Günnis Reviews

Autor: Günni (page 83 of 111)

14.08.2009. Trabrennbahn, Hamburg: HANSE JOCKAZ + START A RIOT + IN VINO VERITAS + DAVID & STULLE

ich war freitag bei hanse jockaz, start a riot, in vino veritas und david + stulle in einem laden an der trabrennbahn in hamburg-bahrenfeld. normalerweise finden dort jazz-konzerte statt und dementsprechend gemütlich ist es dort. ich würd sagen, dass so ca. 250 leute reinpassen. an den seiten des saals gibt’s kuschelige, dunkle sofaecken, wo man sich auch gut zum pennen oder knutschen/fummeln hin zurückziehen kann. vor der bühne lagen zeitweilig teppiche, die wurden aber irgendwann weggeräumt. an der bar, an der es getränke zu normalen preisen gab, kann man sich sogar ’nen zettel machen lassen und erst am schluss bezahlen – bei einem punkkonzert! spitzenladen also – nur würde auch jemand kommen? niemand hatte vorher was von dieser lokalität gehört und die bands sind auch nicht wirklich bekannt. am ende war der veranstalter aber voll zufrieden, denn es kamen tatsächlich knapp 100 zahlende gäste. experiment also geglückt!

zunächst betraten stulle (dogs on sail) und david (grølbüdels, ex-small town riot) die bühne mit einem akustik-set, jeder menge albernheiten und hohem trash-faktor.

anschließend folgten die hanse jockaz. was mich beim schnellen reinhören auf der myspace-seite nicht so überzeugte, ging live völlig klar. druckvoller, rockiger sound mit metal- und hc-kante mit durchdachten deutschen, pathetischen texten (ok, bisweilen vielleicht etwas dick aufgetragen) von musikern, die’s wirklich drauf haben. positive überraschung!

„start a riot“ waren dann das richtige für alle pogo-chaos-punk-fans und prügelten ein wütendes set durch. kam alles sehr authentisch rüber, wenn auch mancher song einfach zu lang war und man die zwei gitarren sicherlich noch besser aufeinander abstimmen kann. spaß gemacht hat’s trotzdem!

„in vino veritas“ beendeten den abend dann mit einem kurzen, aber verdammt spaßigen set. die kürze ist den jüngsten besetzungswechseln geschuldet, der neue gitarrist ist erst seit kurzem dabei. harter, scheppender asi-oi!-punk über kannibalen armin meiwes, das skorbut auf dem kiez und die mädchen hinterm tresen dort und hamburger biermarken, der mit einer vehemenz herausgebrüllt wird, als ginge es um leben und tod. herrlich! wurde dementsprechend gut abgefeiert von einem mittlerweile (zumindest teilweise) halbnacktem und sternhagelvollem publikum.

fazit: verdammt geile party!

fotos gibt’s hier: http://viewmorepics.myspace.com/index.cf…albumId=1088378

08.08.2009, Knust, Hamburg: HIGHSCHOOL NIGHTMARE + THE VARANES

das ganze war ein soli-konzert zugunsten des von bullen überfallenden jolly rogers, das leider ziemlich schlecht besucht war. ich hab auch erst einen tag vorher davon erfahren und die konkurrenz war dank des rondenbarg-festes stark. soli hin oder her, mit 8,- € eintritt fand ich’s auch überteuert – insbesondere, wenn diese auch dann noch verlangt werden, wenn jemand erst während des gigs der letzten band erscheint. von den unverschämten getränkepreisen im knust mal ganz zu schweigen. eigentlich sollte noch irgendwer spielen, fiel aber aus. dafür hat beavy von den varanes den abend eröffnet, indem er als alleinunterhalter ein paar songs von cash, presley und strummer zum besten gab. es folgten highschool nightmare, die ein super set spielten. das neue songmaterial ist live genauso stark wie aus der konserve. the varanes wussten anschließend auch zu überzeugen und spielten auf meinen wunsch hin sogar „travelling heart“ – klasse!

ein zumindest musikalisch über jeden zweifel erhabener abend.

