Günnis Reviews

Autor: Günni (page 107 of 109)

V.A. – EAT THE RICH VOL. 3 CD

(www.nixgut.de)

…und schon wieder ein Nix-Gut-Labelsampler. Wie üblich überwiegend unterdurchschnittlicher Punkrock/Hippierock/Ska-Punk mit deutschen Texten für die 14jährigen Rebellenkids von heute. Bis auf zwei, drei Songs kann ich mit diesem langweiligen bis peinlichen Kram nichts anfangen, was das Label aber sicher nicht davon abhalten wird, munter weiter inflationär jede angepunkte Schülercombo zu veröffentlichen und x weitere Sampler ’rauszuhauen. 20 Songs in einer knappen Stunde. 5. Günni

TAKE SHIT – NEUE SCHEISSE – ALTE MÄNNER CD

(www.nixgut.de) / (www.takeshit.de)

Die Band (ursprünglich aus Thüringen, jetzt Kreis Stuttgart) bezeichnet Ihre Musik als „Donnerpop“ und will in keine Schublade passen. Klappt nur leider nicht: Schublade „Deutscher Punk der 80er mit dilettantischen Texten“ auf, TAKE SHIT rein, Schublade zu. Und dass mir die drei inkl. ihrem Drumcomputer da bloß niemand wieder rauslässt, bis sie nicht gelernt haben, ihrem puristischen Punk Texte zu verleihen, die über schlechte Reime, austauschbare Inhalte und ganz mieses Deutsch hinausgehen. Die suchen übrigens jemanden, der ihren Drumcomputer ablöst – vielleicht kann derjenige ja auch Texte schreiben? Booklet mit allen Texten, 20 Songs in 47 Minuten. 5+. Günni

ZOX – THE WAIT CD

(www.sideonedummy.de) / (www.zoxband.com)

Wiederveröffentlichung in neuer Aufmachung (Digipack mit allem Pipapo) des Anfang 2005 auf dem bandeigenen Label veröffentlichten Debüts dieser Indie-Rock-Band aus New England. Der Sound hat einen typisch britischen (Stichwort: Britpop) Einschlag – so steht im Info auch was von POLICE- und THE CURE –Einflüssen. Tatsächlich musste ich auch des Öfteren an diese beiden Bands denken. An POLICE wegen des zeitweilig einsetzenden Offbeats (kein Ska-Punk!), an THE CURE (nicht nur) wegen des zerbrechlich klingenden Gesangs. Stellenweise sehr eingängig und poppig im positiven Sinne, mir persönlich dann aber doch manchmal etwas zu lahm. Eine Note zu vergeben, fällt mir schwer – nicht zuletzt, weil mir in diesem Bereich etwas die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Wer auf radio-tauglichen, frischen Indie-Rock/“Britpop“ kann, sollte ruhig mal reinhören. Ich geb’ einfach mal ’ne solide 3. Günni

KONFUZ – NICHT DABEI CD

(www.nixgut.de) / (www.konfuz.de)

Label und das etwas kindisch anmutende Cover ließen mich das Schlimmste fürchten, aber so schlimm wurd’s dann doch nicht. KONFUZ aus Hameln spielen melodischen, deutschsprachigen Punkrock, mal auch Ska-Punk, der, wenn er etwas Pfeffer im Arsch hat, positiv an COMBAT SHOCK oder GOTTKAISER erinnert. Beim Lesen der Texte merkt man, dass man sich wirklich mal Gedanken machte. Da wirkt nichts gezwungen und gängige Nix-Gut-Klischees werden erfreulicherweise gekonnt umschifft. Es werden kleine Geschichten aus dem Leben eines etwas verträumten Verlierers erzählt, natürlich nicht ohne Seitenhiebe auf äußere politische Umstände. Gefällt mir gar nicht schlecht, allerdings ist mir der Gesang manchmal zu kraftlos und monoton und allgemein könnte es für mein persönliches Punkrock-Empfinden etwas ungehobelter und fixer zugehen. Aber Substanz, Potential und Charakter hat es. Kommt im Digipack, das Booklet mit allen Texten sieht aus wie Kinderbuch. 14 Songs in 53 Minuten. 3. Günni

