Günnis Reviews

Monat: Juli 2008

12.07.2008, Lobusch, Hamburg: FORBIDDEN KINGS + PRODUZENTEN DER FROIDE

zwei oi!-bands aus dem schwabenländle, forbidden kings dabei mit leuten der aufgelösten prolligans. und die kings waren RICHTIG GUT! in dreiköpfiger besetzung gab’s ein derbes brett bestehend aus superschnellen songs, bei denen sich filigran gespielte, hymnische melodien mit hochgeschwindigkeits-geschrammel (mind. 180 SchrPM – Schrammels pro Minute) abwechselten. ganz groß! hoffentlich kann auf der sich in der mache befindlichen split-scheibe diese power eingefangen werden.

anschließend die produzenten der froide mit prolligem schunkel-oi!, der einfach nur spaß gemacht hat.

geiles konzert, beide bands kamen sympathisch rüber – nur leider schien der gig kaum jemanden zu interessieren…?! waren höchstens 20 zahlende gäste da…

TAUGENIX #5

(www.taugenix-fanzine.de)

Neues TAUGENIX, neue „Deutschpunk“-Bibel. Aber der Reihe nach: Inhaltlich bietet das neue Pamphlet von „Nix Gut“-Betreiber Jürgen Kamm und ALARMSIGNAL- bzw. CHRISTCORE-Musiker Steff Interviews mit RAWSIDE (ok), den bayrischen POLKAHONTAS (Punk trifft Volksmusik, interessantes Interviews, besonders hinsichtlich der Probleme mit den Songrechten etc.), Lars von NORMAHL (völlig unkritisch und damit überflüssig – die haben neben einigem Guten auch soviel Mist verzapft, warum wird da nie näher drauf eingegangen?), KASA (genau die Spacken, die man hinter der Band vermutete), WILDE ZEITEN, Jan vom „Proud To Be Punk“-Fanzine (sehr ausführliche Antworten, tolles Interview), Andreas von CHAOS Z/FLIEHENDE STÜRME (ziemlich depri, der Gute – wer hätt’s gedacht?) und den Tierfreunden von den KAFKAS. Dazu natürlich die üblichen Kolumnen von Mad Jazz Morales, Rübi (gut!), dem Rentnerpunk (grenzwertig) etc., Politisches/Kritisches über Nazi-Aktivitäten in Sachsen (beigesteuert von „Proud To Be Punk“-Jan), vegane Propaganda, ein Erlebnisbericht von ein paar Kidpunks, die das „Rabatz“-Squat ins Leben riefen, den ich aufgrund der dem Alter der Jungs entsprechenden Schreibweise verdammt geil, weil authentisch, finde, paar Konzertberichte, Neuigkeiten und die üblichen unkritischen Reviews von allem, was mal irgendwie einen Pfurz in deutscher Sprache abgelassen hat und damit aus Sicht der Macher für dieses Heft prädestiniert scheint. Unvermeidbar auch die schrottige „Foto-Punk-Story“ und manch anderes dämliche Klischeegereite, aber das ist man ja mittlerweile gewohnt. Wenigstens ist das Cover diesmal nicht so hässlich wie sonst, dafür offenbart sich auf der CD neben den üblichen Promosongs, die sich generell auf aktuellen „Pay to play“-CDs befinden, der Bodensatz des deutschen Punk – ganz zu schweigen davon, dass man uns hier wieder ominöse Christenbands unterzujubeln versucht. Bemerkenswert übrigens diesmal, dass sowohl Steff als auch Jürgen Kamm sich zumindest teilweise mit der am Taugenix bzw. an Nix Gut geäußerten Kritik auseinandersetzen, beides aber m. E. am Kern zumindest MEINER Kritik vorbeigeht. Ein Heft mit Höhen und Tiefen und einem fragwürdigen Konzept. Gibt’s für drei Talerchen am Zeitungskiosk.

