Günnis Reviews

Autor: Günni (page 41 of 115)

28.04.2018, Molotow, Hamburg: GET DEAD + BOLANOW BRAWL

Gibt so Wochenenden, da ist noch mal bischn mehr los als sonst: Am Freitag mit DMF stundenlang im zum Studio umfunktionierten Probeverlies gehangen, um unsere neuen Aufnahmen einzuholzen, dafür meinen allwöchentlichen Ausgleichssporttermin auf Samstagmorgen (!) verschoben (wie so’n bekloppter Frühsport-Freak, ey) und anschließend schnell zum Millerntor geeilt. Madame und moi sind nun sicherlich nicht die FC-St.-Pauli-Hardcore-Fans, doch als der sympathische Innenstadt-Club ernsthaft ins Straucheln geriet, erreichten uns seine Hilferufe, sodass wir uns verpflichtet fühlten, bereits in der vorausgegangenen Samstagnacht unsere Duftmarken in den Kabinen zu hinterlassen und Spielertunnel sowie Spielfeld mittels braunweißmagischer Rituale positiv aufzuladen. An diesem Samstag ging’s dann ins Stadion, um den 3:0-Sieg gegen Fürth perfekt zu machen. Wir mussten nicht mal aktiv ins Spiel eingreifen, unsere bloße Anwesenheit auf den Rängen genügte – Mission erfüllt. Im Anschluss also flugs Stutzen und Stollenschuhe abgestreift und zurück auf den Kiez ins Molotow, wo ich um kurz nach 16:00 Uhr auf die anderen Brawler plus unseren Manager for one day, „Wodden Shoe“ Patrick, plus Roadie for one day Collin wartete, die alsbald mit dem Equipment um die Ecke bogen. Ausgeladen, den Backstage inspiziert und in Erfahrung gebracht, dass man uns nun erst wieder in knapp zwei Stunden benötigen würde. Dies erlaubte es uns, zum Osborne zu tingeln, um die zweite Halbzeit der Bundesliga-Konferenz zu verfolgen und sich die ersten Buddeln aufzureißen. Mit dabei war nun auch ein Pärchen, das, wenn ich es richtig verstanden habe, eigens aus Frankreich angereist war, um BOLANOW BRAWL GET DEAD in Hamburg zu sehen. Tatsächlich extra für uns kam Jeromy aus Stuttgart, was uns gebauchpinselt hat. Danke, Alter! Nach Spielende und ‘nem Imbiss-Abstecher konnten wir, zurück im Molotow, GET DEAD beim Soundcheck beobachten und wurden alsbald selbst auf die Bretter gebeten, um uns einen maßgeschneiderten Klang verpassen zu lassen.

Unser zweiter Molotow-Gig sollte das Live-Debüt unseres neuen Bassisten Keith werden, der verständlicherweise etwas aufgeregt war. Um den Druck zu erhöhen, hatten wir kurzerhand seinen Vorgänger Stulle auf die Gästeliste gesetzt, der dann auch prompt im Backstage hereinschneite und sich schließlich mit perfekter Sicht auf den Tieftöner und kritischem Blick vor der Bühne positionierte, als wir verdammt pünktlich um kurz nach 8 mit „Brigitte Bordeaux“ eröffneten. Die Molotow-Crew hatte mit dem wohl nicht so gut gelaufenen Vorverkauf gehadert und den Saal auf der Hälfte mit einem Vorhang abgehängt, doch die Sorgen erwiesen sich als grundlos, denn die Bude füllte sich trotz Hamburg-typisch starker Parallelveranstaltungen sehr ordentlich, sodass der Vorhang schnell wieder aufgezogen wurde. Neben Altbekanntem wie „Total Escalation“ oder „Crossed Your Plans“ befand sich nun auch „Glory Hole“ im Set, der zuvor lediglich einmal probeweise im Menschenzoo dargereicht und anschließend schnell wieder gestrichen wurde. Die jetzige Version aber kann was und kam offenbar gut an. Statt einer Buddel Bolanow ließen wir diesmal übrigens einen eigenartigen Likör rumgehen, den die Mädels besorgt hatten und dessen Flaschenform mich stark an Petroleum erinnerte, zumal sich auch ein Docht o.ä. in der Karaffe zu befinden schien. Also hielt ich lieber Abstand; wer davon trank, scheint’s aber unbeschadet überstanden zu haben. Nach dem das reguläre Set beschließende „Red Lips“ kamen wir den Bitten nach ‘ner Zugabe mit „Fame“ nach und konnten an Keith gelungene Feuertaufe ‘nen fetten Haken machen. War alles rund gelaufen, Christian besser gekleidet als letztes Mal, Spielfehler hielten sich in sehr überschaubaren Grenzen – lediglich die Bierüberschwemmung, die ich auf der Bühne angerichtet hatte, war so nicht geplant…

Die Umbaupause ging aufgrund des Zeitdrucks rekordverdächtig schnell, um kurz nach 9 standen GET DEAD aus San Francisco auf der Bühne. Die mit Akustik-Songs und Folk- sowie Country-Einflüssen gestartete Band auf dem nicht ganz unbekannten Fat-Wreck-Chords-Label ist mit der Zeit immer punkiger geworden, das bis dato jüngste Album „Honesty Lives Elsewhere“ ist ein wilder emotionaler Ritt auf meist verzerrten Gitarren durch rauen melodischen Streetpunk, Folk u.ä. sind als Einflüsse weiter präsent, gelegentliche Offbeats hinzugekommen – irgendwo zwischen SWINGIN‘ UTTERS, RANCID und AGAINST ME!, würde ich jetzt mal behaupten. Und live knallt das Ganze noch viel mehr! Allein schon aufgrund der klassischen Live-Instrumentierung entfallen diverse musikalische Spielereien, in erster Linie gibt’s schön dreckigen Punkrock in die Fresse. Sänger Sam wirkt auf der Bühne lakonisch und extrem lässig, auf positive Weise einen Scheiß gebend, zugleich und vor allem authentisch, während seine Band mit der Erfahrung etlicher Gigs im Rücken statt routiniert verdammt spielfreudig, entschlossen und aufgedreht agiert. Besonders die dann und wann unvermittelt einsetzenden Offbeat-Passagen hatten es mir angetan, lockerten sie die Songs doch zusätzlich auf und schossen direkt in die Beine. Der ebenerdige Saal des Molotows verfügt an der Bühne über ein großes Schaufenster zur Straße, an dem sich von außen neben ein paar Rauchern auch immer mal wieder einige neugierige Passanten tummelten, was von der Band nicht unbemerkt blieb. Wer sich seine Nase am Fenster plattdrückte, wurde alsbald als Adressat der Show einbezogen und konfrontativ angesungen und -gespielt. GET DEAD sind eben für alle da. Als Coverversion konnte ich OPERATION IVYs „Sound System“ ausmachen, der genauso abgefeiert wurde wie das eigene Material. Vor der Bühne war mächtig was los, sodass ich die Fotos lieber weiter vom Rand aus schoss. Großartiger Gig und vom unbekümmerten Auftreten der Band kann man sich bestimmt noch etwas abgucken. Würde ich auch als zahlender Gast noch mal hingehen, wenn die nächste Europa-Tour ansteht!