Hans Modrow – Ich wollte ein neues Deutschland

modrow, hans - ich wollte ein neues deutschlandDie Autobiographie von Hans Modrow, dem letzten Ministerpräsidenten der DDR. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass unter Modrow seinerzeit erstmals tatsächliche Demokratie in der DDR stattfand, in deren folge die DDR aufgelöst wurde.

In einem vorangestellten Interview werden ein paar grundsätzliche Fragen („Sind Sie Kommunist?“) vorab geklärt, wodurch man sich auf den eigentlichen Inhalt besser konzentrieren kann. Und dieser liest sich sehr interessant und flüssig. Aus meiner Sicht geht er zwar manchmal vielleicht etwas zu sehr ins detail des politischen Tagesgeschäfts mit seinen bürokratischen Abläufen, für andere vermutlich aber eher sogar noch zu wenig, weshalb ich glaube, dass ein gesundes Mittelmaß gefunden wurde. Apropos Politik: darum geht es natürlich hauptsächlich. Persönliches von Modrow erfährt man eher wenig und nebenbei.

Modrow beschreibt seine Sozialisation (Hitlerjugend, Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule) und seine Beweggründe, am Sozialismus-Experiment DDR in verantwortlicher Position teilzunehmen und immer wieder „für die Sache“ eigenem Empfinden zuwider zu handeln und sich trotz allem weiter mitverantwortlich zu machen, anschaulich und überzeugend, geht mit sich selbst ins Gericht und bezichtigt sich so z.B. des Öfteren des Opportunismus, nennt sowohl Ross und Reiter der SED als auch äußere Gründe für den Niedergang der DDR und wirkt aus meiner sicht sehr reflektiert und um Objektivität bemüht.

Inwieweit das alles mit der stattgefundenen Realität tatsächlich übereinstimmt, vermag ich nicht zu beurteilen, habe aber zum jetzigen Zeitpunkt (knapp über die Hälfte durch) auch keinen Anlass, den Wahrheitsgehalt anzuzweifeln.

So nachvollziehbar das alles auch ist, so deutlich wird für mich aus meiner heutigen Sicht, mit meinen Überzeugungen und Idealen sowie meinem geschichtlichen Wissen, dass ich (hoffentlich) bereits zu einem recht frühen Zeitpunkt anlässlich bestimmter Ereignisse das System nicht mehr guten Gewissens hätte mittragen können, die Modrow zwar kritisiert, mir ehrlich gesagt aber zu leichtfertig zur „Tagesordnung“ übergeht. Aber auch ohne jedes mal seiner Meinung zu sein: Ein hochinteressantes Buch eines Politikers, den ich trotz allem für integerer halte als die gesamte CDU.

Stefan Bonner / Anne Weiss – Generation Doof. Wie blöd sind wir eigentlich?

bonner, stefan + weiss, anne - generation doofDas Buch sitzt sprichwörtlich zwischen den Stühlen. Einerseits eine durchaus unterhaltsame, sarkastische bis zynische Polemik über den heutzutage weit verbreiteten äußerst mangelhaften Grad der Allgemeinbildung (wozu Erkennen unsinniger Modetrends als eben solche und grundsätzliche Kenntnis von Manieren und angemessenem Benehmen durchaus gehören), die fehlende „Weitsicht“ in Hinblick auf den eigenen Lebensweg (womit ich lediglich die direkten Konsequenzen eigenen Handelns meine) und die unrealistischen Einschätzungen der eigenen Fähigkeiten und Positionen innerhalb der Gesellschaft heutiger Jugendlicher und junger Erwachsener.

Dieser Teil gefällt durch seinen humorvollen Schreibstil, der Arroganz und Selbstgerechtigkeit durch das sich selbst Hinzuzählen der Autoren zu jener Generation zu umgehen bzw. relativieren/ironisieren versucht und unterhält mit Anekdoten – selbsterlebten oder den später harsch kritisierten Medien entnommenen. Bis hierhin kann das Buch gut als Ventil für von der „Generation Doof“ Gepeinigte oder auch als selbstironische Abhandlung für sich bewusst, aber dennoch nicht ganz freiweillig zu jener Generation Zählender fungieren.

