Günnis Reviews

Datum: 3. April 2007

THE HEARTBREAK MOTEL – HANDGUNS MAKE THE MOST LOVE… CD

(Limited Access Records / Brooke-Lynn-Promotion)

THE HEARTBREAK MOTEL spielen melodischen, teils poppigen, teils rockigen Punkrock mit starker Indie-Rock-Kante und angerauhtem Gesang, der mich manchmal etwas an die BEATSTEAKS erinnert. Nun liegt mir das dritte Album der Recklinghausener zur Rezension vor und mir wird klar, weshalb die Band auf Veranstaltungen wie dem „MTV Campus Event“ auftreten darf: Sie passen mit ihrem modernen Sound- und Stil-Mix gut dorthin, gut vor ein größeres, junges Publikum, gut in die Indie-Disco am Stadtrand. Wie so oft bei derlei Bands muss mir aber auch hier zu oft der klassische Punkrock anderen musikalischen Einflüssen weichen, so dass mich auch dieser Tonträger nicht 100%ig zu überzeugen weiß. Dann irgendwie doch lieber BILLY TALENT. Viel mehr kann ich hierzu jetzt übrigens auch nicht schreiben, da ich nicht mal weiß, wie die einzelnen Songs heißen – man schickte mir eine Vorab-Promo ohne Titelauflistung, Booklet, Texte oder sonst irgendwas; stattdessen einen Zettel mit dümmlichem Gefasel wie „Stelle dir vor, ein ungebremster Geisterzug rollt auf Dich zu, angetrieben von purer Leidenschaft und Hingabe, jedoch ziellos und unberechenbar…“ Ich würde gern mal wissen, vor wie viele Geisterzüge Label bzw. Vertrieb schon gelaufen sind. Nicht zu fassen, sowas. Zwölf Songs in 41 Minuten, Anspieltipp: Lied 1 (gefiel mir noch am besten). 3-. Günni

RADIO BADLAND NR. 22 – MÄRZ 2007 CD-R

(www.radiobadland.de)

Just lief die neue RADIO-BADLAND-Radiosendung über den Äther des Bürgerfunks des Radios WMW und das wie immer hochqualitativ und –interessant. Man setzte sogar nochmal einen drauf und holte sich diesmal DIRK BERNEMANN ins Studio, Autor des Buches „Ich habe die Unschuld kotzen sehen – und wir scheitern immer schöner“, der aus eben jenem las (!) und bereitwillig die Fragen des gut vorbereiteten Moderatoren-Teams beantwortete. Zwischendurch gab’s selbstverständlich wieder reichlich Punkrock und Artverwandtes auf die Löffel, u.a. von …BUT ALIVE, TRUE BLUE, BELA B., NAPALM DEATH etc. – lediglich seinen Musikwunsch hätte man ihm abschlagen sollen, denn was daraufhin an pseudointellektuellem Studentenkunstgewichse von den GOLDENEN ZITRONEN folgte, stellt den Tiefpunkt dieser Sendung dar. Ansonsten beide Daumen hoch für diese Klasse Ausgabe, die wie üblich zusätzlich mit Konzerttipps angereichert wurde. Sehr professionelle, klasse Sendung! Günni

THE RIPMEN – GRAVEYARD IN OUR MEMORIES CD

(www.wolverine-records.de)

