MORBITORY-Michael hatte gefragt, ob wir Support für den gemeinsamen Gig mit der aktuell tourenden ungarischen HC-Band DON GATTO machen wollen – und da das Datum endlich mal wieder in den Zeitplan passte, packten wir die Gelegenheit am Schopfe. Dass parallel das Metal-Bash-Festival steigen und die Headbanger-Fraktion uns daher nicht unbedingt die Bude einrennen würde, wusste ich da nicht, wäre mir aber auch egal gewesen. Letztendlich war das Programm dank zwei junger Wedeler Bands sogar auf ganze fünf Combos von HC-Punk über Hardcore und Thrash bis hin zu Death Metal angewachsen. Dennoch geht’s im Gängeviertel i.d.R. sehr entspannt zu, sodass es deshalb ausreichte, am frühen Abend per gechartertem Großraumtaxi (sonst könnte ja einer nicht saufen) mit unserem Equipment dort aufzuschlagen. Zu essen offerierte man uns ein verdammt schmackhaftes Veggie-Chili, das wir auf dem Hof des Viertels bei bestem Wetter einnahmen, wo wir auch die ersten Bierchen zischten und auf Tuchfühlung mit den anderen Bands gingen.
Überraschend pünktlich um 20:00 Uhr eröffneten CROSS THE BORDER den Abend, eine neue Metal-Band aus Wedel um einen alten Bekannten: Den Bass bedient Thorsten, den man von METAL WITCH sowie seinen ehemaligen Aktivitäten bei der Oldschool-HC-Abrissbirne LAST LINE OF DEFENSE kennt. Mit zwei Gitarren spielte man eine Art moderneren Thrash, der mich bisweilen an METALLICA erinnerte – weitere Vergleiche fehlen mir mangels Kenntnis dieses speziellen Substils, der normalerweise nicht ganz so meiner ist. Nach kurzer Eingewöhnungsphase gefiel mir der Stoff jedoch immer besser und gerade nach hinten raus wurde das Set richtig stark. Sehr kontrolliert und versiert gespielte, kraftvolle Songs, die Bock auf mehr machten.
- Cross
- The
- Border
Mehr gab’s dann auch mit der Überraschung des Abends: DERANGED, für die Thorsten gleich auf der Bühne bleiben konnte. Die nicht minder neue Thrash-Band aus Wedel um Shouterin Mareike spielte einen wesentlich aggressiveren Stiefel, ritt präzise Attacken und ballerte brutal – und wenn ausufernde – verdammt gute – Instrumental-Parts anstanden, setzte sich Mareike einfach entspannt aufs Schlagzeugpodest oder an den Bühnenrand und wartete, bis ihre Musiker mit dem Solieren durch waren. Gemeiner Knüppelthrash mit fiesem weiblichem Organ und fräsenden Klampfen bei unprätentiösem Auftreten – ich bin begeistert und hoffe auf ein baldiges Live-Wiedersehen!
- Deranged
Manch Refrain ließ sich schnell mitbrüllen, auch wegen des satten, differenzierten P.A.-Sounds in der Bude. Und nicht nur um meine Stimme aufzuwärmen hatte ich hier und da bereits mitgegrölt, nun waren nämlich wir an der Reihe. Die Befürchtung, an ungewohnter Position nach zwei vorausgegangenen Bands bereits hackedicht zu sein, hatte sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Unsere Taktik, auf Michaels Frage nach der Länge unseres Sets wahrheitswidrig mit „So ca. eineinhalb Stunden!“ zu antworten, um wenigstens um die 50 Minuten auszuhandeln, ging jedoch leider auch nicht auf, sodass wir die zwei längsten und tempomäßig eher getrageneren Stücke aus dem Set kürzten. Also wie seit den letzten Gigs bewährt mit unserem Intro und „Pogromstimmung“ gestartet, über die Uralt-Stücke wie „Tales of Terror“ und „Elbdisharmonie“ hin zu mittelaltem Käse à la „IS-SS“ und „Nie der Plan“, dem unserem verstorbenen Ex-Bassisten Stef gewidmeten „Cop Killing Day“, und gespickt mit einer Live-Premiere: „Spaltaxt“ , unserem Stück über Faschos, die sich unserer Szene breitzumachen versuchen und die Scheißegalhaltung manch ach so „unpolitischer“ Bratzbirne demgegenüber. Ziemlich vergurkt haben wir zugegebenermaßen leider ausgerechnet „Hatepunk“: Beim ersten Versuch hing unser Drum-Kopffüßler Dr. Tentakel einen Takt hinterher, bis wir irgendwann raus waren und das Ding noch mal anstimmten. Nun lag er richtig, aber dafür war mir die erste Strophe entfallen und die ließ sich in der Hektik so schnell nicht rekapitulieren. Der Rest des Songs stimmte dann aber… Unsere mangelnde Spielpraxis der letzten Monate machte sich dann eben doch bemerkbar. Die zarte Liebesballade „Ghettoromantik“ markierte den Abschluss, dann konnten wir uns entspannt zurücklehnen, uns betrinken und mal horchen, was die Headliner so machen.
- Disillusioned
- Motherfuckers
Mit Hardcore aus Ungarn war ich bislang nicht so vertraut, was sich mit DON GATTO nun änderte: Die Band zockte ihren englischsprachigen „Chainsaw Hardcore“ mit ordentlich Spaß inne Backen, kurze, heftige Aggro-Songs zwischen Groove und Geballer mit einem aufgedrehten Sänger, der gern im Publikum herumspringt und dem Crowdsurfing frönt. Besondere Aufmerksamkeit zogen auch die Ansagen des Gitarreros auf sich, der in gebrochenem Deutsch zu verstehen gab, dass es jedes Mal „pervers“ sei, in Deutschland zu spielen, Songs als DIETER-BOHLEN-Coverversionen ankündigte, die (glücklicherweise) gar keine waren und um keinen geil-miesen Spruch verlegen war – was den Spaßfaktor immens erhöhte. Eine ungewöhnliche Coverversion hatte man dann dennoch zu bieten: MIDNIGHT OILs „Beds Are Burning“ im Hardcore-Gewand. Geile Scheiße! Davon hatten die Wedeler leider nichts mehr mitbekommen, die bereits nach unserem Gig abhauen mussten, aber die Bude war dennoch längst gut genug gefüllt, dass ordentlich Stimmung aufkam – nur vom „Gedrängeviertel“ konnte diesmal nicht unbedingt die Rede sein, was indes auch mal ganz angenehm war.
- Don Gatto
Die lokale Death-Metal-Prominenz MORBITORY hatte ich Death-Metal-Muffel erst einmal live gesehen, und das war 2015. Wurde also mal wieder Zeit. Sämtliche Bedenken, die ich gegen Death Metal habe, wurden zerstreut, denn MORBITORY spielt eine dermaßen brutale, unfrickelige, technisch dennoch versierte und flotte Interpretation des Stils, dass sie mich sofort in ihren Bann zogen. Tiefster Gutturalgesang, unnachgiebig riffende und schmerzhaft tötende Klampfen sowie eine präzise Rhythmussektion, die das unverrückbare, stabile Fundament darstellte und der zu lauschen der reinste Drum-Porno war. So macht das Laune!
- Morbitory
Im Anschluss dürften sich alle Beteiligten einig gewesen sein, dass das ein geiler, stilistisch im positiven Sinne abenteuerlicher Gemischtwarenladen war, der sich gelohnt hat. Danke an alle, die ihn ermöglicht haben! Wie gewohnt per Taxi transportierten wir schließlich unseren Kram zurück nach Altona und wenn nicht irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, stehen wir bereits am 21.07. wieder im Gängeviertel auf der Bühne.
P.S.: Danke auch an Flo und Lisa für die Fotos unseres Gigs!




































