Günnis Reviews

Autor: Günni (page 103 of 111)

ASSTRONAUTS – WITH THE HAPPINESS OF A DROWNING SWIMMER CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.rotzrock.com)

Irgendwie komische Mucke, die die Österreicher hier auf ihrem mittlerweile zweiten Album fabrizieren, mit der ich nicht so richtig warm werde. Punkrock mit ordentlichem ’n’Roll-Einschlag, der nicht so recht bei mir zünden will. Die Musik bewegt sich immer irgendwo zwischen langweilig und nervig. Im dunklen und mit nicht sonderlich aussagekräftigen Fotos ausgestattetem Booklet machte man sich leider auch gar nicht erst die Mühe, die englischsprachigen Texte abzudrucken. Elf Songs in 36. Minuten. 4. Günni

FLIEHENDE STÜRME / SUBSTANCE OF DREAM – KÖRPER OHNE NAMEN SPLIT-LP/CD

(www.majorlabel.de) / (www.fliehendestuerme.de) / (www.substanceofdream.de)

FLIEHENDE STÜRME: Nach dem Album „Licht vergeht“ aus dem letzten Jahr schon wieder neues Material der Darkwave-Punks aus Stuttgart in Form von fünf Songs. Nur leider immer mehr Richtung Gothic bzw. eben Darkwave denn Richtung Punk. Ist mir oft zu depri, getragen und schwer. Der erste Songs „Abschalten“ hatte noch was, „25 Stunden“ aber scheint mir schon tatsächlich 25 Stunden lang zu sein. „Zurück bleiben“ ist dann zwar wieder fixer, aber haut mich auch nicht vom Hocker. „Erinnerung“ und „Gas“ schlagen in die gleiche Kerbe. Spricht mich alles nicht mehr so an. Irgendwie fehlen die wirklich guten Melodien und der Funke Aggressivität der älteren Aufnahmen.
SUBSTANCE OF DREAM: Band um den FLIEHENDE-STÜRME-Drummer Münch, seit einigen Jahren fester Tourpartner von FS. Strunzlangweiliger Gothrock in englischer und deutscher Sprache, kann ich überhaupt nix mit anfangen. Dann lieber THE CURE. Der Song „Krass“ ist übrigens ein Cover der FS-Vorgänger CHAOS Z.
Die Texte sind abgedruckt, zumindest bei der CD-Version, die mir vorlag. Zehn Songs in 41 Minuten. Ingesamt kommt für mich grad noch so ’ne 4 bei rum – bin halt kein Knochenlutscher. Günni

BENUTS – BEST OF… LIVE! CD

(www.wolverine-records.de) / (www.benuts.de)

Sehr hochwertige, mir fast schon zu perfekte Live-Aufnahme der Münchner Ska-Combo BENUTS, die mir trotz ihres modernen Sounds gar nicht mal so schlecht gefällt. Ist in jedem Falle in gute Live-Band, die für Stimmung sorgt und es versteht, das Publikum mitzureißen. Die Stimme des Sängers hat was, abwechslungsreich und nicht zu glatt. Die Instrumentierung mit Bläsern und Keyboard geht auch klar. Mein Hauptkritikpunkt könnte daher höchstens, wie auch bei vielen anderen aktuellen Ska-Bands, sein, dass mir das alles zu sehr auf Party ausgelegt ist und ruhigere, rocksteadyrigere (gibt’s das Wort?) Passagen und Melodien fast völlig fehlen; ganz zu schweigen von den Klischee-Texten, Ska hier, Ska da, Ska tralala… Zwischendurch zitiert man übrigens auch mal die Norwegen-Popper „a-ha“, russische Volkslieder und Bob Marley. 19 Songs in satten 73 Minuten. Anspieltipp: „Everybody’s Ska“. Ohne Wertung. Günni

BLACK CAT ZOOT – MAIN ATTRACTION CD

(www.jumprecords.com) / (www.blackcatzoot.com)

Oha, mal was ganz was anderes – hier wird geswingt und geskankt, dass es eine wahre Freude ist. 100% verrauchter-Nachtclub-kompatibel, dabei extrem tanzbar und dank der absolut fähigen Sängerin mit ihren zuckersüßen Vocals nimmt man sich die Mucke dann auch gerne mit nach Hause. Allerspätestens, wenn sie „Baby, I wanna go home with you“ ins Mikro haucht, kann man gar nicht mehr anders. Hektischen Neo-Party-Ska sucht man hier glücklicherweise vergebens. Obwohl die Platte auf einem amerikanischen Label veröffentlicht wurde, stammt die Band übrigens aus dem Bayernlande. Macht live genau soviel Spaß wie mit erlesenen Getränken im muckeligen Zuhause. 13 Songs in 42 Minuten. Anspieltipps: „Black Cat Zoot“ und „Go Home“. 2. Günni

UNAVOIDABLE – S/T CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.unavoidable.tk)

