Günnis Reviews

Autor: Günni (page 102 of 111)

DESPERTA FERRO – SEGUEU ARRAN CD

(www.redstar73.com) / (www.despertaferro.com)

Die linke Faust geballt, Genossen! DESPERTA FERRO kommen aus Spanien und geben sich in Texten, Auftreten und Gestaltung des Albums streng sozialistisch. Dargeboten wird flotter Oi!-Punk in Landessprache mit teils schönen Melodien und Chören. Der Gesang ist mit allerdings zu monoton. Wenn schon nicht rumgegröhlt und -gekrächzt wird, sollte schon mal mehr als eine Tonlage drin sein. Leider bin ich des Spanischen auch nicht so mächtig, um die Texte inhaltlich beurteilen zu können. Keine Ahnung also, ob hier unkritisch alles, was mit Sozialismus zu tun hat(te), abgefeiert oder tatsächlich auch kritisch reflektiert wird. Sowjet-Flaggen und Lenin-Bildchen in Digipak und farbigem, mit allen Texten versehenem Booklet lassen mich allerdings eher Erstes befürchten. 13 Songs inkl. COCK-SPARRER-Cover („Riot Squad“) mit neuem Text in 42 Minuten. Anspieltipp: „Almogávers“. 3. Günni

SPLIT IMAGE – TOD UND TEUFEL CD

(www.impact-records.de) / (www.splitimage.de)

SPLIT IMAGE aus Paderborn melden sich mit diesem Album zurück, nachdem sie sich gegen Ende der 90er nach nur zwei Alben aufgelöst hatten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Band nur von Samplern kannte und als relativ nervig in Erinnerung hatte. Umso mehr hat mich das neue Album überrascht. Gut produziert, kräftiger, rauher Gesang, abwechslungsreiche Mucke zwischen Oi! und „Streetrock“ mit Hardrock-Einschlag und durchdachte, teils angenehm provokante deutsche Texte („Ihr steckt mit euren Köpfen im Arsch der Demagogen / So bleibt der Kopf zwar warm, doch man ist blind und wird betrogen / Ich bin sicher, ich kenne eure Reaktion / Schreit und kotzt Kritiken, zum Wohle der Nation“) über das eigene Selbstverständnis, Religion, Lokalpatriotismus und Persönliches. Eine verdammt geile optische Gestaltung in Form eines Digipacks mit Klappcover, über das sich „Das letzte Abendmahl“, nachgestellt mit Bandmitgliedern und Freunden, erstreckt sowie eines Booklets mit allen Texten rundet den positiven Gesamteindruck ab. Freund Pathos lässt natürlich kräftig grüßen, tropft aber nicht aus den Boxen und bleibt stets unpeinlich. Gute Comeback-Scheibe! Elf Songs in 39 Minuten. Anspieltipp: „Freiheit ist Punk“. 2. Günni

ESCLAVES SALARIÉS – CA AUGURE MAL CD

(www.fireandflames.com)

Aus Montreal, Kanada, kommend, serviert diese Skinhead-Combo zwölf mal melodischen, in französisch vorgetragenen Oi!-Punk mittleren Tempos mit rauhem Gesang und dem Herzen am linken Fleck. Hier und da kommt etwas Reggae-/Ska-Einfluss durch. Solide Scheibe, zu deren Texten ich aber wieder nichts sagen kann, da ich meinen Französisch-Unterricht nach einem halben Jahr aufgab. Wer verstärkt was für Franzosen- bzw. Kanadier-Oi! übrig hat, sollte sich diese Veröffentlichung jedenfalls ins Regal stellen; er wird nicht enttäuscht sein. Booklet mit fast allen Texten, 33 Minuten Spielzeit. 3. Günni

BALZAC – DEEP BLUE: CHAOS FROM DARK-ISM CD

(www.g-forcerecords.de) / (www.balzac-europe.com)

