Günnis Reviews

Kategorie: Tonträger (page 21 of 28)

COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS – I CUT OUT HER HEART CD

(www.impact-records.de) / (www.bloodfarmers.com)

Was soll das denn nun schon wieder sein? Country-R’n’R-Horror-Texas-Chainsaw-Massacre-Punkrock? So sieht’s aus! Leider habe ich kaum Hintergrundinformationen zu dieser Combo, allerdings scheint es sich um ein Projekt von Musikern verschiedener Ami-Bands zu handeln, die sich dafür dieses Südstaaten-Image aneigneten. Die Texte reichen von zynisch bis makaber und spielen mit diversen Horror- und Country-Klischees und schwarzem Humor. Habe ich in dieser Form noch nie gehört, hat aber was. Wer offen für Neues, Abgedrehtes ist, sollte diese Scheibe mal antesten. Natürlich ist auch die Aufmachung des Albums im Horror- und 50ies-Stil gehalten und kann sich sehen lassen. Besonders das Cover bestehend aus fünf mumifizierten Leichen sieht klasse aus und erinnert mich an meine Lieblingsfilme. Da hatten ein paar Freaks überm Teich anscheinend ganz schön Spaß inne Backen, der sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch auf den einen oder anderen Hörer übertragen wird. 13 Songs in 43 Minuten. Anspieltipp: „How The West Was Won“. Ohne Wertung. Günni

PERFECT DAZE – FIVE YEAR SCRATCH CD

(www.bosstunage.com)

PERFECT DAZE war eine Punkband aus Ipswich, die Mitte bis Ende der 80er ihr Unwesen trieb und recht poppigen Punkrock spielte. Hierbei handelt es sich nun um eine Kollektion von Outtakes, Raritäten etc… wer braucht sowas? Ich sicher nicht. Wenn es aber mittlerweile von allen (un)möglichen und (un)bedeutenden Bands entsprechende Veröffentlichungen gibt, hofft man vermutlich, auch etwas vom Kuchen abzubekommen… Das Cover ist hässlich und pixelig, ebenso pixelig ist der komplette Rest der grafischen Gestaltung in Form von Fotos und alten Flyern und Konzertplakaten. Dazu gibt’s noch ein paar Worte zur Band aus der Retrospektive. Vielleicht wat für Sammler und Komplettisten, die sonst schon alles haben, für mich ist das nix. 22 Songs in 61 Minuten. Anspieltipp: „Bubblegum“. 4. Günni

THEKENATHLETEN – UNANGENEHM CD

(www.asphalt-records.de)

Ließ mich der Bandname schlimmsten Proll-Oi! befürchten, gibt’s statt dessen Oi!-Punk/Streetrock in deutscher Sprache mit bedeutungsschwangeren persönlichen Texten, die gerne die Klasse einer Band wie VERLORENE JUNGS erreichen würden, aus denen aber das Klischee nur so tropft. Alles schon 1000x gehört. Dazu die Mucke, die mir viel zu harmlos und seicht daherkommt. Alles zu druck- und kraftlos; angefangen bei der zu sauberen Produktion über die belanglosen Melodien und den zu wenig aggressiven Gesang bis hin zu den schwachen Chören. Überhaupt nicht mein Ding. Im Gegensatz dazu ist aber die Aufmachung im Digipack mit fettem Booklet mit allen Texten und Fotos gelungen, während das Cover schon wieder total bescheuert aussieht. Wer auf Bands wie VOGELFREI schwört, kann ja mal ein Ohr riskieren, allen anderen rate ich eher ab. Zwölf Songs in 40 Minuten. Anspieltipp: „Wie Oft“. 4-. Günni

HDNX – ATTENTION!! DEFICIT HYPERACTIVITY DISORDER CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.hdnxrockx.com)

