Im Jahre 1997 erschien im Alpha-Comic-Verlag dieses Kuriosum: Ein von außen wie ein typisches Taschenbuch des Semmel-Verlachs aussehender, 104-seitiger handgeletterter Comic-Band, der nicht Brösels alias Rötger Feldmanns (daher das Wortspiel im Titel) Kultrocker Werner zum Inhalt hat, sondern Brösels Kumpel und zugleich Widersacher, den Kneipenwirt Holger „Holgi“ Henze, mit dem Brösel sich einst das legendäre Rennen Horex versus Porsche lieferte. Henze textete die hier enthaltenen Comics zusammen mit Gabriele Laurenz und Andreas von Froreich, in Zeichenform brachte sie Gerhard Pauli.

Zeitungsausschnitte zum ersten Werner-Rennen und zur geplanten Revanche bilden eine Collage, die auch eine Kritik Holgis an Brösel enthält. Der in einem sehr charmanten Funny-Stil gehaltene Comicteil wird von eben dieser Vorgeschichte eröffnet, in der Brösel und dessen Management nicht nur ihr Fett wegbekommen, sondern sogar die Freundschaft zwischen Holgi und Brösel aufgekündigt wird. Als Erzähler führt Holgis nerdiges, bärtiges „Faktotum“ Walter durch die Handlung. Holgi liest einen offenbar authentischen „Spiegel“-Verriss des neuen Werner-Comics, in dem er sterben solle. Die Geschichte endet abrupt mit einem Geistesblitz Holgis.

Es folgen weitere Cartoons, Gags und Kurzgeschichten, meist, aber nicht immer mit Holgi, oft auch mit Walter, qualitativ anzusiedeln zwischen banal und genial. Der Stil variiert, manche Cartoons sind sogar in Fotos hineingezeichnet. Wunderbar sind die kräftigen Hintergrundzeichnungen, die manchen Comic besonders erstrahlen lassen. Die Geschichte um das eingangs erwähnte Motorrennen wird fortgesetzt; Kneipengäste schalten eine Kleinanzeige, mit der sie 68 Herausforderer für einen Vorentscheid suchen. Gegen Ende träumt der rennbesessene Holgi visualisiert von einem Rennen Porsche gegen Kamel in Timbuktu. Zudem enthält das Buch zwei Seiten satirischer Werbung sowie eine echte fürs „Ventilspiel“, ein Brettspiel.

Einige Spitzen gegen Brösel sind übers Buch verteilt. Bestand damals eine tatsächliche Feindschaft oder handelte es sich eher um einen Marketing-Coup? So oder so trägt „Räum das Feld Mann“ zur Legendenbildung um Holgi bei.

P.S.: Wie so oft wären Seitenzahlen nett gewesen.