Günnis Reviews

Autor: Günni (page 1 of 109)

Friede · Freude · Eierkuchen

Die nach „Semmels Satire Sammelsurium“ zweite Kompilation des Kieler Semmel-Verlachs (damals noch „Verlag“) stammt aus dem Jahre 1982 und umfasst rund 150 unkolorierte, handgeletterte Seiten im verlagstypischen großen Taschenbuch, das einen sehr hübschen bunten Einband aufweist. Es enthält sowohl ganz kurze als auch relativ lange Geschichten satirischer Natur.

Nicht nur Tomas M. Bunks „Die Flasche!“ zum Einstieg ist sehr vom Kalten Krieg und der Wahl Reagans zum US-Präsidenten geprägt, ließe sich aber auch 1:1 auf den Schwachmaten Trump übertragen. Selbst Rolf Boykes lange, köstliche Geschichte zweier verfeindeter Froschvölker weisen Parallelen zu Reagan auf, heißt einer der Froschkönige doch Bonzo (Reagans Spitzname). „Krieg der Frösche“ ist aber eine allgemein gehaltene Parabel auf sinnlose Kriege und die Idiotie nationalautoritärer Staatsformen. Auch schön: In Detflef Surreys „Die Hex‘ im Wald“ geraten zwei Hexen in die Auseinandersetzungen um die Erweiterung eines Militärgeländes, wobei die eine nicht im Wald, sondern in der Stadt lebt und statt auf einem Besen ganz fortschrittlich auf einem Staubsauger reitet. Haralds „Friedenslärm und Kriegsgeflüster“ ist ein interessanter Comic mit extra viel Zeitkolorit, in dem eine Westberliner Punkerin und Hausbesetzerin einen westdeutschen Friedensaktivisten kennenlernt, mit ihm sexuell wird und er sie daraufhin in Berlin besucht, wo eine Militärparade der Alliierten gestört werden soll. Harald greift damit damalige Debatten nicht nur um Militanz und Pazifismus auf. Leider geriet die Durchführung der Aktion gegen die Parade etwas unübersichtlich.

Bunks „Szenen eines Flops“ ist superdetailreich und dabei superböse, sein aufwändiger und detailverliebter Schraffurstil kommt besonders in seiner Karsten-Dose-Geschichte „Affentanz“ zur Geltung – herrlich makaber, wie ein naiver Pazifist den dritten Weltkrieg auslöst. Fuchsi steuert neben seinem Zorro eine abgefahrene Geschichte über Maschinen mit Bewusstsein, die die Erde beherrschen, sich im Krieg selbst ausrotten und damit Platz für den aus Eiern schlüpfenden Menschen machen, bei.

Alle Geschichten handeln auf die eine oder andere Weise von Krieg, womit dieser Band den damaligen (zahlreiche Parallelen zur Gegenwart aufweisenden) vorherrschenden Zeitgeist dokumentiert – zumindest jenen innerhalb der sich ob der Zuspitzung des Kalten Kriegs besorgt zeigenden Anarcho-/Indie-Comicszene. Lesenswert sind grundsätzlich alle Geschichten, auch die nicht von mir herausgestellten, wenngleich die eine oder andere qualitativ etwas abfällt.

LeON / Vincenzo Cucca – Anne: Die lustigen Abenteuer einer drallen Erstsemester-Schnitte

Dieser im Jahre 2021 im Insektenhaus-Verlag in deutscher Übersetzung als rund 60-seitiges Hardcover-Album erschienene Comicband des belgischen Autors LeON und des italienischen Zeichners Vincenzo Cucca macht erst einmal einiges her: Cuccas realistischer Stil mit Anleihen beim karikierenden Funny entfaltet auf dem hochwertigen Kartonpapier seinen vollen Glanz, die Kolorierungen sind hübsch bunt, die Panelstruktur dynamisch. Doch inhaltlich liegt einiges im Argen.

Erstsemester-Studentin Anne hat einen superdrallen Busen und ebensolchen Po, ist geistig aber sehr unbedarft unterwegs. Ihr Vater passt immer auf sie auf und misshandelt Missetäter, die seinem Töchterchen zu nah kommen. Statt einer durchgehenden Geschichte hangelt Anne sich von einer Episode voller Studentenlebenklischees und Altherrenfantasien zur nächsten, wobei einem vieles vorenthalten wird und gar nicht mehr gezeichnet stattfindet. Zudem soll das alles lustig sein, ist’s aber nun überhaupt nicht: viel Übergriffiges, Missbrauch und Gewalt, nicht nur, aber eben auch gegen Frauen. Vieles davon geht eigentlich gar nicht, derart frauenfeindlich wirken Szenerie und Humor. Angesichts des Titels hatte ich einen sich an alten, spaßigen Erotikcomics orientierenden und diese modernisierenden Band erwartet, oder aber augenzwinkernden Sleaze à la Weissblech. Zu allem Überfluss wurde bei den Seitenzahlen gemogelt, denn mehrere Seiten voller Zeichenskizzen strecken das Teil.