PANKERKNACKER #18

(www.pankerknacker.com)

Yeah, yeah, yeah, Baby, mein aktuelles Lieblingszine geht in die nächste Runde! Die High-Society-Punks um Stefano Stiletti schlafen sich immer weiter hoch und kredenzen uns Einblicke in die Trailer-Premierenparty des „Chaostage“-Films im dekadenten „Mövenpick“ (!), dazu passend ein Interview mit Filmemacher Tarek und den Schreiberlingen Jan Off („Vorkriegsjugend“) und Andi K. (div. Fanzines). Außerdem war man beim Boxen und besuchte eine Wrestling-Veranstaltung (mit anschließendem Interview). Bandtechnisch werden CUTE LEPPERS, LES HATEPINKS, MR. KEVIN K., KNOCHENFABRIK und EISENPIMMEL bedrängt, aber das hab ich mir noch gar nicht alles durchgelesen – denn viel interessanter sind hier wieder die ganzen Kurzgeschichten und Kolumnen von The Meia, Klaus N. Frick, Jess Jochimsen und wie sie alle heißen, die sich alle (bzw. zumindest die, die ich trotz notorischen Zeitmangels bislang geschafft habe, mir zu Gemüte zu führen) superlässig lesen und Lust auf mehr machen. Das alles eingebettet in ein spitzenmäßiges Layout (inkl. Titten) und gedruckt auf hochwertigem Papier, das in ein handliches Zwischenformat geschnitten wurde, macht die Angelegenheit auch optisch wie taktil zum Vergnügen und lässt mich den KNACKER zur aktuellen Lieblingslektüre neben alten Batman-Comics auf meinen Pendelfahrten werden. Apropos Comics: Ein „Magenbitter“-Comic fand auch wieder ins Heft, bei dem der Name diesmal Programm ist. 😉 Natürlich ist auch der übliche Kladderadatsch in Form von Platten-, DVD- und Zine-Kritiken, Konzertberichten und dem ganzen Pipapo enthalten. Politik bleibt allerdings außen vor und so manche Formulierung („Spast“) käme sicher nicht durchs AJZ-Plenum… 3 EUR, der Spaß. Günni

05.07.2008, Fährstraße 105, Hamburg: ATTACK OF THE MAD AXEMAN + SUNDOWN VALLEY + GENTLE ART OF CHOKIN‘

im keller eines zum großteil von punks bewohnten wohnhauses in der hamburger migranten-hochburg wilhelmsburg hat man initiative ergriffen und einen kleinen aber feinen konzertort geschaffen, wo für wenig geld regelmäßig veranstaltungen stattfinden. klasse sache. samstag war ich zum ersten mal da, um mir drei grind-baller-bands anzutun. da ich völlig verpeilt hatte, dass die da wegen der wohngegend schon um 20:00 uhr anfangen, hab ich „gentle art of chokin'“, zweitband von „axeman“-ralf, verpasst. „sundown valley“ konnte ich aber im mini-konzertraum, der die große eines proberaumes hat, beiwohnen, floh nach zwei oder drei songs aufgrund der unfassbaren lautstärke aber vor die tür, wo es immer noch laut genug dröhnte. ich bin ja echt nicht empfindlich, was lautstärke auf konzerten angeht und hab mir auch noch nie was in die ohren gestopft, aber DAS war einfach zuviel. dann auch noch gefühlte 50°C in der kleinen hütte, was mich endgültig zum tresen trieb. danach dann der eigentliche grund meines besuchs, „attack of the mad axeman“ als tiere verkleidetet und mit rüdiger nehbergs abenteuern als hintergrunduntermalung vom band. der sound war aufgrund der tiefgestimmten instrumente etc. erträglicher, trotzdem stopfte ich mir lieber taschentücher in die ohren und sah eingeengt im rappelvollen raum eine verdammt geile show. spitzenband, 1a entertainer.

dem laden weiterhin viel erfolg und durchhaltevemögen. meine ohren allerdings fangen nur bei dem gedanken an die zweite band schon wieder zu schmerzen an. hölle!

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