Andererseits versuchen die Autoren, Erklärungen zu finden und Lösungen aufzuzeigen – und spätestens hier scheiden sich die Geister. Ich persönlich empfinde Einiges, z.B. die Aussagen hinsichtlich der Verhätschelung von Einzelkindern und der medialen Verblödung, als zwar keinerlei wirklich neue Erkenntnisse, aber in jedem Falle gut wiedergegeben. Insgesamt wird aber deutlich, dass die Schreiber keine tatsächlich tiefergehenden, wissenschaftlich fundierten Kenntnisse der Materie(n) haben und sie mitunter argumentativ ins Schlingern geraten (weniger schlimm) oder aber widersprüchliche bzw. objektiver Betrachtung kaum standhaltende und/oder reaktionäre Positionen vertreten (ärgerlich) – und zwar mit einem durchschimmernden Anspruch auf Allgemeingültigkeit (ebenfalls ärgerlich), der ihnen nun weiß Gott nicht zusteht:

Einerseits den „Denglisch“ genannten dümmlichen Hang zu Anglizismen zu kritisieren, ihnen dann aber immer wieder selbst zu verfallen, hätte spätestens dem Lektoren auffallen müssen. Der bemerkt aber auch so einige Rechtschreibfehler nicht und lässt die „Ludlofs“ (gemeint sind die „Ludolfs“, Protagonisten einer herzerfrischenden Doku-Soap auf DMAX) durchrutschen, die undifferenziert zusammen mit einigen anderen TV-Formaten als Beispiel für die Ausrichtung des Senders DMAX auf die „Generation Doof“ herhalten müssen.

Zum Thema Ernährung werden fragwürdige und wissenschaftlichen Erkenntnissen trotzende Standpunkte vertreten, wie der, dass „frische“ Lebensmittel grundsätzlich vitaminreicher und gesünder seien als in welcher Form auch immer konservierte, was zumindest in manchen Bereichen längst widerlegt wurde. Im Übrigen frage ich mich, welcher Alleinstehende in Vollzeit arbeitender Angehöriger der „Generation Doof“ noch über die Zeit verfügt, JEDEN Tag mit frischen Zutaten, die vorher auch noch eingekauft werden wollen, zu kochen? Ist den Autoren nicht bewusst, dass Arbeitsplatz und Berufsausübungsort längst nicht immer nah beieinander liegen und ein nicht unerheblicher Teil der Tageszeit Berufstätiger fürs Pendeln aufgebracht wird, immer weitere Entfernungen vom Arbeitsamt (wer arbeitet wie eine Behörde, bleibt „Amt“, nicht „Agentur“, basta) als akzeptabel bzw. selbstverständlich angesehen werden und sich Umzüge, z.B. in die Stadt, oft allein schon aus finanziellen Gründen ausschließen, weil immer horrendere Wuchermieten verlangt werden? Was ist mit Effizienz und Ökonomie? Alles doof? In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, was an „Cocooning“ (Modebegrif fürs Gemütlichmachen in den heimischen vier Wänden) so verkehrt/doof sein soll. Wo soll denn bei aller (teilweise zurecht) propagierten materiellen Bescheidenheit der „Generation Doof“ die Kohle herkommen, ständig auswärtigen Aktivitäten nachzugehen? Und woher sollen die Kraft und Motivation nach einer 40-Stunden-Woche plus ausgiebigen Pendelns kommen? Bestimmt nicht aus dieser halbseidenen Lektüre.

Apropos Ernährung: Mit erhobenem Zeigefinger wird die „Überfettung“ der „Generation Doof“ angeprangert, aber kein wort zum Mager- und „Gesundheits“wahn zu vieler Jugendlicher. Das ist einseitig und in der Hand der komplexbehafteten, sich über Äußerlichkeiten definierenden „Generation Doof“ vielleicht sogar gefährlich.

So viel auch richtig und für mich erfreulich zu lesen gewesen sein mag im Abschnitt über Medien und Medienkompetenz, so doof ist es in meinen Augen, ausgerechnet einen Christian Pfeiffer, der zu jenen gehört, die „Killerspiele“ für gewalttätige Kinder und Jugendliche verantwortlich machen, wohlwollend zu zitieren – insbesondere dann, wenn man selbst (glücklicherweise) deutlich von derartigem Schwachsinn abrückt.

