Günnis Reviews

Kategorie: Bücher (page 1 of 33)

Gerhard Habarta (Hrsg.) / Harald Havas (Hrsg.) – Comic Welten: Das Album

1992 fand in Wien die „Comic Welten“-Großausstellung statt, zu deren Anlass die Herausgeber Habarta und Havas zwölf österreichische Comiczeichner gewannen, für dieses bei Comicothek erschienene 50-seitige, farbige Softcover-Album einen sekundärliterarischen Streifzug durch die Geschichte der Comics zu nehmen – in Comicform. Dabei orientierte es sich offenbar an den einzelnen Ausstellungsabschnitten.

Ein sprechender Bleistift führt durch das sehr bunte und interessant gestaltete Album, beginnend mit den Ursprüngen der neunten Kunst und ihren Vorläufern über die Zeitungsstrips, Disney, Superhelden, Fantasy, Science-Fiction, Dschungel-Helden, historische Comics, Kriminalcomics, Abenteuercomics und Funnys bis hin zu Horror, Krieg und Terror.

Nach diesem Überblick widmet man sich im zweiten Teil den mit Comics in Verbindung stehenden Themen Zensur, Pädagogik, Politik, anarchischen „Bilderstürmern“, Satire und Parodien, Erotik (hätte ich eher als Genre oder Gattung definiert) und Film & Comic. Was man später als Graphic Novels zu bezeichnen begann, heißt hier noch „literarische Comics“. Auf eine Comicleseanleitung folgt eine herrlich selbstironische Kurzgeschichte „Wie ein Comic entsteht“, die Einblicke in den Herstellungsprozess gewährt. Eine Seite über Fans und Vermarktung schließt den Infocomic-Teil, bevor der Bleistift aus demselben entlässt. Im Anhang finden sich Kurzporträts aller beteiligten Zeichner. Und laut meinen Notizen habe ich irgendwo noch eine Stichelei gegen „Gespenster Geschichten“ & Co. ausgemacht, beim raschen Durchblättern gerade aber nicht mehr gefunden.

Alle Seiten sind individuell und oft detailreich gestaltet, dabei zeichnerisch zum Teil den jeweils behandelten Gegentand parodierend. „Comic Welten – Das Album“ liefert Einsteigern (und an diese richtet man sich vornehmlich) einen tollen Überblick darüber, welche Genres und Subgenres überhaupt existieren, und macht allein schon aufgrund seiner Gestaltung Lust darauf, sich mit Comics – alten wie neuen – zu beschäftigen. Ein paar orthographische Fehler fallen da kaum ins Gewicht.

Ganz am Ende befindet sich ein Verweis auf den Ausstellungskatalog, ein rund 300-seitiges, reich bebildertes Sachbuch (also in Textform), das ebenfalls von Habarta und Havas stammt und für mich als (schon etwas größeres) Kind seinerzeit der Einstieg in die Comic-Sekundärliteratur war. Dieses Album, von dem ich gar nichts wusste, bis ich es zufällig im Antiquariat fand, ist sowohl ein gezeichneter Schnelldurchlauf des von mir als Standardwerk empfundenen „Katalogs“ als auch eine schöne Ergänzung desselben.

Helga – Ein Leben an seiner Seite (Hägar – Der Schreckliche, Taschenbuch Nr. 12)

Der Goldmann-Verlag, seit dem Jahre 1977 leider Teil des Bertelsmann-Konzerns, ist eine große Nummer auf dem Taschenbuchmarkt und insbesondere für seine Krimiveröffentlichungen bekannt, brachte aber auch mehrere Comicreihen unters Volk, wobei er immer unter dem Radar der großen Comicspezialisten Ehapa, Bastei und Condor flog. So gibt er seit 1983 die vom US-Amerikaner Dik Browne erdachten und gezeichneten Funny-Abenteuer des barbarischen Wikingers Hägar in Taschenbuchform heraus, die als Zeitungsstrips zigfach abgedruckt wurden und sich großer Beliebtheit erfreuen.

