Günnis Reviews

Autor: Günni (page 108 of 114)

SOKO DURST / VERLORENE JUNGS – MAL WIEDER SAMSTAGNACHT SPLIT-LP

(www.psychotrecords.com) / (www.verlorenejungs.de)

Nach der CD- und der limitierten Picture-LP ist diese Frucht der langjährigen Bandfreundschaft nun auch auf normalem Vinyl in hochwertiger Aufmachung mit Textpappe etc. erhältlich. Man präsentiert neue Songs, covert sich gegenseitig und andere. VJ-Seite: Der Opener „Schluss und aus“ ist ein absoluter Hammer, einfach nur geil! Und „Das letzte mal“ knüpft da nahtlos an. Die SOKO-DURST- und KNOCHENFABRIK-Cover sind überaus gelungen. SOKO-DURST-Seite: „Alles in Ordnung!?“ ist hier der Hit! Großartig! „Wie die Tiere“ durchschnitt, „Samstag Nacht“ gefällt mir im Original von VJ besser, die Neuaufnahme von „Mehr als nur ein Freund“ hingegen geht klar. Klasse Song, bei dem man nicht viel verkehrt machen kann. Für mich sind mit „Schluss und aus“ und „Alles in Ordnung!?“ zwei neue große Hits vertreten, die allein schon den Kauf rechtfertigen. Ggü. der CD-Version gibt’s hier sogar noch den Bonussong „Du nie“, der bislang nur als „hidden CD-Track“ auf dem letzten VJ-Album zu finden war. 2. Günni

RIOT COMPANY – RIOT ANTHEMS LP

(www.psychotrecords.com) / (www.riotcompany.com)

Der zweite Longplayer der Oi!-Punkband aus dem niedersächsischen Hildesheim, nun vorliegend in farbigem bzw. durchsichtigem Vinyl. Kommt mit Textpappe mit allen Texten, die Aufmachung stimmt also. Der Inhalt natürlich auch nach wie vor: Klasse Streetpunk mit rauhem Gesang, schönen Melodien und guten Texten aus dem Leben mit seinen schönen, nachdenklichen und weniger schönen Seiten. Insgesamt 14 Songs, die voll überzeugen, davon nur noch zwei in deutscher Sprache. „Fragen“ ist ein schön melancholischer Song mit Tiefgang geworden, während man mit „Hildesheim“ den alten, lokalpatriotischen Gassenhauer aus HEFEPILSE-Zeiten veredelte. Glatte 2. Günni

THE MOCHINES – HIRE THE LOSERS CD

(www.cargo-records.de) / (www.theMochines.com)

(Punk’n’)Rock’n’Roll aus Ami-Land (Edit: Nee, anscheinend aus Südafrika), hier die weniger poppige, dreckigere, schweinerockigere Variante. Der Soundtrack zur Lederjacke und den schmierigen Haaren; eine Hand am Sack, die andere am Tresen. Geht ab und dürfte Genre-Fans verzücken. Mir sind die Songs zu lang und solilastig. Leider statt Booklet mit Texten oder ähnlichem nur ein Faltblatt mit demselben Foto der vier hässlichen Musiker innen wie auf dem Cover. Abzüge in der B-Note! 10 Songs in 43 Minuten. 3. Günni

DISAREY – AREA-CODE 030 LP

(www.psychotrecords.de)

Auf gerade mal 170 Exemplare limitierte, einseitig bespielte Hardcore-Platte aus Berlin mit zwei Leuten der ANTICOPS. Geht ab wie Schmidts Katze! Herrlich oldschool und metalfrei wird neun Songs lang durchgeknüppelt, ohne sich in ausufernde, schleppende Mosh-Parts, Gitarrensoli oder ähnlichem zu verlieren. Stattdessen grobe Kelle und fette Chöre. Leider ohne abgedruckte (englische) Texte. Wenn die aber nicht total Panne sind, ist das ’ne geile Platte! 2. Günni

RADIO BADLAND NR. 17 – OKTOBER 2006 CD-R

(www.radiobadland.de)

Das monatliche RADIO BADLAND ist längst eine Institution mit Informations- und Qualitätsgarant. Diese Ausgabe reiht sich nahtlos ein. Leider musste man diesmal ohne Studiogast bzw. Interviewpartner auskommen, spielte aber wieder eine knappe Stunde lang querbeet Musik aus allen möglichen und unmöglichen Bereichen unserer Subkultur und versorgte den Hörer souverän mit Hintergrundinformationen. Auf die Löffel gab’s THE HEROINES, DIE GOLDENEN ZITRONEN (fürchterliche Hippiekacke), BORN TO LOSE, HEARTBREAK STEREO, WOLFPACK, LOS FASTIDIOS, BONECRUSHER, AUS-ROTTEN, JOHNNY CASH und mehr. Lohnt wie immer besonders, um den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern oder abzustecken. Gesendet wird übrigens an jedem dritten Donnerstag im Monat. Mehr Infos auf der Homepage! Günni

DARKBUSTER – A WEAKNESS FOR SPIRITS CD

(www.gordeonmusic.de) / (www.darkbuster.net)

Neues Album der Bostoner Band, die immer etwas im Schatten bekannterer Acts wie den DROPKICK MURPHYS steht. Solider Streetpunk mit dem obligatorischen Ska-Stück zwischendrin. Meiner Meinung nach mangelt es hier etwas an Eigenständigkeit und dem „gewissen Etwas“, aber Freunden des Ami-Streetpunks empfehle ich, mal ein Ohr zu riskieren. Die Songs sind kurz und knackig, worunter die Spielzeit etwas leidet. Texte lagen leider keine bei, aber es wird wohl die übliche Themenpalette serviert (wer hat da eben „Klischee“ gerufen?!). 18 Songs in nichtmal 34 Minuten, Digipak. 3. Günni