 

Danke, nein.

16.01.2026, Indra Musikclub, Hamburg: BANG! MUSTANG! + THE TYPHOONS

Mal was anderes

Nachdem ich die lokale Surfrock-Legende THE TYPHOONS nach ewiger Zeit im Rahmen eines Kinofestival-Kurzauftritts mal wieder live gesehen hatte und meine wesentlich bessere Hälfte ebenso angetan war wie ich, war eine Eintrittskarte zu diesem Konzert in ihrem Nikolausstiefel gelandet. So stand also eines der wenigen reinen Surfkonzerte auf dem Plan; ein Musikstil, der ein noch wesentlich nischigeres Dasein fristet als es beispielsweise Punkrock tut. Wohl aufgrund des in Aussicht gestellten sommerlichen Sounds zeigte der Winter sich gnädig und schwenkte auf milde Temperaturen um. Die Hamburger Schallplattenunterhalterinstitution Surfin Burt war mit Koffern voller 7“-Singles am Start und sorgte für den passenden Drumherum-Soundtrack.

Ich war gespannt, wie viele Surf-Connaisseurs es ins Indra verschlagen würde und wie viele bekannte Gesichter darunter sein würden. Letztere tendierten von Dr. Monkula und der Indra-Crew abgesehen gen null und generell blieb es luftig und übersichtlich. Dafür hatten die vielleicht um die 60 Gäste wirklich Bock auf diese Veranstaltung und bereiteten den Leipzigern BANG! MUSTANG! einen warmen Empfang. Die Sachsen haben zwei Alben draußen und sind irgendwann vom Quartett zum Trio geschrumpft, was sie aber nicht hinderte, ein ordentliches musikalisches Fass aufzumachen. Virtuosester traditioneller Surfgitarrensound, ein weit mehr als nur rhythmisch tieftönender Bassist und ein entfesselter Drummer spülten noch nicht zigmal gehörte, originelle und gewitzte Instrumental-Kompositionen an Land, abgeschmeckt mit ein paar vertrauten Klängen. Das hatte mitunter recht deftigen Punch und eine nicht ungefähre Härte, ohne dabei das Surf-Metier zu verlassen. Der P.A.-Klang war spitze und die sich in ihren Ansagen sympathisch präsentierende, ihre Schulauer Kollegen aber versehentlich in Lüneburg verortende Band spielte sich in einen Rausch. Das Publikum wusste dies zu würdigen und bekam seine geforderten Zugaben. Ein Song- bzw. Albumtitel wie „Surfin‘ NSA“ ist zudem ein Beweis für den Humor der Band. Würde ich mir jederzeit wieder ansehen, wenn diese sich wieder in die Hansestadt verirren sollte, und ich glaube, die auf Rhythm Bomb erschienenen Alben müssen her. Demnächst soll übrigens eine neue Platte kommen (das jüngste datiert bereits aufs Jahr 2015).

Die Lokalheroen THE TYPHOONS aus dem Wedeler Stadtteil Schulau sind ein Mann mehr, verfügen über zwei Gitarristen. Dargereicht wurde ein um die 20 Songs umfassendes Set, gespickt mit der einen oder anderen Coverversion („Bullwinkle Part II“, „Mr. Moto“), das mit seiner Dynamik zwischen schnelleren Abgehstücken und atmosphärischen „leiseren Tönen“ einen angenehmen Spannungsbogen entwickelte und die Leute zum Tanzen brachte (wobei besonders deren imitierte Surfbewegungen auf den imaginären Surfboards beeindruckend aussahen). Die Band nahm sich Zeit für einige sehr launige Ansagen, stichelte wegen des Lüneburg-Fauxpas augenzwinkernd ein wenig Richtung BANG! MUSTANG! und agierte nicht ausschließlich instrumental. Pech nur, dass ausgerechnet als Gitarrist Norbert eine französischsprachige Nummer singen wollte, sein Mikro versagte. Letztlich schnappte er sich das seines Bandkollegen und stellte Gesangstalent sowie Sprachkenntnis unter Beweis. Am Ende wurden lautstark Zugaben verlangt und THE TYPHOONS ließen sich nicht lumpen, zockten ihre Halloween-Party-kompatiblen Hits „Surfin‘ Zombies“ (unter dessen Motto auch die Veranstaltung stand) und „Barracuda“, wobei während ersterem eine Basssaite riss und kurzerhand aufs Instrument der Leipziger Kollegen ausgewichen wurde. Da die Zugaberufe noch immer noch nicht verhallten, gab’s noch den SHADOWS-Klassiker „Apache“ obendrauf, und zwar in einer unheimlich gefühlvoll gespielten Version.