Im Anschluss hätte ich sogar noch die Möglichkeit gehabt, mir DER WAHNSINN anzuschauen, die ab 23:00 Uhr im Karatekeller spielten. Meine Aufmerksamkeitsspanne war jedoch längst ausgereizt und so zog ich es vor, den „Motorbooty“-DJs im Freiluftgarten zu schaffen, bequem im Liegestuhl und mit der einen oder andere Kanne Bier in der Hand. Das war dann auch der entspannte Ausklang der Nacht, bis wir – ungeachtet der sich direkt vorm Laden befindenden Bahnstation – dekadenterweise ins Taxi stiegen und uns nach Hause chauffieren ließen. Taxifahren ist und bleibt eben punkrock. Der Rest der Band hingegen zog noch weiter, stand allerdings sowohl vorm Jolly Roger als auch vorm St. Pauli Eck vor verschlossener Tür. Fündig wurde man letztlich im Menschenzoo, wo DJane Alex einmal mehr geschmackssicher auflegte. Danke an alle, die uns unterstützt haben, insbesondere Patrick und Collin sowie natürlich die MOLOTOW-Crew! Der nächste BOLANOW BRAWL findet Freitag um 16:00 Uhr auf der Jolly-Roger-Bühne im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstags statt – ich hoffe, man sieht sich!

P.S.: Danke auch an Flo für die schnieken Fotos unseres Gigs (sowie an Susan Bergmann, von der auch eines dazwischen ist).

07.04.2018, Menschenzoo, Hamburg: PRIMETIME FAILURE + ABOVE ALL GLORY + MAX YOUNG

Liebes Tagebuch, an diesem Tag war ein Sauftag mit meinen Jungs von BOLANOW BRAWL angesagt: Wir wollten uns am Nachmittag einmal außerhalb der Reihe zum Proben treffen, uns dabei bereits einige Pilsetten einwerfen und anschließend kollektiv Wendelix‘ Geburtstagsparty im Menschenzoo aufsuchen, wo neben Wendys Band zwei weitere Acts den Soundtrack zu unserem vorsätzlichen Lampenausschießen liefern sollten. Und weil ein solcher Sauftag meist mit dem Verlust von Geld, anderen Wertsachen oder Kleidung, in jedem Falle aber gesellschaftlichem Ansehen verbunden ist, erlauben wir ihn uns nur alle Jubeljahre mal. Mit bereits dem einen oder anderen Promillchen im Blut ging’s nach der Probe also zu einem Abstecher am Imbiss, in einen Irish Pub, wo noch mal draufgekippt wurde, und schließlich zum betreuten Trinken in den Menschenzoo. Dort eröffnete MAX YOUNG aus „Saarbrooklyn“ den Abend mit „akustischem Punkrock“, was bedeutete, dass der gute Mann nur mit Wanderklampfe bewaffnet als Alleinunterhalter ein paar Songs mit, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, eher persönlichen Texten schmetterte. Kann man machen, ein nettes Vorspiel.

Wendelix‘ ABOVE ALL GLORY sind ‘ne recht neue Hamburger Band im Demo-Stadium, die sich in Trio-Größe voll und ganz einer ‘90er-typischen Melange aus MelodiCore, Skate- und Pop-Punk verschrieben hat. Und dass diese nicht unbedingt zu meiner favorisierten Musikrichtung gehört, ist kein Geheimnis. Davon unabhängig tat die Band aber ihr Bestes, um eingängigste Melodien zu erzeugen. Wendelix am Bass übt sich als „sanfter Riese“ in melodischem Klargesang und ein Song wie „Hunt the Hunter“ hat schon was. Mir persönlich fehlen bei dieser Mucke aber ‘ne ordentliche Kelle Dreck, Aggression und Rotz. Wer sich daran nicht stört, findet in ABOVE ALL GLORY aber eine gediegene D.I.Y.-Live-Alternative zum ständigen Hören der abgegriffenen alten CDs der US- und Schweden-Helden, die schon lange keine kleinen Club-Gigs mehr spielen. An den Drums nimmt übrigens Ex-HIGHSCHOOL-NIGHTMARE-Benny platz und es ist schön, ihn wieder trommeln zu sehen und zu hören. Für einen Song ergriff ferner MAX YOUNG das Mikro – war das beim NOFX-Cover „Linoleum“ oder bringe ich da jetzt was durcheinander…?

Mit gleich zwei Sechsseitigen schlugen PRIMETIME FAILURE aus der Phantomstadt Bielefeld prinzipiell in eine ganz ähnliche Kerbe, verfügten aber über mehr Profil und spürbar mehr Live-Erfahrung. Musikalisch etwas rauer und rotziger, erinnerten sie mich in ihren besten Momenten sogar etwas an SMALL TOWN RIOT. Durch die beiden Gitarren eröffneten sich ihnen natürlich auch mehr Möglichkeiten, die sie zu nutzen wussten. Zu glauben, ich könnte mich daran tatsächlich gut erinnern, wäre jedoch völlig falsch: Ich weiß im Prinzip lediglich noch, die Band recht gut gefunden und Spaß gehabt zu haben und habe im Vorfeld dieser Zeilen bei Bandcamp nachgelauscht… Schließlich war Sauftag galore, wer sich erinnern kann, war nicht dabei und über den Rest des Abends bzw. der Nacht hülle ich den Mantel des Schweigens, zumal er mir ohnehin zugetragen werden musste. Nur so viel noch: DJ Starry Eyes sorgte für ’ne zünftige Aftershow-Party, die mich in Verzückung versetzte und in nicht mehr ganz so frühen Morgenstunden wurde ich noch mit ABOVE-ALL-GLORY-Benny weitertrinkend gesehen…

Der allenthalben dreitägige Kater sorgte dann zu einer der raren vernunftbetonten Bandentscheidungen, nämlich den bereits angesetzten nächsten Sauftag vorerst ersatzlos zu streichen – bis zu unserem Gig im Molotow, dazu später mehr.

Andreas Hock – Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? Über den Niedergang unserer Sprache

Der ehemalige Chefredakteur der Nürnberger Abendzeitung Andreas Hock veröffentlichte 2014 nach seinem Trash-Debüt, genauer: einer Biographie über die idiotischen neureichen Prolls Carmen und Robert Geissen, einem Buch über Panini-Bilder sowie einem Begleitband zur Nerd-Sitcom „Big Bang Theory“ im Jahre 2014 die sich mit dem Verfall der deutschen Sprache auseinandersetzende, rund 190 Seiten umfassende Polemik „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“ im Riva-Verlag. Zwischendurch gab es jedoch bereits ein Werk namens „Like mich am Arsch – wie unsere Gesellschaft durch Smartphones, Computerspiele und soziale Netzwerke vereinsamt und verblödet“, dessen Titel Hocks konservativen Kulturpessimismus bereits erahnen lässt.