V.A. – EASTPAK ANTIDOTE TOUR COMPILATION 2006

(www.sideonedummy.de)

Cheapo-Sampler (maximal 6 Taler) zur diesjährigen von Eastpak und Co. gesponsorten „Antidote-Tour“ mit DANKO JONES, DISCO ENSEMBLE, GOGOL BORDELLO und BEDOUIN SOUNDCLASH. Darüber hinaus gibt’s Songs von mal mehr, mal weniger bekannten Bands wie ENGERICA, BRANDTSON, VCR, ZOX, SHE-MALE TROUBLE, SPEEDWAY 69 usw., teilweise rares und bislang unveröffentlichtes Material aus Kanada, den USA und Europa. Der Großteil ist im Melodic-Punk- / Pop-Punk-Bereich anzusiedeln, einiges geht aber auch stärker in den Ska-Bereich, GOGOL BORDELLO bezeichnen sich als „Gypsy Punk“… Nicht so meine Mucke, aber wer’s mag, wird ein gutes Preis-/Leistungs- bzw. Spielzeit-Verhältnis vorfinden. Das Booklet besteht nur aus einem Faltblatt mit kurzen Infos zur Herkunft der Songs und Internet-Adressen der Bands und Labels. 25 Songs in 76 Minuten. Günni

MERCY KILLERS / ENEMY ROSE Split-CD

(www.gordeonmusic.de) / (www.enemyrose.com) / (www.mercykillers.com)

Split dieser beiden Combos, MERCY KILLERS aus den USA und ENEMY ROSE, ebenfalls von überm Teich, aber mit deutscher Beteiligung. M.K. spielen leicht poppigen, wavigen Punkrock, der mit aber etwas zu konturlos daherkommt. ENEMY ROSE kommen ein wenig rockiger daher, bedienen sich aber auch der eingängigeren Variante des Punk. Textlich geht’s bei Erstgenannten etwas düsterer zur Sache, ENEMY ROSE geben sich – passend zur Musik – kämpferischer und mit mehr „Fuck You“-Attitüde. Nach insgesamt acht Songs in gerade mal 23 Minuten ist aber auch schon wieder Ende und ich frage mich dann doch ein wenig, was diese Veröffentlichung in dieser Form sollte… schlecht ist die Mucke keinesfalls, aber auch kein wirkliches Knallbonbon. Kommt im booklet-losen Digipack daher. 3(-). Günni

WEHRLOS – DAMALS WIE HEUTE… HASSENSWERTE WELT CD

(www.nixgut.de) / (www.wehrlos.info)

Nach der (mir unbekannten) Split-LP mit ABRISS WEST der erste Longplayer von WEHRLOS, die auch schon seit zehn Jahren ihr Unwesen treiben: Mid- bis Uptempo-Hardcore-Punk in ausschließlich deutscher Sprache und derbem Brüll-/Schreigesang von einer Aggressivität, wie ich sie auf neueren Veröffentlichungen oft schmerzlich vermisse. Geil! Ab und an mal ein kleines Metal-Riff und immer mit ’nem Funken Melodie, das geht gut ins Ohr. Den Texten haftet eine gewisse düstere Grundstimmung an, ohne aber resignativ zu sein. Im Gegenteil. Es wurde sich sowohl mit dem politischem Weltgeschehen und der daraus resultierenden kranken Scheiße als auch mit persönlichen Erfahrungen und seinem eigenen Platz und Leben in dieser Welt auseinandergesetzt, u.a. mit Zwischenmenschlichem und Kritik an der eigenen Szene. Das alles glücklicherweise recht unpeinlich, stellenweise sehr differenziert – auch, wenn es ab und zu mal etwas holpert und Zeilen wie „verpisst euch doch zu Bett“ (aus „Stumpfsinn Deluxe“) alles andere als böse wirken. Aber wer etwas tiefsinnigere, parolenfreie aber dennoch aggressive deutsche Texte schreiben möchte, wird das Problem kennen. Allerdings resultiert dadurch eine mitunter punk-untypische Länge der Songs, die oft eine Spielzeit von über vier Minuten erreichen und mir teilweise zu lang sind. Den Texten gut angepasst wurde das in dunklen Farben gestaltete Booklet, in dem es u.a. alle Texte zum Nachlesen gibt. 12 Songs + Intro in 53 Minuten. Gefällt, antesten! 2-. Günni

SHEARER – MAKIN-A-MUNSON CD

(www.pukemusic.de) / (www.shearer.de)

Punk’n’Roll aus Berlin. Der Vierer hat schon reichlich Liveerfahrung im Vorprogramm manch bekannterer Band sammeln dürfen und hatte bislang zwei Demo-CDs draußen. Hier nun also der erste „richtige“ Longplayer mit Label im Rücken. Überzeugend produziert, geht ganz gut ab, kommt aber nie an Top-Acts des Genres wie THE BONES heran. Irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen, mir fehlt etwas der Biss. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur etwas zu übersättigt zurzeit. Die Meisten Texte sind im Booklet abgedruckt und sind soweit ok, aber nicht Besonderes. Geilerweise gestattet die Band aber (Stichwort „Creative Common License“) die nicht-kommerzielle Vervielfältigung der CD und bietet das Album zum kostenlosen Download auf ihrer Website an. So kann sich also jeder sein eigenes Bild nach diesem zugegeben etwas halbgaren Review machen. 😉 14 Songs in 42 Minuten. 3. Günni

Copyright © 2026 Günnis Reviews

Theme von Anders Norén↑ ↑