Den zwölften Band aus der zweiten Hälfte der 1980er widmete man ausnahmsweise ganz Hägars Frau, der Walküre Helga, und ließ das vermutlich rund 100-seitige (die Seiten sind leider unnummeriert) Schwarzweiß-Büchlein wie ein Hägar-Spin-off oder gar eigenständiges Werk aussehen. Auf meiner auf einem Flohmarkt erstandenen Ausgabe wurde im Titel aus „seiner“ per schwarzem Filzer kurzerhand „Ihrer“, eine im Innenteil angebrachte und offenbar aufs Jahr 1989 datierende Haftnotiz macht hieraus „Das Buch zur Wohngemeinschaft“ – war also offenbar einst eine Art Einweihungs- oder Einzugs-Mitbringsel. Ob mittels „Ihrer“ tatsächlich gesiezt werden sollte oder eigentlich „ihrer“ auf eine gemischtgeschlechtliche WG hätte verweisen sollen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das Buch enthält pro Seite drei ein- bis vierpanelige, pointierte und stets in sich abgeschlossene, nicht aufeinander aufbauende Strips. Da diese eigentlich fürs Querformat prädestiniert sind, füllen sie die Seiten nicht sonderlich gut aus, sodass die stets gleichen „Helga“-Überschriften und Minizeichnungen über und zwischen ihnen prangen. Bei aus der Reihe fallenden Ausnahmen dürfte es sich um Sonntagsseiten gehandelt haben. Das Besondere an dieser Ausgabe ist eben, dass Helga in jedem Strip vorkommt und Hägar somit eher die zweite Geige spielt. Vornehmlich dreht es sich um „Szenen einer Ehe“, um Emanzipation und Geschlechterklischees. Meist bekommt dabei Hägar oder bekommen Männer generell ihr Fett weg, mitunter ist aber auch Helga die Leidtragende. Zudem ziehen sich ein paar Running Gags durchs Buch. Die Grundlage für den „Hägar“-Humor ist die Übertragung zeitgenössischen Familienlebens mit all seinen Herausforderungen in die Wikinger-Ära, wodurch beides karikiert wird und was erstaunlich gut – und langwierig – funktioniert.

Aufgrund der für diese Spezialausgabe, vielleicht gar für die ganze Goldmann-Reihe über den Haufen geworfenen Chronologie haben Helga und Hägar mal einen Hund, während es an späterer Stelle heißt, sie hätten keinen. Ein Strip wurde gar versehentlich doppelt abgedruckt. Davon abgesehen ist Dik Brownes Hägar- bzw. Helga-Humor auch im Jahre 2026 noch sehr witzig und sogar witziger und besser gealtert als ich, der ich zuletzt im unbedarften Kindesalter Hägar-Comics gelesen hatte, es erwartet hatte. Und irgendwie meine ich, sie mittlerweile auch noch viel besser zu verstehen.

16/22 Nr. 2: Claire Bretécher – Kopfsalat (1. Teil)

Als zweiter Band der „16/22 – Comics von Format“-Reihe der Edition Comic Art des Hamburger Carlsen-Verlags erschien im Jahre 1983 die deutsche Übersetzung dieses Comics der Französin Claire Bretécher, die hier als kritische Porträtistin der 68er bezeichnet wird. Laut Metatext ist er im Original bereits 1971 erschienen, laut Impressum 1978. Ich vermute, dass sich letztere Angabe auf die Zusammenstellung dieser Sammlung bezieht. Carlsen brachte sie als rund 80-seitiges, vollfarbiges Softcover-Buch im A5-Format heraus.

Es versammelt zunächst überwiegend zweiseitige satirische Geschichten im versierten karikierenden Funny-Stil bei flexibler, aber aufgeräumter Panelstruktur, die zum Teil ohne Sprechblasen auskommen und (was den Textteil betrifft) in Schreibschrift gehalten sind. Sie behandeln Themen wie Emanzipation, Zusammenleben, eigene Identität, Generationenkonflikte, das Verhältnis zu den Medien und popkulturelle Trends. Unter anderem äußert Bretécher Kritik am damaligen Mode- und Aktfotografie-Trend und nimmt typische Phrasen und Klischees aufs Korn. Ein angenehm bissiger Sarkasmus ist ihr dabei alles andere als fremd.