So schlägt er mit seinem in zahlreiche kurze Kapitel unterteilten, zum Bestseller avancierten Buch dann auch voll in diese Kerbe: Jedes Kapitel ist – nach einem Vorwort Dr. Hellmuth Karaseks, das vermuten lässt, er habe das Buch gar nicht gelesen – mit einem angenommenen Grund für Hocks im Titel aufgestellte These überschrieben, von „Weil uns schon am Anfang der Spaß verging“ über „Weil Disney mehr Bumm! war als Dürrenmatt“ bis hin zu „Weil wir zu zwitschern begannen“. Dahinter verbergen sich neben zumindest teilweise durchaus zutreffender Kritik an Schulsystem und Lehrplänen sowie einigen interessanten, bisweilen jedoch sicherlich auch strittigen Ausflügen in die Historie der Sprachentwicklung u.ä. vor allem exemplarisch herangezogene Beispiele für Vergewaltigungen der deutschen Sprache: durch Beamtendeutsch, Politikerrhetorik und von zum Teil sogar falschen Anglizismen durchsetztes Vokabular der Werbe-Branche und der Wirtschaft mit ihren „Managern“ im Allgemeinen, wovon auch ich ein (Klage-)Lied singen kann – sitzt man doch im von Halbwissen und Jugendwahn bestimmten marktschreierischen „Marketing“ ebenso häufig wie im ebensolchen Entscheidungs- und Führungsbereich von Unternehmen dem Irrglauben auf, Amerikanisierung sei „cool“ sowie Ausdruck von Modernität und Innovation. So stolpert man von einer missglückten, sinnbefreiten „denglischen“ Floskel zur nächsten über die Stolpersteine der Sprachdurchmischung, dass es nur noch peinliche Schaumschlägerei ist.

Doch all das ist nicht neu und wurde zu Recht schon häufig kritisiert – ob in ähnlichen Büchern oder in anderen Medien. An den charmanten Witz eines Bastian Sick reicht Hock jedoch kaum heran, auch scheint er keinen Bildungsauftrag zu verfolgen: Wo Sick freundlich erklärt, wie man es besser bzw. richtig mache, bleibt Hock polemisch und wenig konstruktiv. Das wäre vielleicht gar nicht so schlimm, würde er nicht immer wieder sein arg konservatives Weltbild durchklingen lassen, das beispielsweise zu einer fürchterlich pauschalen, viel zu undifferenzierten Abwatschung der sog. ‘68er führt. Die Antwort darauf, wo das Problem bei aller angebrachten Kritik am „Gendering“ bei der Verwendung von Doppelformen à la „Leserinnen und Leser“ liegen soll, bleibt er schuldig, mit wenig deutschen Begriffen wie „Dokutainment“ oder „Genre“ hat Hock hingegen keinerlei Berührungsängste, was wie ein Widerspruch zu manch Kapitel erscheint und ihn einer ähnlichen Wischiwaschi-Einstellung wie derjenigen, die er kritisiert, verdächtig macht – und dass er auch die vernünftigen Aspekte der jüngsten Rechtschreibreformen pauschal niedermacht, entbehrt nun wirklich jeglicher Sachlichkeit. Seine eigene Orthographie ist indes auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Insbesondere die Trennung von Haupt- und Nebensätzen durch satzabschließende Punkte stößt mir immer wieder auf, die mir einer fragwürdigen Journalismusschule zu entspringen scheint, in der lange Sätze pauschal als Teufelswerk diskreditiert werden.

Dass Begriffe wie „absegnen“ oder „abnicken“ aus dem von Hock in erster Linie wegen dessen Bürokratiesprache vorgeführten DDR-Deutsch kämen, wage ich einfach mal zu bezweifeln, doch das ist natürlich ein Detail. Weshalb sich „selbst ein sprachlich hochbegabter Schüler kaum“ von Kafka „wach küssen“ lassen könne, erschließt sich mir jedoch überhaupt nicht. Ich halte diese Behauptung für ausgemachten Quatsch, Hocks vermutlich verquerem Geschmack entsprungen. Blogs als „neumodischen Unsinn“ abzutun, ist wiederum eine bodenlose Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die das Netz um lesenswerte, bisweilen ausführlichere und besser recherchierte, weil keinerlei Print-Beschränkungen unterliegenden, Inhalte erweitern. Sieht da ein konservativer Print-Journalist evtl. seine Felle davonschwimmen?

Abschließend bleibt anzumerken, dass Hocks Battle gegen Gangsta-Rap bischn lame ist, da wäre mehr gegangen. Immerhin gelingt ihm aber ein versöhnlicher Abschluss, wenn er im letzten, wie ein Anhang wirkenden Kapitel altertümliche, aus dem Sprachgebrauch beinahe oder bereits komplett verschwundene Begriff in Umgangs- und Jugendsprachsätze integriert, was mich dann doch ziemlich schmunzeln ließ. Letztendlich ist Hocks Pamphlet als polemischer, in harschem Ton verfasster Überblick über die schlimmsten Sprachpanscher durchaus gut zu gebrauchen. Dass zwischenzeitlich immer wieder bedenkliche Fortschrittsfeindlichkeit, politischer Konservatismus und wutbürgerliche Ignoranz durchscheinen, ist jedoch befremdlich – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Hock aus dem Bereich der bürgerlichen Presse und der Klatschschreiber stammt sowie als CSU-Pressereferent tätig war und damit zur allgemeinen Verblödung sicherlich selbst seinen Anteil geleistet hat.

Mad-Taschenbuch Nr. 17: Don Martin kocht was aus

1978 erschein der bereits vierte Don-Martin-Band innerhalb der Mad-Taschenbuch-Reihe. Wie gehabt wurden rund 160 Schwarzweiß-Seiten mit Martins Comic-Strips gefüllt, wobei sich hier kurze, zum Teil dialogfreie Gags mit einer recht langen „Der Glöckner von Notre Dame“-Parodie, die leider überproportional viel Blocktext enthält, ebenso abwechseln wie mit immer wieder eingestreuten Episoden der Telenovela-Persiflage „Die Feinbein-Saga“, die es auf je ein bis vier Seiten bringen. Gewohnterweise dominieren Martins abgedrehter Zeichenstil, Slapstick mit extra vielen Onomatopoetika (Lautmalereien) und anarchische, schwarzhumorige oder satirische Pointen. Und wie so oft ist man auch mit diesem Büchlein recht schnell durch: Selten schaffen es ganze zwei Panels auf eine Seite, meist wird einem einzelnen großzügigerweise eine ganze Seite zur Verfügung gestellt. Ein somit wieder etwas sehr kurzweiliger, jedoch ungeachtet dessen gelungener Spaß zwischen trashigem Klamauk, Haudrauf-Humor und Hintersinn.

E.T.A. Hoffmann – Der Sandmann

Wenn man ein Germanistik-Studium begonnen hat und zunächst einmal mit Martin Opitz konfrontiert wird, können einem durchaus Zweifel kommen. Eine regelrechte Wohltat ist es hingegen, wenn man sich im Anschluss dem „Sandmann“ widmen darf, jener schauerromantischen Kurzgeschichte aus dem 1816 veröffentlichten Zyklus „Nachtstücke“ des deutschen Schriftstellers E.T.A. Hoffmann, handelt es sich doch um eine einigen altertümlichen Begriffen zum Trotz problemlos lesbare Mischung aus Horror, Science-Fiction und Psycho-Thriller, gepaart mit einer gehörigen Portion Wahnsinn und etwas schwarzem Humor.

