Bei diesem im Jahre 1980 bei dtv erschienenen 100-seitigen Taschenbuch handelt es sich um den Nachdruck des vier Jahre zuvor im Friedrich-W.-Heye-Verlag veröffentlichten Werks mit dem etwas sperrigeren Titel „Cartoons/Opus 1. Variationen in Farbe und Chinatinte über das menschliche Wesen und andere atmosphärische Phänomene“ des recht populären argentinischen Cartoonisten Mordillo.
Vorangestellt wird ein Kurzporträt Mordillos, gefolgt von einem ausgiebigen Vorwort Heyes persönlich, der sich begeistert von Mordillos Werk zeigt, aber auch dessen Inhalte analysiert, die humoristisch aufbereitet vom menschlichen Anrennen gegen die Verzweiflung zeugten, und sich damit auseinandersetzt, weshalb er (beinahe) ausschließlich die Bildsprache verwendet: um möglichst universell verstanden zu werden. So gibt Heye einem die Lesart gleich mit.
Der Hauptteil bietet unpaginierte Farb- und Schwarzweiß-Seiten mit meist mehrpaneligen Arbeiten Mordillos in liebevoller Aufmachung, knuffig gezeichnet vom Meister. Manche Zeichnungen weisen einen eher simplen Strich auf, andere hingegen fallen sehr detailliert aus. Für einen Napoleon-Gag sowie einen weiteren, weiter hinten im Buch, griff Mordillo sogar ausnahmsweise auf sprachliche Dialoge zurück, die jedoch unübersetzt blieben.
Der Humor speist sich oft daraus, dass nichts ist, wie es auf dem ersten Bild scheint. Einiges ist sexuell konnotiert, einiges skizziert (un)menschliche Abgründe. Ich mag Mordillos Stil. Bei aller Liebe: Manchmal ergeht er sich aber auch schlicht in recht simplen Gags. Dies soll seine Arbeiten nicht schmälern, lediglich ihre bedeutungsvolle Aufladung in Heyes Vorwort ein wenig relativieren.