Flotter Streetpunk mit ’ner Prise hektischem Oldschool-HC aus Österreich, der wat kann. So Wütet man sich durch 13 englischsprachige Songs, ohne dabei auf Melodien und Wiedererkennungswert zu verzichten. Erinnert mich stellenweise an REJECTED YOUTH. Wäre der Gesang noch dreckiger und das Schlagzeug besser abgemischt, wär’s vielleicht ein echter Knaller geworden. Zu den Texten sag’ ich jetzt mal nicht viel, da man mir keine Lupe zum Entziffern beilegte. Scheinen aber größtenteils kritischer Natur zu sein, alles andere hätte mich auch gewundert. Eine feine Platte mit dem gewissen Etwas. 13 Songs in 38 Minuten. Anspieltipp: A.K.A. 3+. Günni

DUSTIN’S BAR MITZVAH – GET YOUR MOOD ON CD

(www.hungrykid.com) / (www.dustins.co.uk)

Punk aus London?? Im Jahre 2006?? Das gibt’s?! JA! Vier junge Rotzlöffel gehen auf ihrem Debüt-Album sowas von erfrischend, unverkrampft und mit eigenem Profil zur Sache, dass einem das Herz aufgeht und man meinen könnte, Punk wäre in London gerade erst erfunden worden. Richtig schön fixer Punkrock mit Feuer im Arsch, frechem Gesang, einer schön schrammelig-scheppernden Produktion, geilen Melodien und verdammt hohem Pogo-Faktor! Darf man dem Promo-Wisch glauben schenken, waren die Buben mit ihrer Debüt-Single und einer nur in Japan veröffentlichten EP auch alles andere als erfolglos und konnten schon die eine oder andere gute Kritik in der Musik-Fachpresse einheimsen. Mal sehen, vielleicht wird das ja das nächste große Ding. Das Hitpotential der ersten Songs kann zwar nicht über die gesamte Distanz gehalten werden, aber das Album läuft ohne nennenswerten Ausfall durch. Schade nur, dass keine Texte abgedruckt sind – statt dessen gibt es Bandfotos der Band irgendwo zwischen Emo- und Grunge-Look… 14 Songs in 38 Minuten. Anspieltipp: „Get Your Mood On“. 2. Günni

PASSAROUNDERS – AUDITION AT THE WHOREHOUSE CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.passarounders.com)

Die PASSAROUNDERS aus Schweden treten an, zu beweisen, dass auch in Skandinavien gescumpunkt wird. Keine Ahnung, ob die tatsächlich eine entsprechende Bühnenshow abziehen, die Fresse vom Sänger auf der Rückseite sieht aber schon nach GG-ALLIN-Gedächtnislook aus. Vonner Mucke her würd’ ich das mal als straighten, aggressiven Punkrock mit schweren Motörhead-, paar Hardcore- und leichten Metal-Anleihen umschreiben. Leider liegt als Booklet nur ein nichtssagendes Faltblatt bei, so dass ich zu den Texten nicht viel sagen kann. Aber ich denke, Songtitel wie „Texas Scumfiest Massacre“ und „I Did It With The Devil“ sprechen eine deutliche Sprache. Ob man das nun hochgradig albern findet und als überflüssigen Rip-Off ansieht oder sich vielleicht doch genau in seinem Element befindet, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Musikalisch find’ ich das ganze jedenfalls nicht verkehrt und ein paar wirkliche Hits sind schon dabei. 13 Songs + versteckter Bonustrack in 42 Minuten. Anspieltipp: „Texas Scumfiest Massacre“. 3. Günni

SUNNY VISIONS VOL. I DVD

(www.sunnybastards.de)

„The Bastard View Of Punk, Oi! & More!“ Endlich isses draußen, das erste DVD-Fanzine (oder „Fan-DVD“?) aus dem Hause Sunny Bastards, randvoll mit Videoclips, Live-Material, Interviews und Hintergrund-Eindrücken von und mit COTZRAIZ, HOTKNIVES, VOLXSTURM, EK77, OHL, ANNEX 5, VERLORENE JUNGS, GOTTKAISER, LOS FASTIDIOS, LIONSHIELD, KINSKIS, PÖBEL & GESOCKS, dem Doku-Film-Projekt „White Terror“ etc…feine Sache, das. Läuft gut durch und wird nie langweilig. Dazu bei trägt sicherlich, dass ein breiteres musikalisches Spektrum abgedeckt wurde und man fast immer allen Beteiligten den Spaß an der Sache anmerkt. Wer nun was im einzelnen beigesteuert hat, möchte ich gar nicht unbedingt vorweg nehmen – reißt euch ein Bier auf und schaut’s euch selbst an. Natürlich handelt es sich hierbei um keinen objektiven Überblick über die gesamte Punk- und Skinheadszene, aber das war weder Intention, noch wäre so etwas auf einer einzelnen DVD überhaupt möglich. Wer ein sympathisches Potpourri von der Szene für die Szene erwartet, wird keineswegs enttäuscht werden. Für meinen Geschmack hätte man lediglich den Interview-Bereich etwas großzügiger gestalten dürfen, aber ich freue mich so oder so schon auf Vol. II. Ein schönes Cover von Orlando inkl. Interview im Booklet rundet den positiven Gesamteindruck dieses authentischen und mit Liebe gestalteten Projekts ab. Günni

