Das niederländische Powertrio PETER PAN SPEEDROCK veröffentlichte zwischen 1997 und 2016 unzählige Scheiben und gönnte sich anschließend eine fünfjährige Auszeit. Seit 2021 spielt man wieder live und irgendwann steckte mir meine wesentlich bessere Hälfte, dass sie die Combo gern mal wieder sehen würde – ich glaube, das war leider, nachdem sie uns bereits ein-, zweimal durch die Lappen gegangen war. Als ich vor zig Monaten sah, dass sie Ende März wieder das Monkeys beehren würde, sicherte ich uns kurzerhand Tickets und blockte den Termin im Kalender.
Es handelte sich um eine Art Frühkonzert, sprich: 19:00 Uhr Einlass und um 20:00 Uhr sollte es schon losgehen, damit nach hinten raus noch genügend Zeit für die ‘80/‘90er-Disco blieb. Das bedeutete, dass wir – passenderweise – nach dem Fußball etwas Geschwindigkeit an den Tag legen mussten. Nach dem Zwischenstopp an der Dönerbude eilten wir zum Monkeys, wo SKROETBALG pünktlich wie die Maurer um 20:00 Uhr loslegten, als wir noch an der Garderobe unsere Plünnen abgaben. Erst mal im Pub-Bereich die After-Döner-Zichte schmauchen und ein Monkeys Red schütten, die ebenfalls aus den Niederlanden stammende Vorband lieferte den Soundtrack dazu. Dann aber ab vor die Bühne!
Das Monkeys dürfte so gut wie ausverkauft gewesen sein, erwartungsgemäß waren MOTÖRHEAD-Shirts und -Tattoos ebenso in hoher Frequenz vertreten wie Turbojugend-Kutten. PETER PAN SPEEDROCK zählen zu jenen Bands, die in den 1990ern den Spaß am Rock’n’Roll zurückgebracht hatten und sicherlich auch SKROETBALG beeinflussten. Das Quartett zockte ziemlich schnörkellosen, verzerrten, punkigen Drei-Akkorde-Hauruckrock mit niederländischen Texten und bewies etwas schrägen Humor. Sie sangen unter anderem darüber, wie scheiße die niederländische (und mir bis dato völlig unbekannte) Discounter-Kette „Action“ sei – und dass Beck’s angeblich das beste Bier braue. Ja nee, is‘ klar. Zwischendurch holten sie jemanden auf die Bühne, der anlässlich seines 40. Geburtstags eigens aus Groningen angereist war. Als Zugabe zockte man den TURBONEGRO-Klassiker „Get It On“ in einer gefeierten Version.
- Skroetbalg
Zugegebenermaßen zählen PETER PAN SPEEDROCK nicht unbedingt zu den Bands, die ich zu Hause auflege, entsprechend wenig vertraut war ich mit dem Material. Ich versprach mir aber eine energiegeladene, hochoktanige Punk-/Rock’n’Roll-Show, und exakt die bekam ich auch. Die überwiegend flott nach vorne gespielten Songs umschifften jegliche Monotonie durch immer mal wieder eingestreute Licks und Grooves, wobei die Grundlage in etwa MOTÖRHEAD in weniger bluesig, dafür umso punkiger blieb – wenn ich mich an einer Definition versuchen wollte. Vor der Bühne fand vom ersten Song an relativ harter Pogo statt, dabei durchaus mit weiblicher Beteiligung und mitunter etwas übermotiviert. Wir standen am Rande des Pits und blieben unverletzt. 😉 Die BATMOBILE-Coverversion „Transylvanian Express“ von der Split-Platte mit den Psychobillys kam zu Live-Ehren, „Gotta Get Some“ erfuhr Unterstützung durch einen Gastsänger. Ohne ihn ist die Band nur zu dritt, wobei es schon beeindruckend ist, wie Sänger und Gitarrist Piet die Doppelbelastung meistert, während die Rhythmusfraktion das Pedal immer wieder durchtritt. Bei SKROETBALG bedankte er sich, außer für deren Aussage über Beck’s… Nach ich glaube einer guten Stunde war Feierabend, aber das Monkeys blieb ziemlich voll. Auch wir blieben einfach, genossen die Arbeit des DJs und tranken dem Club eine Schneise ins Bierregal – irgendwie muss man nach so’nem Gig ja wieder runterkommen…
- Peter
- Pan
- Speedrock






