Weiter hinten finden sich auch etwas längere Geschichten, Bretécher band sich also nicht an ein starres Konzept. Carlsen nahm wie so oft ein paar Lokalisierungen vor, was bei in der Realität verankerter Satire so eine Sache ist. So finden sich in dieser Ausgabe das ZDF, Ostfriesland und der Hamburger Stadtteil Altona, in dem der Verlag ansässig ist.

Auf der Buchrückseite wirbt man damit, dass Bretéchers Geschichtchen zum Nachdenken anregen, was hier einmal alles andere als zu hochgegriffen ist. Ein kluges, schönes Zeitporträt.

Mordillo – Variationen über das menschliche Wesen

Bei diesem im Jahre 1980 bei dtv erschienenen 100-seitigen Taschenbuch handelt es sich um den Nachdruck des vier Jahre zuvor im Friedrich-W.-Heye-Verlag veröffentlichten Werks mit dem etwas sperrigeren Titel „Cartoons/Opus 1. Variationen in Farbe und Chinatinte über das menschliche Wesen und andere atmosphärische Phänomene“ des recht populären argentinischen Cartoonisten Mordillo.

Vorangestellt wird ein Kurzporträt Mordillos, gefolgt von einem ausgiebigen Vorwort Heyes persönlich, der sich begeistert von Mordillos Werk zeigt, aber auch dessen Inhalte analysiert, die humoristisch aufbereitet vom menschlichen Anrennen gegen die Verzweiflung zeugten, und sich damit auseinandersetzt, weshalb er (beinahe) ausschließlich die Bildsprache verwendet: um möglichst universell verstanden zu werden. So gibt Heye einem die Lesart gleich mit.

Der Hauptteil bietet unpaginierte Farb- und Schwarzweiß-Seiten mit meist mehrpaneligen Arbeiten Mordillos in liebevoller Aufmachung, knuffig gezeichnet vom Meister. Manche Zeichnungen weisen einen eher simplen Strich auf, andere hingegen fallen sehr detailliert aus. Für einen Napoleon-Gag sowie einen weiteren, weiter hinten im Buch, griff Mordillo sogar ausnahmsweise auf sprachliche Dialoge zurück, die jedoch unübersetzt blieben.

Der Humor speist sich oft daraus, dass nichts ist, wie es auf dem ersten Bild scheint. Einiges ist sexuell konnotiert, einiges skizziert (un)menschliche Abgründe. Ich mag Mordillos Stil. Bei aller Liebe: Manchmal ergeht er sich aber auch schlicht in recht simplen Gags. Dies soll seine Arbeiten nicht schmälern, lediglich ihre bedeutungsvolle Aufladung in Heyes Vorwort ein wenig relativieren.

Michael Ryba – Hobbytheke: Hurra, TV + Video!

Michael Rybas im Jahre 1993 im Frankfurter Eichborn-Verlag erschienenes, rund 50-seitiges, vollfarbiges A5-Paperback-Büchlein ist Teil der zwölf Bände umfassenden „Hobbytheke“-Reihe, die verschiedenste Hobbys aufs Korn nimmt. Bei diesem handelt es sich um eine Satire auf Fernsehkonsum mit zielgruppengerecht wenig Text, dafür vielen großen Illustrationen mit Cartoons und Fotos.

Da wohl niemand zugibt, fernsehsüchtig zu sein oder überhaupt viel fernzusehen, ist dies ein dankbares Gebiet, um es sarkastisch humorig zu beackern. Der Humor lässt sich ungefähr als „Mad light“ beschreiben – manches recht seicht, anderes treffender, bissiger oder schlicht witziger. Unter den 21 enthaltenen Tipps lautet der zehnte, selbst Filme zu drehen, was anhand des Beispiels einer Rotkäppchen-Adaption veranschaulicht wird. Diese folgt im Stil einer Foto-Lovestory. Generell ist der Inhalt relativ abwechslungsreich und kurzweilig.