Gibt so Wochenenden, da ist noch mal bischn mehr los als sonst: Am Freitag mit DMF stundenlang im zum Studio umfunktionierten Probeverlies gehangen, um unsere neuen Aufnahmen einzuholzen, dafür meinen allwöchentlichen Ausgleichssporttermin auf Samstagmorgen (!) verschoben (wie so’n bekloppter Frühsport-Freak, ey) und anschließend schnell zum Millerntor geeilt. Madame und moi sind nun sicherlich nicht die FC-St.-Pauli-Hardcore-Fans, doch als der sympathische Innenstadt-Club ernsthaft ins Straucheln geriet, erreichten uns seine Hilferufe, sodass wir uns verpflichtet fühlten, bereits in der vorausgegangenen Samstagnacht unsere Duftmarken in den Kabinen zu hinterlassen und Spielertunnel sowie Spielfeld mittels braunweißmagischer Rituale positiv aufzuladen. An diesem Samstag ging’s dann ins Stadion, um den 3:0-Sieg gegen Fürth perfekt zu machen. Wir mussten nicht mal aktiv ins Spiel eingreifen, unsere bloße Anwesenheit auf den Rängen genügte – Mission erfüllt. Im Anschluss also flugs Stutzen und Stollenschuhe abgestreift und zurück auf den Kiez ins Molotow, wo ich um kurz nach 16:00 Uhr auf die anderen Brawler plus unseren Manager for one day, „Wodden Shoe“ Patrick, plus Roadie for one day Collin wartete, die alsbald mit dem Equipment um die Ecke bogen. Ausgeladen, den Backstage inspiziert und in Erfahrung gebracht, dass man uns nun erst wieder in knapp zwei Stunden benötigen würde. Dies erlaubte es uns, zum Osborne zu tingeln, um die zweite Halbzeit der Bundesliga-Konferenz zu verfolgen und sich die ersten Buddeln aufzureißen. Mit dabei war nun auch ein Pärchen, das, wenn ich es richtig verstanden habe, eigens aus Frankreich angereist war, um 

