1992 fand in Wien die „Comic Welten“-Großausstellung statt, zu deren Anlass die Herausgeber Habarta und Havas zwölf österreichische Comiczeichner gewannen, für dieses bei Comicothek erschienene 50-seitige, farbige Softcover-Album einen sekundärliterarischen Streifzug durch die Geschichte der Comics zu nehmen – in Comicform. Dabei orientierte es sich offenbar an den einzelnen Ausstellungsabschnitten.
Ein sprechender Bleistift führt durch das sehr bunte und interessant gestaltete Album, beginnend mit den Ursprüngen der neunten Kunst und ihren Vorläufern über die Zeitungsstrips, Disney, Superhelden, Fantasy, Science-Fiction, Dschungel-Helden, historische Comics, Kriminalcomics, Abenteuercomics und Funnys bis hin zu Horror, Krieg und Terror.
Nach diesem Überblick widmet man sich im zweiten Teil den mit Comics in Verbindung stehenden Themen Zensur, Pädagogik, Politik, anarchischen „Bilderstürmern“, Satire und Parodien, Erotik (hätte ich eher als Genre oder Gattung definiert) und Film & Comic. Was man später als Graphic Novels zu bezeichnen begann, heißt hier noch „literarische Comics“. Auf eine Comicleseanleitung folgt eine herrlich selbstironische Kurzgeschichte „Wie ein Comic entsteht“, die Einblicke in den Herstellungsprozess gewährt. Eine Seite über Fans und Vermarktung schließt den Infocomic-Teil, bevor der Bleistift aus demselben entlässt. Im Anhang finden sich Kurzporträts aller beteiligten Zeichner. Und laut meinen Notizen habe ich irgendwo noch eine Stichelei gegen „Gespenster Geschichten“ & Co. ausgemacht, beim raschen Durchblättern gerade aber nicht mehr gefunden.
Alle Seiten sind individuell und oft detailreich gestaltet, dabei zeichnerisch zum Teil den jeweils behandelten Gegentand parodierend. „Comic Welten – Das Album“ liefert Einsteigern (und an diese richtet man sich vornehmlich) einen tollen Überblick darüber, welche Genres und Subgenres überhaupt existieren, und macht allein schon aufgrund seiner Gestaltung Lust darauf, sich mit Comics – alten wie neuen – zu beschäftigen. Ein paar orthographische Fehler fallen da kaum ins Gewicht.
Ganz am Ende befindet sich ein Verweis auf den Ausstellungskatalog, ein rund 300-seitiges, reich bebildertes Sachbuch (also in Textform), das ebenfalls von Habarta und Havas stammt und für mich als (schon etwas größeres) Kind seinerzeit der Einstieg in die Comic-Sekundärliteratur war. Dieses Album, von dem ich gar nichts wusste, bis ich es zufällig im Antiquariat fand, ist sowohl ein gezeichneter Schnelldurchlauf des von mir als Standardwerk empfundenen „Katalogs“ als auch eine schöne Ergänzung desselben.



Bei diesem im Jahre 1980 bei dtv erschienenen 100-seitigen Taschenbuch handelt es sich um den Nachdruck des vier Jahre zuvor im Friedrich-W.-Heye-Verlag veröffentlichten Werks mit dem etwas sperrigeren Titel „Cartoons/Opus 1. Variationen in Farbe und Chinatinte über das menschliche Wesen und andere atmosphärische Phänomene“ des recht populären argentinischen Cartoonisten Mordillo.

„Der Leitfaden für den erfolgreichen Köter“ erschien im US-Original im Jahre 1984 und ein Jahr später hierzulande. Im gewohnten 160-seitigen Umfang diktierte der Hund Hasso von der Fröhn dem Texter Larry Siegel seine Einleitung sowie die elf Kapitel dieses Ratgebers, den Angelo Torres mit seinen Cartoons üppig illustrierte – im Schnitt jede zweite Seite enthält einer seiner Zeichnungen.
Don Martin zum Achten: Sein bereits achtes Mad-Taschenbuch erschien hierzulande im Jahre 1985, im US-Original offenbar bereits 1977. Auf die gewohnten rund 160, diesmal sogar nummerierten, ein bis zwei, selten maximal drei Panels umfassenden Schwarzweiß-Seiten verteilt der Meister des Slapsticks und der Soundwords insgesamt 14 Geschichten, zu denen Dick de Bartolo und Don Edwing Texte und Ideen beisteuerten.
Der Klappentext des bereits siebten Mad-Taschenbuchs Sergio Aragones‘ suggeriert, dass es um Tiere gehe, was längst nicht immer der Fall ist. Das im Original im Jahre 1983 und hierzulande 1985 erschienene, rund 160-seitige, aber leider wieder ohne Seitenzahlen auskommen müssende Büchlein enthält ein- bis vielseitige Cartoon-Gags und Geschichten ohne Dialoge, aber mit überraschenden, mal gut gelungenen, mal etwas banalen Pointen in Aragones‘ typischem, oft sehr wuseligem Karikatur- und Funny-Zeichenstil voller Situationskomik und Slapstick. Dank nur ein bis zwei Panels pro Seite sind auch Details der Schwarzweiß-Zeichnungen gut zu erkennen. In Form einer „Der Gefangene von Alcatraz“-Verballhornung schaffte es auch eine pointierte Filmsatire ins Buch. Lokalisierungen finden sich in Abkürzungen wie WDR, ZDF und DM. Ein Proteinriegel für den schnellen Mad-Kick zwischendurch.