Zu Kindheitszeiten wurde Nathanael traumatisiert, als er heimlich seinen Vater dabei beobachtete, wie dieser mit dem Advokaten Coppelius alchemistische Experimente durchführte. Dabei wurde Nathanael entdeckt und von Coppelius misshandelt. Bei einem weiteren Experiment starb Nathanaels Vater gar durch eine Explosion. Seither bringt er Coppelius mit dem Sandmann aus dem Märchen in Verbindung, das ihm zum Einschlafen vorgelesen wurde. Als Erwachsener Mann ist er mit der mit beiden Beinen fest im Leben stehenden Clara verlobt. Als er auf den Wetterglashändler Coppola trifft, gerät Nathanaels Welt jedoch erneut ins Wanken: Er glaubt, in ihm Coppelius wiederzuerkennen und verrennt sich in diese fixe Idee, das alte Trauma bricht wieder auf. Von Clara entfremdet er sich und verliebt sich stattdessen in Olimpia, die Tochter seines Professors Spalanzani – die sich als lebloser Roboter entpuppt. Nach einem stationären Aufenthalt in der Irrenanstalt wird Nathanael als geheilt entlassen, doch ein Wiedersehen mit Coppola nimmt kein gutes Ende.

„Der Sandmann“ verbindet den Horror eines Kindheitstraumas und den daraus resultierenden Wahnsinn mit früher Science-Fiction um einen Androiden, der zur Reflektionsfläche des beziehungsunfähigen, narzisstischen Nathanaels wird. Olimpia widerspricht Nathanael nie, scheint ihn in seinen Ansichten eher zu bestärken – was er nie bemerkt. Mit seinen Schauerelementen, starken Gefühlswallungen und unbewussten Ängsten ist er ein typisches Kind der Epoche der Romantik, wiederkehrende Motive sind die Augen als Wahrnehmungsorgan und metaphorischer Spiegel der Seele, Feuer, Teufel und Schwärze als Höllensymbolik, diabolisches Lachen, Lärm, die puppenähnliche Dissoziation menschlicher Körper und schließlich der Tod. In den Personen Coppelius und Coppola, die für Nathanaels eins sind, findet die Traumatisierung Nathanaels Ausdruck, die immer wieder hochkommt, die er emotional ein ums andere Mal durchlebt.

In seinem Aufbau nimmt „Der Sandmann“ eine Ausnahmestellung ein und wurde damit zu einem beliebten Studienobjekt für Germanistiklehrende und die Literaturforschung: Die Erzählung beginnt mit drei aufeinanderfolgenden Briefen: Nathanael wendet sich an seinen Jugendfreund Lothar, sendet den Brief jedoch irrtümlich an Clara, seine Verlobte und Schwester Lothars, die ihm schriftlich antwortet. Der dritte Brief ist ein weiterer Nathanaels an Lothar. Erst dann meldet sich der Erzähler zu Wort, der Nathanael als einen alten Freund bezeichnet und sich als ein Autor zu erkennen gibt, der den Leser direkt anspricht. Bei ihm handelt es sich um einen hetero- und extradiegetischen Erzähler mit Nullfokalisierung, also jemanden, der selbst eigentlich nicht Teil der Handlung ist und alles über Nathanael zu wissen scheint. Dennoch nimmt er zwischenzeitlich eine interne Fokalisierung an, wenn er in bestimmten Momenten lediglich über Nathanaels subjektive Sichtweise verfügt, wird also vom allwissenden Erzähler zu einem, der nur über den Wissensstand (einer) der Figuren verfügt. Dabei könnte es sich um einen Kniff Hoffmanns gehandelt haben, um auf die Parallelen zwischen dem Erzähler und Nathanael hinzuweisen: Beide sind Dichter, Nathanael jedoch ein erfolgloser. In beiden glüht eine „innere Glut“, beide projizieren Bilder aus ihrem Inneren nach außen, und romantischen Dichtern sagt man ohnehin nach, an der Grenze zum Wahnsinn zu leben. Doch der Erzähler gießt seinen Wahnsinn als Autor in Form, ist Herr seines Stoffs und kann ihn dadurch verarbeiten – was der Geisteskranke nicht kann. Insofern handelt es sich bei Nathanael evtl. um ein Alter Ego des Erzählers, einen Teil seiner selbst, den er mit dem Tod Nathanaels sterben lassen möchte. Zweifelsohne jedenfalls ist Nathanael jemand, mit dem sich der Erzähler stark identifiziert, was auch sein kaum vorhandenes Interesse an den geistig gesunden Figuren seiner Erzählung verdeutlicht.

Meine Ausgabe aus der Universal-Bibliothek des Reclam-Verlags bildet die Geschichte auf 47 Seiten ab; es folgt ein fünfseitiger Teil mit Anmerkungen, der vor allem heutzutage nicht mehr gebräuchliche Begriffe erläutert. Sechsseitige Literaturhinweise bieten einen Überblick über Ausgaben, Quellen sowie begleitende und vertiefende Literatur. Ein ausführliches siebzehnseitiges Nachwort ordnet Hoffmanns Erzählung ein und liefert erste Interpretationsansätze. Für schlanke 2,- EUR kommt man bereits in den Genuss – und für diesen muss man nun wirklich kein Germanistik-Student, nicht einmal sonderlich interessiert an tiefergehender Auseinandersetzung mit Literatur sein, sondern einfach nur Lust auf eine gelungene, klassische und einflussreiche Schauermär haben.

17.03.2018, Kulturpalast, Hamburg: VENOM INC. + SUFFOCATION + DESASTER + NERVOSA + AETERNAM + SURVIVE + MIDNIGHT FORCE

Als ich anno dazumal nur VENOM INC. und NERVOSA in der Konzertankündigung las, wurde ich gleich nervös und hab‘ mir schnellstmöglich Karten gesichert, weil ich ahnte: Das würde eng werden. Doch statt in der muggeligen Bambi Galore fand die mit insgesamt sieben Bands auf Festivalgröße aufgeblasene Sause im neu errichteten Kulturpalast statt, der ebenerdig und für größere Veranstaltungen ausgelegt ist. Etwas Verwirrung gab’s im Vorfeld um die Uhrzeit, Facebook-Veranstaltungskalender und Kulturpalast-Internetauftritt widersprachen sich da. Letztlich sollte es um 16:30 Uhr losgehen, doch der Beginn verzögerte sich um ‘ne halbe Stunde – was leider offenbar durch Spielzeitverknappung wieder reingeholt werden solle, aber dazu später mehr. So kamen wir dann doch nicht zu spät und konnten noch in Ruhe ‘ne Merch-Runde drehen, erstaunt feststellen, dass auch Imbissverpflegung und Wacken-Tee angeboten wurden und ein erstes Bierchen zischen.

In der noch übersichtlich gefüllten Halle eröffneten MIDNIGHT FORCE, eine noch junge Band aus Schottland, die auf köstliche Weise Epic-Metal-Gedöns persiflierte: Ein um die Töne ringender (aufgrund des miesen Sounds vor der Bühne ohnehin kaum zu hörender) Sänger mit Robin-Hood-Armschützern und hübschen Schleifchen in seinen Stiefeln, der verunsichert posiert/gestikuliert und sein Mikro auch mal mit ‘nem imaginären Schwert verwechselt, ein Basser auf Socken, der gern mal Fünfe gerade sein lässt und es sich auf dem Bühnenboden bequem macht und ein Drummer, der noch während des letzten Songs sein Equipment abbaut. Nur der Gitarrist im schicken King-Diamond-Shirt hielt sich mit Späßen zurück. Haben trotzdem gut geschmunzelt.

