Die Comicfigur mit dem sprechenden Namen Hein Jammerhauf heißt im niederländischen Original Joop Klepzeiker und entstammt der Feder Eric Schreurs‘, der die Funnys ursprünglich für eine holländische Illustrierte anfertigte. Hierzulande erschienen sie in den Jahren 1990 und ’91 im Verlag comicplus+ in Form zweier rund 50-seitiger, vollfarbiger und handgeletterter Softcover-Alben.
Diese enthalten jeweils eine Seite umfassende Erlebnisse des titelgebenden Verlierertypen, der nur mit seinem Hund Harry zusammenlebt. Mit ihren häufig sexualisierten Themen sind diese Comics eher etwas für ältere Leserinnen und Leser. Den Slapstick- und Situationskomik-lastigen Humor empfinde ich als eher durchschnittlich, der stark karikierende Zeichenstil wirkt – passend zu Hein – etwas zittrig. Die dynamische Panelstruktur weiß ebenso zu gefallen wie die erzählerisch pointierte Anordnung des Gezeigten. Schreurs arbeitet mit ein paar wiederkehrenden Figuren wie zwei Nachbarsjungen, die es immer wieder auf Hein abgesehen haben, und einem halluzinierenden Alkoholiker. In seinen Träumen wird Jammerhauf gern zu Superhein, der trotzdem alles verpatzt.
Eine witzige Eigenart stellen die zahlreichen an die Häuserwände gesprühten Parolen dar. Schreurs schien um Zeitkolorit der 1980er-Jahre bemüht und sah sich dafür vorrangig im Urbanen und in der Unterschicht um.
Im Anhang des ersten Bands finden sich ein Kurzporträt Schreurs‘ sowie eine Fotocollage.
Im zweiten Band bauen die eigentlich in sich abgeschlossenen Onepager stärker aufeinander auf, beispielsweise Hein am Strand, Hein auf Freiersfüßen – und die jeweiligen Folgen… Insgesamt erscheint mir Band 2 witziger als Band 1, manches ist in beiden Bänden beim Versuch, provokant zu sein, aber auch schlicht ziemlich niveaulos.

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