Das Format selbst wiederum ist natürlich eine Persiflage auf ernstgemeinte Hobby-Ratgeber. Hat man schnell durchgeblättert und ab und zu einen Schmunzler auf den Lippen. Als Teil einer Reflektion des Fernseh- und Videokonsums Anfang der 1990er zudem eventuell von historischem Interesse.

Mawil – Die Band

Der Berliner Comicautor und -zeichner Mawil ist neben seinem „Supahasi“ bekannt für autobiographische Geschichten. Eine solche ist auch „Die Band“, im Jahre 2004 im Reprodukt-Verlag erschienen. Mir liegt eine jüngere Neuauflage in Klappenbroschur vor.

Rund 80 (leider unnummerierte) Schwarzweiß- bzw. Graustufenseiten lang erlaubt sich Mawil eine völlige Flexibilität bei seinen Panels und zeichnet und lettert bis zur letzten krakeligen Linie alles per Hand, mit überaus charmantem Resultat. Ins-Wort-Fallen wird Mawil-typisch durch sich überlagernde Sprechblasen dargestellt. Als gewöhnungsbedürftiger empfand ich eigenwillige Schreibweisen wie Grafitty, Metall-Band und Basedrum und auch immer noch ein bisschen seinen konsequenten Verzicht aufs „ß“. Kommen wir aber zum Eigentlichen: Mawil zeichnet wunderbar selbstironisch und humorig seine Karriere als Musiker in den 1990ern nach, die weit weniger erfolgreich verlief als seine Berufung zum Comiczeichner. Los ging’s mit der Hiphop-Band „International Known“. Beatles-Fan Mawil wird nur „Verpeiler“ genannt. Der erste Auftritt wird absolviert (wobei Mawil an den Songtexten teilhaben lässt), und nach vier Liedern und den Sommerferien war’s das auch schon wieder. Jedoch wird er von der Rockband „Schwarze Pumpe“ als Bassist angeworben und soll dort auch singen…

Nach dem ersten Auftritt lassen sich die Spontankritiken des Publikums in einem (sehr witzigen) Gewusel aus Sprechblasen auf einer Art Wimmelbild nachvollziehen. Grandios ist auch an späterer Stelle die Doppelseite, die einen Gig in der Schulaula aus Mawils Point-of-View-Perspektive skizziert und seine Gedanken währenddessen offenbart. Typische Besetzungsprobleme beginnen mit dem ständig die Probe schwänzenden zweiten Gitarristen Kilian, der deshalb gehen muss. Die laienhafte Instrumenten- und Zubehörauswahl im Musikfachgeschäft wird launig kommentiert. Ivonne steigt als Sängerin ein und sorgt für den entscheidenden Unterschied, was die Bedeutung eines charismatischen Frontmenschen unterstreicht.

Wer selbst einmal in einer Hobbyband, deren Ambitionen zumindest über den Proberaum hinausreichten, musiziert hat, wird hier vieles wiedererkennen, sei es die typische Manöverkritik nach mal mehr, mal weniger gut besuchten Konzerten, die Herausforderung, eine stimmige Setlist zusammenzustellen, die Aufregung bereits beim Soundcheck, wenn schon Publikum anwesend ist, Breaks versemmelnde Drummer, Aufnahmen bei bekifften Bekannten, einen mal zurückwerfende, mal voranbringende, aber immer Zeit kostende Besetzungswechsel oder auch schlicht Bass-Transportprobleme (die Dinger sind laaang), vielleicht auch die beinahe panische Abneigung dagegen, Musikunterricht zu nehmen, was hier eine Rückblende mit Mawils Klavierunterricht erklärt, den er als Kind zu nehmen genötigt worden war.