Auch SURVIVE aus Japan sagten mir im Vorfeld so gar nichts. Die zocken ‘ne Mischung aus modernem Brachial-Thrash und Metalcore oder so und der erste Song ging direkt mal im Soundmatsch unter. Danach wurde die Akustik jedoch deutlich besser und, doch, der Endzeit-Look und heftig drückende Sound hatten was, einen gewissen Unterhaltungswert konnte man der Darbietung nicht absprechen – wenn auch die Klargesang-Parts störten und ich noch stärker davon fasziniert war, wie allen voran der Bassist dem offenbar als Ersatz eingesprungenen (weil optisch arg aus der Reihe fallenden) Drummer unablässig Signale für Einsätze, Wechsel, Fills etc. gab. An Spielzeit hatte man ihnen anscheinend locker zehn Minuten abgeknapst und so war der Gig in der mittlerweile stärker gefüllten Halle recht schnell durch.

Die Symphonic-Death-Metaller AETERNAM aus Kanada liefen bislang ebenfalls komplett unter meinem Radar, denn alles, was mit „symphonic“ zu tun hat, meide ich wie der Teufel das Weihwasser und halte ich für ziemlich überflüssig.  In diesem konkreten Fall bekam ich’s dann mit weniger stumpfem, bisweilen hörenswertem Death Metal zu tun, in dessen Hintergrund irgendwelche ach-so-symphonischen Samples aus der Konserve herumkleisterten. Der Shouter und Gitarrist war dafür motiviert bis in die Haarspitzen, wirkte recht sympathisch und dem Publikum gefiel’s offenbar.

Es folgte der erste Höhepunkt der Abends: Die drei Brasilianerinnen von NERVOSA gehören seit ihrem Debüt zu meinen Favoriten, was zeitgenössischen, fiesen Thrash Metal betrifft. Vor der Bühne wurde sich nun ordentlich gedrängelt, doch, oh Graus: Fernandas Gesang und Prikas Gitarre waren kaum zu vernehmen und es dauert eine ganze Weile, bis der Sound hörbar besser wurde. Die Band war in bester Spiellaune und Fernanda agil wie eh und je, doch nach dem großen Finale mit „Into Moshpit“, bei dem der Mob dann auch mal so richtig in Bewegung geriet, war schon wieder Schluss – nach offenbar ebenfalls nicht mehr als 25 Minuten. Aufgrund des schwachen Sounds und der knappen Spielzeit die erste kleine Enttäuschung des Abends, trotz Spitzenband.

Die Koblenzer Black-Thrasher DESASTER hatte ich bisher weniger auf dem Schirm, irgendetwas fehlte mir auf den Alben immer, so 100%ig ist’s nicht mein Sound. Nach der Bekanntgabe, dass Drummer Husky nun nicht mehr „nur“ nebenbei noch bei ASPHYX die Felle malträtiert, sondern auch der Nachfolger Makkas bei Ruhrpott’s Finest SODOM ist, war ich aber besonders auf den Gig gespannt. Und, ja: Die Band mit Bodybuilder am Gesangsmikro, Guildo Horn an der Klampfe und einem verhuschten corpsegepainteten Gespenst am Tieftöner machte ordentlich Druck, der Sound war deutlich besser als bei den südamerikanischen Kolleginnen und mittels geordnetem Chaos wurde eine Aggronummer nach der anderen gezündet und ins Publikum gespien, das nun ordentlich auf Temperatur war. Machte live echt Laune, auch wenn sich kein Song so richtig festkrallen wollte. Für die grobe Kelle aber wirklich amtlich. Husky entpuppte sich zudem wie gehofft als echtes Drum-Tier, das neben Profi-Technik auch einen brutalen Punch vorlegt und offenbar mit viel Leidenschaft bei der Sache ist. Geht absolut klar und ich freue mich auf den ersten SODOM-Gig mit ihm! Ach ja, die Spielzeit schien mir nun auch angemessen.

Auf den Co-Headliner SUFFOCATION hatten sich eine Menge Besucher gefreut, mir hingegen war er ziemlich egal – bin und bleibe einfach notorischer Death-Metal-Banause. Sicher, hier haben wir es mit US-Genre-Pionieren zu tun, für mich ist das aber weitestgehend schlicht hookbefreiter Grunzlärm. Dessen Fans allerdings feierte ihre Party, wenngleich die Circle Pits zumindest anfänglich eher noch nach gemütlichen Spaziergängen aussahen. Ab und zu kamen Stagediver und Crowdsurfer vorbei. Ich schüttete mir derweil ein Bier nach dem anderen rein, bis mich die Monotonie der Musik in eine Art Trancezustand versetzt hatte. Entspannt beobachtete ich die Musiker, anhand derer Bewegungen sich mir schließlich dann und wann der Groove der Songs erschloss und ich ekstatisch mit dem Fußballen moshte, mit dem Kopf im Takt nickte und mich für meine Lady freute, der ich zum Geburtstag eine Eintrittskarte vermacht hatte und die der Chose wesentlich mehr abgewinnen konnte als ich alter Muffel. Kurios fand ich übrigens den Bassisten, der seinen kastrierten Fünfsaiter immer wieder senkrecht auf den Boden stellte und wie einen Standbass spielte. Noch wesentlicher kurioser allerdings ist’s, dass der Zeitplan mittlerweile nicht nur ein-, sondern sogar überholt worden war, sodass SUFOCATION viel früher als veranschlagt angefangen hatten – zum Ärger manch Fans, der dadurch den Großteil des Sets verpasste. Als Death Metaller hat man’s nicht immer leicht und in der Tat ist das eher so suboptimal – wobei ich mich andererseits aber frage, womit man sich ausgerechnet in HH-Billstedt denn sonst so während eines Metal-Festivals die Zeit vertreibt, dass man gar nicht mitbekommt, wenn die Lieblingsband zum Angriff bläst.

