Günnis Reviews

Monat: März 2007

STEAKKNIFE – PARALLEL UNIVERSE OF THE DEAD CD

(www.rookierecords.de)

STEAKKNIFE melden sich mit ihrem vierten Studioalbum zurück, für das Gitarrist Demon zur Band zurückkehrte und der charismatische Lee Hollis (SPERMBIRDS, 2BAD) wieder seinen wütenden lyrischen Ergüssen freien Lauf ließ. Die Platte wirkt mit seinen oft recht kurzen Mid- und Up-Tempo-Nummern kompakt und wie aus einem Guss, kommt aber auch abwechslungsreich genug daher, um gut zu unterhalten. Gekonnt vorgetragener, ehrlicher Punkrock ohne Schnörkel, aber alles andere als stumpf oder altbacken, im Gegenteil. Wer STEAKKNIFE kennt, wird wissen, was ich meine. Der Hollis kann’s halt noch immer, auch wenn ich mich nach wie vor mit einigen Songs schwer tue, die mir nicht so recht reinlaufen wollen. Aber das war bei STEAKKNIFE schon immer so, von daher in jedem Falle eine solide Platte, die STEAKKNIFE-Fans verzücken wird. Kommt im matten Digipack mit allen Texten im Booklet aus Kartonpapier. 14 Songs in 32 Minuten. Anspieltipp: “Brainboy”. 3. Günni

BLACKOUT ARGUMENT – MUNICH VALOR CD

(www.bastardizedreckords.de)

Newschool-HC aus Deutschland mit melodischen, poppigen Indie-Refrains und persönlichen, englischen Texten… hmm… frei nach ROCKABILLY MAFIA: Das’ mir zu neu, ich steh’ auf Oi! und Punk, ich bin ein Punkrock-Boy. Im Ernst: Ist ‘ne 18-minütige Mini-CD mit sechs Songs, Gesang halt zwischen melodischem Gesäusele und Gebrülle/Geschreie, Mucke zwischen Metal, HC und Indie. Wer sowas mag, soll’s sich reintun, für mich ist das weder Fisch noch Fleisch. Ohne Wertung. Günni

MONDO GUZZI – LITTLE BEAST CD

(www.rookierecords.de)

Aus Mannheim kommend, präsentieren MONDO GUZZI einen sehr modernen Mix aus Schweinerock marke GLUECIFER, Punk und Indie-Rock; perfekt produziert und komplett in englischer Sprache. Mir ist das alles etwas zu weit weg vom Punkrock, hat aber dann und wann seine Momente. Zu Texten und Aufmachung kann ich mal wieder nichts sagen, da mir nur eine Promo-CD im Pappschuber vorlag. Genausowenig, wie sich die Band einem konkreten Genre zuordnen lässt, kann ich das Ganze beurteilen, da ich nicht weiß, nach welchen Maßstäben ich gehen sollte. “Selbst reinhören” lautet also die Devise. Zwölf Songs + In- und Outtro in 44 Minuten. Günni

ALI GATOR & HIS REAL HOT REPTILE ROCKERS – MOTORCYCLE BOUND CD

(Crazy Love / Cargo Distribution)

Lo-Fi-Oldschool-Rock’n’Roll/-abilly von RAY COLLINS (HOT CLUB), der sich hier unter einem Pseudonym austobt. Absolut authentischer Sound, könnte direkt so aus den 50ern stammen. Tatsächlich haben diese Aufnahmen aber nur zwischen einem und 13 Jahren auf dem Buckel. Tollenträger und Retro-Freaks werden in ihrem Element sein und auch ich kann mich einer gewissen Faszination nicht verwehren – wenn ich es auch nicht wirklich bewerten kann, da völlig außer Konkurrenz. Schade, dass die Gestaltung des Albums so gut wie nix hermacht (kein richtiges Booklet etc.). 14 Songs in 34 Minuten. Anspieltipp: “Aligator”. Günni

A.C.K. – EISKALT DIGIPACK CD

(www.europeanlabelgroup.com, info@europeanlabelgroup.com)

Weitestgehend metalfreier, deutschsprachiger Up-Tempo-HC-Punk der älteren Schule mit meist melodischen Refrains und angenehm rauhem Gesang. Sind durchaus ein paar Hits bei, besonders “USA” ist ein Ohrwurm. “Krank” hat Ska-Einflüsse und Bläsereinsatz und die Produktion ist unpompös und punkig. Natürlich gibt’s das volle Brett rudimentäre Sozial- und Gesellschaftskritik in den Texten, mal mehr, mal weniger parolenbehaftet. Alles nicht neu, aber besser gereimt und nicht so klischeehaft wie bei vielen Genre-Kollegen – von Ausrutschern wie “In diesem Land” mal abgesehen. Einige persönlichere Stücke um Selbstzerfleischung, Hoffnung, Moral und Kampfgeist bilden den Gegenpol, fügen sich aber ins Gesamtkonzept ein. Überflüssig finde ich die zusätzliche Akkustik-Version von “USA”. Alles in allem gefällt mir das Album besser als erwartet. Im Punkbereich guter, im aktuellen “Deutschpunk”-Bereich gehobener Durschschnitt. Genre-Fans sollten also aufmerken. Kommt im aufklappbaren Digipack mit allen Texten. 13 Songs + Outtro und Bonustrack (“Ace Of Spades”-Cover) in 41 Minuten, Anspieltipp: “USA”. 3. Günni

CRAZY ROCKET SURFERS – THE MOON CD

(Crazy Love / Cargo Distribution)

Punk-a-billy mit fettem, slappendem Kontrabass. Seltsamerweise trägt auf den Bandfotos niemand Tolle oder Flat!? Egal, der Sound der 14 englischsprachigen, eingängigen Songs macht jedenfalls Laune, zumindest, wenn man das Gaspedal etwas durchdrückt. Ist anscheinend bereits das zweite Album dieser deutschen Combo. Einige geile Melodien, allerdings flacht mir der Sound dann und wann zu sehr ins Seichte ab und holpert etwas, die Produktion tut ihr Übriges… Hätte gern alles etwas ungezügelter und stürmischer ausfallen dürfen. Was bleibt, ist ein durchschnittliches Album einer Band mit Potential, der die schnelleren Songs einfach besser zu Gesicht stehen. Ach ja, bei “Orgasmic Pitstop” wird sogar geskankt. Leider muss auch dieses Crazy-Love-Records-Album ohne vernünftiges Booklet auskommen und das kitschig gezeichnete Cover würde zumindest mir nicht vel Lust auf den Kauf machen. Aber geht ja um die Mucke. 😉 37 Minuten, Anspieltipp: “Rock Hard Or Die”. 3-. Günni

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