Vor lauter Twang und Reverb klingelten mir die Ohren und statt im winterlichen Hamburg wähnte ich mich beinahe im Hochsommer am Sandstrand. Fazit: Hamburg braucht mehr Surf-Konzerte! Und ich hätte durchaus Bock, etwas tiefer in die Materie einzutauchen…

Naomi Fern (Hrsg.) / Reinhard Kleist (Hrsg.) – Bettgeschichten: Comics für Erwachsene

In dem im Jahre 2012 im Stuttgarter Zwerchfellverlag erschienen, rund 110-seitigen Softcoverband im Zwischenformat geben sich 18 Zeichnerinnen und Zeichner der deutschen Independent-Comicszene ein Stelldichein, darunter Maike Plenzke, Mawil, Steffi Schütze, Calle Claus und auch die Herausgeberin und der Herausgeber. Allen gemein ist, dass sie einmal ihren libidinösen Fantasien freien Lauf lassen und eine Kurzgeschichte für diesen Band beisteuern. Dadurch umfasst der vollfarbige Band eine kunterbunte stilistische Mischung. Manches ist eigentlich reiner Porno, bekommt aber doch noch eine leicht amüsante Pointe angehängt; anderes ist hingegen von vornherein deutlich humoristisch angelegt.

Schön ist’s, dass mehrere Frauen dabei sind – deren Fantasien sich offenbar gar nicht so sehr von denen der männlichen Kollegen unterscheiden. Manche „Geschichte“ geriet ultrakurz, beispielsweise Mahlers Beitrag, der sich eher einen kleinen Spaß erlaubt haben dürfte. Ein anderer Beitrag leidet etwas unter den vielen Rechtschreibfehlern. Allen aber merkt man die Freude daran an, einmal an einem solchen Projekt partizipieren zu können. Mawils Nackedeis in seinem typischen schrägen Zeichenstil sind urst schau. Heterosex trifft in „Bettgeschichten“ auf Gleichgeschlechtliches und Zwitterfantasien; eine Wundertüte, in der für jeden etwas dabei ist und die weitestgehend ohne patriarchalen Sexismus auskommt. Aber Obacht: Es geht mitunter sehr explizit zu, entsprechend ist der Band auch erst ab 18 Jahren freigegeben.

Das stabile, matte Papier fasst sich gut an und hinterlässt einen wertigen Eindruck. Die Kurzportraits aller Zeichnerinnen und Zeichner im Anhang sind aber leider etwas arg klein geraten.

10.01.2026, Hafenklang (Goldener Salon), Hamburg: ARRESTED DENIAL + FLICK KNIVES

Mit „Nirgendwo angekommen“ veröffentlichten die Hamburger ARRESTED DENIAL Ende letzten Jahres ein fantastisches neues Album, das es auf der Release-Party im Goldenen Salon des Hafenklangs, einem der schönsten Konzertorte Hamburgs, gebührend zu feiern galt. Und das dachten sich viele, denn der Bums war restlos ausverkauft, Abendkasse gab es keine mehr. Und offenbar ging’s auch superpünktlich um 20:00 Uhr los, denn die erste Band KITTY COASTER, die ihren allerersten Auftritt absolvierte, habe ich komplett verpasst (sorry, aber um 20:00 Uhr ist doch gerade erst die Sportschau zu Ende…). Nachdem ich mich bei eisigen Temperaturen durch den verschneiten Weg an den Fischmarkt und ins Hafenklang gekämpft hatte, war bis zur zweiten Band aber noch etwas Zeit, Valentin und Sascha zum Album zu gratulieren, bekannte Gesichter zu begrüßen und sich ein Bierchen zu schnappen. Wenn man keine Astra/Holsten-Edel-Pferdepisse trinken will, muss man für ein Staropramen oder Jever mittlerweile 4 Öcken latzen. Für 0,3 Liter aus der Flasche. Da kann zumindest ich langsam nicht mehr gegenanverdienen. Dafür war der Eintritt fair bepreist, also erst mal genug gemeckert.