Wie dem auch sei, nu‘ aber: VENOM! Meine ewige Leib- und Magenband neben IRON MAIDEN, SODOM und CYNDI LAUPER. Ok, es war jene Inkarnation mit dem INC. dahinter, also ohne Cronos, dafür mit den anderen beiden Gründungsmitgliedern Abaddon und Mantas sowie „Demolition Man“ Tony Dolan an Bass und Gesang, den ich schon bei ATOMKRAFT cool fand und der von 1989 bis 1992 bei VENOM verpflichtet war. Das „Prime Evil“-Album seinerzeit war ein deutlicher Fortschritt nach dem eher missglückten „Calm Before The Storm“, dem damals letzten mit Cronos. Live hatten mir VENOM INC. bereits 2016 auf dem Metal-Bash-Open-Air die Möbel geradegerückt, doch da waren sie auch noch nicht mit neuem Material am Start. Das fand ich aus der Konserve auch eher so semi, natürlich wollte ich in erster Linie die alten Schoten hören. Aber wer zur Hölle war dieser Jungspund da hinter den Nuclear Warheads? Ach wat, Abaddon ist noch mal Vater geworden und wird von einem gewissen Jeramie Kling vertreten? Hätte man das nicht umgekehrt machen können? Kleiner Scherz, große Unterschiede konnte ich keine ausmachen, es rumpelte vielleicht etwas weniger. Ging los mit „Avé Satanas“ von der neuen Platte, danach wechselten sich alte und neue Stücke ‘ne Zeitlang mehr oder weniger ab. Entweder integrierte sich der neue, durchs Double-Bass-Getrete gut auszumachende Stoff live überraschend passabel ins Set oder mir war auf meiner alkoholgepitchten Euphoriewelle mittlerweile alles egal. Zum Mitgrölen luden natürlich Klassiker wie „Welcome To Hell“, „Die Hard, „Live Like An Angel (Die Like A Devil)“, „Black Metal“ und „Countess Bathory“ ein, das „Prime Evil“-Album wurde mit „Parasite“ berücksichtigt und als Zugaben gab’s „Sons Of Satan“ und „Witching Hour“ auf die ehrfurchtsvoll gespitzten Löffel. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, bekam man die anfänglichen Soundprobleme bald in den Griff. Dolan ist immer noch ‘ne coole Sau mit klasse Bühnenausstrahlung und Mantas mit ohne Schnurri, dafür Irokesenzopf genoss sichtlich die Nähe zum Publikum, wenn er am vorderen Bühnenrand herumturnte und seine Sechssaitige fidelte. Von Stagedivern ließ man sich nicht irritieren und machte generell einen fitten, spielfreudigen Eindruck. Die Kirsche auf der Setlisthaube wäre gewesen, hätte man noch ‘nen schönen alten ATOMKRAFT-Stampfer skandiert. Dolan sieht nach wie vor wie aus vom „Mad Max II“- oder „Hügel der blutigen Augen“-Filmset entführt; in Kombination mit VENOMs Image wirkt die Band  wie eine krude Endzeit-Metal’n’Roll-Satanisten-Sekte auf mich. Als Kind der ‘80er stehe ich natürlich total auf so was, so dass ich’s ganz mit der alten Warncke-Eis-Losung halte: Zwei VENOMs sind besser als kein VENOM.

VENOM INC. hatten ‘ne ganze Weile gespielt, länger als ‘ne Stunde (wie ursprünglich geplant) – deshalb die Umstellung des Zeitplans? Mein Gesamteindruck des Festivals ist etwas durchwachsen: Den günstigen Preisen zum Trotz hätte ich’s geiler gefunden, NERVOSA, DESASTER und VENOM INC. im Bambi zu sehen, was jedoch reichlich egoistisch gewesen wäre, denn da hätten niemals alle reingepasst. Letztlich überwog aber eindeutig der Spaß und so bot sich eben die Möglichkeit, auch mal wieder ein bisschen über den musikalischen Tellerrand hinauszublicken bzw. -horchen. Ein interessanter lokaler Opener – davon gibt’s in Hamburg doch genug – wäre mir aber lieber gewesen als MIDNIGHT FORCE, NERVOSA sollten, wo auch immer sie auftreten, mind. eine Dreiviertelstunde zocken und falls die Soundprobleme an der Hallenakustik liegen, hoffe ich, dass man sie zukünftig besser gehandhabt bekommt. Ansonsten bin ich gut auf meine Kosten gekommen und hab‘ meine Soul mal wieder derbe to the Gods Rock’n’Roll downgelayt.

Frank Schäfer – Was soll der Lärm? Rock-Kritiken

2005, zwischen seiner Anekdoten-Sammlung „Pünschel gibt Stoff“ und dem Sammelband „Soundtrack eines Sommers“, für den er als Herausgeber fungierte, veröffentlichte Frank Schäfer im Reiffer-Verlag seine knapp 100 Seiten starke und rund 40 Kapitel umfassende Sammlung an Plattenkritiken und vereinzelt eingestreuten Konzertberichten im praktischen Taschenbuchformat, die zuvor bereits im „Rolling Stone“, der „Neuen Zürcher Zeitung“ und der „jungen Welt“ verstreut abgedruckt wurden. Vorangestellt wurde ein Vorwort, dass ebenso anschaulich wie amüsant von einer typischen Lesung zum Thema Heavy Metal zu berichten weiß. Von Neil Young über Motörhead und Turbonegro zu Type O Negative, von einer Richard-Hell-Anthologie über Lynard Skynard, Gary Moore und  Bad Religion zu Gluecifer/Hellacopters/Backyard Babies, von Metallica zu The Darkness und zurück zu Motörhead – Schäfer rezensiert, was innerhalb dieser Stilbreite so zwischen 2002 und 2004 an Tonträgern veröffentlicht wurde und gibt sich nicht mit den paar Zeilen, die für gewöhnlich in einschlägigen Postillen zur Verfügung stehen, zufrieden, sondern nutzt die Möglichkeit, gern mal über mehrere Seiten hinweg über das Werk, den oder die Künstler und/oder ihre Bedeutung zu philosophieren. Und dies sei ihm ausdrücklich gestattet, denn der Mann kann nicht nur schreiben, was er in diversen vorausgegangenen Veröffentlichungen bereits bewiesen hat, sondern bringt zudem sowohl die nötige Musikleidenschaft als auch ein nicht ungefähres Fachwissen mit. Als ehemaliger Gitarrist geht er oft insbesondere aufs jeweilige Geklampfe ein, was seine Kritiken lebens- und techniknaher als manch oberflächliche Meinungsbekundung der schreibenden Laienzunft erscheinen lässt und möglicherweise auch sein Faible für, nun ja, Gitarrenmusik erklärt, die eben auch mir vielleicht ewig fremdbleibende Genres wie Southern- oder Blues Rock einschließt. Zum durchaus immer mal wieder streitbaren Neil Young findet er ein schönes Fazit, und lässt er durchblicken, dass Motörhead-Scheiben (damals) neueren Datums immerhin zur Hälfte etwas taugen und es eben richtig Spaß machen kann, die jeweiligen Höhepunkte zu entdecken, möchte man ihm ebenso zustimmen wie seiner Erkenntnis, zeitgenössische Rockalben seien häufig zu lang. Allerspätestens wenn er zu einem persönlich besuchten The-Strokes-Konzert auf den Punkt bringt, was gute Gigs ausmacht und konstatieren muss, „das hier war tausendundeine Nacht, aber doch kein Rock’n’Roll! Dazu fehlte einfach die Möglichkeit, dass auch etwas schiefgehen könnte“, spricht er mir so dermaßen aus der Seele, dass ich weiß: Wir speisen grundsätzlich im selben Restaurant. Da darf er dann auch mal Slamdancing mit Crowdsurfing verwechseln. In Bezug auf Black Sabbath vertritt er allerdings eine sehr exklusive Einzelmeinung und Bruce Springsteens „I’m On Fire“ ist sicher vieles, aber keine „breitbeinig-tumbe Proletennummer“. Klar hat auch jeder so seine Lieblinge unter den großen, in Ehre ergrauten Rockstimmen und Schäfers ist Glenn Hughes, aber muss man deshalb wirklich jede Belanglosigkeit – dann auch noch so offensichtlich – noch irgendwie schönzureden versuchen? Ja, es sind durchaus auch diese kleineren Stolpersteine und Meinungsverschiedenheiten, an denen man sich herrlich reiben kann – ein allgemein abnickungsfähiges Konsenswerk wollte Schäfer sicher – glücklicherweise! – nicht verfassen. Auch wenn die besprochenen Alben inzwischen bereits älter und Schäfers geteilte Informationen über ihre Interpreten mittlerweile überholt sein mögen – die Kritiken bleiben auf ihre eigene Weise zeitlos. Sie ermöglichen die eine oder andere neue Perspektive auf diese oder jene Platte, aufs jeweilige Phänomen, auf die Rezeption. Sie inspirieren und machen bisweilen neugierig, der eine oder andere Titel landet als Suchbegriff in YouTube oder Spotify, der eine oder andere Semi- oder eigentlich dann doch Gar-nicht-Klassiker wird wieder hervorgekramt, der eigene Höreindruck mit Schäfers postuliertem Empfinden abgeglichen. Und wer jemals daran gezweifelt hat, dass Plattenkritiken entpragmatisiert und, ja, poetisch sein können, findet in Schäfer seinen Meister.

