Günnis Reviews

Monat: Januar 2007

BALZAC – DEEP BLUE: CHAOS FROM DARK-ISM CD

(www.g-forcerecords.de) / (www.balzac-europe.com)

Neues BALZAC-Album, Horrorpunk aus Japan also. Wie gewohnt zwischen hymnisch/atmosphärisch und belanglos. Für Fans bestimmt wieder die Offenbarung, ich persönlich brauche nur EINE Horrorpunkband: Die alten MISFITS und sonst nichts. In dieser Hinsicht bin und bleibe ich ignorant. Mal ganz abgesehen davon, dass man mir eine beschissene, gesichtslose Vorab-CD schickte, die ich in keinem meiner Player komplett abgespielt bekommen habe. Müßig zu erwähnen, dass ich dadurch nichts zu Texten oder grafischer Gestaltung sagen kann. Liebe Labels, spart euch sowas doch besser, wartet ein wenig und schickt das fertige Produkt. Danke. Aufgrund von vier „EU-Bonus-Tracks“ ist die CD randvoll. 3-4. Günni.

COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS – I CUT OUT HER HEART CD

(www.impact-records.de) / (www.bloodfarmers.com)

Was soll das denn nun schon wieder sein? Country-R’n’R-Horror-Texas-Chainsaw-Massacre-Punkrock? So sieht’s aus! Leider habe ich kaum Hintergrundinformationen zu dieser Combo, allerdings scheint es sich um ein Projekt von Musikern verschiedener Ami-Bands zu handeln, die sich dafür dieses Südstaaten-Image aneigneten. Die Texte reichen von zynisch bis makaber und spielen mit diversen Horror- und Country-Klischees und schwarzem Humor. Habe ich in dieser Form noch nie gehört, hat aber was. Wer offen für Neues, Abgedrehtes ist, sollte diese Scheibe mal antesten. Natürlich ist auch die Aufmachung des Albums im Horror- und 50ies-Stil gehalten und kann sich sehen lassen. Besonders das Cover bestehend aus fünf mumifizierten Leichen sieht klasse aus und erinnert mich an meine Lieblingsfilme. Da hatten ein paar Freaks überm Teich anscheinend ganz schön Spaß inne Backen, der sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch auf den einen oder anderen Hörer übertragen wird. 13 Songs in 43 Minuten. Anspieltipp: „How The West Was Won“. Ohne Wertung. Günni

RADIO BADLAND NR. 19 – DEZEMBER 2006 CD-R

(www.radiobadland.de)

Am dritten Donnerstag im Dezember ging RADIO BADLAND wieder auf Sendung, um den Ohren der geneigten Zuhörer erneut mit der bewährten Mischung aus Neuerscheinungen und Klassikern des Genres zu schmeicheln. Studiogäste oder Interviews gab es diesmal keine, dafür wurde ein (etwas anderes) Weihnachtsgedicht aufgesagt. Es macht einfach Spaß, den mittlerweile routinierten Moderatoren zuzuhören, die auch dieses mal eine interessante und informative Sendung fabrizierten. Weiter so im neuen Jahr! Günni

V.A. – MAKE CAPITALISM HISTORY CD

„Mobilization sampler against the G8 summit 2007 in Heiligendamm“, so prangt es auf dem Cover. Aha, es geht also um oder vielmehr gegen den G8-Gipfel, der dieses Jahr im heimischen Meck-Pomm stattfinden wird. Dieser Sampler vereint 20 Bands aus aller Welt, die i.d.R. durch ihr politisches Auftreten auffallen und deckt die Bereiche (Oi!-)Punk, Ska und Hip Hop ab. Dabei sind u.a. ANTI-FLAG, CHAOZE ONE, BANDA BASSOTTI, NO RESPECT, LOS FASTIDIOS, DULCES DIABLITOS u.v.m. Licht und Schatten wechseln sich da ziemlich ab und bei Bands wie TURBOSTAAT oder ZSK ist für mich endgültig Schluss. Insgesamt ist vieles eher nicht so meine Mucke; einfach nicht dreckig, räudig und… punkig genug. Im Booklet druckte man in hundert verschiedenen Sprachen die eigene (m.E. völlig richtige) Sichtweise auf den unsäglichen G8-Gipfel ab und gibt sich kämpferisch inkl. Bemühung um geschlechtsneutrale Schreibweise, Antifa-Flaggen etc., darüber hinaus gibt’s dann noch Web-Adressen der beteiligten Bands sowie zu Hintergrundinfos und politischen Seiten. Fazit: Weder musikalisch noch vom Selbstverständnis her so unbedingt Meins, aber die Grundaussage stimmt in jedem Fall und sollten sich durch diesen Sampler tatsächlich junge Leute mobilisieren lassen, hat sich die VÖ gelohnt. Kommt inkl. Poster. 20 Songs in 73 Minuten. Ohne Wertung. Günni

PERFECT DAZE – FIVE YEAR SCRATCH CD

(www.bosstunage.com)

PERFECT DAZE war eine Punkband aus Ipswich, die Mitte bis Ende der 80er ihr Unwesen trieb und recht poppigen Punkrock spielte. Hierbei handelt es sich nun um eine Kollektion von Outtakes, Raritäten etc… wer braucht sowas? Ich sicher nicht. Wenn es aber mittlerweile von allen (un)möglichen und (un)bedeutenden Bands entsprechende Veröffentlichungen gibt, hofft man vermutlich, auch etwas vom Kuchen abzubekommen… Das Cover ist hässlich und pixelig, ebenso pixelig ist der komplette Rest der grafischen Gestaltung in Form von Fotos und alten Flyern und Konzertplakaten. Dazu gibt’s noch ein paar Worte zur Band aus der Retrospektive. Vielleicht wat für Sammler und Komplettisten, die sonst schon alles haben, für mich ist das nix. 22 Songs in 61 Minuten. Anspieltipp: „Bubblegum“. 4. Günni

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