Melodic-/Pop-Punk meets Skatecore oder sowas, jedenfalls scheinen sich diese Ösis in erster Linie von Ami-Punk beeinflusst zu sein. Rockt ganz gut, ist mir letztendlich aber zu wenig eigenständig und zu oft noch zu poppig, gerade, was den Gesang betrifft. Wer für solche Mucke was übrig hat, sollte aber mal reinhören, bevor ihm da eine junge, ungestüme Band entgeht. Ist übrigens die Debüt-EP, die es aber anscheinend nur als CD gibt. Digipack, keine Texte, dafür aber der Hinweis, nicht mehr als 5,- EUR zu löhnen. Fünf Songs in 16 Minuten. Anspieltipp: „Once Again“. Ich geb’ mal ’ne wohlwollende 3. Günni

ASSTRONAUTS – WITH THE HAPPINESS OF A DROWNING SWIMMER CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.rotzrock.com)

Irgendwie komische Mucke, die die Österreicher hier auf ihrem mittlerweile zweiten Album fabrizieren, mit der ich nicht so richtig warm werde. Punkrock mit ordentlichem ’n’Roll-Einschlag, der nicht so recht bei mir zünden will. Die Musik bewegt sich immer irgendwo zwischen langweilig und nervig. Im dunklen und mit nicht sonderlich aussagekräftigen Fotos ausgestattetem Booklet machte man sich leider auch gar nicht erst die Mühe, die englischsprachigen Texte abzudrucken. Elf Songs in 36. Minuten. 4. Günni

FLIEHENDE STÜRME / SUBSTANCE OF DREAM – KÖRPER OHNE NAMEN SPLIT-LP/CD

(www.majorlabel.de) / (www.fliehendestuerme.de) / (www.substanceofdream.de)

FLIEHENDE STÜRME: Nach dem Album „Licht vergeht“ aus dem letzten Jahr schon wieder neues Material der Darkwave-Punks aus Stuttgart in Form von fünf Songs. Nur leider immer mehr Richtung Gothic bzw. eben Darkwave denn Richtung Punk. Ist mir oft zu depri, getragen und schwer. Der erste Songs „Abschalten“ hatte noch was, „25 Stunden“ aber scheint mir schon tatsächlich 25 Stunden lang zu sein. „Zurück bleiben“ ist dann zwar wieder fixer, aber haut mich auch nicht vom Hocker. „Erinnerung“ und „Gas“ schlagen in die gleiche Kerbe. Spricht mich alles nicht mehr so an. Irgendwie fehlen die wirklich guten Melodien und der Funke Aggressivität der älteren Aufnahmen.
SUBSTANCE OF DREAM: Band um den FLIEHENDE-STÜRME-Drummer Münch, seit einigen Jahren fester Tourpartner von FS. Strunzlangweiliger Gothrock in englischer und deutscher Sprache, kann ich überhaupt nix mit anfangen. Dann lieber THE CURE. Der Song „Krass“ ist übrigens ein Cover der FS-Vorgänger CHAOS Z.
Die Texte sind abgedruckt, zumindest bei der CD-Version, die mir vorlag. Zehn Songs in 41 Minuten. Ingesamt kommt für mich grad noch so ’ne 4 bei rum – bin halt kein Knochenlutscher. Günni

BENUTS – BEST OF… LIVE! CD

(www.wolverine-records.de) / (www.benuts.de)

Sehr hochwertige, mir fast schon zu perfekte Live-Aufnahme der Münchner Ska-Combo BENUTS, die mir trotz ihres modernen Sounds gar nicht mal so schlecht gefällt. Ist in jedem Falle in gute Live-Band, die für Stimmung sorgt und es versteht, das Publikum mitzureißen. Die Stimme des Sängers hat was, abwechslungsreich und nicht zu glatt. Die Instrumentierung mit Bläsern und Keyboard geht auch klar. Mein Hauptkritikpunkt könnte daher höchstens, wie auch bei vielen anderen aktuellen Ska-Bands, sein, dass mir das alles zu sehr auf Party ausgelegt ist und ruhigere, rocksteadyrigere (gibt’s das Wort?) Passagen und Melodien fast völlig fehlen; ganz zu schweigen von den Klischee-Texten, Ska hier, Ska da, Ska tralala… Zwischendurch zitiert man übrigens auch mal die Norwegen-Popper „a-ha“, russische Volkslieder und Bob Marley. 19 Songs in satten 73 Minuten. Anspieltipp: „Everybody’s Ska“. Ohne Wertung. Günni

