Der leider viel zu früh verstorbene Comiczeichner, Cartoonist und Maler Bernd Pfarr veröffentlichte sein erstes (mir noch unbekanntes) Comicalbum im Jahre 1984 in Form des zweiten Bands der „Erwachsenen-Comics aus deutschen Landen“ des Volksverlags. Im selben Jahr beteiligte er sich an den „Pullover-Comics“ des Kieler Semmel-Verlags, wo er seinen anthropomorphen Enterich Dulle auftreten ließ. Seinen Einstand hatte Dulle anscheinend bereits ein paar Jahre zuvor im Underground-Comic-Magazin „Hinz & Kunz“ gefeiert. Ihm widmete Semmel ein Jahr später ein ganzes Taschenbuch, nachdem Pfarr bereits im Frühjahr 1985 ebendort „Ich liebe dich!“ veröffentlichen konnte.
Auf das Inhaltsverzeichnis des unkolorierten, diesmal aber mit Seitenzahlen versehenen Buchs folgt ein kurzes Vorwort Michael Gutmanns zur Figur des wortkargen, stets stoisch genervt dreinschauenden Schrottplatz- und Autoverwertungshofbetreibers Dulle in einer Welt unterschiedlicher anthropomorpher Wesen. Die mit klarem Strich kreierten, übersichtlichen Zeichnungen sind auffallend groß, die Buchseiten werden mit maximal Panels belegt.
In der ersten Geschichte lässt man (also Dulle und seine beiden Mitarbeiter Kurz und Kapuste) nach allen Regeln der Kunst einen Kunden auflaufen – eine köstliche Parodie auf Handwerksbetriebe, die es sich leisten können, schlecht mit Kundschaft umgehen oder erst gar keinen Bock auf welche haben. Wie Pfarr menschliche Verhaltensweisen hier in Comicform karikiert, ist ein großer Spaß. Hochklassig auch die Geschichte um Dulles Neffen Rötger, den er für zwei Wochen zu sich nimmt: einen ausschließlich an Schach interessierten Autisten. Die anderen, meist wesentlich kürzeren Geschichten fallen dagegen – mitunter doch arg – ab. Nichtsdestotrotz bietet „Dulle“ einen interessanten Einblick in Pfarrs frühes Schaffen und macht mich neugierig auf mehr.

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