Mad-Taschenbuch Nr. 16: Dave Berg – Mad-Reporter Dave Berg sieht sich um

1977 widmete sich die Mad-Taschenbuch-Reihe zum zweiten Mal rund 160 Seiten lang Dave Bergs in satirischen kurzen Comics festgehaltenen Alltagsbeobachtungen, diesmal kapitelweise gebündelt in unterschiedliche Schwerpunkte wie „Abt. Kleinbürgertum – Rund um das Kind“, „Abt. Jugend-Stil – Rund um die Teenager“, „Abt. Altblütig – Rund um die Eltern“ oder „Abt. Weltscherz – Rund um die Welt“. So werden Irrsinn und Wahnwitz des Alltags aufs Korn genommen, zumeist innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen, gern Generationenkonflikte und Kommunikationsprobleme betonend. Dabei gehen die Pointen auf Kosten aller Generationen und spiegeln wie üblich den damaligen Zeitgeist mit allen Widersprüchlichkeiten wider, der süffisant persifliert wird. Der halbrealistische Zeichenstil ist gewohnt einladend, der Humor nie zu abgedreht, sondern in der Realität verwurzelt und ein besonderes Augenmerk verdient einmal Herbert Feuersteins Übersetzung inkl. der typischen Mad-Nachnamen: Zum obligatorischen Feinbein gesellen sich Zuffnik, Fröhn und Ödmann. Leider wurde mit dem Platz wieder recht großzügig umgegangen, sodass bei lediglich einem Panel pro Seite das Buch schnell durch ist.

Peter Osteried / Martin Hentschel – Simple Movie Porträt #3: Gloria Guida und die italienischen sexy Comedies

In der achtbändigen „Simple Movie Porträt“-Reihe widmete sich der MPW-Verlag, beginnend mit Laura Gemser, weiblichen Erotikfilm-Ikonen vergangener Jahrzehnte oder auch, wie im Falle des zweitens Bands über die „Schulmädchen-Report“-Filme, einer bestimmten Filmreihe. Das dritte 84-seitige Heft, schätzungsweise aus dem Jahre 2007 oder 2008, ist eine Art Zwitter: Von der italienischen Schauspielerin und „Miss Teenage 1974“ Gloria Guida ausgehend, spannt man einen Bogen über durch sie mitinitiierten „Flotte Teens“-Filmreihe hin zum Italo-Sex-Klamauk, der Commedia Sexy all’ Italiana. Es geht also mitnichten lediglich um nackte Haut, sondern um alte Kinophänomene, die aus der durch die sexuellen Revolution ermöglichten Lust an der Freizügigkeit und den daraus resultierenden Gewinnmöglichkeiten in den 1970ern noch vor der Legalisierung von Pornographie entstanden und im Jahre 2018 vielfach in Vergessenheit geraten sind oder schlicht als längst völlig irrelevant gelten, weil die jederzeit gratis per Klick erhältliche Pornographie den Erotikfilm alter Schule längst überflüssig gemacht habe. Dass es sich dabei um ein durchaus faszinierendes Kapitel Populärkultur zwischen Kunst und Kommerz handelt, dessen Bedeutung gerade in der Retrospektive und gerade in Zeiten US-Kino-diktierter Prüderie sich einem ganz neu erschließen kann, wird dabei gern übersehen. Insofern darf man aus cineastischer und europhiler Sicht dankbar sein, dass sich jemand dieser Nischenthemen annimmt, zumal sich Guidas Schaffen eben nicht auf Klamauk beschränkte, sondern sie auch in durchaus ernstzunehmenden Erotikdramen Hauptrollen be- bzw. entkleidete.

Der Band versucht einen Spagat zwischen Bildband und Informationssammlung, der über weite Stecken recht gut gelingt: Zwischen vielen wundervollen Fotografien Guidas und zahlreichen Filmplakaten, Aushangfotos, Coverabbildungen von Heimkinoveröffentlichungen etc. auf wertigem Hochglanzpapier, die für manch einen sicherlich bereits Kaufanreiz genug gewesen sein dürften, versammeln sich nach einem Vorwort Osterieds eine kurz und bündig gehaltene Biographie der blonden Schönheit, eine ausführliche Filmographie inkl. Stab- und kurzen Inhaltsangaben, mittlerweile sicherlich hier und da überholten Informationen zu Veröffentlichungen, und meist knapp gehaltenen, mitunter nicht ganz treffenden Kurzkritiken (Di Leos „Avere vent’anni“ wurde offenbar missverstanden). Auf acht Seiten widmet man sich der „Flotte Teens“-Erotikkomödienreihe und bringt nebenbei Licht ins Titelwirrwarr (viele Filme zählen gar nicht zur Reihe, wurden aufgrund des Erfolgs der „flotten Teens“ jedoch im deutschsprachigen Raum als solche vermarktet). Einen Fauxpas leistet man sich, als man Guidas Ehemann und Schauspielkollegen Johnny Dorelli vorstellt, dies jedoch mit Fotos Alvaro Vitalis illustriert und somit den Eindruck erweckt, Guida sei mit jenem Backpfeifengesicht liiert.

Die Geister scheiden werden sich vermutlich an Hentschels 14-seitiger Abhandlung über italienische Sexklamotten, da diese doch arg aus Fan-Sicht geschrieben wurde. Das finde ich grundsätzlich nicht unsympathisch und angenehmer als eine bloße Auflistung (die es als netten Bonus am Ende des Kapitel dennoch gibt); wer sich jedoch auf Hentschels Überschwang hin mit diesen Film eindeckt, wird womöglich überrascht davon, wie stumpfsinnig und unlustig dieses Subgenre doch oftmals war. Über die Übersicht inkl. zahlreicher Coverabbildungen freue ich mich nichtsdestotrotz und ich muss zugeben, auf den einen oder anderen genannten Titel neugierig geworden zu sein. Ein Interview mit der „MIG Filmgroup“, die sich deutschsprachigen DVD-Veröffentlichungen aus diesem Bereich gewidmet hat, sowie eines mit Uwe Schier, der seinerzeit maßgeblich dafür verantwortlich zeichnete, diese Filme in deutsche Kinos zu bringen, runden diesen Band ebenso ab wie ein Überblick über weitere Erotik-Darstellerinnen aus der Hochzeit des italienischen Kinos, inkl. ergänzender Angaben und manch eigenartiger Information wie „Sie ist Hobby-Archäologin“ zur 1992 verstorbenen Marisa Mell. Am Ende bekommt man noch etwas MIG-Werbung mit auf den Weg.