DEAD FISH – ZERO E UM CD

(www.deckdisc.com.br) / (www.deadfish.com.br)

Neues Album dieser sehr erfolgreichen brasilianischen Band, die es mittlerweile wohl auch schon um die 14 Jahre gibt und laut Info durch Sänger Rodrigo sowas wie das Sprachrohr einer ganzen Generation ist. Ehrlich gesagt ist dieses das erste Album, das sich mir durch die Gehörgänge windet, und das eher mühsam – mir ist das alles irgendwie zu glatt, zu professionell und souverän. Die Mucke bewegt sich zwischen poppigem Punkrock und “Melodycore“ und da bleibt leider nicht viel hängen. Mag sein, dass sie in Brasilien ’ne ganz große Nummer, textlich (ausschließlich portugiesisch, aber alle abgedruckt) einwandfrei und für die Kids dort verdammt wichtig sind, aber ich mag es rauher und ungestümer… mir fehlen Wut, „Credibility“ und Melodien, die sich wirklich einschmeicheln..14 Songs in 37 Minuten.. 4+. Günni

TEENAGE ALZHEIMER #1

(0,50 € + Porto bei Ben Bauböck, Warschauer Str. 25, 10243 Berlin, ben_accident@hotmail.de)

Nach der Nullnummer die erste offizielle Ausgabe dieses A5er-Fanzines aus Berlin, das von Ben Accident und Antje T. rausgehauen wird. Beide haben eine sehr sympathische, kurzweilige Schreibe, so dass es echt verdammt Spaß macht, die Erlebnisberichte und manchmal mehr, manchmal weniger wirren Gedanken zu diversen wichtigen und unwichtigen Themen lesenderweise zu konsumieren. Mein persönlicher Höhepunkt ist die JERRY-LEE-LEWIS-Story, für mich ohnehin der wahre Erfinder des Psychobilly! Ehre, wem Ehre gebührt. Die vom Autor empfohlene „Live im Starclub“-Scheibe habe ich mir heute gleich per eBay gesichert – wehe, die taugt nichts! 😉 Darüber hinaus interviewt man ein paar unbekanntere, lokale Bands bzw. einfach sich gegenseitig, haha. Ein Heft im Oldschool-Schnipsel-Layout mit viel Humor, der – zumindest bei mir – gut zündet. Berliner Punkbands, die bereit sind, sich im Gegenzug für ein Interview fürs Titelblatt nackich zu machen, bitte dort melden! Günni

STAATSPUNKROTT – PIMP MY RIOT CD

(www.staatspunkrott.de) / (www.nixgut.de)

Langweilige, möchtegern-melodische Mucke ohne jegliche Aggressivität (Riot? Wo?) mit ultra-lächerlichen, deutschen Texten aus dem Leben ein paar Teenager in ihrer rebellischen Phase – inkl. dem peinlichsten Anti-Nazi-Text, den ich seit langem gehört habe. Zitieren wird mir jetzt aber zu doof. Booklet mit Texten, Fotos etc., 10 Songs + In-/Outro in 27 Minuten + PC-Video-Track, den ich mir aber mal wieder gar nicht erst angeschaut habe. Heutzutage wird echt jeder Scheiß veröffentlicht, den man früher im Dorf-JUZ noch von der Bühne gebuht hätte. PS: Ich lese gerade im Promo-Wisch, dass es sich hierbei bereits um das fünfte Album dieser Band handelt!? Himmel, hast du keine Flinte… 5. Günni

DIE BLUMENTOPFERDE – KASSETTE DELUXE CD

(www.die-BlumentoPferde.de) / (www.nixgut.de)

Wer das geniale (Achtung, Ironie) Wortspiel im Bandnamen verstehen will, sehe sich bitte die URL des Internetauftritts der Band an. „Deluxe“ ist hier auf jeden Fall schon mal die Aufmachung: Digipack mit FETTEM Booklet mit allen Texten, Fotos usw… Die Mucke hingegen ist leider ein Schuss in den Ofen – deutschsprachiger Hippierock, mal poppig „angeSKAt“, meist aber einfach nur langweilig. Bedeutungsschwangere Texte, schön und gut, aber für mich altes, ignorantes, von HC- und Oi!-Punk verdorbenes Arschloch ein gefundenes Fressen zum Verreißen. Sicherlich Studentenparty- und CVJM-kompatibel, ich persönlich schlafe dabei aber ein. Das Album ist mit seinen 18 Songs in unglaublichen 64 Minuten auch so dermaßen lang, dass ich es beim besten Willen nicht geschafft habe, es in wachem Zustand komplett durchzuhören. Sorry… 6. Günni