Neues BALZAC-Album, Horrorpunk aus Japan also. Wie gewohnt zwischen hymnisch/atmosphärisch und belanglos. Für Fans bestimmt wieder die Offenbarung, ich persönlich brauche nur EINE Horrorpunkband: Die alten MISFITS und sonst nichts. In dieser Hinsicht bin und bleibe ich ignorant. Mal ganz abgesehen davon, dass man mir eine beschissene, gesichtslose Vorab-CD schickte, die ich in keinem meiner Player komplett abgespielt bekommen habe. Müßig zu erwähnen, dass ich dadurch nichts zu Texten oder grafischer Gestaltung sagen kann. Liebe Labels, spart euch sowas doch besser, wartet ein wenig und schickt das fertige Produkt. Danke. Aufgrund von vier „EU-Bonus-Tracks“ ist die CD randvoll. 3-4. Günni.

COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS – I CUT OUT HER HEART CD

(www.impact-records.de) / (www.bloodfarmers.com)

Was soll das denn nun schon wieder sein? Country-R’n’R-Horror-Texas-Chainsaw-Massacre-Punkrock? So sieht’s aus! Leider habe ich kaum Hintergrundinformationen zu dieser Combo, allerdings scheint es sich um ein Projekt von Musikern verschiedener Ami-Bands zu handeln, die sich dafür dieses Südstaaten-Image aneigneten. Die Texte reichen von zynisch bis makaber und spielen mit diversen Horror- und Country-Klischees und schwarzem Humor. Habe ich in dieser Form noch nie gehört, hat aber was. Wer offen für Neues, Abgedrehtes ist, sollte diese Scheibe mal antesten. Natürlich ist auch die Aufmachung des Albums im Horror- und 50ies-Stil gehalten und kann sich sehen lassen. Besonders das Cover bestehend aus fünf mumifizierten Leichen sieht klasse aus und erinnert mich an meine Lieblingsfilme. Da hatten ein paar Freaks überm Teich anscheinend ganz schön Spaß inne Backen, der sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch auf den einen oder anderen Hörer übertragen wird. 13 Songs in 43 Minuten. Anspieltipp: „How The West Was Won“. Ohne Wertung. Günni

RADIO BADLAND NR. 19 – DEZEMBER 2006 CD-R

(www.radiobadland.de)

Am dritten Donnerstag im Dezember ging RADIO BADLAND wieder auf Sendung, um den Ohren der geneigten Zuhörer erneut mit der bewährten Mischung aus Neuerscheinungen und Klassikern des Genres zu schmeicheln. Studiogäste oder Interviews gab es diesmal keine, dafür wurde ein (etwas anderes) Weihnachtsgedicht aufgesagt. Es macht einfach Spaß, den mittlerweile routinierten Moderatoren zuzuhören, die auch dieses mal eine interessante und informative Sendung fabrizierten. Weiter so im neuen Jahr! Günni

V.A. – MAKE CAPITALISM HISTORY CD

„Mobilization sampler against the G8 summit 2007 in Heiligendamm“, so prangt es auf dem Cover. Aha, es geht also um oder vielmehr gegen den G8-Gipfel, der dieses Jahr im heimischen Meck-Pomm stattfinden wird. Dieser Sampler vereint 20 Bands aus aller Welt, die i.d.R. durch ihr politisches Auftreten auffallen und deckt die Bereiche (Oi!-)Punk, Ska und Hip Hop ab. Dabei sind u.a. ANTI-FLAG, CHAOZE ONE, BANDA BASSOTTI, NO RESPECT, LOS FASTIDIOS, DULCES DIABLITOS u.v.m. Licht und Schatten wechseln sich da ziemlich ab und bei Bands wie TURBOSTAAT oder ZSK ist für mich endgültig Schluss. Insgesamt ist vieles eher nicht so meine Mucke; einfach nicht dreckig, räudig und… punkig genug. Im Booklet druckte man in hundert verschiedenen Sprachen die eigene (m.E. völlig richtige) Sichtweise auf den unsäglichen G8-Gipfel ab und gibt sich kämpferisch inkl. Bemühung um geschlechtsneutrale Schreibweise, Antifa-Flaggen etc., darüber hinaus gibt’s dann noch Web-Adressen der beteiligten Bands sowie zu Hintergrundinfos und politischen Seiten. Fazit: Weder musikalisch noch vom Selbstverständnis her so unbedingt Meins, aber die Grundaussage stimmt in jedem Fall und sollten sich durch diesen Sampler tatsächlich junge Leute mobilisieren lassen, hat sich die VÖ gelohnt. Kommt inkl. Poster. 20 Songs in 73 Minuten. Ohne Wertung. Günni