Alles in allem eignet sich dieser Porträtband recht gut für den Einstieg in die behandelten Themengebiete. Er wurde mit sichtbarer Liebe zum Detail gestaltet, hält die Erinnerung an jene Kino-Epoche und ihre Protagonistinnen aufrecht und macht neugierig darauf, den eigenen filmischen Horizont zu erweitern, (Sub-)Genres für sich zu entdecken, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie einzuordnen und zu bewerten. Zudem fasst er sich gut an und es macht schlicht Spaß, in ihm zu blättern – ein haptisches Erlebnis, das keine Webseite bieten kann. Wie so oft im MPW-Verlag handelt es sich jedoch um eine lediglich semiprofessionelle Veröffentlichung, der ein aufmerksameres Lektorat gut getan hätte – und wie immer finde ich es schade, dass in dieser Hinsicht am falschen Ende gespart wurde.

03.03.2018, Ackerpoolco, Hamburg: SCOOTER KIDS MUST DIE + CRACKMEIER

Mein Kumpel Martin ist erst letztes Jahr aus seiner serbischen Heimat nach Hamburg gezogen, hat flugs zusammen mit ein paar anderen Rabauken ‘ne Krachcombo gegründet und lud zur CRACKMEIER-Live-Premiere ins Eidelstedter Ackerpoolco. Da müssen andere empfehlens- und unterstützenswerte Veranstaltungen zurückstecken, denn ein solches Spektakel kann ich mir unmöglich entgehen lassen. Das Ackerpoolco war mir allerdings vollkommen unbekannt, per Bus,  Bahn und Google Maps aber bald gefunden. Der Schuppen ist ein ‘nen recht guten Eindruck machendes Jugendzentrum inkl. Skatehalle, wo bereits seit 17:00 Uhr dem halsbrecherischen Rollbrettsport gefrönt wurde. Das Ganze war wohl die Geburtstagsparty eines Einheimischen, Eintritt war frei, Dithmarscher gab’s gegen paar Kröten Spende und ein Kaminfeuer sorgte an diesem arschkalten Tag („Too old to skate“? Too cold to skate!) für Wärme. Ließ sich also ganz gut an. Den einen oder anderen CRACKMEIER, so der geschmackvolle Name des neuen Sterns am Hamburger Hardcore-Himmel, hatte ich allerdings noch nie so sichtlich nervös erlebt. 😉

Diese warteten händeringend auf ihren zweiten Gitarristen Fokko, der einfach mal ganz lässig direkt zum Auftritt (ok, zum Soundcheck) erschien. Irgendwann zwischen neun und halb zehn ging’s dann los, Sänger Jesche positionierte sich vor der Bühne, nahm erstmals im Leben seine Mütze ab (hatte ihn noch nie ohne gesehen!) und wütete, brüllte, pöbelte sich durchs Set mit seinen angepissten, deutschsprachigen Hasstiraden gegen alles mögliche Verachtenswerte. Dank der beiden Gitarren der ehemaligen KAOS-KABELJAUer Fokko und Jerome (auch bei AUS DEM RASTER) und der anpeitschenden Rhythmussektion, bestehend aus dem schön dominant abgemischten Brutalo-Bass Böllers und Martins derbem, dabei technisch einwandfreiem Drumming, gab’s ein sattes Soundbrett dazu, das die Songs weder zu trocken noch monoton klingen ließ. Für einen ersten Gig überraschend tight! Hier und da gab’s etwas Background-Mitgebrüll und ein Song wurde vornehmlich von Jerome gesungen, wenn auch ohne dritte Strophe – kenn‘ ich, so wat… Das klopfte jedenfalls alles echt gut aufs Mett und provozierte auch den einen oder anderen Freudentanz im wesentlich stärker als erwartet vertretenen Publikum. Würde gern mal mit DMF zusammen mit CRACKMEIER zocken, wird hoffentlich mal möglich sein. Ein Einstand nach Maß! Bin jetzt Fan.

THE MUTTNICKS hatten leider kurzfristig abgesagt, also ging’s nach kurzer Pause direkt mit SCOOTER KIDS MUST DIE (oder auch SCOOTER KIDS UND KAI) weiter. Hatte ich noch nie von gehört, scheinen auch noch nicht sooo lange zu existieren. Mit dem Startschuss brach jedoch die Hölle los. Hatte ich es vorher schon recht optimistisch gefunden, den Tisch mit Mischpult etc. unmittelbar an der Tanzfläche aufzubauen, wurd’s nun echt gefährlich für die Technik: Bier spritzte durch die Gegend, Buddeln zerbarsten, Körper flogen herum. Ich hielt mich aus Sicherheitsgründen im Hintergrund, wie man auch den Fotos ansieht. Befürchtete ich anfänglich noch, der Sound könnte in Richung Screamo oder so gehen, wurde ich schnell eines Besseren belehrt: Astreiner, pfeilschneller Oldschool-Hard-/Trash-/Skatecore, hektisch und hysterisch, kurze Songs, englische Texte und ein Megahit auf Deutsch: „Ihr seit [sic!] schlau“ – doch „wir sind besoffen“. „Keine Bücher – wir wollen Bier!“ Perfekt auf den Punkt gebracht – nicht nur dieser Song, sondern der ganze Gig. Bekommt man hoffentlich auch öfter mal zu Gesicht.

Während der Zigarettenpause vor der Tür wurden die Scherben zusammengekehrt, anschließend musste ich mich erst mal wieder ‘ne Viertelstunde am Kamin aufwärmen. Mit ‘nem Bier to go ging’s in den Bus und zurück nach Altona, wo wir noch ‘nen Abstecher ins Monkeys machten, das seinen dritten Geburtstag feierte – also von einer Geburtstagsfeier auf die nächste, was perfekt passte, denn immerhin war ich ebenfalls mit einem Geburtstagskind unterwegs. Eigentlich hatten wir darauf spekuliert, dort nach dem Liveteil des Programms aufzuschlagen und gratis reinzukommen, waren dafür aber etwas zu früh am Start. So mussten wir noch jeder ‘nen Zehner für die letzten Songs der JUDGE-DREAD-Coverband latzen, aber sei’s drum: Ist ja für ‘nen guten Zweck… Die Band mit dem dicken Sänger im engen Superman-Shirt machte ihre Sache ohrenscheinlich ziemlich gut, könnte man sich wohl auch mal gezielt und abendfüllend geben. Einen Teil der Verlosung sahen wir uns noch an, ansonsten gaben wir uns im Pub-Bereich bei Mucke eines sehr geschmackssicheren DJs in angenehmer Atmosphäre den Rest, jedoch nicht ohne diverse Begrüßungen und Schnacks mit bekanntem Volk und natürlich Gratulationen ans Monkeys – auf die nächsten drei und noch viel mehr Jahre!

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