OI! THE PRINT #20

(www.oitheprint.at)

Wow, schon die 20. Ausgabe des „One & Only Drinkingclass“-Fanzines aus Österreich, das sich mittlerweile längst zum wichtigsten Zine für den Oi!-Punk-Bereich im deutschsprachigem Raum gemausert haben dürfte. Pros(t)pekt dafür nach Austria! So lässt Bomml auch genüsslich die ersten fünf Ausgaben Revue passieren, sehr kurzweilig und amüsant. Kaum zu glauben, dass das OTP mal als kopierter Stapel A4-Seiten anfing, der dilettantisch am Rand zusammengetackert wurde. Neben einer selbstverständlich vernünftigen Heftung gibt es diesmal sogar ein Farbcover, das Atze Trooper beim Fotoshooting zum letzten Albumcover zeigt, und satte 60 Seiten folgenden Inhalts: Abrechnung mit koksenden Szenezugehörigen, Massenmörder Fritz Haarmann (ihr wisst schon, „warte, warte nur ein Weilchen…“) wird uns nähergebracht, 180-GRAD-Studioreport, Plattensammler-Story (diesmal von Bomml persönlich), Interviews mit 4 PROMILLE, BOMBSHELL ROCKS, STOMPER 98, THE SENIOR ALLSTARS, ROIMUNGSTRUPP (sehr sympathisch, die Jungs) und EMSCHERKURVE 77 (wo auch auf den Labelwechsel eingegangen wird – auf der nächsten Seite schildert dann Mosh von Knock Out seine Sicht der Dinge), Vorstellungen der BATTLE CRUISERS, KING STITT, BORN TO LOSE, UNITED KIDS REC., CONDITION, ANTICOPS, PENETRAITORS und MENACE, Reviews, ein BAD-MANNERS-Poster in der Mitte (könnte man meiner Meinung nach auch weglassen – wer hängt sich denn so’n kleines schwarz-weiß-Poster auf; insbesondere, wenn die Rückseite noch mit Redaktionellem bedruckt ist?), ’ne American-Oi!-Story, in der Bomml uns unbekanntere US-Oi!-Punkbands schmackhaft machen will sowie zu guter Letzt ein erschreckender Erlebnisbericht aus einer Ösi-Kneipe, in der Staatsbedienstete vom gegenüberliegendem Gericht Nazi-Parolen gröhlen, den Arm zum Gruß heben und alle es völlig normal finden… wie immer macht Bomml den Großteil der Arbeit selbst, wird aber etwas von Sunny Bastards und Coretex unterstützt. Pork Pie ab vor dieser erneuten Glanzleistung. Klasse Heft! Günni

RADIO BADLAND NR. 13 – JUNI 2006 CD-R

(www.radiobadland.de)

Die subkulturelle Radiosendung aus dem Radio WMW feierte mit dieser Sendung ihr Einjähriges, dazu erstmal Glückwunsch! Mucke gibbet ’ne knappe Stunde lang von ZWAKKELMANN, THE UNSEEN, POISON IDEA, GOOD CLEAN FUN, MOTHER’S PRIDE, aber auch APHEX TWIN (als „Rausschmeißer“ am Schluss) und einigen anderen Interpreten; insgesamt wurden 15 Songs gespielt. Zwischendurch interviewte man den Sänger von CHAOS Z / FLIEHENDE STÜRME und erzählte was zum einen oder anderen gespielten Song bzw. der entsprechenden Band. Recht abwechslungsreiche Geschichte also, nichts für Puristen. Das Sektkorken-„Plopp“-Sample zum Einjährigen gefällt mir besonders. 😀 Solide Kost, dürfen also gerne um ein weiteres Jahr verlängern! 2. Günni

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