Jetzt mal etwas ganz anderes: Manchmal verschwimmen die Erinnerungen. War es dieses Buch, das mir meine Oma zu lesen gab, als wir 1986 umgezogen waren, kurze Zeit mit ihr zusammen in ihrer Waldhütte lebten und am Ostersonntag gerade die Leckereien versteckt wurden? Jedenfalls kam mir das Titelbild sehr vertraut vor, als ich es kürzlich zufällig in einem Tauschschrank entdeckte und einfach mal mitnahm.
Beim Lesen stellte sich heraus, dass ich dieses rund 30-seitige, im Jahre 1979 im DDR-Kinderbuchverlag erschienene Buch für die Jüngsten auf jeden Fall kannte. DDR-Kinderbücher genießen für gewöhnlich einen guten Ruf, und tatsächlich ist auch dieses unheimlich liebevoll gestaltet worden. Was in der BRD vielleicht als winziges Pixi-Heftchen vermarktet worden wäre, findet sich hier als gebundenes Buch mit altersgerecht großer Schrift und Meyer-Reys wunderschönen, großflächigen bunten Illustrationen zwischen festen Buchdeckeln. Die Geschichte der renommierten Kinder- und Drehbuchautorin Anne Geelhaar handelt in Form einer Fabel davon, wie Meister Lampe den Wolf Isegrim davon abhält, ihn zu fressen, indem er ihm drei kuriose und absurde Geschichten auftischt. Die Aussage ist klar und schlägt sich bereits im Buchtitel wieder: Klug eingesetzte Intelligenz hilft vermeintlich Schwächeren gegen vermeintlich Stärkere.
Eine zeitlose Fabel für ABC-Schützinnen und -Schützen, natürlich auch prima zum Vorlesen geeignet.

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