Günnis Reviews

Datum: 5. Februar 2009

THE REVERED PEYTON’S BIG DAMN BAND – THE WHOLE FAM DAMNILY CD

(www.sideonedummy.com) / (www.bigdamnband.com)

Ein dicker, stämmiger Typ mit Vollbart, Hosenträgern und Akustik-Klampfe, (s)eine dicke Frau mit Waschbrett und ein Weiterer, der sich um die Percussions kümmert – richtig, hier geht es nicht um Punkrock, sondern um Südstaaten-Country-Blues, der bemüht authentisch inkl. Südstaaten-Akzent etc. daherkommt, sich das eine oder andere Augenzwinkern aber nicht verkneifen kann – was wohl der Grund dafür ist, dass wir diese Scheibe zugeschickt bekommen haben und die Band mit vielen Punkbands auftritt… Ein Schelm also, wer das Ganze für ein Projekt hält, das seinen Ursprung in „unserer“ Szene hat. Aus der minimalistischen Instrumentierung wird jedenfalls einiges herausgeholt und die Songs besitzen verdammt viel Energie, so dass die Scheibe jedem, der grundsätzlich mit solcher Mucke was anfangen kann, viel Spaß machen dürfte. Die Liebe zum Detail ist auf jeden Fall gegeben und zieht sich durch die Gestaltung des Albums angefangen beim matten Digipak mit gezeichnetem, die Bandmitglieder abbildendem Cover, den irgendwie auf alt getrimmten Fotos bis hin zu den simplen, aber aussagekräftigen Texten, die dann schon mal wie folgt klingen: „Wal-Mart killed the Country Store / They discriminate by race and age / Won’t pay nobody a living wage“ oder auch „I want to thank y’all for the food that you made us / But it don’t hold a candle to Mama’s fried potatoes“. Hat was! 13 Songs in 40 Minuten. Ohne Wertung. Günni

NO EXIT – IHR NICHT! CD

(www.volksmusike.de) / (www.no-exit.de)

Oh je, NO EXIT… Um die Berliner hatte ich bislang eigentlich immer einen Bogen gemacht, waren nie so mein Ding, und nun erwischt es mich eiskalt mit ihrer neuen Platte. Um es vorweg zu nehmen: Auch dieses Album ist nicht mein Ding. Das ist mir alles viel zu durchschnittlich, austauschbar, abgedroschen und wenig originell. Deutschsprachiger, moderner Punkrock mit ein paar kämpferischen Texte für die nächsten „Schlachtrufe“ und „Punkinvasion“-Teile und Persönlicherem, um nicht darauf reduziert zu werden und dem jugendlichen Bahnhofspunker ein wenig Romantik zu vermitteln. Richtig scheiße wird’s bei „8Cola 8Bier“, als ob man „A.C.A.B.“ nicht einfach aussprechen könnte… das riecht mir alles zu sehr nach Berufsrevoluzzer, der es sich in seinem Image bequem gemacht hat. Für Hörer von ZAUNPFAHL und ähnlich gruseligen Bands vielleicht die Offenbarung, ich persönliche greife zu anderem Material, wenn ich guten deutschsprachigen Punk hören will. Negativ ins Gewicht fallen auch die viel zu basslastige Produktion, bei der der Viersaiter alles gnadenlos übertönt, das schaurige Cover mit möchtegerncool posierendem Sänger und weitere Schönheitsfehler wie eine falsch abgedruckte Trackreihenfolge. Und eines noch: Im Song „Argentina“ alle Spieler der argentinischen Fußballnationalmannschaft von 1978 aufzuzählen, die seinerzeit den WM-Titel holte, interessiert hier keine Sau, ist doch der großartige Sieg der deutschen Elf gegen Argentinien im WM-Finale 1990 unvergessen, als sogar ein Maradonna gegen einen Guido Buchwald noch kleiner wurde, als er ohnehin schon ist. 85. Minute, 1:0 Brehme, Weltmeister! Ganz zu schweigen vom Sieg im Viertelfinale 2006… aber ich schweife ab. Also, NO EXIT sind nichts für mich und daran hat auch dieses Album nichts geändert. Objektiv betrachtet ist es für einen Verriss dann aber eben doch nicht schlecht genug, weshalb ich mal „3-4“ sage… Kommt im Digipak, im Booklet gibt’s die Texte nachzulesen und Fotos zu begucken und insgesamt sind’s zwölf Songs in 40 Minuten. Günni

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