(www.contra-net.com) / (www.myspace.com/highsociety44)

Beide Bands dieser Split-Scheibe stammen aus Ostdeutschland, wobei der “DIVISION FICHTENGEBIRGE”-Part schon mal in kleiner Auflage auf Vinyl veröffentlicht wurde. Die DIVISION versorgt uns mit rudimentärem Punkrock mit sarkastischen, zynischen Texten in deutscher Sprache, immer irgendwo zwischen erfrischend anders und grenzwertig bis krank. Kommt immer dann besonders gut, wenn der Sänger einem völlig überdreht seine Klumpen hinrotzt und mich dabei z.B. an SEKRETSTAU erinnert. Auszüge gefällig? „Die dritte Welt, sie kann mich mal, ich hasse S.I.K. und DRITTE WAHL“, „Die verschissenen grünen Menschenfreunde, die Sozis mit ihrer Heuchlermeute, das ganze Pack ist kotzbeschissen, diese Friedenspisser, die alles besser wissen“, „Jeder Erste ist hier die Nachahmung des Zweiten, und im Fernsehen heulen Wölfe, die die Hammelherde leiten. Erschlag den Typ von nebenan, keiner wird ihn vermissen, er ist nur ’ne Kopie und die ist beschissen“ und zu guter Letzt aus dem Hundehasser-Song „Sex zwischen Mülltonnen“: „Denn Glasscherben und auch Reißzwecken kann man in Wurstscheiben verstecken. Im Park verstreut, welch große List – es klappt auch gut mit Rattengift“. Insgesamt neun Songs lang tobt sich die selbsternannte „Contergan-Elite“ ohne Rücksicht auf Verluste aus. Ich mit meinem Grottenhumor find’s lustig, andere werden sicherlich pikiert aufschreien.
Die HIGH SOCIETY; die mit lediglich fünf Songs vertreten ist, kann mit ihrem lahmen COTZRAIZ-Rip-Off da nicht gegen anstinken. „Stolz und frei“, „Punks & Skins“, die zu ihrem Land stehen gegen links und rechts, „Oi! Oi! Oi!“ etc… gääähn. Das kommt viel zu gewollt rüber, hat man alles schon viel besser gehört und langweilt mich eigentlich nur noch. Egal, ob man nun jemanden damit provozieren will oder das alles wortwörtlich ernst meint – mir geht’s am Arsch vorbei.
Das Booklet birgt fast alle Texte in sich, die Aufmachung geht klar. 14 Songs in 33 Minuten. Die Gewinner sind für mich die DIVISION FICHTENGEBIRGE, vergeb’ ich mal ’ne 3. Musikalisch ist da nämlich noch Steigerungspotential. Die HIGH SOCIETY muss sich mit ’ner 4- begnügen, denn das ist mir – trotz der ironischen Ansätze und der klaren Absage an braunes Pack im Song „Hitlers Erben“ – einfach zu wenig. Günni