Mit dem Kopf schütteln musste ich nicht zuletzt auch beim der Berufswelt gewidmeten Kapitel. Dort versucht man doch allen Ernstes, den Lesern weiszumachen, Anzug und Krawatte würden Kompetenz ausstrahlen und zum Berufsleben, zumindest in Agentur und Büro, unweigerlich dazugehören; ja, von ihnen sei sogar beruflicher Erfolg abhängig. Was für ein Unfug, den vermutlich nicht einmal die Junge Union oder der Arbeitgeberverband vertreten. Ich persönlich jedenfalls kenne kaum etwas Peinlicheres als in „Business Outfit“ gequetschte Jugendliche, denen man ansieht, dass sie diese Klamotte normalerweise nie anziehen. Peinlicher ist allenfalls noch, auf Augenwischerei durch Kleiderwahl hereinzufallen, wie es, ganz im Sinne der „Generation Doof“, die Autoren offensichtlich taten und tun.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde sogar einerseits dazu aufgerufen, sittenwidrige Einstiegsgehälter zu akzeptieren, nur um andererseits ein wesentlich höheres Gehalt trotz aller Aufrufe zur Bescheidenheit als unzureichend zur Familiengründung zu bezeichnen. Wem will man da denn nun nach der Schnauze reden? Vermutlich wirtschaftsliberalen Ausbeutern und Konsumterroristen „irgendwie“ gleichzeitig. Ich muss aber zugeben, mir in diesem Punkt nicht ganz sicher zu sein, ob es in ersterem Falle nicht doch um eine Ausbildungsvergütung ging.

Wie dem auch sei: Anscheinend gehört das Autorenteam weit mehr selbst zur „Generation Doof“, als es ihnen bewusst ist. Trotz aller Kritik bleibt aber ein passabel bis gut unterhaltendes Buch, das sich einfach ab einem gewissen Punkt zu weit aus dem Fenster lehnt und seine Kompetenz überschreitet.

Wer selbst unter den Doofen, besonders im Falle ihres massenhaften Auftretens ohne Ausweichmöglichkeit (z.B. in der Schule) gelitten hat, weiß dieses Buch vermutlich aber einfach mehr zu schätzen als die Fraktionen der getroffenen Hunde auf der einen und der elitären, realitätsfernen, politisch korrekten Pädagogen auf der anderen Seite, weshalb ich drei von fünf Sternen gebe.

LUCIFER STAR MACHINE – STREET VALUE ZERO LP/CD

(www.nicotinerecords.com) / (www.luciferstarmachine.com)

Das zweite Album der Punk’n’Roller aus London, zugleich das erste, das ich rezensieren darf, bedient sich der härteren Spielart des Subgenres und jagt Punkrock, Rock’n’Roll, Psychobilly und Schweinerock durch den Mixer, um das Gebräu die immer mal wieder stark an HC-Shouter erinnernde Kehle herunterzugurgeln, es anschließend wieder hochzuwürgen und uns ins Gesicht zu rotzen. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor die Originale der jeweiligen Genres oder smartere Versionen wie THE BONES oder SMALL TOWN RIOT, für ’ne zünftige Prollparty sind L.S.M. aber sicher zu haben. Mir wirkt das etwas zu aufgesetzt und uninspiriert, passt aber gut zur Flammenhemd.Fraktion und auf die Biker-Party. Ok, das liest sich jetzt wirklich mieser, als es letztendlich ist. Moderner, harter Genre-Mix eben, der sich weniger um Originalität als um gute Party schert. Reinhören. Leider kann ich so gar nichts zur Aufmachung des Albums sagen, da mir nur ’ne Vorab-Version fast ohne alles vorliegt. Zwölf Songs + Intro + versteckter Bonustrack (rausgebrülltes „Hound Dog“ – nee, danke.) in ca. 35 Minuten. Anspieltipp: „Built To Last“. 3-. Günni

ALL TIME HIGH – FRIENDS IN HIGH PLACES CD

(www.nicotinerecords.com) / (www.myspace.com/alltimehighrock)