Die (mir bis dahin unbekannten und sich wohl vornehmlich aus SEWER-RATS-Mitgliedern rekrutierenden) Kölner Springmesser FLICK KNIVES boten dazu auch nicht den geringsten Anlass, denn die hatten richtig Bock und erspielten sich ihr von KITTY COASTER vermutlich gut vorgewärmtes Publikum mit äußerst souverän dargebotenem englischsprachigen Streetpunk – das volle Brett mit nicht nur zwei Klampfen, sondern sogar ‘ner Orgel. Da taute auch ich schnell auf. In den Strophen machte sich hin und wieder der Offbeat breit, beide Gitarristen wechselten sich mit dem Leadgesang ab, beim dritten Song sprang der Bassist von der Bühne und tanzte mit einem Gast aus dem Publikum. Ein paar wohldosierte Pop-Punk-Einflüsse, beispielsweise beim „Was it me, was it you“-Refrain eines Songs (sorry, keine Ahnung, wie der heißt), machten die eine oder andere Nummer noch eingängiger.  Bei einem Song vom für den 06.02. angekündigten Album bat man das Publikum erfolgreich um Unterstützung beim Chorgesang, den sie in ihrem übrigen Material aber auch so prima beherrschen. Trotz starken eigenen Materials coverte die Combo überraschend viel, bewies dabei aber Geschmack: „New Age“ (BLITZ), „To Have and to Have Not“ (BILLY BRAGG, in der LARS-FREDERIKSEN-Stromgitarrenversion), „Olympia, WA“ (RANCID) als offiziell letzten Song und als Zugabe „Stick ‘em up!“ von MASKED INTRUDER – inklusive Stagediving- und Pogo-Einlage des Orgelspielers. Astreiner Gig einer Band, die mich oft an SMALL TOWN RIOT, zumindest an deren streetpunkigere, weniger rock’n’rollige Nummern, erinnerte. Mit dem Basser schnackte ich später kurz bei ‘ner Kippe vor der Tür, evtl. geht da ja mal was zusammen mit meiner Kapelle BOLANOW BRAWL im Rheinland. So oder so bin ich aufs Album gespannt.

ARRESTED DENIAL haben sich mit Pip um einen festen Trompeter verstärkt und stellten ihren ehemaligen Bassisten (und meinen engen Freund), den im Herbst letzten Jahres traurigerweise verstorbenen Small Town Timo, kurzerhand in Form eines großen Fotoaufstellers mit auf die Bühne. Das reguläre Set umfasste eine sehr stimmige Auswahl aus neuem und von den vorausgegangenen beiden Alben bekanntem Material, dessen Melodien die Trompete nun, wenn ich nicht irre, beim überwiegenden Teil der Songs kräftig unterstützte. Und hatte Pip gerade nichts zu tun, fand er sich tanzend im Publikum wieder. Zu Timos Ehren spielten Valentin & Co. einen Block aus Timos drei Favoriten „Alles wird gut“, das von ihm geschriebene „Zeit zu gehen“, dessen Text jetzt einen besonders dicken Kloß im Hals hinterlässt, und das DARKBUSTER-Cover „Skinhead“. Dazwischen erzählte Valentin Timo-Anekdoten und verteilte dessen Lieblingsgesöff, den furchtbaren Jägermeister, im Publikum. Timo, Alter, da haste quasi posthum noch ein paar Leberhaken verteilt! Überhaupt nahm sich Valentin dem Platten-VÖ-Anlass angemessen viel Zeit für sympathische und spaßige Ansagen. Textlich gehören ARRESTED DENIAL zusammen mit der aktuellen SLIME-Inkarnation um Tex Brasket (der eine Nummer auf dem Album mitsang) und den Postpunks BRIEFBOMBE ohnehin zum Besten, was die Hansestadt zu bieten hat; mit ihrem auf der neuen Platte ausschließlich auf Deutsch dargereichten inhaltlichen Tiefgang zwischen klaren und wütenden system- und gesellschaftskritischen Aussagen sowie nachdenklicheren, persönlichen Geschichten spielen sie fast schon in ihrer eigenen Liga. All das in kleine und große Hymnen mit tanzbarem Street- und Ska-Punk sowie mitsingkompatiblen Refrains (ganz groß: Das neue „Für ein paar Stunden“) zu verpacken, ist die hohe Kunst und das, was ARRESTED DENIAL ausmacht. Die Trompete passt prima zur Offbeat-Lastigkeit vieler Songs; und immer mal wieder ertappte ich mich beim Gedanken, dass RANTANPLAN vielleicht so hätten klingen können, hätten sie den auf den ersten beiden Alben eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt. Als der reguläre Teil des Sets durch war, fragte Valentin zu Beginn des Zugabeblocks, was man denn so hören wolle. Auf nicht ganz ernstgemeinte Antworten wie „Mexico“ oder „Wonderwall“ entgegnete er: „Na gut, wir spielen noch ’ne Stunde!“ „Move On“, von den englischsprachigen Stücken wahrscheinlich mein Favorit, bildete den Auftakt, gefolgt vom ersehnten, von anderen vielleicht auch gefürchteten ROXETTE-Medley. Die letzte fremdkomponierte Zugabe wurde als von einer ultrabösen Glatzenband stammend angekündigt, woraufhin „Die Welt kann mich nicht mehr verstehen“ von TOCOTRONIC erklang und die Band noch mal die Lacher auf ihrer Seite hatte, bevor das eigene „Zurück“ den Liveteil des Abends besiegelte. Geile Platte, geiles Konzert mit gut aufgelegtem und zumindest in Teilen durchaus tanzfreudigem Publikum; zu von DJ Micha Punkrock aufgelegten Klassikern verhaftete ich noch ein, zwei Bierchen und machte mich dann beseelt auf den Heimweg. Mein erstes Konzert des Jahres 2026 machte Lust auf mehr.