Unser zweiter Molotow-Gig sollte das Live-Debüt unseres neuen Bassisten Keith werden, der verständlicherweise etwas aufgeregt war. Um den Druck zu erhöhen, hatten wir kurzerhand seinen Vorgänger Stulle auf die Gästeliste gesetzt, der dann auch prompt im Backstage hereinschneite und sich schließlich mit perfekter Sicht auf den Tieftöner und kritischem Blick vor der Bühne positionierte, als wir verdammt pünktlich um kurz nach 8 mit „Brigitte Bordeaux“ eröffneten. Die Molotow-Crew hatte mit dem wohl nicht so gut gelaufenen Vorverkauf gehadert und den Saal auf der Hälfte mit einem Vorhang abgehängt, doch die Sorgen erwiesen sich als grundlos, denn die Bude füllte sich trotz Hamburg-typisch starker Parallelveranstaltungen sehr ordentlich, sodass der Vorhang schnell wieder aufgezogen wurde. Neben Altbekanntem wie „Total Escalation“ oder „Crossed Your Plans“ befand sich nun auch „Glory Hole“ im Set, der zuvor lediglich einmal probeweise im Menschenzoo dargereicht und anschließend schnell wieder gestrichen wurde. Die jetzige Version aber kann was und kam offenbar gut an. Statt einer Buddel Bolanow ließen wir diesmal übrigens einen eigenartigen Likör rumgehen, den die Mädels besorgt hatten und dessen Flaschenform mich stark an Petroleum erinnerte, zumal sich auch ein Docht o.ä. in der Karaffe zu befinden schien. Also hielt ich lieber Abstand; wer davon trank, scheint’s aber unbeschadet überstanden zu haben. Nach dem das reguläre Set beschließende „Red Lips“ kamen wir den Bitten nach ‘ner Zugabe mit „Fame“ nach und konnten an Keith gelungene Feuertaufe ‘nen fetten Haken machen. War alles rund gelaufen, Christian besser gekleidet als letztes Mal, Spielfehler hielten sich in sehr überschaubaren Grenzen – lediglich die Bierüberschwemmung, die ich auf der Bühne angerichtet hatte, war so nicht geplant…



















Liebes Tagebuch, an diesem Tag war ein Sauftag mit meinen Jungs von BOLANOW BRAWL angesagt: Wir wollten uns am Nachmittag einmal außerhalb der Reihe zum Proben treffen, uns dabei bereits einige Pilsetten einwerfen und anschließend kollektiv Wendelix‘ Geburtstagsparty im Menschenzoo aufsuchen, wo neben Wendys Band zwei weitere Acts den Soundtrack zu unserem vorsätzlichen Lampenausschießen liefern sollten. Und weil ein solcher Sauftag meist mit dem Verlust von Geld, anderen Wertsachen oder Kleidung, in jedem Falle aber gesellschaftlichem Ansehen verbunden ist, erlauben wir ihn uns nur alle Jubeljahre mal. Mit bereits dem einen oder anderen Promillchen im Blut ging’s nach der Probe also zu einem Abstecher am Imbiss, in einen Irish Pub, wo noch mal draufgekippt wurde, und schließlich zum betreuten Trinken in den Menschenzoo. Dort eröffnete MAX YOUNG aus „Saarbrooklyn“ den Abend mit „akustischem Punkrock“, was bedeutete, dass der gute Mann nur mit Wanderklampfe bewaffnet als Alleinunterhalter ein paar Songs mit, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, eher persönlichen Texten schmetterte. Kann man machen, ein nettes Vorspiel.