BLACK CAT ZOOT – MAIN ATTRACTION CD

(www.jumprecords.com) / (www.blackcatzoot.com)

Oha, mal was ganz was anderes – hier wird geswingt und geskankt, dass es eine wahre Freude ist. 100% verrauchter-Nachtclub-kompatibel, dabei extrem tanzbar und dank der absolut fähigen Sängerin mit ihren zuckersüßen Vocals nimmt man sich die Mucke dann auch gerne mit nach Hause. Allerspätestens, wenn sie „Baby, I wanna go home with you“ ins Mikro haucht, kann man gar nicht mehr anders. Hektischen Neo-Party-Ska sucht man hier glücklicherweise vergebens. Obwohl die Platte auf einem amerikanischen Label veröffentlicht wurde, stammt die Band übrigens aus dem Bayernlande. Macht live genau soviel Spaß wie mit erlesenen Getränken im muckeligen Zuhause. 13 Songs in 42 Minuten. Anspieltipps: „Black Cat Zoot“ und „Go Home“. 2. Günni

UNAVOIDABLE – S/T CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.unavoidable.tk)

Flotter Streetpunk mit ’ner Prise hektischem Oldschool-HC aus Österreich, der wat kann. So Wütet man sich durch 13 englischsprachige Songs, ohne dabei auf Melodien und Wiedererkennungswert zu verzichten. Erinnert mich stellenweise an REJECTED YOUTH. Wäre der Gesang noch dreckiger und das Schlagzeug besser abgemischt, wär’s vielleicht ein echter Knaller geworden. Zu den Texten sag’ ich jetzt mal nicht viel, da man mir keine Lupe zum Entziffern beilegte. Scheinen aber größtenteils kritischer Natur zu sein, alles andere hätte mich auch gewundert. Eine feine Platte mit dem gewissen Etwas. 13 Songs in 38 Minuten. Anspieltipp: A.K.A. 3+. Günni

DUSTIN’S BAR MITZVAH – GET YOUR MOOD ON CD

(www.hungrykid.com) / (www.dustins.co.uk)

Punk aus London?? Im Jahre 2006?? Das gibt’s?! JA! Vier junge Rotzlöffel gehen auf ihrem Debüt-Album sowas von erfrischend, unverkrampft und mit eigenem Profil zur Sache, dass einem das Herz aufgeht und man meinen könnte, Punk wäre in London gerade erst erfunden worden. Richtig schön fixer Punkrock mit Feuer im Arsch, frechem Gesang, einer schön schrammelig-scheppernden Produktion, geilen Melodien und verdammt hohem Pogo-Faktor! Darf man dem Promo-Wisch glauben schenken, waren die Buben mit ihrer Debüt-Single und einer nur in Japan veröffentlichten EP auch alles andere als erfolglos und konnten schon die eine oder andere gute Kritik in der Musik-Fachpresse einheimsen. Mal sehen, vielleicht wird das ja das nächste große Ding. Das Hitpotential der ersten Songs kann zwar nicht über die gesamte Distanz gehalten werden, aber das Album läuft ohne nennenswerten Ausfall durch. Schade nur, dass keine Texte abgedruckt sind – statt dessen gibt es Bandfotos der Band irgendwo zwischen Emo- und Grunge-Look… 14 Songs in 38 Minuten. Anspieltipp: „Get Your Mood On“. 2. Günni

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