Als “Seattle Rock” angekündigt, erweisen sich ALL TIME HIGH aus – wer hätt’s gedacht – Seattle glücklicherweise nicht als NIRVANA-Rip-Off. Ihr Debüt besteht tatsächlich aus diesem irgendwie für die Region typischen Sound aus Punk- und Bluesrock, Garage und Stoner-Zeug und wurde, authentischer geht’s kaum, von Jack Endino abgemischt, der sich bereits bei Bands wie NIRVANA, TAD, MUDHONEY und SOUNDGARDEN als Produzent verdingen durfte. Ha, erinnert mich schwer an meine Pubertät in den 90ern, gar nicht schlecht. Kenner wissen jetzt ohnehin schon, wohin die Reise bei dieser Band geht, der Rest wird mit dem Kopf schütteln und konstatieren, dat wär’ ja gar keen Punk. Ist tatsächlich auch mehr die gesetztere Variante des Seattle-Krachs, Aggressivität oder Pogotauglichkeit findet sich hier kaum. Wirkt aber irgendwie erfrischend auf mich – trotz den nichtssagenden Covers. Leider kann ich darüber hinaus so gar nichts zur Aufmachung des Albums sagen, da mir nur ’ne Vorab-Version fast ohne alles vorliegt. Zwölf Songs in 42 Minuten. Anspieltipp: „Tight Rope“. 2-3. Günni

SICK OF SOCIETY – WEEKEND ANARCHY CD

(www.sickofsociety.de)

Nanu? Laut Info hat dieses süddeutsche Trio schon so einiges an Tonträgern auf den Markt geschmissen, entzog sich bislang aber vollständig meiner Kenntnisnahme. Die mir vorliegende D.I.Y.-Scheibe enthält, darf man der Selbstdarstellung der Band Glauben schenken, „Porn’n’Roll“ – wer nun aber niveaulosen Scheißdreck erwartet, liegt verkehrt. Das ist astreiner, melodischer, hymnischer HC-Punk/Punkrock mit kritischen Texten in fast ausschließlich englischer Sprache, der sich nicht zu verstecken braucht. Geht gut ins Ohr und ist prägnant genug, um dort auch hängenzubleiben. Bei „It’s All In Vain“ darf sogar geskankt werden und der einzige Song in Muttersprache „Endstation Bahnhofsklo“ könnte fast von SUPERNICHTS stammen. Durch den manchmal näselnden Sänger erinnert mich die ganze Chose angenehm an BASH! und Konsorten, wobei S.O.S. aber um einiges härter und schneller sind. Einige Songs weisen starke HC-Einflüsse auf („The Wall“ z. B.) und werden dementsprechend aggressiver gesungen. Ok, den mehrstimmigen Gesang bekommen andere sicherlich besser hin, aber viel mehr zu meckern gibt’s hier nicht. Sympathische, solide, gut produzierte Scheibe, der ihr unbedingt mal eine Chance geben solltet! Die CD gibt’s für lächerliche 5,- € (+ 2,- € P&V) direkt bei Oliver Kast, Römerstr. 26, 89269 Vöhringen und verfügt übrigens über einen professionell gestalteten Computer-Part mit Songtexten, Infos und sogar fünf Videos. Vier davon bestehen aus Live-Bildern, eines ist eine witzige Strichmännchen-Animation. 16 Songs + Intro in 34 Minuten (da weißte Bescheid). Glatte 2. Günni

AGAINST ME! – THE ORIGINAL COWBOY LP/CD

(www.fatwreck.com) / (www.againstme.net)

Nun hat mich also auch eine Scheibe von AGAINST ME! erwischt. In diesem Falle handelt es sich um die laut Info in nur wenigen Stunden aufgenommenen und abgemischten Demos zum „As The Eternal Cowboy“-Album. Gut, dass man das dazugeschrieben hat, denn wie klassische Demos klingen diese spitzenmäßigen, druckvollen Aufnahmen nun wirklich nicht. Damit wären wir auch schon beim Knackpunkt dieser Rezi: Ich kenne das „As The Eternal Cowboy“-Album nicht. Noch nie gehört, nix, nothing, nada. Diesem Umstand geschuldet, kann ich die Demos natürlich auch nicht in direkten Vergleich setzen. Alles, was ich sagen kann, ist dass die Songs eigenständiger, klischeefreier Punkrock mit paar Country- und Folk-Einflüssen sind, die deutlich aus dem Fat-Wreck-Programm herausstechen. Den großen Hype um diese Band verstehe ich dennoch (noch?) nicht und ob der geneigte Fan diese Demo-Aufnahmen braucht, kann ich nicht beurteilen und muss jeder für sich selbst wissen. Zur Aufmachung kann ich auch nix sagen, da man mir nur eine Vorab-Version im Pappschuber schickte. Lediglich acht Songs in nur 22 Minuten. Ohne Wertung. Günni