27.12.2025, Fanräume, Hamburg: Hamburg Punk Invasion

Bitzcore-Jürgen war für seine Veranstaltungen mit Hamburger Bands aus den Bereichen Punk und Artverwandtes vom Indra in die Fanräume des FC St. Pauli umgezogen und ließ es mit gleich sieben Bands zum Jahresausklang noch mal so richtig krachen. Eigentlich war die Sause als Release-Party der Bitzcore-HH-Punk-Vinyl-Sampler geplant, doch da Jürgen den Aufwand unterschätzt hatte und die eine oder andere Unwägbarkeit hinzugekommen war, sind diese leider auf unbekannt verschoben. Dafür solle demnächst ein Sao-Paolo/Hamburg-Split-Sampler kommen – man darf gespannt sein. An Weihnachten versuchte Jürgen dann noch verzweifelt, ein Schlagzeug für den Abend zu organisieren, was zwar reichlich spät war, letztendlich aber doch noch klappte. Und nachdem unser (DISILLUSIONED MOTHERFUCKERS) Taxi versuchte, aufs Heiligengeistfeld und dort vor die Tür der Fanräume zu gelangen, wissen wir jetzt auch, dass das zu Fuß oder mit dem Rad alles kein Problem ist, sich Autos aber mit zahlreichen Pollern und sonstigen Absperrungen konfrontiert sehen, sodass wir schön einmal um den Pudding kurvten…

Von den sieben Bands hatte trotz Erkältungssaison keine einzige abgesagt, sodass es vor Ort an diesem nach einigen frostigen Tagen angenehm milden Winterabend schon früh recht wuselig zuging. Der Zeitplan war eng und optimistisch, der Backline-Aufbau klappte aber rechtzeitig und G31, die den Abend eröffnen sollten, führten einen vollumfänglichen Soundcheck mit dem Soundmann durch. Die Band um Sängerin Mitra und „Mind The Gap“-Fanziner Captain begann pünktlich um 20:00 Uhr mit ihrem kurzen Set. Ihr mit zwei Gitarren gespielter deutschsprachiger tanzbarer Punkrock litt zunächst etwas unter dem zu leisen Gesang, was sich aber bessern sollte, sodass die Gesangsmelodien besser zur Geltung kamen. Mitra führte gewohnt expressiv und charmant durch die recht eigenständig, dabei trotzdem eingängig klingenden Songs und durfte pausieren, als der neue Bassist einen als Welturaufführung angekündigten Songs über St. Pauli kurzerhand selbst sang. Als nach 35 Minuten schon Schluss war, war das Publikum im ausverkauften Laden gut aufgewärmt, die Rufe nach einer Zugabe blieben leider ungehört.

Anschließend oblag es uns, auf die Kacke zu hauen – immerhin unser erster Stadiongig! Den Umbau zogen wir so schnell es ging durch, der eigentlich nur als Gast anwesende Klimper half freundlicherweise als Stagehand aus. Auf einen kurzen Soundcheck mussten wir bestehen, allein schon, damit die Monitore halbwegs vernünftig eingestellt sind und niemand einen Blindflug absolvieren muss. Als kleines Bonbon für einen Kumpel, der aus gesundheitlichen Gründen leider keine Konzerte mehr besuchen kann, hat Kai eine Liveübertragung der Bühnenperformance mit seinem Smartphone in eine Signal-Gruppe gestreamt. Wir beschränkten unsere Ansagen aufs Nötigste und eilten durch unser Set, bis Kai mich plötzlich dazu aufforderte, ein mir unbekanntes Lied von PISSPFÜTZE (oder so) zu covern, was dann in Form eines zweisekündigen Gitarrenriffs offenbar auch schon wieder erledigt war. Aus dem Konzept ließen wir uns trotz dieses Schabernacks nicht bringen und zogen weitestgehend ohne ganz grobe Patzer durch, was der Mob vor der Bühne mit Tanzeinlagen quittierte. Man nahm uns sehr gut an und der Gig machte Laune. Wir gingen davon aus, nur wenige Minuten überzogen zu haben, erfuhren aber später, dass für den Abend ein anderer Zeitplan als der vorher herumgeschickte galt – worüber man uns aber gar nicht informiert hatte. So hatte der Zeitplan also doch eine erste Delle bekommen.

Der Umbau, erneut mit Klimpers tatkräftiger Unterstützung (danke!), ging dafür sehr flott, sodass alsbald FREAKSTONE auf der Bühne standen, die sehr kompetenten Metalcore zockten. Das ist zwar nicht meine Mucke, kam live aber nicht nur aufgrund der kräftig growlenden, aber auch klare Töne beherrschenden Sängerin beeindruckend rüber. Die Ansagen wirkten sympathisch ungekünstelt, blieben aber sehr rar. Der Auftritt erhielt sehr viel Zuspruch des Publikums, das am Ende auch hier unerfüllt bleibende Zugabewünsche lautstark äußerte.

