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Die vier Jungs von BRDIGUNG sehen noch recht jung aus und haben gerade ihr Debüt-Album fertig gestellt, das einen interessanten Stilmix aus technisch gekonntem, melodischem Metal-Punk und modernem Streetrock bietet. Die deutschen Texte der zwölf Songs versuchen den Spagat zwischen persönlichen, wütenden bis melancholischen Inhalten und Gesellschaftskritik, der stellenweise aber noch ziemlich gezwungen-bedeutungsschwanger klingt und in Sachen Glaubwürdigkeit doch einige Abstriche ggü. anderen Vertretern des Genres machen muss. In ihren besten Momenten lassen aber die späteren ONKELZ grüßen und das ist, besonders in Anbetracht der GEILEN Sologitarre, die die eine oder andere feine Melodie hervorzaubert und sich hinter keinem Metal-Gitarrenwichser zu verstecken braucht, doch schon mal was. Ein Song wie „Ohne Dich“ hat fast schon Gänsehaut-Qualitäten, bei Plattitüden wie „Ich werd Pilot (und dann seid ihr alle tot)“ ist aber Schluss. Und wenn ich die ach-so-hasserfüllten Texte in Vergleich mit den im übrigens alle Texte enthaltenden Booklet unvorteilhaft posenden Milchbubis setze, wundert es mich nicht mehr, dass es dem klaren Gesang an Aggressivität mangelt – Jungs, an der „Credibility“ müsst ihr noch arbeiten. Eine EP mit den besten Songs dieses Machwerks wäre mit Sicherheit eingeschlagen, so hat das Album aber seine Längen. Musikalisch ist aber ein hohes Potential gegeben, das Hoffnung auf mehr macht. Anspieltipp: „BRDigung“. 43 Minuten Spielzeit. Wohlwollende 3. Günni

SPERMBIRDS-/ STEAKKNIFE-Sänger und Exil-Ami Lee Hollis bringt mithilfe des Ventil-Verlages seinen mittlerweile dritten Kurzgeschichten-Band in wirklich sehr leicht verständlichem Englisch unter die Leute. Ich muss gestehen, dass dies (abgesehen von seinen Songtexten, versteht sich) die erste Literatur ist, die ich von ihm zu lesen bekomme, also keinen direkten Vergleich zu den vorausgegangenen Werken ziehen kann. Ich wäre normalerweise auch nicht unbedingt auf die Idee gekommen, mir ein Buch mit englischen Kurzgeschichten zu Gemüte zu führen, da ich i.d.R. Prosa in meiner Muttersprache bevorzuge – wodurch mir aber einiges entgangen wäre. Meiner Tätigkeit für Crazy United sei Dank konnte ich an einer humorvoll geschriebenen Mischung aus Autobiographischem und Fiktivem über Hollis’ „Sweet Home Alabama“ (hehe), Drogenkonsum, seinen Job in der Kaiserslauterer Kneipe „Karate Club“, den Gebrauch von Schusswaffen und einigem mehr teilhaben, der immer etwas Bukowskisches in Hinsicht auf (nicht vorhandene) politische Korrektheit und Fatalismus anhaftet, allerdings ohne dessen Grad an Abgefucktheit zu erreichen (was Hollis vermutlich auch niemand abgenommen hätte). Die Rezeptur ist schon ganz richtig so und macht Spaß. Den Lesefluss beeinflussende Sprachbarrieren gab es keine und der Wortwitz konnte sich voll entfalten. Hollis beherrscht auch dieses Metier sehr gut und nimmt sich selbst ganz gerne auf die Schippe. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es eigentlich bei der US-Army war, womit man sich als Barkeeper in K’lautern herumschlagen muss, wie man in non-verbalen Auseinandersetzungen die Oberhand behält und an Details über Hollis’ Familie interessiert ist, dürfte auf den gut 100 Seiten gehoben und kurzweilig unterhalten werden. Kein Buch, in dem uns jemand Punkrock erklären oder Politik betreiben will; einfach abgefahrene Geschichten, die das Leben schrieb, die fast alle zünden und durch ein paar wenige Gedichte bzw. Songtexte ergänzt werden. Günni