Robert Crumb – erster kommerziell erfolgreicher Underground-Zeichner und Ikone des Anti-Establishments, die sich explizit an eine erwachsene Leserschaft richtet. Noch bevor ich anfing, über mein gelesenes Zeug zu bloggen, hatte ich das eine oder andere Werk des US-Amerikaners in der Hand, eines schräger als das andere. Chronologisch sein Œuvre durchgegangen bin ich aber nie. Diese (später indizierte) deutsche Erstveröffentlichung der im US-Original in den Jahren 1967 und ’68 erschienen „Head Comix“ fand ich auf einem Flohmarkt. Sie erschien ursprünglich 1970 im März-Verlag, ich habe ein Exemplar der dritten Auflage aus dem Jahre 1971 ergattert. Sie umfasst 112 unnummerierte und unkolorierte Seiten im mittelgroßen Softcover.
Konsequenterweise ließ man die Seitenzahlangaben auch gleich im Inhaltsverzeichnis weg, womit es wenig Sinn ergibt. Immerhin erhält man so einen Überblick über die (wenn ich mich nicht verzählt habe) 44 enthaltenen Geschichten. Diese beinhalten eine Absage an Stino-Spießer, Fritz the Cat, der Mädels mittels Hippiegequatsche zu einer Orgie überredet, ein nichtssagendes surreales Comicexperiment, die Fetischierung einer „wilden““ Schwarzafrikanerin, die man heute rassistisch nennen würde, weitere wiederkehrende Figuren, allen voran den bärtigen afghanischen Guru Herrn Natürlich, einige Perversitäten, einmal sogar Kindesmissbrauch, am Ende gar Inzest mit expliziter Sexszene zwischen Vater und Tochter, dazu ein paar gezeichnete Drogentrips und immer mal wieder rassistisch anmutende Comics mit Schwarzen. Bei nicht wenigen Geschichten frage ich mich, auf welchen Drogen sie funktionieren – was die drei Seiten mit verschiedenen illustrierten Stoned-Zuständen allerdings beantworten könnten.
Hat man sich auf die Guru-Verballhornungen um Herrn Natürlich erst einmal eingegroovt, kommen diese aber ganz gut. Die eine oder andere Spießbürger-Verarsche ist außerdem sehr treffend. Dann und wann wird’s gar ernsthaft feministisch, endet aber stets sexuell. In seiner Seitengestaltung lässt sich Crumb natürlich kaum in starre Muster zwängen, sein Funny-lastiger Zeichenstil mit den häufig überbetonten oder anatomisch ungewöhnlich wirkenden Gliedmaßen ist unverkennbar und wirkt häufig angenehm plastisch. Inhaltlich zeigt sich viel Nonsens, auch unlustiger, die deutsche Bearbeitung addierte ein paar Rechtschreibfehler. Einige Panels sind unheimlich klein und das Handlettering zuweilen regelrecht in die Blasen gequetscht, wodurch leider nicht alles lesbar ist. Der Band schließt mit einem Fließtext über Crumb und dem Versuch einer gesellschaftskritischen Einordnung seines Wirkens.
Comichistorisch also wieder einmal interessanter Stoff, dem man aber wohl attestieren muss, zumindest in Teilen nicht sonderlich gut gealtert zu sein. Zugleich ist er aber eben auch Spiegel seiner Zeit und eines Milieus, das bewusst provozierte, Grenzen auslotete und überschritt und vieles ausprobierte, um dabei nicht selten übers Ziel hinauszuschießen.

Dass uns außerhalb unserer kleinen Bubble niemand kennt, ist uns bewusst. Dass die TUKATUKAS von der kontinental zu Afrika, politisch aber zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion, die sich gerade auf Europa-Tour befinden, hierzulande auch nicht übermäßig populär zu sein scheinen, macht’s fürs Spunk nicht einfacher. Konnten vor der Covid-19-Pandemie kleine unkommerzielle Konzerte noch für ‘nen Fünfer oder ‘ne Hutspende durchgeführt werden und lockten manch neugierigen Gast oder eine Klientel, die im Punk-Underground schlicht überall hingeht, weil man am Wochenende nichts Besseres zu tun hat, funktioniert so etwas heutzutage, nach einer Pandemie und während diverser Kriege, zunehmender Arbeitsarbeitslosigkeit und einer davongaloppierenden Inflation, vielleicht noch in urbanen Ballungszentren (und dort vorzugsweise in selbstverwalten AZ oder auf Wagenplätzen). Nicht aber in Braunschweig. Hier muss auch ein Laden wie das Spunk, in dem die Subculture-Beat-Konzertgruppe mit viel Leidenschaft und rührendem Engagement ihre Gigs veranstaltet, im VVK 14,- und an der Abendkasse satte 19,- Öcken nehmen. Da hilft es dann auch kaum, dass die Getränkepreise deutlich unterm heutigen Durchschnitt liegen.










Als Teil des alternativen Hafengeburtstags wurde wie gehabt auch dieses Jahr am Störtebeker eine Bühne für Punk, Crust, Death Metal u.ä. aufgebaut. Bei mir kam aber einiges zusammen: a) war ich gesundheitlich angeschlagen, sodass sich eine wilde Party mit Vollrausch diesmal verbot, b) sollte es am nächsten Morgen in einen bitter nötigen Kurzerholungsurlaub nach Duisburg (ja, ganz recht!) gehen, weshalb sich eine wilde… ihr wisst schon, und c) hatte ich vor allem Bock auf SHEER TERROR, die im Monkeys gastierten – zumal ich mir nach dem letzten verpassten Gig der NYHC-Legende geschworen hatte, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Nach der Arbeit machte ich mich trotzdem erst mal auf dem Weg zum Hafen, um an den empfehlenswerten Veggie-Ständen, die Teil des Alternativprogramms sind, etwas zu essen und mir anschließend zumindest einen Teil des SHELL-SHOCKED-Auftritts anzusehen. Das Hamburger Quartett zockt flotten, wütenden Punk mit Street- und Hardcore-Punk-Anleihen sowie deutschen als auch englischen Texten. Der Gitarrist setzt vornehmlich auf kräftige Riffs und versieht den Sound spätestens mit seinen Soli mit einer durchaus geschmackvollen Metal-Kante. Da ich davon ausging, dass SHEER TERROR bereits um 21:00 Uhr im Monkeys spielen würden, machte ich mich nach ungefähr fünf Songs aber auch schon wieder vom mehr als gut mit allerlei bekannten Gesichtern gespickten Acker – um auf der Bahnfahrt herauszufinden, dass der Beginn um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde…
















Band 3 der in den Nullerjahren beim Hamburger Carlsen-Verlag erschienen elfbändigen Funny-Zeitungsstrip-Reihe im beinahe quadratischen Softcover datiert im US-Original aufs Jahr 1989. Calvin ist ein mit einer überbordenden Fantasie gesegnetes Einzelkind, das mit seinen Eltern und seinem Stofftiger Hobbes zusammenlebt, der für Calvin zum Leben erwacht und sein bester Freund ist. Auch dieser Band umfasst 130 Schwarzweiß-Seiten, die die meist aus vier Panels bestehenden Strips sowie die Sonntagsseiten enthalten.