Auch bei PSYCH OUT ging’s ordentlich rund. Die Oldschool-Hard-/Fastcore-Band um Holli, Tommy und Shouter Lars hat einen neuen Drummer und machte 14 Songs lang Alarm, wobei man mir das Tempo diesmal stärker zu variieren schien. Das Gaspedal wurde also nicht permanent durchgedrückt, was sich positiv auf die Dynamik auswirkte. Lars sprang im Publikum herum und kitzelte noch einmal dessen Energiereserven heraus, bevor es mit den ASTRA ZOMBIES melodisch weiterging.

Die aufwändig geschminkte und kostümierte MISFITS-Coverband mit dem ebenso naheliegenden wie genialen Namen gönnte sich ein John-Carpenter-Intro aus der Konserve und ließ anschließend einige der größten Horrorpunk-Hits erklingen, die aufgrund des weiblichen Gesangs der stimmgewaltigen Frontfrau eine ganz eigene Note erhielten. Klasse Gig, der viel Spaß machte, aber ebenso schnell schon wieder vorbei zu sein schien, wie er begonnen hatte.

Anschließend war dann nicht nur bei mir der Ofen aus. Inzwischen war’s sauspät, wir mussten unser Equipment noch zurück in den Proberaum kutschieren und meine Aufmerksamkeitsspanne war erschöpft. Ein Taxi bis vor die Tür des Ladens zu lotsen, geriet zudem zu einem Abenteuer und klappte erst beim zweiten Anlauf. Generell leerten sich die Fanräume jetzt deutlich, was mir für die verbliebenen Bands SKULL HARVEST und FIRST CLASS LEG SPACE leidtat.

Alles in allem war’s eine gelungene Veranstaltung, von der ich im Vorfeld nicht geglaubt hätte, dass sie ausverkauft sein würde. Sieben Bands sind aber zu viel, zumal die letzte Band, wie ihr dem unten verlinkten Schraibfela-Video entnehmen könnt, mit satter Verspätung erst gegen 2:30 Uhr auf der Bühne stand. Mr. Schraibfela geht auch auf die schwierigen Lichtverhältnisse ein, die perfekt zu den ASTRA ZOMBIES passten, das Fotografieren (wie man meinen Schnappschüssen ansieht) und Filmen aber deutlich erschwerten.

Danke an alle, die involviert waren und zum Gelingen beigetragen haben! Das war dann auch mein letztes Konzert des Jahres 2025, laut Jürgen womöglich auch das letzte typische Bitzcore-HH-Punk-Konzert. Ma‘ kieken, wie’s mit seinen ambitionierten Vorhaben weitergeht.

P.S.: Danke insbesondere auch Flo für die Fotos unseres Gigs sowie unserem Ex-Drummer und Mercher Chrischan für seinen großartigen Einsatz!

Mawil – Wir können ja Freunde bleiben

Nachdem es mir Mawils Wende-Comic „Kinderland“ so sehr angetan hatte, wurde es Zeit, mich endlich seinen weiteren Werken zu widmen. Der Berliner Comic-Autor und -Zeichner Mawil heißt eigentlich Markus Witzel, ist im Jahre 1976 geboren und schreibt/zeichnet gern „Supahasis“, aber auch autobiographisch – so auch in seinem 64-seitigen, unkolorierten Coming-of-age-Comic „Wir können ja Freunde bleiben“, der im Jahre 2003 bei Reprodukt als Taschenbuch im Softcover erschien (wo man leider auf Seitenzahlen verzichtete). Diese Veröffentlichung verkauft sich offenbar sehr gut, mir liegt die bereits fünfte Auflage aus dem Jahre 2014 vor.

Ein paar Freunde haben sich zu einer Trinkrunde versammelt, wo Markus von seinen Liebesgeschichten zu erzählen beginnt. Die Trinkrunde dient fortan als Klammer, die die einzelnen als Rückblenden gezeichneten Geschichten zusammenhält. Markus‘ erste große Liebe war eine heimliche Schwärmerei während der Schulzeit, von der die Angeschwärmte gar nichts wusste. Statt wie üblich die religionsfreie Jugendweihe musste der Bedauernswerte zu DDR-Zeiten eine Kommunion über sich ergehen lassen. Anfang der 1990er befand er sich während einer Katholikenfreizeit in einer Disco, in der Nirvana lief – und er sich in ein Mädchen beim Tanzkurs verknallte, das ihm abends auf der Party anbot, Freunde zu werden… Auf der alljährlichen Fahrradtour an der Ostsee inklusive aller Widrigkeiten trifft man auf Neonazis und auf Mädels. „Geil“ heißt hier noch „schau“ und Mawil bringt perfekt zu Papier, wie sich ein geil-langweiliger improvisierter Urlaub anfühlt, wenn man jung ist und die Mädchen die einzig weiteren Jugendlichen weit und breit sind. Am letzten Tag scheint er seinen Schwarm herumzukriegen, vermasselt’s aber, weil er nicht weiß, was sie von ihm erwartet, sie aber auch nicht die Initiative ergreift. Der Klassiker, möchte man meinen.