THE MOCHINES – THE EAGLE HAS LANDED CD

(www.nicotinerecords.com) / (www.myspace.com/themochines)

Vor ein paar Jahren hatte ich das Debüt-Album dieser südafrikanischen, seinerzeit von mir noch fälschlicherweise als US-Band bezeichneten, Combo bekommen, das ich zwar nicht schlecht fand, aber auch kein wirklicher Hammer war. Deshalb kann ich den MOCHINES eine gewaltige Steigerung attestieren, die ihnen auf dem nun vorliegenden Folgewerk gelungen ist. Knackiger, flotter, frischer Punk’n’Roll, der richtig Laune macht und neben der mitreißenden Mucke besonders durch den frechen, rotzigen Gesang punktet, der das Ganze noch weiter nach vorne peitscht. Der kann ebenso aggressiv singen wie in ungeahnte Höhen vordringen. Wer dabei stillsitzen kann, muss unter Ganzkörperlähmung leiden. Super produziertes Partybrett, das sofort Lust auf ekstatische Zuckungen macht. Nicht zu lahm, nicht zu prollig, einfach genau richtig und verdammt wild. Yeah, Baby, Yeah! Vom ersten bis zum letzten Song wird hier am Rad gedreht, wobei bei mir am meisten die Hymne auf den jüngst verstorbenen Stuntman EVIL KNIEVEL hängen blieb – klasse! Vom Rock’n’Roller über den Punkrocker bis zur Glam-Tunte dürfte diese Platte jeden wegblasen. Mein Highlight der letzten Wochen! Lediglich das ROSE-TATTOO-Cover „Nice Boys“ find’ ich mittlerweile etwas ausgelutscht. Leider kann ich so gar nichts zur Aufmachung des Albums sagen, da mir nur ’ne Vorab-Version fast ohne alles vorliegt. Zwölf Songs in 43 Minuten. 2. Günni

FALSE ALARM – FUCK ’EM ALL WE’VE ALL READY (NOW) WON! CD

(www.nicotinerecords.com) / (www.myspace.com/falsealarmrecords)

Die L.A.-Chaoten von FALSE ALARM haben sich bereits zu Beginn der 80er gegründet, aber nicht soviel gebacken bekommen. 1996 gab’s die erste Reunion mit ’nem Mini-Album und 2001 die zweite. Seinerzeit schrieb man ein komplettes Album (für das Dee Dee Ramone das Cover zeichnete), veröffentlichte dieses aber erst 2006. Dieses wurde dank des italienischen Labels „Nicotine Rec.“ nun auch in Europa veröffentlicht. Währt halt alles etwas länger bei dieser Band – aber wird auch alles gut? Kann man schon so sagen. Diese Platte enthält herrlich authentischen, altmodischen Punkrock mit 1000 klassischen Einflüssen, hat Ecken und Kanten, Melodien, geile Mid-Tempo-Grooves und Angepisstheit. Für Freunde der gediegenen Old-School-Unterhaltung dürfte das was Leckeres sein, bei mir kommt’s jedenfalls ganz gut an. Der Anfang von „Youth Gone Mad“ klingt aber so dermaßen nach „Chaos“ von den 4-SKINS, dass ich schon mit ’ner Cover-Version rechnete. Is’ aber nich’. Leider kann ich so gar nichts zur Aufmachung des Albums sagen, da mir nur ’ne Vorab-Version fast ohne alles vorliegt. 14 auf dem Cover angegebene Songs + einem Bonustrack in 44 Minuten. Anspieltipp: „Horrible Life“. 2-3. Günni

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