Der Heddesheimer Reiner-Feest-Verlag brachte die spanischen „Axa“-Endzeit-Fantasy-Comics von Mitte der 1980er bis Anfang der 1990er nach Deutschland. Donne Avenell schrieb die postapokalyptischen Abenteuer der attraktiven Kriegerin, Enrique Badía Romero zeichnete sie in einem perfekten realistischen Stil. Dieser im Jahre 1991 als rund 50-seitiges, vollfarbiges, handgelettertes Softcover-Album erschienene Sonderband ist meine erste Konfrontation mit Axa.

Die ultraknapp beschürzte Kriegerin Axa ist in einem Endzeitszenario nach dem „nuklearen Holocaust“ und der „großen Verseuchung“ allein auf weiter Flur, auf der Suche nach dem Samen der Hoffnung auf eine neue Menschheit. Das hält sie jedoch nicht vom Nacktbaden ab, wobei sie es mit einer Riesenkröte zu tun bekommt. Damit nicht genug: Lichtscheue Mutanten einer religiösen Sekte greifen sie an und nehmen sie gefangen, wollen sie vergewaltigen. Ab Seite 10 ist sie barbusig. In einer Höhle schläft sie nackt zwischen hunderten Skeletten, in einem zerstörten Vergnügungspark wird sie von Hunden gehetzt. In einem Leuchtturm lernt sie Maria und deren Vater Jaume kennen, in ein Gespräch mit ihm wird knapp ihre Origin-Story eingearbeitet.

Sie muss sich gegen einen mutierten Riesenhummer behaupten und steigt mit Jaume ins Bett. Das menschliche Trio trifft auf die Hells Angels (!), die das Beste aus der Endzeit machen, indem sie Orgien feiern und saufen. Von nun an befinden wir uns erst recht in Sex-&-Violence-Gefilden, aber auch Naturgewalten wüten und bedrohen einmal mehr alles Leben. Nein, man hat’s wirklich nicht leicht.

Das besondere an diesem Sonderband, dem weitere folgten, scheint zu sein, dass er eine zusammenhängende Graphic Novel enthält, während Axa anscheinend eigentlich ein in Tageszeitungen abgedruckter Comicstrip war.

Klar ist das spekulativ und schundig, dabei aber hochprofessionell, mit reichlich Dynamik in satten, atmosphärischen Farben umgesetzt – und letztlich schon geiler Scheiß, irgendwie. Ich müsste lügen!