Günnis Reviews

Monat: Dezember 2008

DIE FROHLIX – KEIN MANN FÜR EINE NACHT Maxi-CD

(www.suppenkazper.de) / (www.frohlix.de)

Die wiedervereinten FROHLIX nahmen sich hierfür des Klassikers der SUURBIERS an und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Original gar nicht kenne. Die hier vorliegende Version kommt auf jeden Fall überraschenderweise richtig gut und entpuppt sich mit ihren Offbeat- und Bläser-Einlagen als echter Hit! Auch die anderen beiden Songs können sich hören lassen: „Zugezogen“ schildert witzig-sarkastisch, wie man vom Regen in die Traufe kommt, wenn man blauäugig meint, durch einen Umzug einem feindlich gesinnten Umfeld entfliehen zu können, denn (Zitat): „Den geistigen Schnauzbart rasiert hier keiner ab“. Es folgt eine weitere Coverversion, nämlich „Ritter Rost hat Geburtstag“ aus dem gleichnamigen Hörspiel, das ich ebenfalls nicht kenne. Aber auch dieser Song gewinnt mit seinem weiblich/männlichen Wechselgesang und dem Text, der uns alten Säcken hier wie auf den Leib geschneidert scheint, haha. Inhaltlich also eine echt gut Scheibe, bei der mich nur das Format etwas stört: Whatever happened to the good old 7“? Drei Songs in acht Minuten. 2. Günni

PARANOYA – ATMEN LP/CD

(www.majorthreat.de) / (www.paranoya-online.de)

Holla, ganz schönes Brett! Schreibt der Beipackzettel noch ganz allgemeingültig von “verschiedenen Punkstilen” und “sowohl persönlich als auch sozialkritisch” angelegten Texten, bläst nach dem Ein- bzw. Auflegen der Scheibe ein ganz schöner HC-Sturm aus den Boxen, der allerdings tatsächlich immer mal wieder von etwas punkrockigeren Klängen aufgelockert wird. Erwähnenswert finde ich auf jeden Fall die Metal-Einflüsse, die hier und da immer mal wieder aufblitzen und ebenso wie die teils besorgniserregend wütenden Schlagzeugattacken das Salz in der musikalischen PARANOYA-Suppe darstellen. Auf der Produktionsseite wurde versucht, das Maximum rauszuholen, was ich persönlich in dieser Form jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte, befindet sich das Ergebnis doch m. E. am Rande zum Überproduzierten. Aber passt schon. Die größtenteils deutschsprachigen Texte wirken in ihrer Mischung aus Pessimismus und Wut kämpferisch und aufrüttelnd. Hierbei fällt aber auf, dass die Texte sich größtenteils in recht starren Reimschemata bewegen, was sie, insbesondere im Zusammenhang mit dieser Art von Punk/HC, nicht in diesen Ausmaßen bräuchten. Die (wenigen) englischen Texte fallen allerdings deutlich ab. Mit diesem zweiten Longplayer (der erste ist mir gänzlich unbekannt und auch schon acht Jahre alt) ist den Jungs ein interessantes, abwechslungsreiches Album gelungen, bei dem es was zu entdecken gibt und das geradezu nach mehreren Durchläufen schreit! So habe ich mir auch noch keine abschließende Meinung gebildet, kann aber schon mit Gewissheit sagen, dass mir das Gehörte gefällt! Im Booklet wurden die Texte abgedruckt und individuell zu jedem Song grafisch anders unterlegt. 19 Songs in 46 Minuten, Anspieltipp: “Stadtrand”. 2-. Günni

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