Günnis Reviews

Datum: 3. Mai 2008

HOLLIS, LEE – STRATEGY FOR VICTORY

(www.ventil-verlag.de) ISBN 978-3-931555-73-3 / 9,90 €

hollis, lee - strategy for victorySPERMBIRDS-/ STEAKKNIFE-Sänger und Exil-Ami Lee Hollis bringt mithilfe des Ventil-Verlages seinen mittlerweile dritten Kurzgeschichten-Band in wirklich sehr leicht verständlichem Englisch unter die Leute. Ich muss gestehen, dass dies (abgesehen von seinen Songtexten, versteht sich) die erste Literatur ist, die ich von ihm zu lesen bekomme, also keinen direkten Vergleich zu den vorausgegangenen Werken ziehen kann. Ich wäre normalerweise auch nicht unbedingt auf die Idee gekommen, mir ein Buch mit englischen Kurzgeschichten zu Gemüte zu führen, da ich i.d.R. Prosa in meiner Muttersprache bevorzuge – wodurch mir aber einiges entgangen wäre. Meiner Tätigkeit für Crazy United sei Dank konnte ich an einer humorvoll geschriebenen Mischung aus Autobiographischem und Fiktivem über Hollis’ „Sweet Home Alabama“ (hehe), Drogenkonsum, seinen Job in der Kaiserslauterer Kneipe „Karate Club“, den Gebrauch von Schusswaffen und einigem mehr teilhaben, der immer etwas Bukowskisches in Hinsicht auf (nicht vorhandene) politische Korrektheit und Fatalismus anhaftet, allerdings ohne dessen Grad an Abgefucktheit zu erreichen (was Hollis vermutlich auch niemand abgenommen hätte). Die Rezeptur ist schon ganz richtig so und macht Spaß. Den Lesefluss beeinflussende Sprachbarrieren gab es keine und der Wortwitz konnte sich voll entfalten. Hollis beherrscht auch dieses Metier sehr gut und nimmt sich selbst ganz gerne auf die Schippe. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es eigentlich bei der US-Army war, womit man sich als Barkeeper in K’lautern herumschlagen muss, wie man in non-verbalen Auseinandersetzungen die Oberhand behält und an Details über Hollis’ Familie interessiert ist, dürfte auf den gut 100 Seiten gehoben und kurzweilig unterhalten werden. Kein Buch, in dem uns jemand Punkrock erklären oder Politik betreiben will; einfach abgefahrene Geschichten, die das Leben schrieb, die fast alle zünden und durch ein paar wenige Gedichte bzw. Songtexte ergänzt werden. Günni

AMEN 81 / BUBONIX Split-EP

(www.matularecords.de) / (www.amen81.de) / (www.bubonix.com)

Je zwei mal HC-Punk aus deutschen Landen gibt’s hier auf die Löffel. Die Franken von AMEN 81 gingen mir mit ihrem elitären Gehabe und ihrer Nähe zu „antideutschem“ Abfall schon immer auf den Sack. Weder Attitüde noch Texte sprechen mich großartig an. Doch, halt, was ist das denn? Beweist man im Song „Paraphrasen“ etwa Humor, indem man klassische HC-Floskeln wie „Injustice System“ oder „We Gotta Know“ aufs Korn nimmt? Ich konnte mir zumindest ein Schmunzeln nicht verkneifen – auch wenn die Grundaussage vermutlich darin besteht, dass Bands wie SICK OF IT ALL oder die CRO-MAGS nur hohle Phrasen von sich geben, während AMEN 81 den HC neu erfinden. Ja nee, is klar. Trotzdem: Dieser Song hat was. Die BUBONIX aus Limburg machen ganz gut Krach, allerdings kann ich mit den Texten (englisch und deutsch) nichts anfangen. „Horizontale Stagnation“, „totally confused im Kurzurlaub“ und so’n Zeug. Nicht unerwähnt bleiben soll aber das coole Cover der A81-Seite mit ’nem pixeligen Gumba aus „Super Mario Bros.“. Sowas find’ ich ja geil. Ohne Wertung. Günni

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