Tribut-Alben stehen immer noch hoch im Kurs, so auch bei den Berliner Psychobillies der RIPMEN. Dieses Mini-Album enthält anscheinend ausschließlich Cover-Versionen von (Psychobilly-)Nummern aus den 80ern von MAD SIN, BATMOBILE, KLINGONZ, NEKROMANTIX… Tja, bin im Psychobilly-Bereich nicht so bewandert, als dass ich da jetzt mitreden oder Vergleiche zu den Originalen ziehen könnte. Jedenfalls haben bei den ersten sieben Songs jeweils Mitglieder der gecoverten Bands mit ausgeholfen und Soli eingespielt oder Backing-Vocals eingesungen. Song 8 – 11 werden als „Bonustracks“ angeführt (warum auch immer), darunter dann Songs wie „Death School“, „Tainted Love“ (das einzige Original, das ich kenne) oder das deutschsprachige „Blutrot“. Der Sound der RIPMEN ist recht düster, entsprechend kommt auch das Artwork im Horror-Comit-Outfit daher. Die Mucke ist recht ordentlich, allerdings scheint mir die Produktion etwas dünn. Da hätte man mehr rausholen können. Insbesondere die Bonustracks fallen klangtechnisch ab – stammen die evtl. von einer älteren VÖ? Ich hätte mir da einen aufschlussreicheren Promo-Zettel gewünscht… im zweiten Halbjahr soll übrigens der neue Longplayer, ebenfalls auf Wolverine, erscheinen. Elf Songs in 34 Minuten, Anspieltipp: „Broken Home“. 3. Günni

THE CLERKS FEAT. WASABI SUTO – ANTENNE OFFBEAT CD

(www.wolverine-records.de)

Drittes Album dieser rheinländischen Neo-Ska-/Ska-Punk-Combo, bei fünf Stücken mit Unterstützung von WASABA SUTO. Für mich persönlich das erste Mal, dass ich einen Tonträger der Ladenhüter auf die Ohren kriege. Der rasante Opener „Steh auf“ ist ein kleiner Hit und schafft es tatsächlich, mich zu verzücken – was danach folgt, ist allerdings wieder typischer, deutscher Pop-Neo-Ska-/-Reggae-Einheitsbrei, der mich eher nervt denn mich zum tanzen bewegt. Entweder zu langweilig, zu poppig, zu lahm, zu schnell, zu schwülstig, zu… ach, ich weiß auch nicht. Es ist einfach verdammt schwer, mir solche Mucke schmackhaft zu machen. Aber wer einen Song wie „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC so grauenhaft entstellt, hat bei mir von vornherein schlechte Karten. Neben zwölf Studiosongs gibt’s zwei Live-Stücke, eine Dub-Nummer, ein Musikvideo und einen versteckten Bonustrack, in dem die Zielgruppe einen Song mitsingt, hehe. Letztendlich einfach nicht mein Ding – aber wer auf Bands wie SONDASCHULE und Co. schwört, wird diese Platte vermutlich mögen. Kommt inkl. farbigem Booklet zum Ausklappen mit Fotos. Über eine Stunde Spielzeit! Anspieltipp: „Steh auf“. 4. Günni

V.A. – WELCOME TO CIRCUS – PUNK-A-BILLY VOL. 2 CD

(www.wolverine-records.de)

Dieser RANDVOLLE Sampler bietet einen klasse Überblick darüber, was sich momentan weltweit im härteren ‘billy-Bereich so tut. Versammelt haben sich Bands aus Deutschland, den USA, Frankreich, UK, Japan, Spanien, Australien und vielen mehr, also ein absolut internationales Stelldichein der Flat-Träger-Fraktion: Neben bekannten Namen wie MAD SIN und DEMENTED ARE GO slappen Namen wie REZUREX, DICEMEN, GUTTER DEMONS und BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE um die Wette und schmeicheln meinen Ohren. Musikalisch mit mal mehr, mal weniger Bezug zum klassischem Rockabilly, dafür dann oft stärker – wie ja auch der Titel schon vermuten lässt – Richtung Punk. Vermutlich werden nicht unbedingt Exklusivstücke enthalten sein, was bei 31 Songs + Intro/Outro aber nicht ins Gewicht fallen sollte. Wer kennt die schon alle? Absolut lohnenswerter Sampler; ideal, um in diesen musikalischen Bereich hineinzuschnuppern oder neue Bands aus aller Welt für sich zu entdecken! Jetzt muss ich mir nur noch irgendwo Vol. 1 besorgen… 2+. Günni

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