Als Nummer 8 der „U-Comix präsentiert“-Softcover-Albumreihe veröffentlichte alpha-comic im Jahre 1988 einen weiteren unkolorierten 50-seitigen Band des satirisch-provokanten französischen Comic-Anarchos Édika, erneut acht handgeletterte Geschichten umfassend.

In „So ein Lichtsinn“ bringt das Auftauchen einer leichtbeschürzten, vollbusigen Konkubine alle aus dem Konzept, „Fass meinen Kumpel nicht an“ ist eine herrlich absurde Variation eben dieses aggressiven Sozialverhaltens, in „Sommerferien“ will eine Familie in den Urlaub aufbrechen, doch die Nerven liegen blank und der Kater im Kofferraum. Einen Comic weiter, in „Hauptsaison“, ist dieselbe Familie am Strand angekommen, wo der vom Sohn eingebuddelte Vater von erst einer, dann zwei Sexbomben aufgegeilt wird. „Das Erwachen der Triebe“ illustriert, wie zwei Lausebengel ins Pornokino wollen, trotz aufwändigster Verkleidungen aber immer wieder am Wachmann scheitern.

Mit der fertigen Ferienfamilie gibt’s in „Rache ist eine Mahlzeit, die man kalt isst“ ein Wiedersehen: Der Vater spielt dem Familienkater immer bösere Streiche, bis dieser sich bitter rächt. In „Josef, Olga, Aldo und die anderen“ beleidigt ein Mann beim Essen ständig seine Frau, leugnet es anschließend, wird aber mittels Technik seiner Kinder überführt – sehr krawallig. „Emmanuelle No. 17“ beginnt mit einer Persiflage auf die „Emmanuelle“-Erotikfilmreihe. Die Filmszenen sind fast schon realistisch gezeichnet. Der kaputte Familienvater sieht sich gerade den Film an, als es zu einer Störung kommt und er verzweifelt versucht, den Softporno weiterzugucken. Am Ende dieser Geschichte und damit dieses Albums baut sich der Zeichner in Form von Fotos selbst ein und lässt mehrere Erzählebenen miteinander verschmelzen.

Weiterhin ist es also meist die Triebhaftigkeit, die Ziel des Spotts Édikas ist. Der pure Nonsens scheint mir in diesem Album etwas zurückgeschraubt worden zu sein, dafür setzt man mehr auf wiederkehrende Figuren. Die vertrauten Running Gags finden sich hier aber ebenso wie der extrem karikierende Zeichenstil mit seinen Auberginen-Nasen. Bei allem Chaos, das die Figuren anrichten, bleiben die Zeichnungen stets relativ übersichtlich und nachvollziehbar, die dynamische Panelstruktur passt sich dem jeweiligen Verlauf an. Fazit: Doof, aber nicht dumm.