Als ich anno dazumal nur VENOM INC. und NERVOSA in der Konzertankündigung las, wurde ich gleich nervös und hab‘ mir schnellstmöglich Karten gesichert, weil ich ahnte: Das würde eng werden. Doch statt in der muggeligen Bambi Galore fand die mit insgesamt sieben Bands auf Festivalgröße aufgeblasene Sause im neu errichteten Kulturpalast statt, der ebenerdig und für größere Veranstaltungen ausgelegt ist. Etwas Verwirrung gab’s im Vorfeld um die Uhrzeit, Facebook-Veranstaltungskalender und Kulturpalast-Internetauftritt widersprachen sich da. Letztlich sollte es um 16:30 Uhr losgehen, doch der Beginn verzögerte sich um ‘ne halbe Stunde – was leider offenbar durch Spielzeitverknappung wieder reingeholt werden solle, aber dazu später mehr. So kamen wir dann doch nicht zu spät und konnten noch in Ruhe ‘ne Merch-Runde drehen, erstaunt feststellen, dass auch Imbissverpflegung und Wacken-Tee angeboten wurden und ein erstes Bierchen zischen.







































Mein Kumpel Martin ist erst letztes Jahr aus seiner serbischen Heimat nach Hamburg gezogen, hat flugs zusammen mit ein paar anderen Rabauken ‘ne Krachcombo gegründet und lud zur CRACKMEIER-Live-Premiere ins Eidelstedter Ackerpoolco. Da müssen andere empfehlens- und unterstützenswerte Veranstaltungen zurückstecken, denn ein solches Spektakel kann ich mir unmöglich entgehen lassen. Das Ackerpoolco war mir allerdings vollkommen unbekannt, per Bus, Bahn und Google Maps aber bald gefunden. Der Schuppen ist ein ‘nen recht guten Eindruck machendes Jugendzentrum inkl. Skatehalle, wo bereits seit 17:00 Uhr dem halsbrecherischen Rollbrettsport gefrönt wurde. Das Ganze war wohl die Geburtstagsparty eines Einheimischen, Eintritt war frei, Dithmarscher gab’s gegen paar Kröten Spende und ein Kaminfeuer sorgte an diesem arschkalten Tag („Too old to skate“? Too cold to skate!) für Wärme. Ließ sich also ganz gut an. Den einen oder anderen CRACKMEIER, so der geschmackvolle Name des neuen Sterns am Hamburger Hardcore-Himmel, hatte ich allerdings noch nie so sichtlich nervös erlebt. 😉













Während der Zigarettenpause vor der Tür wurden die Scherben zusammengekehrt, anschließend musste ich mich erst mal wieder ‘ne Viertelstunde am Kamin aufwärmen. Mit ‘nem Bier to go ging’s in den Bus und zurück nach Altona, wo wir noch ‘nen Abstecher ins Monkeys machten, das seinen dritten Geburtstag feierte – also von einer Geburtstagsfeier auf die nächste, was perfekt passte, denn immerhin war ich ebenfalls mit einem Geburtstagskind unterwegs. Eigentlich hatten wir darauf spekuliert, dort nach dem Liveteil des Programms aufzuschlagen und gratis reinzukommen, waren dafür aber etwas zu früh am Start. So mussten wir noch jeder ‘nen Zehner für die letzten Songs der JUDGE-DREAD-Coverband latzen, aber sei’s drum: Ist ja für ‘nen guten Zweck… Die Band mit dem dicken Sänger im engen Superman-Shirt machte ihre Sache ohrenscheinlich ziemlich gut, könnte man sich wohl auch mal gezielt und abendfüllend geben. Einen Teil der Verlosung sahen wir uns noch an, ansonsten gaben wir uns im Pub-Bereich bei Mucke eines sehr geschmackssicheren DJs in angenehmer Atmosphäre den Rest, jedoch nicht ohne diverse Begrüßungen und Schnacks mit bekanntem Volk und natürlich Gratulationen ans Monkeys – auf die nächsten drei und noch viel mehr Jahre!


