Aus dem Jahre 1985 stammt das 164 Seiten umfassende zwölfte Filmbuch des Cinema-Verlags. Offenbar verkauften sich Bücher mit nackter Haut am besten, sodass es zur „Sex im Kino“-Reihe einige Ergänzungen wie den Quasi-Vorgänger „Cinema-Sonderband Nr. 8: Sexstars“ oder eben diese gab.

Berücksichtigt werden folgende vollmundig zu „Göttinnen des erotischen Films“ geadelte Schauspielerinnen:

  • Barbara Carrera
  • Pia Zadora
  • Anja Schüte
  • Lauren Hutton
  • Dayle Haddon
  • Rachel Ward
  • Laura Gemser
  • Brooke Shields
  • Jane Fonda
  • Sybil Danning
  • Isabelle Adjani
  • Brigitte Bardot
  • Jane Birkin
  • Jamie Lee Curtis
  • Sandra Milo
  • Anita Ekberg
  • Kim Novak
  • Sophia Loren
  • Elizabeth Taylor
  • Jayne Mansfield
  • Marion Michael
  • Gila von Weitershausen
  • Gabrielle Lazure
  • Joan Collins
  • Bo Derek
  • Isabelle Huppert
  • Maud Adams
  • Claudia Cardinale
  • Ursula Andress
  • Senta Berger
  • Jacqueline Bisset
  • Olivia D’Abo
  • Catherine Deneuve
  • Clio Goldsmith
  • Daryl Hannah
  • Mariel Hemingway
  • Barbara Bouchet
  • Marylin Monroe
  • Jennifer Beals
  • Carole Bouquet
  • Faye Dunaway
  • Sandra Wey
  • Maruschka Detmers
  • Phoebe Cates
  • Marie Colbin
  • Valérie Kaprisky
  • Angela Molina
  • Gudrun Landgrebe
  • Sophie Marceau
  • Ornella Muti
  • Anne Parillaud
  • Tawny Kitaen
  • Stefania Sandrelli
  • Nastassja Kinski
  • Sylvia Kristel
  • Laura Antonelli
  • Hanna Schygulla
  • Maria Schneider
  • Corinne Cléry
  • Charlotte Rampling
  • Christine Kaufmann
  • Sirpa Lane
  • Diane Lane
  • Raquel Welch
  • Romy Schneider
  • Carroll Baker
  • Elke Sommer
  • Tanya Roberts
  • Caroline Munro
  • Gina Lollobrigida
  • Diana Dors

Inhaltlich besteht das Softcover-Buch aus meist sehr knappen, dafür überwiegend respektvoll statt geifernd oder sexistisch geschriebenen Biographien. Den Großteil der Seiten nehmen aber Fotos ein, farbig wie schwarzweiß. Die sehen natürlich toll aus, sind aber, liebe möglicherweise entsprechend geeichte Leserschaft, keine reine Fleischbeschau und längst nicht alle Fotografierten präsentieren sich hier hüllenlos. Schön wären indes Quellenangaben gewesen: Handelt es sich um Modellfotos, beispielsweise für den „Playboy“? Oder stammt ein bestimmtes Bild aus einem Film und wenn ja, aus welchem? Letzteres wird immerhin manchmal im Text erwähnt. Der Seitenumfang pro Schauspielerin variiert, Nastassja Kinski werden die meisten Buchseiten zuteil. Dass es sich bei allen aufgeführten Damen um Erotikgöttinnen handelt, sei einmal dahingestellt, als krude Mischung und eine Art Bestandsaufnahme aus der Mitte der 1980er ist diese Zusammenstellung aber nicht ohne Reiz. Es fehlen jedoch Namen wie Gloria Guida, Lilli Carati, Nieves Navarro, Rosalba Neri, Inrid Steeger, Elisabeth Volkmann, Dagmar Lassander,  Lina Romay (und weitere Jess-Franco-Aktricen), Brigitte Lahaie, Edwige Fenech, Teri Tordai, Katja Bienert, Sabrina Siani, Olivia Pascal und, und, und… Zu gern wüsste man, welche Kriterien der Auswahl zugrunde lagen. Persönlicher Geschmack der Redaktion? VHS-Verleihstatistiken? Umfragen? Wahrscheinlich war eine vermutete Popularität ausschlaggebend. Im Anhang finden sich Filmographien.

Ein paar Fehlerchen haben sich auch hier eingeschlichen; so wird auf S. 50 aus „Ohrfeigen“ der Film „Die Ohrfeige“, was verwirrt, da beide Filme existieren, und auf S. 114 aus „Der Ungehorsam“ kurzerhand „Der Ungehorsame“.

Offenbar existiert auch eine erweiterte Neuauflage, die mir mal jemand ohne abgerissenen Titel und herausgerissene erste Seiten (mir fehlen die mit Anaïs Jeanneret) mit in ein Paket legte und die, mit Ausnahme Anita Ekbergs, bis Seite 31 inhaltlich neugestaltet wurde. Weitere, zuweilen kuriose Änderungen: Mandy Smith auf S. 82 (obwohl sie noch in gar keinem Film mitgespielt hatte), auf S. 83 Charlotte Lewis, auf S. 84 Grace Jones, auf S. 85 Mia Nygren, auf S. 98 Tina Hudson, auf S. 99 Linda Blair, auf S. 106 Rosanna Arquette, auf S. 107 Brigitte Nielsen, auf S. 108 Kim Basinger, auf S. 111 Madonna, auf S. 112 Isabella Rosselini, auf S. 113 Rae Dawn Chong, auf S. 138 Danuta Lato, auf S. 139 Fanny Bastian, auf S. 140 Jodie Foster, auf S. 142 Lisa Bonet, auf S. 143 Elizabeth Mary Mastrantonio und auf S. 158 Ingrid Steeger. Diane Lane erhielt zwei Fotos mehr, Ornella Muti gleich vier, bei Jane Fonda wurden zwei Fotos durch ein Barbarella-Motiv ersetzt, bei Tawny Kitaen ein großes durch drei kleinere, Jamie Lee Curtis bekam ein Foto mehr, Sirpa Lane hingegen musste ebenso komplett weichen wie Gila von Weitershausen, Gabrielle Lazure, Sandra Wey, Corinne Cléry, Sandra Milo, Carroll Baker, Elke Sommer, Caroline Munro und Diana Dors. Daran lässt sich sicherlich ablesen, wie sich der jeweilige Stellenwert im Bereich „attraktive Kinoschauspielerinnen“ innerhalb weniger Jahre änderte. Filmographien wurden weggelassen und durch einen alphabetischen Index der Damen ersetzt.

Wie fragwürdig es ist, zwischen einschlägige Personalien verdiente seriöse bis hochkarätige Schauspielerinnen zu mischen und auf eine behauptete erotische Ausstrahlung zu reduzieren, braucht an dieser Stelle sicherlich nicht betont zu werden. Insofern sind Bücher wie dieses auch Zeugnis einer damals verbreiteten Perspektive auf Frauen im Filmgeschäft.