DROP OUT CHAOS – LEBENSLÄNGLICH CD

(www.sunnybastards.de) / (www.drop-out-chaos.de)

Diese recht neue Band aus Berlin kann man schwer einem Genre zuordnen. Am ehesten träfe wohl der in letzter Zeit immer öfter bemühte Begriff „Streetrock“ zu. Mich erinnert der DROP-OUT-Sound enorm an die BÖHSEn ONKELZ in ihrer mittleren Phase, so um 1990 herum. Nun, normalerweise mag ich keine ONKELZ-Klons, wirken sie doch oft zu verkrampft und wenig authentisch auf mich. Das ist hier aber anders. Das Schlagzeug scheppert noch ordentlich, die Gitarrenarbeit kann nicht nur daherschrammeln, sondern versorgt mich auch mit schönen Melodien, die durch die meist hymnenartigen Refrains ihre volle Wirkung entfachen und sich in den Gehörgängen festsetzen. Dazu wird reichlich vom ONKELZ-typischen „Jaaa!“-Geschreie Gebrauch gemacht, wozu sich herrlich die Faust ballen lässt. Sowieso hat Profiboxer Dennis’ Gesangsstil einen rauhen Charme, da er nicht wirklich singen kann, es aber trotzdem tut und somit für eine schön dreckige Credibility sorgt, ohne, dass es peinlich würde. Hinzu kommt das lyrische Geschick der Band: Alle Texte sind auf ihre Art extrem – sei es extrem traurig und melancholisch in persönlichen Songs wie „Warum ich mich hasse“ oder „Sterben gehen“, krank wie in „Du bist die Schönste“ oder „Kaltes Herz“ oder eben auch prollig wie in „Drop Out“, „Länderspiel“ und „Ich gegen alle“ (Hymne auf Dennis’ Boxclub). Für die kranken Texte wählte man die Ich-Perspektive, was sie einerseits wirkungsvoller macht, aber auch zu Missverständnissen führen kann. So weigerte sich ein namhafter Vertrieb, die Scheibe in sein Sortiment aufzunehmen. Textprobe: „Kaltes Herz in meiner Hand, gestern hast du noch gelacht. Kaltes Herz in meinem Bauch, jetzt gehörst Du mir!“ Bzgl. der prolligen Texte, in denen extrem dick aufgetragen wird („Was Schmerz ist, weiß ich nicht, ich weiß nur eins: ich bin härter als Du!“ aus „Ich gegen alle“ oder auch „…fahren wir zum Länderspiel, alle harten Jungs sind schon hier“ aus „Länderspiel“) hoffe ich einfach mal, dass man sie eher augenzwinkernd verstanden wissen will… Bei den traurigen Songs kann das im Prinzip recht hohe textliche Niveau leider nicht immer ganz gehalten werden. So heißt es z.B. in „Nie vergessen“: „Du hast einen Neuen, er fickt nur halb so gut wie ich“. Schade, durch solche Platitüden bleibt ein fader Beigeschmack eines an sich guten Stückes. Alles in allem ist mir die Platte aber eigenständig und unverkrampft genug, damit ich den Jungs das alles halbwegs abnehmen kann – wodurch sie mich letztendlich sehr positiv überrascht hat. Hervorheben möchte ich noch das toll gestaltete Booklet mit allen Texten. Ich geb’ mal ’ne 2-, da ich mir sicher bin, dass sich die Band textlich wie musikalisch noch steigern kann und hoffentlich auch wird – sofern sie sich von den sicherlich folgenden herben Verrissen in der Punk-Presse, die mit diesem Sound einfach nichts anzufangen wissen wird, nicht unterkriegen lassen und weiterhin ihren eigenen Weg gehen wird, ohne sich von seltsamen, bräunlichen Gestalten vereinnahmen zu lassen, die auch ganz gerne mal auf prollig-männliche Texte in Verbindung mit dieser Art Musik abfahren. Ich wünsche der Band alles Gute und werde sie mir hoffentlich bald mal live ansehen können. 2.-. Günni

THE UNKNOWN – UNPOPULAR CD

(www.rookierecords.de) / (www.theunknown.us)

ALL-Klon aus Cleveland, USA, sprich: Das volle Pop-Punk-Brett. Diese Band gibt’s auch nicht erst seit gestern und sie beherrscht ihr Handwerk verdammt gut. Dumm nur, dass ich nie ALL-Fan war, deshalb mal ohne Wertung. Diese wäre aber auf jeden Fall in der oberen Hälfte der Skala anzusiedeln gewesen. Booklet mit Texten ist auch am Start. 12 Songs in kurzweiligen 30 Minuten. Günni

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