Günnis Reviews

Datum: 29. November 2008

HAFERSLIME – GESCHRAMMELTE WERKE (DEMO) CD-R

(www.haferslime.de.vu)

100% Oldschool-HC-Punk auf deutsch mit Uffta und den üblichen Texten knallt einem die von manch einem schon als „Legende“ bezeichnete Warendorfer Punkband HAFERSLIME auf ihrem Demo vor den Latz und bewegt sich damit soundtechnisch irgendwo zwischen SCHLEIMKEIM und URLAUB IM ROLLSTUHL, würd ich jetzt mal so spontan sagen. Der Sound ist ok und die Scheibe ist’s auch. Zu den 17 Eigenkompositionen gesellen sich noch vier Coverversionen von den üblichen Verdächtigen. Hätte in den 90ern gut auf die „Sicher gibt es bessere Zeiten…“-Samplerreihe gepasst. Gerne so weitermachen! 21 Songs in 37 Minuten. 2-3. Günni

STAUENDE – ALLES WIRD GUT CD

(www.stauende.com)

Gar nix wird hier gut, schon gar nicht diese Düsseldorfer Melange aus Proll-Rock und unsäglichem Fun-Punk. Das ist vielleicht was für Fans von REVOLVERHELD und Co.,
denen die TOTEN HOSEN fast schon zu hart sind, aber nichts für mich. Daran ändert auch das schicke Booklet mit allen Texten nichts und schon gar nicht das irreführende Cover, das mit seiner düsteren Gestaltung im Zusammenhang mit dem Bandnamen eher eine nachdenkliche oder kämpferische Punk-Scheibe vermuten lässt. Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber den Song für Fortuna Düsseldorf, unter deren Fans die Platte sicher besser ankommen wird als bei mir. Ich verkneif’ mir auch hier eine Wertung, da mir das ganze dafür dann doch irgendwie zu genrefremd erscheint. 13 Songs in 47 Minuten. Günni

DIE SCHRÖDERS – ENDLICH 18 CD

(www.die-schroeders.de)

Vollkommen glatt polierte Rockmusik von ein paar auf jugendlich machenden alten Säcken, ohne jegliche Ecken und Kanten, Credibility, Witz oder Provokation und mitunter die Grenze zur Peinlichkeit überschreitend („Heute hier morgen dort“). Konnte ich noch nie was mit anfangen und kann es noch immer nicht. Punk und Artverwandtes hat für mich immer etwas anderes ausgemacht als diese bewusst auf Radiotauglichkeit getrimmte, überproduzierte Möchtegern-Stadion-Rock-Chose. Ok, Lichtblicke gibt es auch: Die heißen hier „Emily“ (schöne Melodie, bei der tatsächlich Herzblut drin zu stecken scheint), und „Was nicht passt…“, weil mir dabei der geniale Film mit Ralf Richter ins Gedächtnis gerufen wurde. Ansonsten ist aber der Name Programm: Was Schröders Sozialdemokratie für den Arbeiter war, sind DIE SCHRÖDERS für den Punkrocker: Halbgar und unglaubwürdig. Die Texte können alle im mit Zeichnungen durchaus ansehnlich gestalteten Booklet nachgelesen werden. 13 Songs in 44 Minuten. 4-5. Günni

BLICKFELD – AUS’M STAND CD / BLICKFELD – KEIN LIEBESLIED Maxi-CD

(www.blick-feld.de)

„Das ist Musik / Nicht über Geld, Beziehungen oder Krieg / Einfach nur Musik!“ Stimmt – einfach nur Pop-Punk/Indie-/Rock-Musik von Leuten, die zuviel DIE TOTEN HOSEN gehört haben, mit belanglosen, massentauglichen Texten. Aalglatt, sauber und perfekt produziert. Punk-Spirit? Hier nicht. Der musikalisch zackige Beginn wird schnell über Bord geworfen, stattdessen regieren aufgesetzt wirkende Schnulzen und gekünstelte Rockscheiße. Deshalb wird diese Band wieder so lange aus meinem BLICKFELD verschwinden, bis sie es irgendwann ins Radio schafft und sich dort zwischen SPORTFREUNDE STILLER, REVOLVERHELD und wie sie alle heißen zu behaupten versuchen wird – z. B. mithilfe der Singleauskopplung „Kein Liebeslied“, die vier weitere Songs enthält, die sich ALLE auch auf dem Album befinden. Und wer zur Hölle braucht einen „Radio Edit“?! Das Album kommt mit professionell gestaltetem Booklet mit allen Texten, die Maxi-CD bietet nichts Besonderes. Album: 13 Songs in 44 Minuten. 5. Günni

DIE WOHNRAUMHELDEN – WIR SIND DER RAUCH Maxi-CD

(www.klimabotschafter.de) / (www.wohnraumhelden.com)

Bei den WOHNRAUMHELDEN handelt es sich wohl ein Nebenprojekt von Leuten von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE, das versucht, mit dieser Maxi-CD durch aktuelle Gesetzgebungen gebeutelte Raucher anzusprechen, wie es vorher auch schon andere taten. Der Song „Wir sind der Rauch“ ist aber in der Tat gar nicht übel, relaxte Rock-Musik mit Ohrwurmmelodie, guter Stimme und witzigem Text. Der zweite Song „Blöd“ geht mehr in Richtung Country und fällt ebenso wie die dritte Nummer deutlich ab. Als Bonus gibt’s ’nen bewusst trashigen No-Budget-Video-Clip zum Song „Gefahr“. Ist ok und kommt in so mancher Eckkneipe bestimmt gut, hat mit Subkultur oder gar Punk nun aber nichts zu tun. Drei Songs in zehn Minuten. Ohne Wertung. Günni

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