Günnis Reviews

Datum: 2. August 2006

TAKE SHIT – NEUE SCHEISSE – ALTE MÄNNER CD

(www.nixgut.de) / (www.takeshit.de)

Die Band (ursprünglich aus Thüringen, jetzt Kreis Stuttgart) bezeichnet Ihre Musik als „Donnerpop“ und will in keine Schublade passen. Klappt nur leider nicht: Schublade „Deutscher Punk der 80er mit dilettantischen Texten“ auf, TAKE SHIT rein, Schublade zu. Und dass mir die drei inkl. ihrem Drumcomputer da bloß niemand wieder rauslässt, bis sie nicht gelernt haben, ihrem puristischen Punk Texte zu verleihen, die über schlechte Reime, austauschbare Inhalte und ganz mieses Deutsch hinausgehen. Die suchen übrigens jemanden, der ihren Drumcomputer ablöst – vielleicht kann derjenige ja auch Texte schreiben? Booklet mit allen Texten, 20 Songs in 47 Minuten. 5+. Günni

ZOX – THE WAIT CD

(www.sideonedummy.de) / (www.zoxband.com)

Wiederveröffentlichung in neuer Aufmachung (Digipack mit allem Pipapo) des Anfang 2005 auf dem bandeigenen Label veröffentlichten Debüts dieser Indie-Rock-Band aus New England. Der Sound hat einen typisch britischen (Stichwort: Britpop) Einschlag – so steht im Info auch was von POLICE- und THE CURE –Einflüssen. Tatsächlich musste ich auch des Öfteren an diese beiden Bands denken. An POLICE wegen des zeitweilig einsetzenden Offbeats (kein Ska-Punk!), an THE CURE (nicht nur) wegen des zerbrechlich klingenden Gesangs. Stellenweise sehr eingängig und poppig im positiven Sinne, mir persönlich dann aber doch manchmal etwas zu lahm. Eine Note zu vergeben, fällt mir schwer – nicht zuletzt, weil mir in diesem Bereich etwas die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Wer auf radio-tauglichen, frischen Indie-Rock/“Britpop“ kann, sollte ruhig mal reinhören. Ich geb’ einfach mal ’ne solide 3. Günni

KONFUZ – NICHT DABEI CD

(www.nixgut.de) / (www.konfuz.de)

Label und das etwas kindisch anmutende Cover ließen mich das Schlimmste fürchten, aber so schlimm wurd’s dann doch nicht. KONFUZ aus Hameln spielen melodischen, deutschsprachigen Punkrock, mal auch Ska-Punk, der, wenn er etwas Pfeffer im Arsch hat, positiv an COMBAT SHOCK oder GOTTKAISER erinnert. Beim Lesen der Texte merkt man, dass man sich wirklich mal Gedanken machte. Da wirkt nichts gezwungen und gängige Nix-Gut-Klischees werden erfreulicherweise gekonnt umschifft. Es werden kleine Geschichten aus dem Leben eines etwas verträumten Verlierers erzählt, natürlich nicht ohne Seitenhiebe auf äußere politische Umstände. Gefällt mir gar nicht schlecht, allerdings ist mir der Gesang manchmal zu kraftlos und monoton und allgemein könnte es für mein persönliches Punkrock-Empfinden etwas ungehobelter und fixer zugehen. Aber Substanz, Potential und Charakter hat es. Kommt im Digipack, das Booklet mit allen Texten sieht aus wie Kinderbuch. 14 Songs in 53 Minuten. 3. Günni

DEAD FISH – ZERO E UM CD

(www.deckdisc.com.br) / (www.deadfish.com.br)

Neues Album dieser sehr erfolgreichen brasilianischen Band, die es mittlerweile wohl auch schon um die 14 Jahre gibt und laut Info durch Sänger Rodrigo sowas wie das Sprachrohr einer ganzen Generation ist. Ehrlich gesagt ist dieses das erste Album, das sich mir durch die Gehörgänge windet, und das eher mühsam – mir ist das alles irgendwie zu glatt, zu professionell und souverän. Die Mucke bewegt sich zwischen poppigem Punkrock und “Melodycore“ und da bleibt leider nicht viel hängen. Mag sein, dass sie in Brasilien ’ne ganz große Nummer, textlich (ausschließlich portugiesisch, aber alle abgedruckt) einwandfrei und für die Kids dort verdammt wichtig sind, aber ich mag es rauher und ungestümer… mir fehlen Wut, „Credibility“ und Melodien, die sich wirklich einschmeicheln..14 Songs in 37 Minuten.. 4+. Günni

Copyright © 2026 Günnis Reviews

Theme von Anders Norén↑ ↑