Als der gläubige Marcus als Sänger und zweiter Gitarrist einsteigt, wird die Band in „Tine Melk“ umbenannt. In Linda findet man die perfekte Frontfrau. Leider dazudenken muss man sich, dass – und weshalb – Marcus die Band wieder verließ; hier ließ Mawil eine Leerstelle. Profi Christian, der nach weiteren Besetzungswechseln als Profi zur Band stößt und beim Klang auf jedes Detail achtet, erinnert mich frappierend an den Drummer meiner eigenen Krachcombo.

Ähnlich wie „Wir können ja Freunde bleiben“ oder später „Kinderland“ wirkt auch „Die Band“ sehr authentisch, was ich in einem abstrakten Medium wie dem Comic als besondere Herausforderung erachte. Für weitere Authentizität und Zeitkolorit sorgen ein paar eingearbeitete reale Bilder wie Plattencover oder Ivonnes „Beverly Hills 90210“-T-Shirts. Statt auf eine unrealistische, kathartische Pointe steuert die Geschichte auf einen fünf Jahre später angesetzten Epilog zu. Das macht „Die Band“ nicht etwa unspektakulär, sondern umso sympathischer.

Mad-Taschenbuch Nr. 47: Larry Siegel / Angelo Torres – Von Hund zu Hund

„Der Leitfaden für den erfolgreichen Köter“ erschien im US-Original im Jahre 1984 und ein Jahr später hierzulande. Im gewohnten 160-seitigen Umfang diktierte der Hund Hasso von der Fröhn dem Texter Larry Siegel seine Einleitung sowie die elf Kapitel dieses Ratgebers, den Angelo Torres mit seinen Cartoons üppig illustrierte – im Schnitt jede zweite Seite enthält einer seiner Zeichnungen.

Ganz recht, dieses Mad-Taschenbuch ist komplett aus der Sicht eines Hundes geschrieben. Damit persifliert es von Menschen für Menschen geschriebene Ratgeber-Bücher und nimmt zugleich das Verhalten von Hunden sowie deren Verhältnis zu Menschen (und Katzen) aufs Korn. Das ist witzig und meist treffend geschrieben, von Torres zudem sehr hübsch mit einer verdammt niedlichen Promenadenmischung illustriert. Nicht nur für Hundebesitzerinnen und -besitzer empfehlenswert. Ob diejenigen, die noch keinen haben, nach der Lektüre dieses Büchleins einen anschaffen werden wollen, sei aber einmal dahingestellt…

Cinema-Sonderband Nr. 12: Göttinnen des erotischen Films

Aus dem Jahre 1985 stammt das 164 Seiten umfassende zwölfte Filmbuch des Cinema-Verlags. Offenbar verkauften sich Bücher mit nackter Haut am besten, sodass es zur „Sex im Kino“-Reihe einige Ergänzungen wie den Quasi-Vorgänger „Cinema-Sonderband Nr. 8: Sexstars“ oder eben diese gab.

Berücksichtigt werden folgende vollmundig zu „Göttinnen des erotischen Films“ geadelte Schauspielerinnen:

