Der zweite „Derber Trash“-Sammelband des deutschen Weissblech-Comicverlags erschien im Jahre 2011 und umfasst auf seinen 100 Schwarzweißseiten im Softcover in halber Albumgröße erneut drei ältere Schundhefte, ergänzt um eine eigens für diesen Band angefertigte Rahmenhandlung.
Diese entpuppt sich als selbstironische Justizposse um die Urheberschaft an den Comics. „Unglaubliche Sexfiction“ enthält Sexploitation-Science-Fiction-Geschichten, aus denen jene von Bella Star erzählte, auf Erden spielende qualitativ heraussticht. Diese ist zwar ausnahmsweise leider nicht handgelettert, dafür aber ein überraschend und zugleich angenehm klassisches Moralstück um russische Mädchenhändler und Vergewaltiger. „Drogengeile Teenieschlampen auf Mallorca“, der zweite Teil der Saga um die drogengeilen Teenieschlampen, nimmt unter anderem Mallorca-Klischees sexploitativ aufs Korn, das Party-Erklärbild erinnert gar an „Mad“. „Amazonen – Busenwunder der Bronzezeit“ ist vielleicht das interessanteste Heft dieses Sammelbands und eröffnet mit einer barbusigen, aber sexfreien, sogar recht „seriösen“ Amazonen-Fantasy-Handlung, gefolgt von „Morag“, einem Monstrum von einer Kriegerin in einer humorigen Geschichte, die Altertum-Fantasy mit der Moderne mischt. Die dritte Erzählung wartet wieder mit einer expliziten Sexszene auf (was diesen Bänden wohl stets die Jugendfreigabe kostet), eingebettet in einer in der Gegenwart spielenden Expedition zu den Amazonen.
Ein Rückblick auf die Entstehung der Comic, sozusagen ein Metatext mit Hintergrundinformationen, ergänzt die Sammlung. Geschrieben wurde er von Verleger Levin Kurio, der unter anderem von erfolglosen Messebesuchen als Aussteller berichtet. Auch schön: Ein Abriss über Hefte, die es nie gab. Und ein Bonuscomic handelt vom Besuch einer Comicmesse in Essen, für den Kurio sich grandios auf die Schippe nehmend selbst zeichnete und der zudem einmal mehr fabelhaft satirisch ausfällt. Eine leichte Das/dass-Schwäche und den einen oder anderen Zeichensetzungsfehler muss man hinnehmen, Laune machen die von Roman Turowski, Levin Kurio, Eckart Breitschuh mal mit gröberem, mal feinerem Strich gezeichneten Elaborate allemal – ein Affinität zu spekulativem, bewusst Geschmacksgrenzen hinter sich lassendem Trash vorausgesetzt!

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