Im nächsten Kapitel ist er weiter gereift und bezieht zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Herren Länder einen leerstehenden Plattenbau. Fortan herrscht dort ein kreatives, babylonisches Chaos, doch so richtig interessant wird’s erst, als die Spanierinnen dazustoßen. Besonders eine hat’s ihm besonders angetan. Das spanische Temperament und das, was wir Deutschen gern mal als ein bisschen verrückt erachten, bringt Mawil famos zum Ausdruck. Jedenfalls versteht er sich mit der Frau bombig, darüber hinaus will sie aber leider nichts von ihm. Ein weiterer Klassiker.

Auf den meisten Seiten arbeitet Mawil mit einer 3×3-Panelstruktur, die wann nötig jedoch aufgebrochen wird. Mawil verfügt sicherlich nicht über den anmutigsten Zeichenstil, beherrscht es aber aus dem Effeff, Emotionen zu vermitteln, indem er seinen Figuren Körpersprache und Mimik einhaucht und damit lebendig werden lässt. Zeichnerisch und textlich genial umgesetzt ist beispielsweise seine Nervosität, als er bei seiner Tanzkursbekanntschaft klingelt, um ihr zum Geburtstag einen kleinen Blumenstrauß zu überreichen. Hinzu kommt Mawils Gespür für überaus authentisch wirkende Dialoge, bei denen sich mitunter die Sprechblasen überlagern. All dies sowie der eine oder andere unkonventionelle Kniff wie eine Seite mit dem Kopf stehenden Panels, ein paar unaufdringliche wiederkehrende Gags und eine köstliche, formwollendete Selbstironie machen „Wir können ja Freunde bleiben“ zu einer (außer für den Protagonisten) sehr erfreulichen Angelegenheit – bei der man dem Handlettering allerdings durchgehen lassen muss, dass es sich konsequent dem „ß“ verweigert, als handle es sich um eine schweizerische Publikation.

Entgegen etwaigen Erwartungshaltungen besteht „Wir können ja Freunde bleiben“ letztlich jedoch aus sehr harmlosen Geschichten bar jeglichen Fremdschampotenzials, in denen sich der Protagonist nie wirklich zum Obst macht. Wie ihm dürfte es etlichen ergangen sein oder gar noch immer bei der Partnersuche unter (hier übrigens stets namenlos bleibenden) Mädchen und Frauen ergehen – und andere hätten sicherlich noch ganz andere Geschichten zu erzählen, die sie aber wohlweislich eher für sich behalten dürften…

Sanni Kentopf / Alberto Saichann – Honigfeigen

Für Panini ist diese Comic-Veröffentlichung ungewöhnlich, ist der Verlag doch nicht unbedingt für seinen Erotiksektor bekannt. Umso überraschter war ich, als mir dieser vollfarbige, 72 (leider unnummerierte) Seiten umfassende Softcover-Band aus dem Jahre 2010 im 26 cm hohen Zwischenformat antiquarisch in die Hände fiel. Geschrieben wurde er von Sanni Kentopf, einer gebürtigen Norddeutschen, die unter anderem als Tänzerin tätig ist (oder war). Die in dynamischer Panelstruktur angeordneten Zeichnungen stammen von Alberto Saichann, der einen realistischen Stil verfolgt.

„Honigfeigen“ möchte an Charlottes Roches „Feuchtgebiete“ anknüpfen; so ist es unschwer zu erraten, dass es sich um jenes Buch handelt, das in der Wohngemeinschaft von Stan, Marla, Ricky, Linda und Leonie kursiert und die Bewohnerinnen ermutigt, eigene sexuelle Anekdoten miteinander zu teilen, die in Form von Rückblenden eingearbeitet sind und den eigentlichen Inhalt dieses Buchs ausmachen. Alle fünf jungen Frauen werden charakterlich auf der Innenseite des Buchdeckels kurz angerissen; die 18-jährige Ricky, die die WG gerade bezieht, führt als Erzählerin durch den Comic.

Leonie hatte einen langweiligen Sexualpartner, der erst aus sich herauskam, als sie ihm ihren Finger in den Hintern schob. Seine weiteren Wünsche mit Natursekt und Kerzenwachs waren ihr aber zu pervers. Linda ging zu einer Prostituierten in den Asia-Puff und ließ sich von dieser verwöhnen. Marla schnitt sich ein Loch ins Höschen, weil das ihre Fantasie beflügelte und sie heiß machte. Sie besuchte eine Party, wo sie auf ihren Schwarm Manni traf und sich im Wandschrank von ihm lecken ließ. Was sie nicht wusste: Sie hatte ihre Tage und Manni daraufhin ein blutverschmiertes Gesicht. Stan rieb sich Muschisaft als Lockstoff hinter die Ohren und ließ sich von Alex abschleppen. Der eröffnete ihr anschließend, sie super zu finden, dass ihr Parfum aber gar nicht gehe… Schlussendlich ist Ricky dran: Sie hat noch gar nichts zu erzählen, muss erst noch Erfahrungen sammeln. Also fährt sie zum Friseur und lässt sich eine Intimfrisur schneiden, woraufhin sie ganz geil auf den Friseur wird. Später treibt sie es mit Leonie.