  • Barbara Carrera
  • Pia Zadora
  • Anja Schüte
  • Lauren Hutton
  • Dayle Haddon
  • Rachel Ward
  • Laura Gemser
  • Brooke Shields
  • Jane Fonda
  • Sybil Danning
  • Isabelle Adjani
  • Brigitte Bardot
  • Jane Birkin
  • Jamie Lee Curtis
  • Sandra Milo
  • Anita Ekberg
  • Kim Novak
  • Sophia Loren
  • Elizabeth Taylor
  • Jayne Mansfield
  • Marion Michael
  • Gila von Weitershausen
  • Gabrielle Lazure
  • Joan Collins
  • Bo Derek
  • Isabelle Huppert
  • Maud Adams
  • Claudia Cardinale
  • Ursula Andress
  • Senta Berger
  • Jacqueline Bisset
  • Olivia D’Abo
  • Catherine Deneuve
  • Clio Goldsmith
  • Daryl Hannah
  • Mariel Hemingway
  • Barbara Bouchet
  • Marylin Monroe
  • Jennifer Beals
  • Carole Bouquet
  • Faye Dunaway
  • Sandra Wey
  • Maruschka Detmers
  • Phoebe Cates
  • Marie Colbin
  • Valérie Kaprisky
  • Angela Molina
  • Gudrun Landgrebe
  • Sophie Marceau
  • Ornella Muti
  • Anne Parillaud
  • Tawny Kitaen
  • Stefania Sandrelli
  • Nastassja Kinski
  • Sylvia Kristel
  • Laura Antonelli
  • Hanna Schygulla
  • Maria Schneider
  • Corinne Cléry
  • Charlotte Rampling
  • Christine Kaufmann
  • Sirpa Lane
  • Diane Lane
  • Raquel Welch
  • Romy Schneider
  • Carroll Baker
  • Elke Sommer
  • Tanya Roberts
  • Caroline Munro
  • Gina Lollobrigida
  • Diana Dors

Inhaltlich besteht das Softcover-Buch aus meist sehr knappen, dafür überwiegend respektvoll statt geifernd oder sexistisch geschriebenen Biographien. Den Großteil der Seiten nehmen aber Fotos ein, farbig wie schwarzweiß. Die sehen natürlich toll aus, sind aber, liebe möglicherweise entsprechend geeichte Leserschaft, keine reine Fleischbeschau und längst nicht alle Fotografierten präsentieren sich hier hüllenlos. Schön wären indes Quellenangaben gewesen: Handelt es sich um Modellfotos, beispielsweise für den „Playboy“? Oder stammt ein bestimmtes Bild aus einem Film und wenn ja, aus welchem? Letzteres wird immerhin manchmal im Text erwähnt. Der Seitenumfang pro Schauspielerin variiert, Nastassja Kinski werden die meisten Buchseiten zuteil. Dass es sich bei allen aufgeführten Damen um Erotikgöttinnen handelt, sei einmal dahingestellt, als krude Mischung und eine Art Bestandsaufnahme aus der Mitte der 1980er ist diese Zusammenstellung aber nicht ohne Reiz. Es fehlen jedoch Namen wie Gloria Guida, Lilli Carati, Nieves Navarro, Rosalba Neri, Inrid Steeger, Elisabeth Volkmann, Dagmar Lassander,  Lina Romay (und weitere Jess-Franco-Aktricen), Brigitte Lahaie, Edwige Fenech, Teri Tordai, Katja Bienert, Sabrina Siani, Olivia Pascal und, und, und… Zu gern wüsste man, welche Kriterien der Auswahl zugrunde lagen. Persönlicher Geschmack der Redaktion? VHS-Verleihstatistiken? Umfragen? Wahrscheinlich war eine vermutete Popularität ausschlaggebend. Im Anhang finden sich Filmographien.

Ein paar Fehlerchen haben sich auch hier eingeschlichen; so wird auf S. 50 aus „Ohrfeigen“ der Film „Die Ohrfeige“, was verwirrt, da beide Filme existieren, und auf S. 114 aus „Der Ungehorsam“ kurzerhand „Der Ungehorsame“.