PERFECT DAZE – FIVE YEAR SCRATCH CD

(www.bosstunage.com)

PERFECT DAZE war eine Punkband aus Ipswich, die Mitte bis Ende der 80er ihr Unwesen trieb und recht poppigen Punkrock spielte. Hierbei handelt es sich nun um eine Kollektion von Outtakes, Raritäten etc… wer braucht sowas? Ich sicher nicht. Wenn es aber mittlerweile von allen (un)möglichen und (un)bedeutenden Bands entsprechende Veröffentlichungen gibt, hofft man vermutlich, auch etwas vom Kuchen abzubekommen… Das Cover ist hässlich und pixelig, ebenso pixelig ist der komplette Rest der grafischen Gestaltung in Form von Fotos und alten Flyern und Konzertplakaten. Dazu gibt’s noch ein paar Worte zur Band aus der Retrospektive. Vielleicht wat für Sammler und Komplettisten, die sonst schon alles haben, für mich ist das nix. 22 Songs in 61 Minuten. Anspieltipp: „Bubblegum“. 4. Günni

THEKENATHLETEN – UNANGENEHM CD

(www.asphalt-records.de)

Ließ mich der Bandname schlimmsten Proll-Oi! befürchten, gibt’s statt dessen Oi!-Punk/Streetrock in deutscher Sprache mit bedeutungsschwangeren persönlichen Texten, die gerne die Klasse einer Band wie VERLORENE JUNGS erreichen würden, aus denen aber das Klischee nur so tropft. Alles schon 1000x gehört. Dazu die Mucke, die mir viel zu harmlos und seicht daherkommt. Alles zu druck- und kraftlos; angefangen bei der zu sauberen Produktion über die belanglosen Melodien und den zu wenig aggressiven Gesang bis hin zu den schwachen Chören. Überhaupt nicht mein Ding. Im Gegensatz dazu ist aber die Aufmachung im Digipack mit fettem Booklet mit allen Texten und Fotos gelungen, während das Cover schon wieder total bescheuert aussieht. Wer auf Bands wie VOGELFREI schwört, kann ja mal ein Ohr riskieren, allen anderen rate ich eher ab. Zwölf Songs in 40 Minuten. Anspieltipp: „Wie Oft“. 4-. Günni

HDNX – ATTENTION!! DEFICIT HYPERACTIVITY DISORDER CD

(www.dambusterrecords.com) / (www.hdnxrockx.com)

Melodic-/Pop-Punk meets Skatecore oder sowas, jedenfalls scheinen sich diese Ösis in erster Linie von Ami-Punk beeinflusst zu sein. Rockt ganz gut, ist mir letztendlich aber zu wenig eigenständig und zu oft noch zu poppig, gerade, was den Gesang betrifft. Wer für solche Mucke was übrig hat, sollte aber mal reinhören, bevor ihm da eine junge, ungestüme Band entgeht. Ist übrigens die Debüt-EP, die es aber anscheinend nur als CD gibt. Digipack, keine Texte, dafür aber der Hinweis, nicht mehr als 5,- EUR zu löhnen. Fünf Songs in 16 Minuten. Anspieltipp: „Once Again“. Ich geb’ mal ’ne wohlwollende 3. Günni

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