Digipack mit allem Pipapo) des Anfang 2005 auf dem bandeigenen Label veröffentlichten Debüts dieser Indie-Rock-Band aus New England. Der Sound hat einen typisch britischen (Stichwort: Britpop) Einschlag – so steht im Info auch was von POLICE- und THE CURE –Einflüssen. Tatsächlich musste ich auch des Öfteren an diese beiden Bands denken. An POLICE wegen des zeitweilig einsetzenden Offbeats (kein Ska-Punk!), an THE CURE (nicht nur) wegen des zerbrechlich klingenden Gesangs. Stellenweise sehr eingängig und poppig im positiven Sinne, mir persönlich dann aber doch manchmal etwas zu lahm. Eine Note zu vergeben, fällt mir schwer – nicht zuletzt, weil mir in diesem Bereich etwas die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Wer auf radio-tauglichen, frischen Indie-Rock/“Britpop“ kann, sollte ruhig mal reinhören. Ich geb’ einfach mal ’ne solide 3. Günni

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