In seinen Bildern ist „Honigfeigen“ recht freizügig, ohne dabei in die Vollen zu gehen. Ein softpornöser Comic, der, obwohl von einer Frau geschrieben, ganz auf ein männliches Publikum und dessen schlüpfrige Fantasien von den Vorgängen innerhalb einer weiblichen Wohngemeinschaft zugeschnitten ist. Das verwundert und geht sogar so weit, dass sich der Erotikfaktor vornehmlich aus der Zurschaustellung weiblicher Körper speist, während männliche Genitalien gar nicht erst zu sehen sind. Die Bezugnahme auf „Feuchtgebiete“ wirkt reichlich bemüht, zumal der Ekelfaktor hier wesentlich geringer ausfällt, um den Erotikgehalt nicht zu torpedieren. So liest sich „Honigfeigen“ auch weit weniger provokant, als es vielleicht gern wäre, und verweilt überwiegend dann eben doch in Erotikstandards. Diese jedoch sind in ihrer sexpositiven Ausrichtung recht ansprechend umgesetzt und gestehen ihren Protagonistinnen selbstbestimmte Abenteuer ebenso zu wie sich auszuprobieren und offen damit umzugehen.

Ein vierseitiges, mit vielen Fotos versehenes Interview mit Sanni Kentopf findet sich im Anhang.

Anne Geelhaar / Ingeborg Meyer-Rey – Köpfchen, mein Köpfchen

Jetzt mal etwas ganz anderes: Manchmal verschwimmen die Erinnerungen. War es dieses Buch, das mir meine Oma zu lesen gab, als wir 1986 umgezogen waren, kurze Zeit mit ihr zusammen in ihrer Waldhütte lebten und am Ostersonntag gerade die Leckereien versteckt wurden? Jedenfalls kam mir das Titelbild sehr vertraut vor, als ich es kürzlich zufällig in einem Tauschschrank entdeckte und einfach mal mitnahm.

Beim Lesen stellte sich heraus, dass ich dieses rund 30-seitige, im Jahre 1979 im DDR-Kinderbuchverlag erschienene Buch für die Jüngsten auf jeden Fall kannte. DDR-Kinderbücher genießen für gewöhnlich einen guten Ruf, und tatsächlich ist auch dieses unheimlich liebevoll gestaltet worden. Was in der BRD vielleicht als winziges Pixi-Heftchen vermarktet worden wäre, findet sich hier als gebundenes Buch mit altersgerecht großer Schrift und Meyer-Reys wunderschönen, großflächigen bunten Illustrationen zwischen festen Buchdeckeln. Die Geschichte der renommierten Kinder- und Drehbuchautorin Anne Geelhaar handelt in Form einer Fabel davon, wie Meister Lampe den Wolf Isegrim davon abhält, ihn zu fressen, indem er ihm drei kuriose und absurde Geschichten auftischt. Die Aussage ist klar und schlägt sich bereits im Buchtitel wieder: Klug eingesetzte Intelligenz hilft vermeintlich Schwächeren gegen vermeintlich Stärkere.

Eine zeitlose Fabel für ABC-Schützinnen und -Schützen, natürlich auch prima zum Vorlesen geeignet.

Mad-Taschenbuch Nr. 44: Al Jaffee – Igitt! Schon das dritte Mad-Buch zum Thema: Kluge Antworten auf dumme Fragen

In Mad-Urgeisten Al Jaffees sechstem Soloband aus dem Jahre 1980, der hierzulande 1984 veröffentlicht wurde, widmet er sich zum wiederholten Male die gewohnten 160 Schwarzweißseiten lang seiner Lieblingsbeschäftigung: der Auseinandersetzung mit (vermeintlich) dummen Fragen und den (vermeintlich) klugen Antworten auf diese.

Aufgeteilt ist das Büchlein in zwölf Kapitel, von denen einige wie gehabt je einen Dialog pro Comic-Doppelseiten enthalten und mehrere Antwortmöglichkeiten inklusive je einer Sprechblase zum Selbstausfüllen bieten. Mehr als die Hälfte der Kapitel enthalten jedoch „klassische“ Comic-Geschichtchen, in denen mehr oder weniger dumme Fragen mehr oder wenige große Rollen spielen und die nicht selten mit schwarzhumorigen Pointen enden. Und auch diesmal ließ Jaffee es sich nicht nehmen, sich im letzten Kapitel selbstironisch zu verhohnepiepeln.

Unverzichtbar – heute wahrscheinlich sogar mehr als damals.

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