Wolfgang Mürmann war vornehmlich Musiker, lieferte aber auch Ideen und Inhalte für Cartoons, unter anderem für die in der Illustrierten „Neue Revue“ abgedruckten „Stinkstiefel“-Strips, die als rund 100-seitiges querformatiges Taschenbuch im Jahre 1995 gesammelt beim Kieler Semmel-Nachfolger Achterbahn erschienen. Bei Nofi dürfte es sich um ein Pseudonym des Hamburger Zeichners Lutz Nosofsky gehandelt haben, mit dem Mürmann auch für weitere Cartoon-Publikationen zusammenarbeitete.

Das auf Seitenzahlen verzichtende, unkolorierte Büchlein beginnt mit einer kurzen Einführung in die Figuren, in deren Mittelpunkt der rotzfreche Lümmel Justus, nur Stinkstiefel genannt, steht. Die Zeichnungen sind in einem wunderbar karikierenden Funny-Stil gehalten; die Strips bestehen aus ein bis vier Panels, in einem sich über zwei Seiten erstreckenden Fall sogar aus acht. Stinkstiefel legt einen herrlichen Sarkasmus an den Tag, reißt ab und an auch mal einen politik- oder gesellschaftskritischen Spruch oder ergeht sich in Wortwitzen. Hin und wieder bekommt er auch selbst sein Fett weg.

Alles in allem ist das aber nichts, was aus der Masse an ähnlichen Comics groß herausstechen würde, und nicht jeder Gag sitzt. Schade, dass man sich für Maschinen- statt Handlettering entschied, und wenn ich „Scater“ statt „Skater“ lese, wird mir ganz anders. Als kurzweiliger Zeitvertreib aber nicht verkehrt.