Seit geraumer Zeit veranstaltet die „Krach 45“-DIY-Konzertgruppe Konzerte im Turtur auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Das Besondere: Diese finden stets donnerstags statt. Für viele ist das der Vizefreitag, an dem man schon mal losgehen kann, für uns unser regelmäßiger Probetermin. Um dort auch mal auftreten zu können, verlegten wir quasi die Probe ins Turtur. Krach 45 beraumte ein Konzert zusammen mit unseren Proberaumkollegen, den HARBOUR REBELS, an, sodass es ein stilistisch gemischter Abend wurde (was ich ja ohnehin ganz gerne mag). Das Turtur entpuppte sich als direkt am Kanal gelegene, schlauchförmige Mischung aus Kneipe, Pizzabäckerei und Club mit Tresen, Außenterrasse und allem Pipapo – außer einer Bühne. Diese ebenerdig herzurichten, war gerade die Beschäftigung der Krachis, als ich etwas überpünktlich vor Ort aufkreuzte und die frohe Kunde vernahm, dass es frisch zubereitete Pizza als Bandverpflegung geben würde. Außerdem weihte man mich in die Besonderheiten der Gesangseinlage ein. Diese hat den Vorteil, dass die im Rechteck angeordneten, vier unter der Decke hängenden Boxen eine Art Surround-Sound erzeugen, aber den Nachteil, dass sie leicht Rückkopplungen mit dem Gesangsmikro erzeugen. Gitarren und Bass werden nicht abgenommen, Kickdrum und Snare hingegen schon. Alright.









Ursprünglich sollte dieses Konzert in Bad Oldesloe stattfinden, denn unter Kurort machen wir’s eigentlich nicht mehr (Scherz!), doch wurde es schließlich nach Rendsburg in die gute alte (und jüngst gerettete) T-Stube verlegt – einem wichtigen selbstverwalteten Ort für Live-Aktivitäten auf dem flachen schleswig-holstein’schen Land. Eigentlich hätte das Konzert auch mit den niederländischen CITY RIOT als Headliner aufwarten sollen, die letztlich jedoch wegen einer Doppelbuchung passen mussten. Veranstalter Sven alias „Oidesloer“ hatte also gut zu schwitzen, letztlich aber alles prima hinbekommen. Auch unser spätes Aufschlagen – aus den heillos überfüllten Hamburger Straßen auf die Autobahn zu kommen, dauerte länger als der eigentliche Teil der Strecke – schien den Zeitplan nicht sonderlich durcheinandergeworfen zu haben.



















Dietmar Wischmeyers erstes „Logbuch“ stammt aus dem Jahre 1997 und lautete
Der Hamburger Comiczeichner, Illustrator und Autor Henning Schöttke debütierte im Jahre 1983 mit seiner Graphic Novel „Latona“ im Kieler Semmel-Verlach (damals noch „Verlag“). Die rund 120 unkolorierten Seiten des großen Taschenbuchs sind handgelettert und im Gegensatz zu anderen frühen Semmel-Veröffentlichungen paginiert.
Hierbei handelt es sich um eine weitere Kompilation des Kieler Semmel-Verlachs. Mittlerweile schrieb man das Orwell-Jahr 1984 und der Verlag trat inzwischen mit seiner kultgewordenen „Verlach“-Schreibweise auf dem Buchumschlag auf. Der Band vereint auf den gewohnten rund 150 unkolorierten, handgeletterten (und leider unpaginierten) Seiten im großen Taschenbuch Comic-Beiträge der Künstler Brösel, Volker Reiche, Bernd Pfarr, Fritsche, Drühl und Michael Gutmann.
Aus dem Jahre 1984 stimmt diese weitere Veröffentlichung des seinerzeit noch immer jungen Kieler Semmel-Verlachs (damals noch „Verlag“). Sie umfasst wie gewohnt rund 150 unkolorierte, handgeletterte (und leider erneut unnummerierte) Seiten im verlagstypischen großen Taschenbuch – und passt mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung einmal mehr zum Verlagsprogramm wie das Bierchen zum Fußball: Perfekt.