Offenbar existiert auch eine erweiterte Neuauflage, die mir mal jemand ohne abgerissenen Titel und herausgerissene erste Seiten (mir fehlen die mit Anaïs Jeanneret) mit in ein Paket legte und die, mit Ausnahme Anita Ekbergs, bis Seite 31 inhaltlich neugestaltet wurde. Weitere, zuweilen kuriose Änderungen: Mandy Smith auf S. 82 (obwohl sie noch in gar keinem Film mitgespielt hatte), auf S. 83 Charlotte Lewis, auf S. 84 Grace Jones, auf S. 85 Mia Nygren, auf S. 98 Tina Hudson, auf S. 99 Linda Blair, auf S. 106 Rosanna Arquette, auf S. 107 Brigitte Nielsen, auf S. 108 Kim Basinger, auf S. 111 Madonna, auf S. 112 Isabella Rosselini, auf S. 113 Rae Dawn Chong, auf S. 138 Danuta Lato, auf S. 139 Fanny Bastian, auf S. 140 Jodie Foster, auf S. 142 Lisa Bonet, auf S. 143 Elizabeth Mary Mastrantonio und auf S. 158 Ingrid Steeger. Diane Lane erhielt zwei Fotos mehr, Ornella Muti gleich vier, bei Jane Fonda wurden zwei Fotos durch ein Barbarella-Motiv ersetzt, bei Tawny Kitaen ein großes durch drei kleinere, Jamie Lee Curtis bekam ein Foto mehr, Sirpa Lane hingegen musste ebenso komplett weichen wie Gila von Weitershausen, Gabrielle Lazure, Sandra Wey, Corinne Cléry, Sandra Milo, Carroll Baker, Elke Sommer, Caroline Munro und Diana Dors. Daran lässt sich sicherlich ablesen, wie sich der jeweilige Stellenwert im Bereich „attraktive Kinoschauspielerinnen“ innerhalb weniger Jahre änderte. Filmographien wurden weggelassen und durch einen alphabetischen Index der Damen ersetzt.

Wie fragwürdig es ist, zwischen einschlägige Personalien verdiente seriöse bis hochkarätige Schauspielerinnen zu mischen und auf eine behauptete erotische Ausstrahlung zu reduzieren, braucht an dieser Stelle sicherlich nicht betont zu werden. Insofern sind Bücher wie dieses auch Zeugnis einer damals verbreiteten Perspektive auf Frauen im Filmgeschäft.

Mad-Taschenbuch Nr. 46: Don Martin ist behämmert

Don Martin zum Achten: Sein bereits achtes Mad-Taschenbuch erschien hierzulande im Jahre 1985, im US-Original offenbar bereits 1977. Auf die gewohnten rund 160, diesmal sogar nummerierten, ein bis zwei, selten maximal drei Panels umfassenden Schwarzweiß-Seiten verteilt der Meister des Slapsticks und der Soundwords insgesamt 14 Geschichten, zu denen Dick de Bartolo und Don Edwing Texte und Ideen beisteuerten.

Das ist natürlich wieder herrlicher Unfug. Käpt’n Hirni gibt sich dem totalen Soundword-Exzess hin, eine Persiflage anthropologischer Schriften über Urvölker-Tänze zieht die damit verbundenen Klischees kräftig durch den Kakao, Wolfgang Amadeus Knofel und sein Halb-Wunderhund Herkules müssen für eine Detektivgeschichten-Parodie herhalten, eine Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Mär wird als Vom-Buchhalter-zum-Filmstar-Story persifliert und so weiter und so fort. Ein Don-Martin-Band ist jedes Mal ein außerordentliches Vergnügen.

Mad-Taschenbuch Nr. 45: Sergio Aragones – Mad-Menagerie

Der Klappentext des bereits siebten Mad-Taschenbuchs Sergio Aragones‘ suggeriert, dass es um Tiere gehe, was längst nicht immer der Fall ist. Das im Original im Jahre 1983 und hierzulande 1985 erschienene, rund 160-seitige, aber leider wieder ohne Seitenzahlen auskommen müssende Büchlein enthält ein- bis vielseitige Cartoon-Gags und Geschichten ohne Dialoge, aber mit überraschenden, mal gut gelungenen, mal etwas banalen Pointen in Aragones‘ typischem, oft sehr wuseligem Karikatur- und Funny-Zeichenstil voller Situationskomik und Slapstick. Dank nur ein bis zwei Panels pro Seite sind auch Details der Schwarzweiß-Zeichnungen gut zu erkennen. In Form einer „Der Gefangene von Alcatraz“-Verballhornung schaffte es auch eine pointierte Filmsatire ins Buch. Lokalisierungen finden sich in Abkürzungen wie WDR, ZDF und DM. Ein Proteinriegel für den schnellen Mad-Kick zwischendurch.

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