Geil, endlich mal wieder ‘ne schnieke Punk-Sause auf der Stubnitz und ich hatte sogar Zeit! Bischn Rahmenprogramm in Form einer Doku und ‘ne Vokü gab’s auch, also ging’s nach der Maloche und der allwöchentlichen Sporteinheit ohne Abendessen los in die HafenCity, wo das Rostocker Kultur- und Denkmalschiff zurzeit liegt. Nach offiziellem Zeitplan waren wir dennoch spät dran, also schnell den Eintritt i.H.v. 5-10 EUR abgedrückt und gehofft, noch etwas vom Büffet zu bekommen. Das machte jedoch einen etwas traurigen Eindruck, Reis mit Tomaten- und Blumenkohl-Soße, dazu bischn grünen Salat… Und ob vorher eklatant mehr vorhanden gewesen ist, weiß ich gar nicht. Jut, zumindest Skorbut würde man wohl man nicht davon bekommen, also zu zweit vom letzten verbliebenen Teller im Vorführsaal schnabuliert, wo dann auch alsbald die Doku begann; ein rund einstündiger Film über die Historie der Stubnitz seit der Wende. Mittels Interviews mit den Stubnitz-Pionieren und zahlreichen historischen Aufnahmen wurde ein Eindruck davon vermittelt, welch Mammutprojekt es war, die Stubnitz vor der Verschrottung zu retten und kulturell nutzbar zu machen – und was sie bereits alles erlebt hat. Das ist einer dieser Fälle, in denen sich einige Idealisten buchstäblich den Arsch bis an die Grenzen zur Selbstaufgabe und bisweilen darüber hinaus aufgerissen haben, um etwas auf die Beine zu stellen – großen Respekt dafür!











































Zum Jahresbeginn hat mich die Zeitfalle endgültig erwischt: Der Semesterendspurt meines Studiums fordert seinen Tribut. Den Eintrag zu meinem ersten Konzert des noch jungen Jahres, das mich in die Fanräume führte, will ich trotzdem nicht unterschlagen, auch wenn’s etwas länger dauerte. Kohle für Anti-G20-Repressionskosten sollte eingespielt werden und eigentlich waren auch AUS DEM RASTER dabei, die jedoch gerade mit ihrem Set durch waren, als ich am ziemlich gut gefüllten Ort des Geschehens aufschlug. Die LOSER YOUTH um Gitarrist, Sänger und Tausendsassa Thommy prügelte gefühlt 40 schnörkellose, rudimentäre Oldestschool-HC-Punk-Eruptionen durch die P.A., kurze, direkt auf den Punkt kommende Songs mit deutschsprachigen, bewusst provokant-plakativen Texten, garniert mit herrlich stumpfen Ansagen und schönem Bass-Gerödel, das hilft, die Stücke voneinander unterscheiden zu können. Brachte gut Stimmung in die Bude und die entspannte Attitüde der Band, die den einen oder anderen Einstieg vergeigte und bisweilen dann einfach zum nächsten Song überging, ist mal echt sympathisch.























Am ersten Dezemberabend lockte das Billstedter Bambi mal wieder mit einem fetten Viererpaket, das ich mir keinesfalls entgehen lassen wollte. Da es mir momentan an einem Freitagabend jedoch nicht ohne weiteres möglich ist, überpünktlich zu erscheinen, verpasste ich glatt die erste Band, die US-Thrasher von EUPHORIA. Zu den Italienern von GAME OVER stand ich aber Gewehr bei Fuß und wurde im mittlerweile rauchfreien besten Metal-Club Hamburgs Zeuge, wie das Quartett, das bereits aus einigen Album-Veröffentlichungen schöpfen kann, einen satten Stiefel rüden ’80er-Thrash voller Spielfreude herunterprügelte und sowohl mich als auch das sich aus den „üblichen“ Bambi-Gängern, angereichert durch einige Punks, zusammensetzende Publikum in Verzückung und Feierlaune versetzte. Bis auf den Sänger/Bassisten sah die Band wie direkt aus der Hochzeit des Thrashs herübergebeamt aus (inkl. ausgeblichenem JUDAS-PRIEST-Shirt und Schnurri) und spielte einen punkig-schnellen, sehr aggressiven, wenig feinsinnigen, dabei technisch durchaus anspruchsvollen versierten Sound, der live noch besser als von (mir eine Idee zu modern produzierter (das neue Album „Claiming Supremacy“ muss ich mir aber erst noch anhören)) Platte knallte, Energie freisetzte und eine Spannung erzeugte, die den gesamten Abend lang gehalten werden sollte – wenn auch über weite Strecken der Sound ein wenig übersteuert wirkte und der Gesang etwas unterging. Als letzten Song coverte man ANTHRAX’ „Metal Thrashing Mad“ in einer unglaublich geilen Version mit dem EUPHORIA-Sänger am Mic, bevor man die Bühne für INDIAN NIGHTMARE räumte.
































